Schnittberichte.com
Schnittberichte
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http://www.schnittberichte.com/
Beschreibung deutschsprachige Website, die Unterschiede zwischen verschiedenen Schnitt-Fassungen zeigt
Registrierung optional
Sprachen Deutsch
Erschienen März 2000
Status Aktiv

Schnittberichte.com ist eine deutschsprachige Website, die Unterschiede zwischen verschiedenen Schnitt-Fassungen von Filmen, Serien, Musikvideos, Comics und Computerspielen zeigt. Im April 2011 waren über 7000 Schnittberichte online.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Von vielen Filmen und anderen Medien gibt es mehrere Schnitt-Fassungen. Beispielsweise wird ein bereits veröffentlichter Spielfilm für die Ausstrahlung im Fernsehen oder für die Veröffentlichung auf VHS oder DVD noch einmal nachgeschnitten. Hierbei handelt es sich meistens um Kürzungen, bei denen beispielsweise Sex- oder Gewaltdarstellungen „entschärft“ werden, eine Form der Selbstzensur. In diesen Fällen wird die originale Filmfassung (Final Cut) oft als „ungeschnitten“ bezeichnet, in Abgrenzung zur zensierten „geschnittenen“ Fassung.[1]

Daneben gibt es auch Schnitt-Fassungen, die aus dem originalen Footage (dem ungeschnittenen Filmmaterial) neu erstellt wurden, wobei das Ergebnis länger werden und bisher ungezeigte Szenen enthalten kann, wie beim Director’s Cut.

Inhalt der Seite

Die Seite Schnittberichte.com beruht auf einem System von freiwilligen Autoren, die ihre Berichte selbst gestalten. An manchen Berichten arbeiten die Freiwilligen mehrere Tage.[2] Im Kernpunkt der Veröffentlichungen standen in den letzten zwei bis drei Jahren Vergleiche zwischen den von Filmlabeln aus ökonomischen Gründen immer öfter vorgenommenen Zweitveröffentlichungen diverser Langfassungen.

Fehlende Szenen werden in den meisten Fällen durch Bilder des weggeschnittenen Materials angeführt und kurz erläutert. Außerderdem werden auch zensierte Spiele (oft deutsche Versionen) mit den unzensierten Versionen verglichen.[3] Weiterhin werden auch die verschiedenen Versionen von Musikvideos und von Comics verglichen.

Geschichte

Im März 2000 ging die Seite unter dem Namen Schnittberichte.de erstmals ans Netz. Weil die Bilder fehlender Szenen oft extreme Gewaltdarstellungen beinhalten, wurde Schnittberichte.de im Mai 2002 aufgrund des deutschen Jugendschutzgesetzes geschlossen. Am 6. Januar 2003 nahm der österreichische Betreiber Gerald Wurm den Betrieb der Seite, die nunmehr dem österreichischen Recht unterliegt, unter dem Namen Schnittberichte.com wieder auf. Seit Anfang 2008 gibt es mit Movie-Censorship.com auch eine englischsprachige Version der Webseite.

Rezeption

Die Stuttgarter Zeitung weist darauf hin, dass den Seitenmachern jede zensorische Gängelung zuwider ist, und fasst zusammen: „Hier kann man nachprüfen, was weggeschnippelt wurde, und man kann im Forum die Diskussionen um den Wert der Schauerbilder verfolgen. Man muss nicht einer Meinung mit den Schreibern sein, man weiß dann aber besser Bescheid, wovon die Filmzensurdebatte handelt.“[4]

Für die öffentliche Diskussion zum Thema Horrorfilme haben in den letzten Jahren, neben klassischen Medien, vielfältige Kommunikationsformen im Internet an Bedeutung gewonnen. Sogenannte knowledge communities haben Formen kollektiver Intelligenz herausgebildet. „Die Diskussion vollzieht sich multinational, so dass die gesetzlichen Beschränkungen und Distributionspraktiken des Heimatlandes leicht mit denen anderer Staaten verglichen und entsprechend bewertet werden können. Dass auch Filmkürzungen inzwischen präzise dokumentiert und durch den Vergleich unterschiedlicher Schnittfassungen veranschaulicht werden“ sei hierzulande vor allem auf Schnittberichte.com zurückzuführen.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Cut oder Uncut?, in: Telepolis.de vom 13. Mai 2004 (abgerufen am 23. Februar 2011)
  2. Beschnitten!. In: Kölner Stadtanzeiger, 17. Februar 2005.
  3. Deutsches Call of Duty 6: Activision verschwieg Änderung. Golem.de, 6. November 2011 (abgerufen am 23. Februar 2011).
  4. Ins Netz Gegangen. In: Stuttgarter Zeitung, 4. März 2002, S. 16.
  5. Peter Riedel: Horrorfilm, S. 424 - 430, in: Christian Schicha und Carsten Brosda: Handbuch Medienethik, Wiesbaden 2010, S. 426

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