Star (Person)
Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame vor dem Kodak Theatre

Ein Star [ˈstaː] oder auch [ˈʃtaː] (von englisch: star, Stern) ist eine prominente Persönlichkeit. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Schauspieler oder Musiker, aber auch Sportler und Politiker können als Stars gelten.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

Allerdings reicht Prominenz allein nicht aus, um ein Star zu sein, der betreffenden Person muss auch ein gewisses Maß an Beliebtheit, Bewunderung oder Verehrung zuteilwerden (umgangssprachlich oft als „berühmte“ Personen bezeichnet). Es gibt daher eine gewisse Nähe zum Phänomen des „Helden“. Diejenigen, die den Stars besondere Bewunderung und Verehrung entgegenbringen, bezeichnet man als Fans. Die Rituale der Verehrung und Bewunderung werden auch als Kult im säkularen Sinne bezeichnet, der um die Stars betrieben wird. Ähnlich wie beim religiösen Kult nährt sich dieser Kult häufig aus einer Vielzahl von Mythen, die sich um den Star ranken. Diese Mythen und Legenden entstehen aus einer Vermischung von medienvermittelten Bildern, eigenen oft verklärten Erinnerungen, projizierten Sehnsüchten, Erzählungen anderer usw., deren Wahrheitsgehalt schwer zu überprüfen ist.

Da das Phänomen „Star“ stark zeit- und medienabhängig ist, kommt es häufig zur Bildung von leicht akzentuierten Begriffsbildungen wie Promi, Idol, Kultfigur, oder auch Präzisierungen wie Jugendidol, Teenidol, Popstar, Popikone, Rockstar, Filmstar, Politstar oder Pornostar. Eine weitere Aufwertung stellt der Begriff Superstar dar, eine Abwertung dagegen Begriffe wie Starlet, Sternchen oder Möchtegernstar. Gerade erst bekannt gewordene Stars werden als Newcomer oder Jungstar bezeichnet. Gegenstand von Kontroversen ist die Rolle von Kinderstars bezüglich Arbeitsrecht, Schulausbildung und Leistungsüberforderung.[1][2] Am ehesten lässt sich definieren, dass jede Person als Star bezeichnet wird, die eine hinreichend große Fangemeinschaft hat.

Bedeutung für Jugendliche und Erwachsene

Stars werden vor allem von Jugendlichen verehrt. Es ist das Wesen der Stars, die Bedürfnisse gerade in die Pubertät eingetretener Jugendlicher nach Freiheit, Liebe oder auch Sex anzusprechen, ohne sie jedoch direkt zu erfüllen. Indem sie ihnen die Möglichkeit einer ersten quasi platonischen Liebesbeziehung eröffnen, können sie gerade jungen Menschen eine wichtige Orientierung sein.

Die jugendliche Schwärmerei für Stars weicht bei Erwachsenen meist einer etwas abgeklärteren Bewunderung oder Wertschätzung. Persönliche Vorlieben, generations- und kulturbedingt unterschiedliche Sichtweisen haben bei der Vorliebe für bestimmte Stars eine große Bedeutung.

Ufa-Star

Für die ältere Generation spielen die sogenannten „Ufa-Stars“ eine größere Rolle, da diese den Zeitgeist der 30er-, 40er- und 50er-Jahre verkörpern. Schauspieler und Schauspielerinnen wie Marika Rökk, Magda Schneider, Romy Schneider, Carola Höhn, Ilse Werner und viele mehr spielten damals nicht nur in Filmen ihre Rollen, sondern waren oftmals auch noch im Musikgeschäft tätig, was ihre Bekanntheit und Beliebtheit steigerte. Der Begriff Ufa-Star umfasst in erster Linie nur Schauspieler, die in Filmen der Ufa spielten, damit können jedoch auch andere zeitgenössische Persönlichkeiten mit einbegriffen sein.

Abwertung

Der Begriff „Star“ erfährt in den letzten Jahren eine zunehmende Abnutzung, da er z. B. durch Fernsehsendungen wie Deutschland sucht den Superstar oder Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! für Personen verwendet wird, auf die die Definition eines Stars nicht zutrifft. Bereits das Aufkommen von Ausdrücken wie „Superstar“ und „Megastar“ war dem Bedürfnis geschuldet, „echte“ Stars von weniger bedeutenden Persönlichkeiten zu unterscheiden. In diesem Zusammenhang spricht man von „Starlets“ oder in Deutschland auch von „Sternchen“. Die Abnutzung der Bezeichnung durch inflationären Gebrauch konnte dadurch aber nicht aufgehalten werden.

Siehe auch

Literatur

  • Günter W. Kienitz, Bettina Grabis: Alles über deine Musik- und Filmstars. Moses, Kempen 2001, ISBN 3-89777-058-X.
  • Manuela Honsig-Erlenburg (Hrsg.): Sprachliche Inszenierung von Musikidolen in kommerziellen Jugendzeitschriften: Stars aus Fleisch und Blut oder eine Jugendszene zwischen Markt, Kultur und Medien. Wissenschaftsladen Graz, Graz 1998.
  • Heinz-Hermann Krüger (Hrsg.): „Die Elvis-Tolle, die hatte ich mir unauffällig wachsen lassen“: Lebensgeschichte und jugendliche Alltagskultur in den fünfziger Jahren. Leske und Budrich, Opladen 1985, ISBN 3-8100-0522-3.
  • Ulrich Beer: Kult mit jungen Götzen: Leitbilder der Wegwerfgesellschaft. Dürrenäsch, Kassel-Harleshausen 1975, ISBN 3-87893-008-9.
  • David Cassidy, Chip Deffaa: C'mon, Get Happy: Fear and loathing on the Partridge family bus. Warner Books, New York 1994, ISBN 0-446-39531-5.
  • Enno Patalas: Sozialgeschichte der Stars. Marion von Schröder, Hamburg 1963.
  • Paul Werner, Uta van Steen, Rebellin in Hollywood, 13 Portraits des Eigensinns. tende, Dülmen 1986.
  • Wolfgang Ullrich und Sabine Schirdewahn (Hrsg.): Stars. Annäherungen an ein Phänomen. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2002
  • Richard Dyer: Stars. Rev.ed. St Edmundsbury Press, London 2002.
  • Andrew Evans, Glenn D. Wilson: Fame: The Psychology of Stardom. Vision, London 1999.
  • Janne Mäkelä. John Lennon IMAGINED: Cultural history of a Rock Star. Peter Lang Publishing, New York 2004.
  • Carlo Michael Sommer: Stars als Mittel der Identitätskonstruktion. In W. Faulstich und H. Korte (Hrsg.) Der Star. Geschichte, Rezeption, Bedeutung. Fink, München 1997.
  • Markus Schroer: Der Star, in: Stephan Moebius und ders.: Diven, Hacker, Spekulanten. Sozialfiguren der Gegenwart, Berlin: Suhrkamp, 2010, S. 381-395.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kinderstars im Fußball - FAZ-Bericht
  2. Vergessene Kinderstars, einestages

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