Bahnstrecke Leipzig-Connewitz–Plagwitz
Leipzig-Connewitz–Plagwitz-Lindenau
Strecke der Bahnstrecke Leipzig-Connewitz–Plagwitz
Kursbuchstrecke: -
Streckennummer: sä. LP
Streckenlänge: 6,35 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 11 
Minimaler Radius: 250 m
Legende
Strecke – geradeaus
von Leipzig
Bahnhof, Station
0,00 Leipzig-Connewitz 119 m
   
nach Hof
   
Mühlpleiße
   
Abfallwasser
   
Pleiße
   
Paußnitz
   
Rödel
   
Weiße Elster
   
6,35 Plagwitz-Lindenau (heute: Leipzig-Plagwitz Industriebf.)
   
Verbindungsgleise nach Plagwitz-Lindenau Pr. Stsb.
   
nach Gaschwitz
   
nach Lindenau Ldst.

Die Bahnstrecke Leipzig-Connewitz–Plagwitz war eine nur dem Güterverkehr dienende Verbindungsbahn in Leipzig, welche ursprünglich durch die Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen erbaut und betrieben wurde. Sie verband das Industriegebiet in Plagwitz mit der Hauptbahn Leipzig–Hof.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Begünstigt durch die Inbetriebnahme der preußischen Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld im Jahr 1873 entwickelten sich die Dörfer Plagwitz und Lindenau im Westen Leipzigs zu Industrieorten. Der Leipziger Rechtsanwalt und Industrie-Pionier Ernst Carl Erdmann Heine begann mit dem Bau mehrerer Industriegleise, welche das Industriegebiet erschließen und dieses mit dem Bahnhof Plagwitz-Lindenau verbinden sollten. Eine erste Anbindung an sächsische Strecken ging 1879 mit der Sekundärbahnverbindung Plagwitz-Lindenau–Gaschwitz in Betrieb. Trotzdem war die Anbindung der Industrien im Westen Leipzigs an das sächsische Eisenbahnnetz weiterhin problematisch, so dass die Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen eine weitere Strecke zwischen der Bahnstrecke Leipzig–Hof und dem Bahnhof Plagwitz-Lindenau planten. Die Verbindung war nur für den Güterverkehr vorgesehen und sollte Teil einer Leipzig umgebenden Eisenbahn werden.

Sie ging in zwei Abschnitten am 24. September 1886 und 17. September 1888 in Betrieb. Drei Ladestellen am Bahnhof Plagwitz-Lindenau dienten dem öffentlichen Güterverkehr. Sie wurden am 23. September 1886 (Ladestellen I und II) und am 1. Juli 1887 (Ladestelle III) eröffnet.

Ab 1920 wurde sie von der Deutschen Reichsbahn betrieben. Die Bahn wurde am 1. Januar 1925 stillgelegt, vermutlich im Zuge des Baus des Elsterflutbettes, welches mit einer neuen Brücke hätte überquert werden müssen.

Die Sächsischen und die Preußischen Staatsbahnen waren sich um die Jahrhundertwende feindlich gesinnt, man sprach bis 1902 sogar vom "Eisenbahnkrieg". Die den Bahnhof Plagwitz durchfahrende Strecke war preußisch, der Bahnhof Connewitz sächsisch und die Güter zwischen beiden Bahnhöfen mussten ohne die Verbindungsbahn einen längeren Weg auf preußischen Gleisen zurücklegen. Das und der frühe Stilllegungstermin lässt vermuten, dass diese Feindlichkeiten einer der Existenzgründe dieser Bahnlinie war.

Streckenbeschreibung

Die Strecke verließ nördlich den Bahnhof Plagwitz in einem Bogen Richtung Osten und verlief auf dem bereits früher errichteten Anschlussgleis P VIII. Zusammen mit einem umfangreichen Gleissystem erschloss sie das Industriegebiet Plagwitz und überquerte dabei die Gießerstraße. Die Zschochersche Straße wurde gemeinsam mit dem Karl-Heine-Kanal unter der König-Johann-Brücke unterquert.

An der Kreuzung der heutigen Erich-Zeigner-Allee mit der Industriestraße sieht man es den Gebäuden noch an, dass der jetzt als Kreisverkehr angenehm gestaltete Platz früher von zahlreichen Gleisen überquert wurde. Die Häuser sind merkwürdig spitz, und passten sich sowohl den Gleisverläufen als auch den Straßenfluchten an. Zwei der querenden Gleise führten hinter die südlichen Häuser der Industriestraße. Das linke davon gehörte zur Verbindungsbahn, die hier aus dem Plagwitzer Anschlussgleissystem abzweigte.

Die Strecke verlief weiter parallel zur Industriestraße, kreuzte die heutige Nonnenstraße, überspann die Weiße Elster auf einer eigenen Brücke neben der Karlsbrücke, überquerte die heutige Holbeinstraße, die Brockhausstraße und die Könneritzstraße in Schleußig. Auf der Könneritzstraße wurde dabei die Straßenbahn ebenerdig gekreuzt um im Anschluss auf Dämmen durch die Auenwaldlandschaft zum Bahnhof Connewitz der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn zu führen.

Im Auenwald wurden zahlreiche Gewässer überquert, so zuerst die ab 1926[1] verfüllte Rödel, der dann parallel gefolgt wurde. Dann die Paußnitz, die Pleiße, das Abfallwasser und die Mühlpleiße.

Spurensuche

In Plagwitz gab es die Verbindungsbahn noch bis nach 1990 als Anschlussgleis. Im Zuge der Sanierung des ehemaligen Industrieviertels sind nahe dem Karl-Heine-Kanal Parkanlagen entstanden, deren Wegeführung an die ehemaligen Gleisanlagen erinnern soll. So ist auch die Verbindungsbahn in diesem Bereich als Geh- und Radweg vorhanden, in denen die Schienen als Wegbegrenzung erhalten blieben.

In Schleußig ist die Trasse nur noch aus der Luft zu erahnen. An der Nonnenstraße und Könneritzstraße sind nach 1990 neue Häuser entstanden, die die Trasse überbaut haben. Zudem gibt es einige ältere Nebengebäude in den Höfen, die den Trassenverlauf verwischen. Die Könneritzstraße erhöht sich immer noch im ansonsten flachen Gebiet auf das Niveau der ehemaligen Eisenbahngleise. Ab der Könneritzstraße ist der Bahndamm erhalten und in die Gestaltung der begrünten Innenhöfe aufgegangen.

Auch im Auwald sind Dämme noch vorhanden und dienen als Wander- oder Radwege. Von den Brücken ist noch ein Widerlager der Brücke über die Rödel sowie die Widerlager an der Pleiße zu erkennen. Kurz vor Connewitz geht die Trasse in den Damm der stadtautobahnähnlichen Schnellstraße B2 über.

Die Einfahrtskurve in den Bahnhof Connewitz ist wieder gut auszumachen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kurzbeschreibung der RödelAuf: leipzig-lexikon.de

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