Bahnstrecke Lüneburg–Bleckede
Lüneburg–Bleckede
Kursbuchstrecke (DB): ex 109d
Streckennummer (DB): 9110
Streckenlänge: 23,78 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Legende
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von Lüneburg Ostseite
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0,0 Lüneburg-Nord (Bleckeder Bahnhof)
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nach Lübeck
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0,9 Meisterweg
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1,0 Bahnübergang Meisterweg
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1,2 zum Hafen Lüneburg
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3,4 Erbstorf Ziegelei
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4,7 Erbstorf ehem. Bahnhof
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Elbe-Seitenkanal (seit 1975)
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7,3 Scharnebeck
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8,9 Rullstorf
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11,7 Boltersen
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16,0 Neetze
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nach Garze
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19,2 Neu Neetze
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von Garze
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23,0
0,0
Bleckede
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vom Hafen Bleckede
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1,3
(0,0)
Bleckede Süd/Vorbahnhof von Wendewisch
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Anschluss Ölhof
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zum Ölhof
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(1,3) Bleckede Waldfrieden
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Grenze OHE/HEW-Anschluss
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Hp Waldfrieden
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6,1 Alt Garge heute Draisinenbahnhof
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vom und zum Hafen
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7,8 Kraftwerk Ost-Hannover

Draisinenbetrieb

Die Bahnstrecke Lüneburg–Bleckede ist eine normalspurige, 24 Kilometer lange Eisenbahnstrecke der Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 1. September 1904 eröffnete die Bleckeder Kreisbahn eine Zweigstrecke von Karze an der bereits bestehenden Strecke BleckedeEchem nach Lüneburg. Die Spurweite betrug 750 Millimeter. Der Verkehr entwickelte sich zufriedenstellend, 1912 wurde der Verkehr mit Rollböcken aufgenommen. Aufgrund der Anlage größerer Tankanlagen der Marine bei Bleckede, wurde die Umspurung der Strecke Lüneburg–Bleckede beschlossen. Um das nötige Kapital zu beschaffen, wurde die Bleckeder Kleinbahn GmbH gegründet, an der neben dem Kreis Bleckede auch die Provinz Hannover und der Staat Preußen Anteile übernahmen. Zwischen Neetze und Bleckede wurde die Strecke neu trassiert, um den Umweg über Karze zu vermeiden. Am 1. März 1919 wurde die umgespurte Strecke eröffnet.

Die Betriebsführung hatte ab 1. Dezember 1921 das Niedersächsische Landeskleinbahnamt inne. 1931 wurde der Landkreis Bleckede aufgelöst und dem Landkreis Lüneburg zugeschlagen, der damit auch Gesellschafter der Kleinbahn wurde. Das drückte sich in einer Umfirmierung aus, die Gesellschaft hieß nun Kleinbahn Lüneburg–Bleckede. Ab 10. September 1943 hieß die Bahn Lüneburg–Bleckeder Eisenbahn, am 10. Juli 1944 erfolgte die Fusion zu den Osthannoverschen Eisenbahnen.

In Bleckede schloss sich seit 1943 eine sechs Kilometer lange Bahn der Hamburger Elektrizitätswerke zum Kraftwerk Ost-Hannover in Alt Garge an, die von der Bleckeder Kleinbahn und später ihrer Nachfolgerin, den OHE, betrieben wurde. Der öffentliche Personenverkehr wurde auf diesem Abschnitt 1954 aufgenommen.

1976 wurde, durch den Neubau des Elbe-Seitenkanals bedingt, die Streckenführung zwischen Erbstorf und Scharnebeck verändert. Die Strecke unterquert nun gemeinsam mit der Kreisstraße K33 den Elbe-Seitenkanal in einem tunnelartigen Bauwerk.

Betrieb

Personenverkehr

Der Endbahnhof Lüneburg Nord lag einige hundert Meter von den Staatsbahnhöfen entfernt, was für Übergangsreisende beschwerlich war. Nach der Umspurung verkehrten drei Zugpaare täglich, sie brauchten mit einer Stunde Fahrzeit fast genauso lange wie die Schmalspurzüge. Ab 1933 wurden Triebwagen eingesetzt, die eine leichte Verkürzung der Fahrtzeit ermöglichten. Ab 1951 fuhren dann auch Eilzüge, die die Strecke in 35 Minuten zurücklegten. 1954 verkehrten erstmals Personenzüge bis Alt Garge. 1960 wurden die Personenzüge in den Bahnhof Lüneburg Ost eingeführt, was für Umsteigende eine erheblich Verbesserung war. In der Zeit von 1950 (fünf Zugpaare) bis 1970 (neun Zugpaare) wurde der Verkehr verdichtet.

Am 2. Juni 1973 wurde der Personenverkehr Bleckede–Alt Garge eingestellt, am 21. Mai 1977 auch der Verkehr Lüneburg–Bleckede.

Seit 2010 findet auf der Strecke zwischen Lüneburg und Bleckede an einigen Wochenenden im Jahr wieder Personenverkehr statt, der von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg betrieben wird. Am 24. November 2010 übernahm jene Organisation den Pachtvertrag der Strecke von der OHE.

Im Bahnhof Erbstorf Ziegelei wurde 2011 das zweite Bahnhofsgleis wieder in Betrieb genommen, die Station hat somit wieder Bahnhofsstatus. Im Haltepunkt Erbstorf hingegen wurden die Weichen des Ausweichgleises entfernt.

Güterverkehr

Der Güterverkehr diente überwiegend dem Landhandel, an mehreren Bahnhöfen gab es große Lagerhäuser. Der Ölverkehr, Anlass für die Umspurung, kam nicht in Gang; Erst während des zweiten Weltkrieges erfolgten nennenswerte Öltransporte. Das Kraftwerk Alt Garge erhielt die benötigte Kohle auf dem Wasserweg. Auch der Hafen Bleckede erbrachte nur geringe Umsätze.

Wie auch auf vielen anderen OHE-Strecken war das Militär mit der Tankanlage in Bleckede dennoch einer der größten Kunden. Nach der Verlagerung des Verkehrs für den Landhandel auf die Straße und der Aufgabe der Rübenverladung verkehrten nur noch bedarfsweise Güterzüge, vor allem im Holzverkehr. Dafür wurde auch der schon ab dem 31. Dezember 1994 nicht mehr bediente Streckenast nach Waldfrieden wieder benutzt. Als Transportfahrzeug wurde dabei ein Zweiwegefahrzeug eingesetzt. Lediglich das Industriegebiet nördlich von Lüneburg wurde häufiger bedient. Am 31. Dezember 2007 wurde der Güterverkehr nach Bleckede eingestellt.

Touristischer Verkehr

Der Streckenabschnitt zwischen dem Haltepunkt Waldfrieden und Alt-Garge kann seit 2005 mit Draisinen befahren werden.

AW Bleckede

In Bleckede befindet sich eines der beiden Ausbesserungswerke der OHE (neben Celle). Neben den eigenen Lokomotiven werden hier auch Fahrzeuge von Fremdfirmen instandgesetzt, die über die Strecke von/nach Lüneburg überführt werden.

Literatur

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 10: Niedersachsen 2. Zwischen Weser und Elbe. EK-Verlag, Freiburg 2007, S. 361–378, ISBN 978-3-88255-669-8

Weblinks


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