Beachhandball
Spielbeginn durch den Schiedsrichterwurf
Torwurf beim Beachhandball


Die Sportart Beachhandball leitet sich vom Hallenhandball ab.

Wie auch bei Beachvolleyball, Beachsoccer oder Beachminton wird dieses Spiel barfuß auf einer Sandfläche oder am Strand gespielt. Zwei Mannschaften mit jeweils vier Spielern (inkl. Torhüter) bestreiten ein Spiel, das über zwei zehnminütige Halbzeiten – die unabhängig voneinander gewertet werden – geht.

Inhaltsverzeichnis

Regeln

Beachhandball wird auf einem Sandspielfeld von der Größe 27 × 12 Meter gespielt. Der Torraum ist im Unterschied zum Hallenhandball-Halbkreis rechteckig. Im Gegensatz zum Hallenhandball gibt es je nach Art des Torwurfs unterschiedlich viele Punkte. Für ein einfaches Tor erhält das Team einen Punkt. Der Torhüter darf ins Angriffsspiel miteinbezogen werden bzw. durch einen speziell gekennzeichneten Schlüsselspieler ersetzt werden. Torwürfe durch diesen Schlüsselspieler (Torhüter oder für diesen eingewechselter 4. Feldspieler) zählen zwei Punkte. Ebenfalls gibt es für einen Spin-Shoot (Sprungwurf mit Drehung um die eigene Achse)[1] oder für den „Kempa-Trick“ (im Flug gefangen und geworfener Treffer) nach IHF- und EHF-Regelwerk zwei Punkte, teilweise nach Regeln des jeweiligen Verbandes (Frankreich, Schweiz) sogar drei Zähler.

Das Prellen des Balles ist – bedingt durch die Sandspielfläche – so gut wie unmöglich. Statt dem Prellen kann der Ballbesitzer den Ball aber am Boden rollen. Der ballführende Spieler darf drei Schritte mit dem Ball gehen oder laufen, bevor er ihn abspielt oder auf das Tor wirft. Gespielt wird mit Bällen, die von normalen Hallenhandbällen kaum zu unterscheiden sind, jedoch eine etwas andere Beschichtung haben, um auf der staubigen Spielfläche dennoch griffig zu sein. Das „Harzen“ des Balles – wie es in den Handball-Bundesligen üblich ist – um eine bessere Griffigkeit zu erhalten, ist bedingt durch die Sandspielfläche nicht möglich.

Gewinnt ein Team beide Halbzeiten, so erhält es 2:0 Sätze in der Tabelle. Gewinnt jedes Team eine Halbzeit, geht es direkt ins Shoot-out (Penaltywerfen): Der Spieler startet vom eigenen Torraum aus, spielt den Ball zum eigenen Torhüter, erhält auf dem Weg zum gegnerischen Tor den Ball vom eigenen Torhüter und wirft dann auf das gegnerische Tor. Wenn der Ball den Boden berührt oder der Spieler nach Fangen des Balls mehr als drei Schritte geht ist der Versuch ungültig. Es werfen immer fünf Spieler abwechselnd auf das Tor. Steht es am Ende des Penaltyschießens unentschieden, werfen die Spieler abwechselnd weiter, bis ein Team uneinholbar in Führung geht. Der Gewinner der Shootout-Runde erhält 2:1 Sätze in der Tabelle. Im Shootout gibt es für den Kempa-Trickwurf zwei und für übliche Torwürfe einen Punkt.

Endet eine Halbzeit unentschieden, so wird diese per Golden Goal entschieden. Dazu erfolgt, wie beim Beginn einer jeden Halbzeit, der Anwurf per Schiedsrichterwurf.

Veranstaltungen

Alle zwei Jahre fand bis dato eine Europameisterschaft im Beachhandball statt: 2000 in Gaeta/Italien, 2002 in Cadiz/Spanien, 2004 in Alanya/Türkei und 2006 in Cuxhaven/Deutschland. Künftig werden die kontinentalen Wettkämpfe in den ungeraden und die Weltmeisterschaften in den geraden Jahren abgehalten. Die EM 2007 fand in Misano Adriatico (in der Nähe von Rimini, Italien) statt. Die EM 2009 endete am 28. Juni in Larvik (Norwegen). Bei den Männern wurde Kroatien Europameister und bei den Frauen Italien.[2]

Seit 2004 werden offizielle Weltmeisterschaften im Beachhandball durchgeführt: 2004 in El Gouna/Ägypten und 2006 in Rio de Janeiro/Brasilien. Seit 2001 ist Beachhandball Einladungssportart bei den World Games: 2001 in Akita/Japan, 2005 in Duisburg/Deutschland und 2009 in KaoHsiung/Taiwan.

National werden in den meisten Ländern Beach-Masters durchgeführt. Die German-Masters-Serie fand erstmals 1995 statt. Seit 1999 wird ein offizieller Deutscher Meister im Beachhandball ausgespielt. Aktueller deutscher Meister (2010) sind das Team Stranddeko Minden (Damen) und die Sand Devils Minden (Herren).[3]

Die European Beach Tour gehört ebenfalls zum jährlichen Veranstaltungskalender.

Literatur

  • Alex Gehrer (Beachhandball-Nationaltrainer Deutschland): Beach-Handball - der neue Sommersport.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. DHB Beachhandball Saison 2008 – Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft, abgerufen am 22. Mai 2008
  2. Webseite der EM 2009
  3. Beachhandball: Sand Devils und Stranddeko aus Minden Deutsche Meister. In: Mindener Tageblatt, 1. August 2010. Abgerufen am 24. Juli 2011. 

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