Beatrice di Tenda

Die Oper Beatrice di Tenda ist eine lyrische Tragödie von Vincenzo Bellini in 2 Akten nach einem Libretto von Felice Romani.

Beatrice di Tenda ist die letzte Belcanto-Oper des romantischen Komponisten Vincenzo Bellini und des Librettisten Felice Romani.

Inhaltsverzeichnis

Dramatis personae

Rolle Stimmlage Besetzung Uraufführung, 16. März, 1833
Beatrice di Tenda Sopran Giuditta Pasta
Filippo Maria Visconti Bariton Orazio Cartegenova
Agnese del Maino Mezzosopran Anna del Serre
Orombello Tenor Alberico Curioni
Anichino Tenor Alessandro Giacchini
Rizzardo del Maino Tenor


Hauptdarsteller

Beatrice di Tenda (Sopran) Witwe von Facino Cane de Casale, verheiratet mit Herzog Filippo Maria Visconti. Hatte nach dem Tod ihres ersten Ehemanns Oberbefehl über das Heer des Herzogtums. Wird als stolz, demütig und volksnah beschrieben.

Filippo Maria Visconti (Bariton) Seit dem Tod seines Bruders Giovanni Maria Visconti Herzog von Mailand. Heiratete Beatrice di Tenda, nachdem diese als Heersführerin eine Verschwörung gegen ihn abwenden konnte. Verliebt in Agnese de Maino. Will deshalb seine Ehefrau loswerden.

Agnese de Maino (Mezzosopran) Unglücklich verliebt in Orombello. Zettelt aus Eifersucht eine Intrige gegen Beatrice an. Bereut schließlich ihre Tat gegenüber der verurteilten Beatrice.

Michele Orombello (Tenor) Höfling. Verliebt in Beatrice. Will ihr bei der Flucht vor Visconti helfen, zettelt einen Volksaufstand an, verrät Beatrice dann aber unter Folter. Wird zum Tode verurteilt.


Nebendarsteller

Anichino (Tenor) Höfling. Versucht Visconti von seinem Vorhaben, Beatrice und Orombello zum Tode zu verurteilen, abzubringen.

Rizardo di Maino (Tenor) Bruder von Agnese, Sprecher des Tribunals.

Chöre Gefolgschaft Filippos, Hofdamen, Soldaten, Friedensrichter / Tribunal.

Handlung

Handlungsabriss

1. Akt: In der Banketthalle des Schlosses Binasco treffen die Höflinge auf Filippo Maria Visconti, Herzog von Mailand. Visconti gesteht, dass er in Agnese del Maino verliebt und deshalb seiner Frau Beatrice überdrüssig sei. Die Höflinge bestärken Visconti. Agnese singt von ihrer Liebe zu Orombello, dieser kommt in ihre Gemächer. Agnese muss aber erfahren, dass Orombello nicht sie, sondern Beatrice liebt. Sie schwört Rache. Beatrice klagt im Schlossgarten das Verhalten ihres Mannes an. Visconti kommt in den Garten und bezichtigt sie der Untreue und des Versuchs der Rebellion. Als Beweis führt er aus Beatrices Zimmer entwendete Briefe Orombellos und Unterlagen über aufständische Untertanen an. Neben einer Statue ihres ersten Mannes, Facino Cane de Casale, beschwört Beatrice dessen Geist. Orombello tritt auf und bittet Beatrice, mit ihm vor Visconti zu fliehen. Er gesteht ihr seine Liebe, Beatrice weist ihn jedoch zurück. Visconti, Agnese und die Höflinge überraschen Orombello, wei er zu Beatrices Füssen kniet und Visconti glaubt nun, den endgültigen Beweis für Beatrices Untreue gefunden zu haben. Er lässt Beatrice und Orombello in den Kerker werfen.

2. Akt: Unter der Folter hat Orombello gestanden, ein Verhältnis mit Beatrice zu haben. Im Innenhof des Schlosses wird eine Gerichtsverhandlung vorbereitet, Beatrice tritt auf. Orombello wird vor das Tribunal gebracht. Vor Beatrice widerruft er sein Geständnis, dennoch beschließt das Tribunal, die beiden zurück in den Kerker zu bringen. Visconti gesteht seine Liebe zu Agnese und seine Zweifel, das Todesurteil zu unterzeichnen. Da wird ihm jedoch die Nachricht überbracht, dass das Schloss kurz vor der Belagerung durch die früheren Truppen Facino Canes steht und er unterschreibt das Todesurteil. Beatrice verlässt das Gefängnis und sagt stolz, dass sie der Folter widerstehen konnte. Agnese tritt ein und gesteht Beatrice, dass sie die Intrige aus Eifersucht eingefädelt habe. Beatrice vergibt der ganzen Versammlung und bittet, nicht für sich, sondern für diejenigen, die sie zurücklässt, zu beten.

Erzählstruktur

Die Oper folgt einer linearen, chronologischen Erzählstruktur, es gibt keine Vor- oder Rückblenden. Die zwei Akte folgen in sich einer realen Zeit, während zwischen den Akten ein Zeitsprung von ca. einem Tag erfolgt. Dadurch wird die Darstellung der Folterszene ausgelassen.

Handlungselemente

Elementar ist in der Oper der Konflikt zwischen Beatrice und Visconti, die Frage nach dem Machtanspruch steht im Zentrum. Viscontis Willkür und Beatrices Machtlosigkeit gegenüber ihrem Ehemann werden ebenfalls thematisiert. Die gesamte Oper ist um den Konflikt um den Machtanspruch aufgebaut. Ein weiteres wichtiges Motiv ist die unglückliche Liebe.

Ort und Zeit

Die Oper spielt zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf der real existierenden Burg Binasco im Umland von Mailand. Andere Herrschaftsgebiete der Viscontis kommen nicht vor, die Handlung findet nur auf der Burg statt. Dabei ändert der Schauplatz innerhalb der Burg von der Wohnung Agneses (1.Akt, 2. Szene), in den Garten (1. Akt, 3. Szene) und in den Keller der Burg / ins Vestibül vor den Gefängnissen (2. Akt, 2. Szene). Auch die Gerichtsverhandlung mit dem Auftritt des Chors als Versammlung des Tribunals findet in der Burg statt. Der Ort wird zwar im Libretto erwähnt, dem Zuschauer aber nicht mitgeteilt.

Der Handlungsraum der Oper bleibt an die Burg gebunden. Auch die Szenen außerhalb des effektiven Gebäudes spielen in der unmittelbaren Umgebung der Burg. Verhältnismäßig kommen mehr Szenen vor, die in abgeschlossenen Räumen spielen. Szenen an offenen Plätzen wie zum Beispiel weite Felder oder Wälder, kommen nicht vor. Die Räume sind sowohl öffentlich als auch privat. Alle Chorszenen spielen in einem öffentlichen Raum, was für die Handlung ja auch zwingend notwendig ist. Die Duette werden meist in privaten, geschlossenen Räumen gesungen, so zum Beispiel die Szene zwischen Agnese und Orombello in Agneses Gemächern. Die Arien spielen allerdings meist in öffentlichen Räumen, zum Beispiel im Garten. Wenn die Räume auch öffentlich zugänglich sind, halten sich die Protagonisten doch alleine in ihnen auf.

Die Handlung der Oper erstreckt sich nur ungefähr zwei bis drei Tage, von der Bekanntmachung Viscontis, dass er nicht mehr mit Beatrice verheiratet sein möchte, bis zu Beatrices Hinrichtung. Allerdings lässt sich eine genaue zeitliche Einordnung durch das Libretto nicht vornehmen.

Historischer Hintergrund

Historische Figuren

Nur die beiden Hauptcharaktere der Oper sind historisch belegt. Der Name Agnese de Maino kommt in den Quellen vor, jedoch nur im Zusammenhang mit einer Mätresse Viscontis, näheres ist nicht bekannt.


Beatrice di Tenda, Herzogin von Mailand (1372–1418)

Heiratete zwischen 1395 und 1398 den Condottiere Facino Cane de Casale, der sie an seinen politischen Entscheidungen beteiligen ließ. Nach seinem Tod 1412 ehelichte sie als Vierzigjährige den damals zwanzigjährigen Herzog Filippo Maria Visconti. Durch diese Heirat konnte Beatrice die Gebiete ihres verstorbenen Gatten behalten, Visconti seinerseits konnte über Canes Truppen verfügen, um seine Herrschaft zurückzugewinnen. Zu Beginn der Ehe übte Beatrice einen gewissen Einfluss auf Visconti auf, der ihr zahlreiche Städte, Besitzungen und Burgen unterstellte. Die Beziehung verschlechterte sich allerdings 1418, auf dem Höhepunkt der Krise wurde Beatrice unter dem Vorwurf des Ehebruchs mit Michele Orombelli verhaftet und auf der Burg Binasco enthauptet.


Filippo Maria Visconti, dritter Herzog von Mailand (1392–1447)

Nach dem Tod des Vaters 1402 erbte er den Titel und Ländereien. Heftige Fraktionskämpfe schwächten seine Herrschaft und beschleunigten die Aufsplitterung seines Herrschaftsgebietes. Nach der Ermordung seines Bruders Giovanni Maria Visconti heiratete er auf Vorschlag seiner Ratgeber Beatrice di Tenda. Durch die Verbindung erlangte er zusätzliche Ländereien, Reichtum, aber vor allem ein starkes Söldnerheer. Nach der Enthauptung von Beatrice konnte Visconti die Verbindung zum Herzog von Savoyen durch eine wohl nie vollzogene Ehe mit dessen Tochter Maria stärken und somit die Folgen seiner schweren Niederlage bei Maclodio mildern (11. Oktober 1427). In den letzten Regierungsjahren trieb Viscontis unbesonnenes Vorgehen ihn in die politische Isolation, so dass Venedig die Gebiete der Viscontis systematisch erobern konnte. Visconti vererbte das Herzogtum 1446 an seinen Schwiegersohn, der mit seiner legitimierten natürlichen Tochter Bianca Maria (von seiner Geliebten Agnese de Maino) verheiratet war.


Rückbindung an den zeitgenössischen Befund

Die meisten Protagonisten der Oper sind historisch belegte Figuren. Das Libretto von Felice Romani orientiert sich aber kaum an einer historischen Quelle. Es entstand nämlich auf Anregung Bellinis, welcher 1832 in Mailand ein gleichnamiges Ballett gesehen hatte. Dazu kommt, dass sich das Libretto auch an weitere zeitgenössische Opern oder Theater anlehnt. Das Libretto lässt sich also als Adaption eines schon viel rezipierten und inszenierten Stoffes lesen. Verschiedene Motive, die in der Oper auftauchen, sind denn auch in anderen zeitgenössischen Opern zu finden. Man kann daher annehmen, dass weniger die historischen Figuren, als vielmehr diese, in der Opernwelt aktuellen Motive (wie z. B. die Konstellation „engelhafte Frau“ gegen „machtgierigen Mann“), Ausgangspunkt und Motivation für den Librettisten waren.


Zeitgenössische Rezeption: Auftragssituation und Uraufführung

Bellini wünschte sich ein Libretto nach einem Ballett von Antonio Monticini (Beatrice di Tenda), das er 1832 in Mailand gesehen hatte. Felice Romani verfasste das Libretto innerhalb eines Monats, da er sehr unter Zeitdruck war. Zwei Monate vor der geplanten Premiere hatte Romani erst das Duett von Agnese und Orombello und die Cavatina von Beatrice fertig gestellt. Bellini fürchtete nach seinen großen Erfolgen mit Norma und La sonnambula (beides 1831) ein Fiasko wie mit Zaira, die ebenfalls in großer Eile geschrieben wurde. Die Premiere musste kurzfristig zehn Tage nach hinten verschoben werden. Wie befürchtet kam die Oper beim Publikum, welches große Erwartungen hegte, nicht gut an. Sowohl vor als auch nach der ersten Inszenierung wurde die Oper in den Zeitungen negativ thematisiert. Obwohl die Uraufführung von 1833 kein Erfolg war, wurde sie in den Jahren darauf auf verschiedenen Bühnen in Italien, später auch in anderen Teilen Europas und in den USA aufgeführt, bevor sie in Vergessenheit geriet. Erst 1959, zum 100. Todestag Bellinis, wurde die Oper wieder inszeniert und von da an auch wieder häufiger gespielt.

Hierarchie der Figuren

Auffallend ist, dass die hierarchischen Strukturen in 'Beatrice di Tenda' gewissermaßen zweigeteilt sind. Zum einen auf einer realpolitischen, zum anderen auf einer moralischen Ebene. Auf der realpolitischen Ebene beherrscht Filippo Maria Visconti sämtliche anderen Figuren der Oper, er hat die absolute Befehlsgewalt, sowohl über seine Gefolgschaft, als auch über seine Frau. Die restlichen Hauptdarsteller, Beatrice, Orombello und Agnese, scheinen sich etwa auf derselben Hierarchiestufe zu befinden. Auf der moralischen Ebene ist jedoch Beatrice di Tenda um einiges höher gestellt als ihr Ehemann. Ihre moralische Überlegenheit wird stets betont und führt zu einer Verschiebung der Hierarchie.


Grundkonflikte

Beatrice di Tenda vs. Filippo Maria Visconti

Die Abhängigkeit Viscontis gegenüber seiner zwanzig Jahre älteren Ehefrau, welcher er die Wiedererlangung seiner Ländereien, Truppen und somit sein Leben im adligen Stand verdankt, ist einer der Grundkonflikte zwischen den zwei Protagonisten. Visconti verwehrt Beatrice die Dankbarkeit für die Vorteile, welche er aus der Eheschließung zieht. Dazu kommt Viscontis Liebe zu Agnese, von welcher Beatrice aber nichts weiß. Beatrice wird im Konflikt mit ihrem Mann als überlegen, demütig und stolz dargestellt.


Beatrice di Tenda vs. Agnese di Maino

Agnese erfährt in der zweiten Szene des ersten Aktes eine Schmach, als sie die Liebeserklärung Orombellos als an sie gerichtet interpretiert. Tatsächlich liebt Orombello Beatrice. Agnese fädelt darauf eine Intrige gegen Beatrice und Orombello ein und paktiert mit Visconti. In der letzten Szene gesteht Agnese Beatrice ihr Vergehen und bittet sie um Verzeihung. Die edle Beatrice gewährt ihr die Verzeihung.


Filippo Maria Visconti vs. Orombello

Nachdem Visconti erfährt, dass Orombello einen politischen Aufstand gegen Visconti angezettelt hat, um mit Beatrice fliehen zu können, steckt er ihn ins Gefängnis und lässt ihn foltern bis er gesteht mit Beatrice eine Affäre gehabt zu haben.


Gesellschaftsordnung

Die Protagonisten der Oper können grob in drei Kategorien eingeteilt werden.

Einerseits das 'Volk', das nicht genauer benannt wird und deren Part als Hofdamen, Soldaten, Tribunal und der Gefolgschaft Filippos vom Chor gesungen wird. Die verschiedenen Personen dieser Kategorie werden, bis auf Rizardo di Maino als Sprecher des Tribunals und Anichino, nicht namentlich genannt. Sie haben auch keine Entscheidungsfunktion, sondern bekräftigen nur die Aussagen, die von den 'Hauptpersonen' bereits genannt wurden. So unterstützt im ersten Akt zum Beispiel die Gefolgschaft Filippos ihren Herzog bei seinem Wunsch, sich von Beatrice zu trennen und die Hofdamen Beatrices wiederum unterstützen die Herzogin bei deren Klagen über ihren lieblosen Ehemann.

Zwischen dem unbenannten „Volk“ und den Adligen (Filippo und Beatrice) gibt es eine Reihe von „Zwischenfiguren“, welche nicht der adligen Schicht zugeordnet werden können, trotzdem aber wichtige Entscheidungen mitbestimmen können. Agnese di Maino und Michele Orombello sind wahrscheinlich nicht adlig (im Libretto wird der Stand nicht erwähnt, eine adlige Familie der Mainos und Orombellos lässt sich in den Quellen des 15. Jahrhunderts nicht finden), haben aber einen großen Einfluss auf Beatrice und Filippo und somit auf den Handlungsverlauf.

Beatrice di Tenda und Filippo Maria Visconti stehen aufgrund ihrer adligen Herkunft eindeutig über Agnese di Maino und Orombello und im obersten Rang der Gesellschaftsordnung. Auch wenn beide, Beatrice und Filippo, eigentlich in dieselbe Kategorie eingeteilt werden könnten, ist es dennoch Filippo, bei dem die endgültige Entscheidungsgewalt liegt. Beatrice erbte zwar von ihrem verstorbenen Ehemann die Herrschaft, wodurch sie vor der Heirat mit Filippo diesem quasi überlegen war. Durch die Heirat wird sie Filippo aber wieder untergeordnet. Auch wenn die Ehepartner gegenseitig voneinander äbhängig sind, ist das Machtverhältnis dennoch nicht ausgeglichen. Filippo kann seine Ehefrau verhaften und köpfen lassen.

Auch wenn die Konflikte relativ einfach sind, spiegelt 'Beatrice di Tenda' ein eher differenziertes Mittelalterbild wieder. Machtansprüche werden diskutiert und nicht einfach übernommen.

Zürcher Inszenierung von 2001

Darsteller

Rolle Stimmlage Besetzung Aufführung Zürich, 2001
Beatrice di Tenda Sopran Edita Gruberova
Filippo Maria Visconti Bariton Michael Volle
Agnese del Maino Mezzosopran Stefania Kaluza
Orombello Tenor Raul Hernàndez
Anichino Tenor Miroslav Christoff
Rizzardo del Maino Tenor Boguslaw Bidzinski

Ausstattung

In der Inszenierung des Opernhauses Zürich von 2001 bleibt das Bühnenbild auch immer dasselbe, die Burg ist stets präsent. In der zürcher Inszenierung von 'Beatrice di Tenda' steht die Darstellung des Mittelalters überhaupt nicht im Zentrum. Eine Art „mittelalterliche Stimmung“ kommt nicht auf. Man kann aber auch nicht sagen, dass die Oper bewusst anachronistisch inszeniert wurde. Kostüme und Bühnenbild sind weder absolut mittelalterlich noch absolut neuzeitlich. Auf der Bühne befindet sich während beiden Akten eine Art Gerüst, dass je nach Position im Raum die Burg, den Garten, das Gefängnis oder auch die Räume von Agnese di Maino darstellt. Ein besonderer mittelalterlicher Zeichensatz, wie zum Beispiel das Zeigen einer Burgzinne im Hintergrund, wird nicht benutzt. Einzig eine Laute in Agneses Raum vermittelt einen Hauch von Mittelalter. Die Hinrichtung kann nicht als spezifisch mittelalterlicher Zeichensatz gelesen werden, sie ist viel mehr ein zeitloses Phänomen. Der Akt der Hinrichtung wird im Gegensatz zur Gerichtsverhandlung und Verurteilung nicht gezeigt, weshalb man ihn auch nicht weiter einordnen und charakterisieren kann. Die Kostüme sind in ihrer zeitlichen Einordnung nicht einheitlich. Die Kostüme der Hauptdarsteller scheinen an der Mode des 19. Jahrhundert orientiert zu sein und beziehen sich also weder auf das tatsächliche Ereignis (frühes 15. Jahrhundert), die Zeit der Uraufführung (18. Jahrhundert) oder auf die Neuzeit. Eine besonders mittelalterliche Ausrüstung, wie Schwerter oder Pferde kommen nicht vor. Auch in der musikalischen Umsetzung der Themen gibt es keine als spezifisch mittelalterlich erkennbaren Motive (wie z. B. Fanfaren für den König etc.).

Literatur

  • Joseph A. Boromé: Bellini and ‘Beatrice di Tenda’. In: Music and Letters, Vol. 42, Oxford 1961, S. 319ff.
  • Charles S. Brauner: Textual Problems in Bellini’s Norma and Beatrice di Tenda. In: Journal of the American Musicological Society, 1976.
  • Carl Dahlhaus, Sieghard Döhring (Hrsg.): Bellini – Beatrice di Tenda. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Oper, Operette, Musical, Ballett. Band 1, München / Zürich 1986–1997, S. 254–257.
  • Pier Candido Decembrio: Leben des Filippo Maria Visconti und Taten des Francesco Forza. In: Marie Herzfeld (Hrsg.): Das Zeitalter der Renaissance. Ausgewählte Quellen zur Geschichte der italienischen Kultur, 1. Serie, Band 7, Jena 1913.

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