Bedaius

Bedaius war ein wohl keltischer Gott, der in römischer Zeit in Bedaium (heutiges Seebruck im Chiemgau) verehrt wurde.

Es ist kaum etwas zu dieser Gottheit bekannt. Sie wird nie dargestellt und erscheint nur auf etwa einem Dutzend Weihesteinen, die in Bedaium und der Umgebung aufgestellt wurden. Bedaius wird in diesen Inschriften als der „Erhabene“ (augustus) und „Heilige“ (sanctus) bezeichnet. Er wird zusammen mit Arubianus, der dem Jupiter gleichgestellt wurde, und mit den Alounae (Nymphen oder Muttergottheiten) genannt.

Alle Weihesteine wurden am 15. Mai gestiftet. Dieser Tag war auch dem Jupiter heilig. Da das Heiligtum dieser Gottheit in Bedaium am Chiemsee stand, ist vermutet worden, dass es sich bei Bedaius um eine Personifizierung des Chiemsees handelte. Der Kult des Gottes erlosch wohl schon im Laufe des dritten Jahrhunderts. Der letzte Weihestein datiert in das Jahr 241.

Siehe auch

Inschriften

Literatur

  • Wolfgang Czysz, Erwin Keller: Bedaium, Seebruck zur Römerzeit. Erweiterte Auflage. München 1981.

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