Woiwodschaft


Woiwodschaft
Woiwodschaften in deutscher Übersetzung (Stand 1. Januar 2009)

Eine Woiwodschaft oder Wojewodschaft ist ein polnischer Verwaltungsbezirk als oberste Stufe der territorialen Gliederung (ISO 3166-2-Ebene, siehe ISO 3166-2:PL) und liegt in der Statistikebene NUTS-2. Nächstkleinere Selbstverwaltungseinheit ist der Powiat (Landkreis).

Der Name, polnisch województwo, ist abgeleitet von Woiwode (deutsch: Herzog), und Woiwodschaft entspricht historisch einem Herzogtum.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die seit 1975 existierenden 49 Kleinwoiwodschaften (welche die 1945/1950 geschaffenen 17 größeren ersetzten) wurden am 1. Januar 1999 durch die 16 Woiwodschaften ersetzt, die größtenteils historische Gebiete darstellen. Ursprünglich waren 12 Woiwodschaften geplant; allerdings gab es politische Diskussionen, die schließlich zu einer Vergrößerung der Anzahl auf 16 führten. Die zusätzlichen vier waren Heiligkreuz, Oppeln, Lebus und Kujawien-Pommern.[1] Politische Überlegungen führten auch dazu, dass die Woiwodschaft Kujawien-Pommern zwei offizielle Hauptstädte hat, ebenso die Woiwodschaft Lebus.

Organe

Da Polen ein Zentralstaat ist, weisen die Woiwodschaften im Gegensatz zu den deutschen Bundesländern keine Staatsqualität auf. Die Woiwodschaften Polens sind eher mit den Regierungsbezirken in Deutschland in ihrer Eigenschaft als höhere Kommunalverbände vergleichbar.

Jede Woiwodschaft besitzt als Selbstverwaltungsorgane eine Volksvertretung (sejmik województwa, Woiwodschaftsversammlung, Regionalversammlung) und einen von ihnen gewählter Vorstand (zarząd województwa, Woiwodschaftsvorstand, Regionalausschuss) unter einem Vorsitzenden (marszałek województwa, Woiwodschaftsmarschall, Vorsitzender des Woiwodschaftsvorstandes).

Der Woiwode (Gouverneur) ist hingegen der Vertreter der (Warschauer) Zentralregierung, zuständig für Kontrolle der Selbstverwaltung der Woiwodschaften, Landkreise (Powiat) und Gemeinden (Gmina).

Liste der Woiwodschaften

Heutige Woiwodschaften

Woiwodschaft Deutscher Name Einwohner Fläche in km² Bevölkerungsdichte in Ew./km² Hauptstadt Kfz-Kennzeichen
(1. Buchstabe)
Flagge
Dolnośląskie Niederschlesien 2.876.832 19.947 144 Wrocław (Breslau) D POL województwo dolnośląskie flag.svg[2]
Kujawsko-Pomorskie Kujawien-Pommern 2.066.418 17.972 115 Bydgoszcz (Bromberg) & Toruń (Thorn) C POL województwo kujawsko-pomorskie flag.svg
Lubelskie Lublin 2.163.437 25.122 86 Lublin L POL województwo lubelskie flag.svg
Lubuskie Lebus 1.008.656 13.988 72 Gorzów Wielkopolski (Landsberg a.d. Warthe) & Zielona Góra (Grünberg) F POL województwo lubuskie flag.svg
Łódzkie Lodsch 2.551.633 18.219 140 Łódź (Lodsch) E POL województwo łódzkie 1 flag.svg
Małopolskie Kleinpolen 3.282.378 15.183 216 Kraków (Krakau) K POL województwo małopolskie flag.svg
Mazowieckie Masowien 5.195.000 35.558 146 Warszawa (Warschau) W POL województwo mazowieckie flag.svg
Opolskie Oppeln 1.034.656 9.412 110 Opole (Oppeln) O POL województwo opolskie flag.svg
Podkarpackie Karpatenvorland 2.097.276 17.845 118 Rzeszów R POL województwo podkarpackie flag.svg
Podlaskie Podlachien 1.191.925 20.187 59 Białystok B POL województwo podlaskie flag.svg
Pomorskie Pommern 2.215.100 18.310 121 Gdańsk (Danzig) G POL województwo pomorskie flag.svg
Śląskie Schlesien 4.648.961 12.334 377 Katowice (Kattowitz) S POL województwo śląskie flag.svg
Świętokrzyskie Heiligkreuz 1.273.625 11.710 109 Kielce T POL wojewodztwo świętokrzyskie flag.svg
Warmińsko-Mazurskie Ermland-Masuren 1.426.401 24.173 59 Olsztyn (Allenstein) N POL województwo warmińsko-mazurskie flag.svg
Wielkopolskie Großpolen 3.391.256 29.827 114 Poznań (Posen) P POL województwo wielkopolskie flag.svg
Zachodniopomorskie Westpommern 1.692.355 22.892 74 Szczecin (Stettin) Z POL województwo zachodniopomorskie flag.svg

Alle Angaben von 2008[3]

Ehemalige Woiwodschaften 1975–1998

Ehemalige Woiwodschaften 1945–1975

  • Białystok
  • Bydgoszcz (Bromberg, bis 1950 noch Pomorskie, dann umbenannt nach der Hauptstadt)
  • Gdańsk (Danzig)
  • Katowice (Kattowitz)
  • Kielce
  • Koszalin (Köslin)
  • Kraków (Krakau)
  • Łódź
  • Lublin
  • Olsztyn (Allenstein)
  • Opole (Oppeln)
  • Poznań (Posen)
  • Rzeszów
  • Szczecin (Stettin)
  • Warszawa (Warschau)
  • Wrocław (Breslau)
  • Zielona Góra (Grünberg)

Ehemalige Woiwodschaften 1921–1939

Die Woiwodschaften der 2. Republik

Woiwodschaften in Kongresspolen

Kongresspolen 1831

1816–1837 bestanden auch in Kongresspolen Woiwodschaften, diese wurden danach in Gouvernements umbenannt und mehrfach reorganisiert.

  • Augustów (Hauptstadt Suwałki)
  • Kalisz
  • Krakau (trotz des Namens war Krakau kein Teil der Woiwodschaft sondern bis 1846 eine Freie Stadt; die Hauptstadt war zuerst Miechów, dann Kielce).
  • Lublin
  • Masowien (Hauptstadt Warschau)
  • Płock
  • Podlachien (Hauptstadt Siedlce)
  • Sandomierz (Hauptstadt Radom)

Woiwodschaften im Königreich Polen-Litauen (1569–1795)

siehe: Verwaltungsgliederung der Polnischen Adelsrepublik

Verweise

Siehe auch

Fußnoten

  1. Andrzej Chwalba, Kurze Geschichte der Dritten Republik Polen 1989 bis 2005, Wiesbaden 2010, S. 59
  2. Neue Flagge vom Parlament am 30. Oktober verabschiedet. Es ist eine gelbe Flagge mit dem schwarzen, schlesischen Adler.[1]
  3. http://www.stat.gov.pl/gus/45_908_PLK_HTML.htm

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