Bewegungstrainer
Bewegungstrainer
Bewegungstrainer

Therapeutische Bewegungstrainer werden oft als Ergänzung zur manuellen Therapie in der Rehabilitation und der Arbeit mit Behinderten eingesetzt. Sie sind sowohl für den Gebrauch zu Hause als auch für das Training in Einrichtungen ausgerichtet. Bei den meisten Bewegungstrainern ist ein Motor implementiert. Durch diesen Motor ist nicht nur aktives, sondern auch passives Training möglich.

Inhaltsverzeichnis

Aktives Training

Beim aktiven Training bewegt der Trainierende seine Beine durch die eigene Muskelkraft und tritt gegen einen einstellbaren Motorwiderstand. Während des aktiven Trainings sind bei einigen Bewegungstrainern verschiedene Formen des Biofeedbacks möglich. Diese Biofeedbacks dienen sowohl der Motivation als auch der Überprüfung der Trainingswerte (z. B. der Symmetrie der Beinbewegung zum Ausgleich von Rechts-Links-Defiziten).

Passives Training

Zum Aufwärmen oder bei fehlender Muskelkraft kann im Passiv-Modus trainiert werden. Dabei bewegt der Motor die Beine des Trainierenden. Bei einer einschießenden Spastik wird der Motor gestoppt und je nach Voreinstellung (Streck- oder Beugespastik) löst die wieder beginnende Bewegung die Spastik. Auch im Passiv-Modus kann der Bewegungstrainer ein Biofeedback anzeigen, das Informationen über den Muskeltonus liefert. Natürlich kann der Trainierende jederzeit vom passiven in aktives Training übergehen. Hierzu sind keine weiteren Voreinstellungen mehr nötig.

Assistives Training

Vor allem für Schlaganfallbetroffene spielt das assistive Training eine große Rolle. Um auch bei einseitigem Treten einen harmonischen Rundlauf zu garantieren, ersetzt der Motor sozusagen die schwache Gliedmaße. Somit wird verhindert, dass der Trainierende sich falsche Bewegungsmuster aneignet.

Unterschiede zu Fahrrad-Ergometern

Bewegungstrainer sind sowohl passiv – mit Motorunterstützung – als auch aktiv – mit eigener Muskelkraft – nutzbar. Somit ist das Training mit einem Bewegungstrainer auch mit geringsten Restmuskelkräften möglich. Mit der entsprechenden Ausstattung des Bewegungstrainers können nicht nur die Beine sondern auch die Arme trainiert werden. Das im Bewegungstrainer integrierte Symmetrietraining ermöglicht dem Trainierenden ein gezieltes Koordinationstraining zum Muskelaufbau und auch zur Vorbeugung und Vermeidung von Schonhaltungen. Im Unterschied zu Fahrrad-Ergometern wird die Bewegung mit einem Bewegungstrainer durch eine elektronische Schwungscheibe unterstützt, die unabhängig vom Grad der Behinderung einen harmonischen Rundlauf garantiert. Der Leistungsbereich des Bewegungstrainers startet bei 0 Watt. Fahrrad-Ergometer starten meist erst bei 20 Watt, was für Menschen mit geringer Muskelkraft bedeutet, dass sie nicht an einem Ergometer trainieren können. Außerdem kann der Trainierende beim Training mit einem Bewegungstrainer auf einem Stuhl oder im Rollstuhl sitzen bleiben.

Einsatz

Bewegungstrainer wurden für neurologische und neuromuskuläre Erkrankungen entwickelt und erprobt und sind von den Kostenträgern anerkannt. Zu diesen Erkrankungen gehören beispielsweise Multiple Sklerose, Schlaganfall, Hemi-, Para- oder Tetraplegie, Morbus Parkinson und Muskelerkrankungen. Mittlerweile werden Bewegungstrainer aber auch bei orthopädischen, rheumatischen oder kardiologischen Patienten eingesetzt.

Bewegungstrainer sind ein von den Krankenkassen anerkanntes Hilfsmittel (Rehabilitation). Die meisten Bewegungstrainer sind im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) gelistet.

Siehe auch

Weblinks


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