Big City Sounds
Big City Sounds
Studioalbum von Art Farmer/Benny Golson Jazztet
Veröffentlichung 2004
Aufnahme 1960
Label Argo, Mocaic Records
Format LP, CD
Genre Jazz
Anzahl der Titel 9
Laufzeit 39:03

Besetzung

Studio Nola Penthouse Studios, New York City
Chronologie
Meet the Jazztet
(1960)
Big City Sounds The Jazztet & John Lewis
(1961)

Big City Sounds ist ein Jazz-Album des Art Farmer/Benny Golson-Jazztet, aufgenommen am 16., 19. und 20. September 1960 und veröffentlicht auf Argo Records. Es war das zweite Album dieser Formation, die - mit zahlreichen Umbesetzungen - noch bis 1962 bestand. Die Aufnahmen erschienen 2004 in der Edition The Complete Argo/Mercury Art Farmer/Benny Golson/Jazztet Sessions bei Mosaic Records.

Inhaltsverzeichnis

Das Art Farmer/Benny Golson Jazztet

Das Art Farmer/Benny Golson Jazztet hatte sein Debüt im November 1959 im New Yorker 1959; im Februar 1959 entstand das erste Album für das kleine Plattenlabel Argo Records, Meet the Jazztet. vor allem mit dem Golson-Titel „Killer Joe“ hatte das Sextett einen Hit-Erfolg. Als dann im September ihr zweites Album für Argo entstand, wurde das Jazztet vom Kritiker-Poll des Magazins Down Beat zur besten Formation in der Kategorie best new small band gewählt. Nach den Aufnahmen für Meet the Jazztet kam es zu den ersten Umbesetzungen; für den Jazztet-Mitbegründer und Namensgeber Curtis Fuller kam Posaunist Tom McIntosh, für Pianist McCoy Tyner kurz Duke Pearson, dann Cedar Walton, für Bassist Addison Farmer der relativ unbekannt gebliebene Tommy Williams und für Lex Humphries der Schlagzeuger Albert „Tootie“ Heath.[1]

Das Album

Benny Golson; 2006

Das Album beginnt mit Golsons Komposition im Medium-Tempo „The Cool One“, die harmonisch sein späteres „Along Came Betty“ (1962) vorwegnimmt und an den Hit-Erfolg von „Killer Joe“ anknüpfen sollte. Seinen „Blues on Down“ hatte Golson bereits auf seinem Album The Modern Touch Ende 1957 mit Kenny Dorham, J. J. Johnson und Max Roach aufgenommen. Walton spielt ein Solo in Blockakkorden, dem die Riffs der Bläser antworten. Randy Westons „Hi-Fly“ war zu dieser Zeit in Versionen der Jazz Messengers und Cannonball Adderley ein populärer Hardbop-Titel. Hier ist es in einer schnell gespielten Interpretation vor allem ein Feature für die Rhythm section Walton/Williams/Heath; insbesondere Williams ist hier mit einem Solo zu hören, das sich zwischen Mingus und Sam Jones bewegt. Der letzte Chorus enthält 16 Takte mit neu geschriebenen Material von Benny Golson. Der StandardMy Funny Valentine“ von (Rodgers/Hart, zu dieser Zeit populär durch die Versionen von Miles Davis und Chet Baker stellt hier Art Farmer in den Vordergrund, der den Titel vorher schon mit Gerry Mulligan für das Album What Is There to Say?aufgenommen hatte; Golson schrieb, um Unterschiede einzubauen eine eigene Einleitung, Bridge und eine neue Coda. Den relativ unbekannten Standard „Wonder Why“ von Sammy Cahn hatte Golson in Dizzy Gillespies Bigband gespielt; Golson setzt in seinem solistischen Spiel Gegenpunkte (Counterparts) zu Farmers Vorstellung des Themas. Golson spielt dann in weicher Klangstimmung sein Solo. Aus der Gillespie-Zeit stammte auch das folgende „Con Alma“, dem sein originaler Latin-Charakter mit einem neuen Arrangement genommen wird; Heath und Williams leiten das Stück ein; Farmer/Golson stellen unisono das Thema vor; Farmer auf der gestopften Trompete. Wie schon auf dem vorigen Album (mit It's All Right With Me) wird wieder die Assoziation zu J. J. Johnson gesucht; dessen Ballade „Lament“ stellt hier Tom McIntosh in den Vordergrund. Mit Golsons schnellen „Bean Bag“ wird Albert Heath herausgestellt. Der letzte Titel des Albums „Five Spot After Dark[2] erinnert an Golsons und Fullers Auftritte in dem legendären Nachtclub; hier beginnt er mit einem Solo des Bassisten, gefolgt von dem unisono vorgetragenen Thema. Farmer treibt mit seinem harmon mute-Spiel das Tempo an, Golson folgt mit seinem Solo und die Leader agieren dann im Wechselspiel.[3]

Die Stücke des Albums

Art Farmer
  • The Art Farmer/Benny Golson Jazztet - Big City Sounds (Argo LP 672)
  1. „The Cool One“ (Golson) 3:02
  2. „Blues on Down“ (Golson) 6:00
  3. „Hi-Fly“ (Randy Weston) 5:50
  4. My Funny Valentine“ (Richard Rodgers/Lorenz Hart) 4:38
  5. „Wonder Why“ (N. Brodzsky - Sammy Cahn) 5:53
  6. „Con Alma“ (Dizzy Gillespie) 4:49
  7. „Lament“ (J. J. Johnson) 3:31
  8. „Bean Bag“ (Golson) 4:52
  9. „Five Spot After Dark“ (Golson) 3:18

Bewertung des Albums

Richard Cook und Brian Morton bewerteten die Aufnahmen zum zweiten Album des Jazztet im Penguin Guide to Jazz als exzellente small group-Session, die auf der gleichen Stufe wie die in der gleichen Ära entstandenen Jazz Messengers-Aufnahmen steht.[4]

Der Musikjournalist Bob Blumenthal zitiert in den liner notes zur Neuausgabe der Jazztet-Sessions den Down Beat-Kritiker Gene Lees, der 1960 in einer Cover Story vom „ausbalancierten Amalgam von formal ausgeschriebenen Strukturen und freiem Spiel - dem lang gesuchten Gral des Jazz“ sprach.[3] Der All Music Guide bewertete das zweite Album des Jazztet lediglich mit drei Sternen.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise/Anmerkungen

  1. Die Formation nahm noch zwei weitere LPs für Argo auf, The Jazztet & John Lewis im Dezember 1960/Januar 1961 (Argo LP 684) und im Mai 1961 das Livealbum At Birdhouse (Argo LP 688); ebenso spielten Farmer sowie Golson drei-Soloalben für Argo ein, The Art Farmer Quartet, Argo LP 678 und Perception, Argo LP 738 sowie Benny Golson: Take a Number from 1 to 10, Argo LP 681).
  2. nicht zu verwechseln mit Golsons Blues After Dark, den dieser bei Gillespie 1957 aufnahm.
  3. a b Blumenthal, liner notes 2004
  4. Cook/Morton beziehen sich in der Ausgabe von 2001 auf die Edition Blues On Down (Chess GRP 18022), welche die Argo-Alben Big City Sounds (1960) und das Live-Album Jazztet at Birdhouse (1961) zusammenfasst. Sie zeichneten dieses Album mit der zweithöchsten Note von dreieinhalb Sternen aus.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Sheep in the Big City — Infobox Television show name = Sheep in the Big City caption = Title card show name 2 = genre = Animated series Comedy Variety creator = Mo Willems writer = director = creative director = developer = presenter = starring = voices = Kevin Seal… …   Wikipedia

  • City of Blinding Lights — Single by U2 …   Wikipedia

  • Big Time (song) — Infobox Single Name = Big Time Artist = Peter Gabriel from Album = So B side = Curtains , Across the River Released = January 1987 Format = 7 , 12 , CD Recorded = 1985 Genre = Pop Rock Length = 4:26 (6:14 Extended version) Label = Geffen Writer …   Wikipedia

  • Sounds of the Season: The Taylor Swift Holiday Collection — Álbum de estudio de Taylor Swift Publicación 14 de octubre, 2007 Género(s) Country pop Duración 19:15 Discográfica …   Wikipedia Español

  • Big Chris Flores — Background information Birth name Chris Trinidad Flores Born August 31, 1970 (1970 08 31) (age 41) Newport Bea …   Wikipedia

  • Big Flame — Жанры инди рок пост панк Годы 1983  1986 Страна …   Википедия

  • Sounds from the Ground — Nick Woolfson and Elliot Jones in 2009. Background information Origin London, United Kingdom …   Wikipedia

  • Big Time Rush (группа) — Big Time Rush …   Википедия

  • Big Ass Truck — was an American rock band incorporating elements of hip hop and funk with a heavy psychedelic influence. This was a full band, with the creative addition of a DJ spinning records. Hailing from Memphis, Tennessee Big Ass Truck originally formed… …   Wikipedia

  • Big Wedge — is an American rock band formed in 1999 by guitarist/songwriter Steve Fleck and drummer/songwriter Kevin Distel. Band has released several well received independent albums, and has cult following in New York City area. The origin of their name is …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”