Bildsamkeit
Johann Friedrich Herbart; Kupferstich von Konrad Geyer (1816–1893)

Als Bildsamkeit bezeichnet man die dem Menschen zugeschriebene Fähigkeit, zu lernen und Bildung zu erwerben.

Begriffsgeschichte

Der Begriff wurde im Deutschen Idealismus sowie bei den klassischen, romantischen und aufklärerischen Dichtern verwendet. Von den Klassikern der Pädagogik wurde der Begriff erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitläufig aufgenommen. In diesem Kontext bezog er sich vornehmlich auf die Möglichkeit, auf Heranwachsende pädagogisch einzuwirken, d.h. sie zu erziehen und zu bilden. Schließlich zeichnete Johann Friedrich Herbart Verantwortung dafür, dass der Terminus Bildsamkeit zum Grundbegriff der Pädagogik ausgerufen wurde. Er beschrieb diesen erstmals in seinen lediglich fragmentarisch erhaltenen Vorlesungen aus dem Jahr 1802. Heute würde man eher von Bildbarkeit sprechen.

Siehe auch: Lernkompetenz

Literatur

Lexikonartikel
  • Dietrich Benner / Friedhelm Brüggen: Bildsamkeit / Bildung, in: Historisches Wörterbuch der Pädagogik, hrsg. von D. Benner / J. Oelkers, Weinheim 2004, S. 174–215
Monografien
  • Kühne, Josef: Der Begriff der Bildsamkeit und die Begründung der Ethik bei Johann Friedrich Herbart, Zürich 1976
  • Anhalt, Elmar: Bildsamkeit und Selbstorganisation, 1999
Aufsätze
  • Anhalt, Elmar: Bildsamkeit. J.F. Herbarts pädagogische Problemstellung aus heutiger Sicht. In: Klattenhoff, K. (Hrsg.): Zum aktuellen Erbe Herbarts. Ein Klassiker der Pädagogik nach der Jahrtausendwende. Oldenburg 2004. S. 99–138
  • Anhalt, Elmar: Der Topos »Bildsamkeit«. In: Dörpinghaus, A./K. Helmer (Hrsg.): Topik und Argumentation. Würzburg 2004. S. 111–132
  • Anhalt, Elmar: Über den Ort der Bildsamkeit und des Bildsamkeitsbegriffs in Johann Friedrich Herbarts pädagogischem Denken. In: Vierteljahrsschrift für Wissenschaftliche Pädagogik 76 (2000) 151–176

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