Biot-Atmung

Als Biot-Atmung (seltener: meningitisches Atmen) wird eine Form der periodischen Atmung bezeichnet, bei der ausreichend kräftige und gleichmäßig tiefe Atemzüge immer wieder durch plötzliche Pausen unterbrochen werden. Diese Atemform weist auf eine schwerwiegende Beeinträchtigung des Atemzentrums hin. Benannt ist diese Atemstörung nach dem französischen Arzt Camille Biot (* 19. Dezember 1850 in Chatenoy-le-Royal; † 1918 in Mâcon).[1]

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Typisch ist die Biot-Atmung bei Verletzungen des Atemzentrums (Bestandteil der Formatio reticularis), bei Steigerungen des Hirndrucks wie intrakraniellen Blutungen und Hirnödem sowie einer Meningoenzephalitis. Ohne Krankheitswert kann sie bei Neugeborenen, vor allem bei Frühgeborenen, auftreten.

Pathophysiologie

Das geschädigte Atemzentrum reagiert nur noch auf einen Sauerstoffmangel im Blut, aber nicht mehr auf eine Erhöhung des Kohlenstoffdioxid-Partialdrucks, also eine Hyperkapnie. Deshalb erfolgt eine normale Atemtätigkeit bei Sauerstoffmangel und deren Aussetzen (Atemstillstand) bei normalem Sauerstoffgehalt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Wijdicks EF: Biot's breathing. In: J. Neurol. Neurosurg. Psychiatr.. 78, Nr. 5, Mai 2007, S. 512–3. doi:10.1136/jnnp.2006.104919. PMID 17435185. Abgerufen am 17. März 2009.

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