Birsel Lemke

Birsel Romey-Lemke (* 4. Juli 1950 in Istanbul) ist eine türkische Politologin und Bürgerrechtlerin.[1]

Von 1975 bis 1985 lebte sie in Deutschland. Von 1987 bis 1990 war sie Mitglied der Grünen in der Türkei, 1990 gründete sie die Bürgerinitiative HAYIR („nein“) gegen Goldminenprojekte an der türkischen Ägäisküste. Unter dem Motto „Oliven sind unser Gold“ protestierte HAYIR gegen die Zerstörung der jahrtausendealten Kulturlandschaft.

Für ihren „lang anhaltenden Kampf zum Schutz ihres Landes vor der Zerstörung durch den Abbau von Gold mit Blausäure-Einsatz“ wurde Birsel Lemke 2000 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet.

Birsel Lemke ist verheiratet mit dem Deutschen Jochen Lemke; die Schauspielerin Ayşe Romey ist ihre Tochter.

Esra-Kontroverse

Die Verbreitung des Schlüsselromans Esra (2003) von Maxim Biller, der biografische Details über Lemke und Romey enthält, wurde gerichtlich untersagt, da Romey ihren Unterlassungsanspruch durchsetzen konnte.[2][3] Am 13. Februar 2008 verurteilte das Landgericht München I den Autor und den Verlag Kiepenheuer & Witsch, bei dem das Buch erschienen war, zur Zahlung von 50.000 Euro Entschädigung an seine frühere Freundin Ayşe Romey.[4] Diese Entscheidung wurde im November 2009 durch den BGH aufgehoben. Demzufolge bleibt das Buch zwar verboten, aber der Autor und der Verlag müssen kein Schmerzensgeld zahlen.[5]

Einzelnachweise

  1. Biografische Angaben im Munzinger-Archiv
  2. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. Juni 2005, Az. VI ZR 122/04
  3. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 13. Juni 2007, Az. 1 BvR 1783/05
  4. LG München I: Schmerzensgeld für «Esra», beck aktuell, 14. Februar 2008
  5. Maxim Biller muss kein Schmerzensgeld zahlen, Spiegel Online, 24. November 2009

Weblinks

  • Biographie, The Right Livelihood Award, 2000 (englisch)

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