AMDP-System

Das AMDP-System ist ein System zur standardisierten Erfassung und Dokumentation eines psychopathologischen Befundes, das international Anwendung findet.

Inhaltsverzeichnis

Die AMDP

Das AMDP-System wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) erarbeitet. Die AMDP wurde 1965 als AMP von schweizer und deutschen Psychiatern gegründet, kurz darauf schloss sich auch eine Gruppe aus Österreich an.

Bis 1989 war die AMDP fast ausschließlich in Verbindung mit dem AMDP-System zu sehen. Um allen an methodischen Fragen der Psychiatrie Interessierten ein Dach zu bieten, wurde schließlich der AMDP e.V. gegründet, in dessen Rahmen die AMDP-Systemgruppe heute eine von mehreren Arbeitsgruppen ist.

In der AMDP-Systemgruppe arbeiten Psychiater aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen an der Weiterentwicklung des AMDP-Systems, dessen Manual 2007 in der 8. Auflage erschienen ist.

Bestandteile des AMDP-Systems

Das AMDP-System besteht aus einem Glossar psychopathologischer Symptome (dem AMDP-Manual) sowie mehreren Rating-Bögen (Psychischer Befund, somatischer Befund, Anamnese), die die standardisierte Erfassung eines Befundes ermöglichen sollen.

Darüber hinaus existiert ein Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes, mehrere Bände zur Anwendung des Systems in der klinischen Praxis und in der Forschung, etc.. Die AMDP bietet außerdem Seminare zur Anwendung ihres Systems an.

Systematik der aufgeführten Merkmale

Die vom AMDP-System aufgeführten Merkmale lassen sich zunächst in zwei Gruppen unterteilen: Merkmale des psychischen und Merkmale des somatischen Befundes (100 bzw. 40 Symptome). Diese Symptome sind im AMDP-Manual jeweils nummeriert und in Gruppen zusammengefasst (Reihenfolge entspricht dem Manual):

 Psychischer Befund    Somatischer Befund
 
  • Schlaf- und Vigilanzstörungen
  • Appetenzstörungen
  • Gastrointestinale Störungen
  • Kardio-respiratorische Störungen
  • Andere vegetative Störungen
  • Weitere Störungen
  • Neurologische Störungen

Zu jedem Symptom gibt es im Manual eine kurze Definition, Erläuterungen und Beispiele, Hinweise zur Graduierung (leicht, mittel, schwer) sowie eine Liste abzugrenzender Merkmale.

Außerdem ist zu jedem Symptom angegeben, auf welche Art das Merkmal beobachtet werden muss ('S' = Patient schildert das Merkmal selbst, 'F' = Untersucher oder andere Personen beobachten das Merkmal, 'SF' = Patient oder andere Personen beobachten das Merkmal). So muss z.B. eine Denkhemmung vom Patienten selbst geschildert werden, wohingegen eine Denkverlangsamung vom Untersuchenden oder anderen Personen (Pflegern etc.) beobachtet werden muss. Eingeengtes Denken kann sowohl vom Patienten als auch von anderen Personen wahrgenommen werden.

Literatur

  • AMDP: Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psychiatrischer Befunde (8., überarbeitete Auflage). Hogrefe, Göttingen 2007, ISBN 978-3801719258
  • Fähndrich, E. & Stieglitz, R.-D.: Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes. Halbstrukturiertes Interview anhand des AMDP-Systems (3. überarbeitete Auflage). Hogrefe, Berlin 2007, ISBN 978-3801719302
  • Haug, H.-J. & Stieglitz, R.-D. (Hrsg.): Das AMDP-System in der klinischen Anwendung und Forschung. Hogrefe, Göttingen 1997, ISBN 978-3801709457
  • Freyberger, H. & Möller, H.-J.: Die AMDP-Module. Hogrefe, Göttingen 2004, ISBN 978-3801717582

Weblinks

Siehe auch

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