Blasentang
Blasentang
Blasentang (Fucus vesiculosus)

Blasentang (Fucus vesiculosus)

Systematik
Abteilung: Braunalgen (Phaeophyta)
Klasse: Phaeophyceae
Ordnung: Fucales
Familie: Fucaceae
Gattung: Fucus
Art: Blasentang
Wissenschaftlicher Name
Fucus vesiculosus
Linnaeus

Der Blasentang (Fucus vesiculosus) ist eine auf der Nordhalbkugel weit verbreitete Alge aus der Abteilung der Braunalgen. Das Verbreitungsgebiet des Blasentangs sind die Küstenregionen der Nordsee, der Ostsee sowie des Atlantiks und Pazifiks. Tang wächst in den Ufer- und Brandungszonen auf Felsen, Steinen und Holz.

Im 19. Jahrhundert war Tang die Hauptquelle des 1811 entdeckten chemischen Elements Jod. Sie hat in der Naturheilkunde heute noch Bedeutung als Bestandteil von Schlankheitsmitteln.

Beschreibung

Die stark variierende Makroalge wird zwischen 30 und 100 cm lang. Sie besteht aus dem Thallus und einer Haftplatte. Die Farbe des Thallus variiert von olivgrün bis schwarzbraun. Kennzeichnend und namensgebend sind die paarig angeordneten Gasblasen, die der Pflanze Auftrieb im Wasser geben. Bei Ebbe schützt sich der Blasentang mit einer Schleimschicht vor Austrocknung.

Im Sommer finden sich am Ende der Stängel Blasen mit gallertigem Inhalt und warzenartiger Oberfläche. Diese Blasen enthalten Geschlechtszellen, die durch Poren in der Blase austreten und andere Algen in der Nachbarschaft befruchten. Daraus entsteht das Jugendstadium der Alge, die Schwärmerzellen, die sich an neuen geeigneten Orten festsetzen und heranwachsen. Der Tang ist also ein diploider Sporophyt; Gametophyten fehlen ganz, so dass die Fucales die einzigen pflanzenähnlichen Lebewesen sind, die sich hinsichtlich ihrer Vermehrung wie die Tiere verhalten: haploid sind nur die (Aniso-) Gameten.

Wuchsform unter Wasser

Wirtschaftliche und medizinische Nutzung

Blasentang enthält Schleimstoffe, Algin, Mannitol, Beta-Carotin, Zeaxanthin, Iod, Brom, Kalium, ätherische Öle und sonstige Mineralstoffe.

In Japan wird die Alge gewöhnlich als Gemüse serviert. In Europa wird Blasentang in der Lebensmittelindustrie als Zusatz und Aromastoff verwendet.

Aufgrund seines hohen Jodgehaltes wurde Blasentang lange zur Kropfbehandlung eingesetzt. Des Weiteren findet er Anwendung bei der Linderung von Beschwerden, die durch rheumatische Arthritis verursacht werden. Da vermutet wurde, dass die Wirkstoffe des Blasentangs den Grundumsatz erhöhen, wurde er seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch zur Behandlung von Adipositas eingesetzt. Noch heute ist Blasentang daher Bestandteil vieler Schlankheitsmittel. Des Weiteren wird Blasentang bei Behandlung von Sodbrennen und als Abführmittel genutzt. Gegenanzeigen für den Einsatz von Blasentang sind Schilddrüsenüberfunktion, Herzerkrankungen und Schwangerschaft.

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