Blütentage

Die Begriffe „Fruchttage“, „Wurzeltage“, „Blütentage“ und „Blatttage“ stammen aus der landbaulich geprägten Mond-Astrologie. Sie werden synonym verwendet für „Fruchtzeichen“, „Wurzelzeichen“, „Blütenzeichen“ und „Blattzeichen“. Dabei handelt es sich um sog. Zeitqualitäts-Tage. Nach mittelalterlichem Volks- und Erfahrungsglauben gebe es bei der Feld- und Waldarbeit bestimmte „Zeitqualitätstage“ (auch „Zeitgunsttage“ genannt). Sie seien besonders günstig für die Verrichtung bestimmter Arbeiten in und mit der Natur. Einen wissenschaftlichen Beleg hierfür gibt es nicht. Von Kritikern wird angeführt, dass aufgrund der nicht nachgewiesenen Effekte bei gleichzeitiger Verteuerung der so gewonnen Produkte überwiegend Marketing-Aspekte im Vordergrund stünden.

Beispiele

Befindet sich der Mond aus dem Blickwinkel der Erde im Tierkreiszeichen (= Sternzeichen) Widder, Löwe oder Schütze, so stehe er in einem Feuer- oder Fruchtzeichen. Dies seien dann die die sogenannten Fruchttage. Bringt der Bauer an diesen Tagen beispielsweise das Getreide zur Aussaat in den Boden, so laufe angeblich der Samen nach alter Überlieferung besser auf, als wenn er die Aussaat an anderen Tagen vorgenommen hätte.

Steht der Mond in den Tierkreiszeichen Stier, Jungfrau oder Steinbock, spricht man von Erd- oder Wurzelzeichen, analog um Wurzeltage. Werden z. B. Hofdünger wie Festmist (Stallmist), Jauche oder Gülle an den Wurzeltagen auf das Grünland (Wiesen und Weiden) ausgebracht, dann besitze der Boden eine bessere Aufnahmefähigkeit für Nährstoffe und Wasser. Die Nährstoffaneignung der Pflanzen sei in diesen „Wurzeltagen“ günstiger als zu anderen Zeiten.

Beim Mondstand in Zwillinge, Waage oder Wassermann handelt es sich analog um Luft- oder Blütenzeichen (Blütentage). Das an diesen Tagen gewonnene Heu bleibe luftig, trocken und schimmele nicht; die Gefahr der Selbstentzündung sei geringer.

Befindet sich der Mond schließlich im Tierkreiszeichen Krebs, Skorpion oder Fische, so steht er in einem Wasser- oder Blattzeichen (synonym Blatttage). Wird z. B. ein Baum in dieser Zeit zur Holzgewinnung gefällt, so faule und verrotte gemäß dem Volksglaube das Holz nicht so schnell, als wenn der Baum beispielsweise in einem Luftzeichen geschlagen worden wäre.

Literatur-Auswahl

  • Abel, E.L. (1983): Die geheimnisvollen Kräfte des Mondes. – Heyne-Verlag, München.
  • Breuer, R. &. K. Steinhage, (1984): Der Mond und seine Macht. – GEO 12, 68-84.
  • Briemle, G. (2002): Sternzeichen oder Sternbilder? Aufklärendes zum Gebrauch des Mondkalenders. – Allgäuer Bauernblatt H.1: 31-33.
  • Goldstein, W. & B. Barber (2001): Saatzeiten und Mondstellungen. Die Wirkung auf den Ertrag von Möhren. – Lebendige Erde 1/01: 44-47.
  • Jäger, H. (1936): Hat der Mond einen Einfluß auf das Pflanzenwachstum?. – Zs. Pflanzenernährung, Düngung u. Bodenkunde; 41, 336-347.
  • Paungger, J. & T. Poppe (1995): Vom richtigen Zeitpunkt. – Verlag Hugendubel, München.
  • Schrödter, W. (1997): Pflanzengeheimnisse. – Reichl-Verlag St. Goar, 335 S.
  • Spieß, H. (1994): Chronobiologische Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung lunarer Rhythmen im biologisch-dynamischen Pflanzenbau. – Schr.-R. f. biologisch-dynamische Forschung, Bd. 3, Darmstadt.
  • Thun, M. & M. K. Thun (1963) ff: Aussaattage, fortlaufende Jahrgänge (für den Ackerbauer). – M. Thun-Verlag, Biedenkopf. (Achtung: Die Autoren arbeiten mit Sternbildern, nicht mit Tierkreiszeichen!)
  • Zürcher, E. (2003): Holzforschung im Zeichen des Mondes. – Lebendige Erde 6/03: 38-41.

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