Bohle
Vernagelte Bohlen

Bohle, auch Pfosten, ist die Bezeichnung für ein Stück Schnittholz mit einer gewissen Mindeststärke und ausgeprägter Breite (ein „sehr starkes (Holz-)Brett“).

Inhaltsverzeichnis

Normformate

  • Nach DIN 68252 (Schnittholz im allgemeinen), das eine Dicke von mindestens 40 mm und eine Breite von mindestens dem Zweifachen der Dicke hat.
  • Abweichend davon ist in der für das Bauwesen gültigen Norm DIN 4074 (Bauschnittholz) die Breite mit mindestens dem dreifachen der Dicke definiert).
  • In Österreich sind Pfosten Holzstücke mit rechteckigem Querschnitt, dicker als ein Brett (nach Norm, das in Österreich maximal 35 mm dick ist). Definitionsgemäß weist ein Pfosten eine Dicke von mindestens 40 mm und maximal 100 mm sägerauh bei einer Breite von ≥18 cm auf. Gehobelte Pfosten können auch nur 35 mm Dicke aufweisen.

Umgangssprachlich werden auch Dielenbretter als Bohlen bezeichnet.

Verwendung

Bohlen werden wegen ihrer höheren Steifigkeit gegenüber Brettern verwendet

  • am Bau als Gehbelag auf Gerüsten (österr. Gerüstpfosten, dann nach Norm von besonderer Holzqualität, mit angeschrägten Ecken und Spleißschutz)
  • als Bettung für schwere Maschinen, Geschütze und ähnliches
  • als Rüstholz (Hilfsmittel im technischen Hilfseinsatz oder auf Baustellen), oder für provisorische Kleinbrücken (z. B. zum Beladen eines LKWs mittels Schubkarre)
Bohlen zur Weiterverarbeitung

Die Bohlen werden besonders von Tischlern und Zimmerleuten verarbeitet. Vergleichsweise am bedeutendsten ist ihre Verwendung beim Schiffbau (vergl. Planke), und dem Holzbau für Gebäude

  • zu Fußböden in untergeordneten Räumen (Ställen, Durchfahrten), historisch als wertvoller Boden ((Dielenboden) mit Bohlen bis über 1 Meter Breite)
  • zum Belag (Bohlenbelag) von Brückenbahnen, hölzerner und eiserner Straßen- und Eisenbahnbrücken
  • zu Rahmstücken etc.
  • zur Herstellung von Bollwerken

Vorwiegend werden die Nadelhölzer Fichte, Tanne und Lärche zu Pfosten verarbeitet, übliche Verkaufslängen sind 300 bis 500 cm.

Unterlegbohle

Eine Unterlegbohle ist ein gewölbtes Stück Holz mit einer flachen und einer runden Seite. Die Ecken und Kanten sind meistens mit Metallbeschlägen gegen wirkende Kräfte auf der Einsatzstelle geschützt.

Unterlegbohlen sind aufgrund ihrer Einfachheit vielseitig einsetzbar. Bspw. zum Unterlegen bei dem Einsatz von Hebekissen zwischen Fahrzeug und Kissen oder zur Überbrückung von kleinen Wasserläufen. Auch bei festgefahrenen Fahrzeugen können sie wertvolle Anfahrhilfe leisten.

Siehe auch

Normen und Standards

  • DIN 4074-1 (2003-06) Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit - Teil 1: Nadelschnittholz.
  • DIN 4074-5 (2003-06) Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit - Teil 5: Laubschnittholz.
    ist auch als ÖNORM DIN 4074-x für Österreich verbindlich
  • DIN 68252-1 Begriffe für Schnittholz, Form und Maße.

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  • Bohle — Sf std. (15. Jh.), mhd. bole, mndd. bol(l)e Planke , mndl. bol Baumstamm Stammwort. Aus vd. * bulōn f. Bohle, Baumstamm ; vergleichbar ist anord. bolr, bulr m. (a Stamm) Baumstamm . An sich könnte hier die unerweiterte Grundlage des Wortes für… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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  • Bohle — Planke; Diele; Steg * * * Boh|le [ bo:lə], die; , n: sehr dickes Brett: schwere, morsche Bohlen; die Brücke ist mit Bohlen belegt. Syn.: ↑ Balken, ↑ Diele, ↑ Latte, ↑ …   Universal-Lexikon

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