Boxhagen-Rummelsburg
Boxhagen 1908
Typisches Haus der Erstbebauung in der Boxhagener Straße 70

Boxhagen-Rummelsburg war von 1889 bis 1912 eine Landgemeinde im Landkreis Niederbarnim. Das Gebiet der früheren Landgemeinde ist nach 1938 in den heutigen Berliner Ortsteilen Friedrichshain (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg) sowie Rummelsburg (Bezirk Lichtenberg) aufgegangen.

Lage und Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Boxhagens datiert aus dem 14. Jahrhundert, damals Buchshagen geschrieben, es war ein von Berliner Bürgern gern benutztes Wiesengelände vor ihrer Stadt. Als Vorwerk (mit Meierei) von Berlin wurde es 1591 erstmalig in den Akten geführt, danach wechselte die Ansiedlung mehrfach ihren Besitzer. 1808 wurden das Vorwerk mit der umgebenden Kolonie Boxhagen außerhalb der Grenzen Berlins dem Landkreis Niederbarnim als Gutsbezirk Boxhagen zugeschlagen. Im statistischen Taschenbuch von 1830 wurden in Boxhagen (damals Bockshagen) lediglich 16 Häuser gezählt.[1]

1889 wurde die eigenständige Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg gebildet. Adolph Schlicht wurde Gemeindevorsteher und übte dieses Amt bis 1901 aus. Zur Gemeinde gehörte das Gebiet zwischen der Simon-Dach-Straße im Westen, der Simplonstraße im Süden, dem Straßenzug Boxhagener Straße – Wismarplatz – Weserstraße an der Grenze zu Friedrichsberg im Norden, sowie der heutige Bahnhof Ostkreuz. Östlich der Ringbahn lagen die Grenzen des Gemeindegebietes nördlich der heutigen Kaskel- und Lückstraße und weiter etwas nördlich der Eisenbahnlinie nach Frankfurt (Oder) bis in Höhe Blockdammweg; im Süden bildeten Spree und Rummelsburger See eine natürliche Grenze. Siedlungsschwerpunkte waren bei Gemeindegründung die Kolonie um das Vorwerk Boxhagen, Rummelsburg, die Victoriastadt und die Kolonie Lichtenberger Kietz.[2]

In den folgenden Jahren setzte eine umfangreiche Wohn- und Industriebebauung ein. Erwähnenswert ist beispielsweise die Ansiedlung der Knorr-Bremse in der heutigen Neuen Bahnhofstraße. Das Rathaus der Gemeinde entstand an der Türrschmidtstraße in der Victoriastadt und beherbergt heute das Heimatmuseum des Bezirks Lichtenberg.

1911 wurde inmitten des Arbeiterbezirks mit der Errichtung der Knorrpromenade für wohlhabende Bürger von der Friedrichsberger Bank begonnen.

Ab 1912 gehörte die Landgemeinde dann zur Stadt Lichtenberg. 1920 wurde Lichtenberg mitsamt Boxhagen-Rummelsburg nach Berlin eingemeindet. 1938 wurde der westlich der Ringbahn gelegene Teil Friedrichshain (damals Horst-Wessel-Stadt) zugeordnet.

Der östlich der Ringbahn gelegene Teil von Boxhagen-Rummelsburg bildet heute den Ortsteil Rummelsburg des Bezirks Lichtenberg. Boxhagen ist dagegen vollständig in den Wohngebieten Friedrichshains aufgegangen.

Heute erinnern nur noch Straßennamen an die Ansiedlung (Boxhagener Platz, Boxhagener Straße). Manche durchgehenden Straßenzüge ändern auch heute noch an den einstigen Grenzen von Boxhagen ihre Bezeichnung. An die ursprüngliche Bebauung der Kolonie Boxhagen erinnern lediglich die Häuser Boxhagener Straße 70/72[3].

Bau- und Gartendenkmale

Viele Bauten aus der Geschichte Boxhagen-Rummelsburgs befinden sich auf der Berliner Denkmalliste.

Ehemaliges Jahn-Realprogymnasium in der Marktstraße

Eine Auswahl:

Einzelnachweise

  1. Geschichtlich-statistisch-topographisches Taschenbuch von Berlin und seinen nächsten Umgebungen von J. G. Helling, 1830
  2. http://www.luise-berlin.de/Lexikon/FrKr/b/Boxhagen_Vorwerk_und_Kolonie.htm Boxhagen-Rummelsburg bei luise-berlin
  3. Berliner Landesdenkmalliste: Boxhagener Straße 70–72
52.50972222222213.459722222222

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