Brad Mehldau
Brad Mehldau

Brad Mehldau (* 23. August 1970 in Jacksonville, Florida) ist ein US-amerikanischer Jazzpianist.

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Biographie

Bereits im Alter von sechs Jahren begann er Klavierstunden zu nehmen. Er studierte Klavier und Komposition am Berklee College of Music und an der New School for Jazz & Contemporary Music. Unter seinen Lehrern waren Kenny Werner, Junior Mance und Fred Hersch, der den wohl größten Einfluss auf Brad Mehldau ausübte.

1994 war Brad Mehldau Mitglied des Ensembles der Europa-Tournee des Joshua Redman Quartet: Mehldau, Joshua Redman, Christian McBride und Brian Blade. Da diese Tournee ihn erstmals einem internationalen Publikum vorstellte, kann man durchaus sagen, dass seine Karriere hiermit begann. Im Folgejahr, 1995, gründete er das Brad Mehldau Trio zusammen mit Larry Grenadier (b) und Jorge Rossy (dr), deren erstes Album "Introducing Brad Mehldau" noch im gleichen Jahr viel Lob erntete.

Die hauptsächlichen Einflüsse in Mehldaus Musik kommen von Franz Schubert genauso wie von Oscar Peterson und Keith Jarrett - aber auch von Miles Davis, John Coltrane. Seine Art des Klavierspiels wird häufig mit der von Bill Evans verglichen, selbst wenn es - auch nach eigenen Aussagen Mehldaus; vgl. Linernotes zu "The Art of the Trio IV" - bedeutende Unterschiede in der musikalischen Konzeption gibt. Mehldau integriert in sein Repertoire neben Eigenkompositionen und Jazz-Standards auch auf den ersten Blick jazzferne Musik, so z.B. von der Alternative-Band Radiohead oder vom Folksänger Nick Drake sowie von den Beatles.

Mehldau, dessen Germanophilie und Interesse an der deutschen Kultur in den Namen zahlreicher Eigenkompositionen durchscheint ("Sehnsucht", "Zauberberg" etc.) kann als einer der wichtigen Jazzpianisten der letzten Jahrzehnte gelten. Neben der elegischen Grundhaltung seines Musizierens ist insbesondere seine Fähigkeit zur zweihändigen kontrapunktischen Improvisation mit unabhängig geführten Stimmen für ihn charakteristisch. Vielfach gerühmt wird er dafür, dass er Popsongs wie "Paranoid Android" von Radiohead ins Jazzidiom übertragen hat. "Tatsächlich scheint das ein Beispiel zu sein, das Schule gemacht hat", meint der Autor und Musikkritiker Robert Fischer, für den Brad Mehldau zu den populärsten Pianisten der letzten Jahre gehört.[1]

Brad Mehldau ist Vater von drei Kindern und lebt zu gleichen Teilen in New York und in der Nähe von Amsterdam.

Alben als Leader oder als Solist

  • Introducing Brad Mehldau (1995)
  • The Art of the Trio (1996)
  • Marian McPartland's Piano Jazz (1996)
  • The Art of the Trio II - Live At The Village Vanguard (1997)
  • The Art of the Trio III - Songs (1998)
  • Elegiac Cycle (1999)
  • The Art of the Trio IV - Back At The Vanguard (1999)
  • Places (2000)
  • The Art of the Trio V - Progression (2000)
  • Largo (2001)
  • Anything Goes (2002)
  • Live in Tokyo (2004)
  • Live in Tokyo (2005, Doppel-CD, Nonesuch-Japan)
  • Day is Done, Trio (erste CD mit dem neuen Drummer Jeff Ballard, 2005, Nonesuch)
  • House on Hill, Trio (L.Grenadier, J.Rossy, 2006, Nonesuch)
  • Love Sublime, Songs (Liederzyklus von Mehldau komponiert; Piano: B.Mehldau, Gesang: R.Fleming, 2006, Nonesuch)
  • Brad Mehldau Trio - Live (2008): Live-Aufnahme aus dem Village Vanguard (Aufnahme: 10/2006)
  • Highway Rider (2010) (Eigenkompositionen mit Trio, Saxophon und Kammerorchester)

Alben als Co-Leader

  • New York-Barcelona Crossing Volume 1 (1993) Mehldau, Rossy, Rossy, Sambeat
  • New York-Barcelona Crossing Volume 2 (1993) Mehldau, Rossy, Rossy, Sambeat
  • When I Fall In Love (1993) Mehldau & Rossy Trio
  • Consenting Adults (1994) Mehldau, Turner, Bernstein, Grenadier, Parker
  • Alone Together (1997) Mehldau, Haden, Konitz
  • Close Enough For Love (1999) Fleurine
  • Friendship (2003) Mehldau, Sambeat, Rosenwinkel
  • Don't Explain (2004) Mehldau, Joel Frahm
  • Metheny, Mehldau (2006) Mehldau, Metheny, Grenadier, Ballard
  • Quartet (2007) Mehldau, Metheny, Grenadier, Ballard
  • Modern Music (Nonesuch, 2011), mit Kevin Hays

Soundtracks

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Robert Fischer: Anything goes. In: All that Jazz. Die Geschichte einer Musik. Reclam Verlag, Stuttgart. 3., erweiterte und aktualisierte Ausgabe 2007, S. 426

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