Braunhäuser Tunnel
Tunnel-Denkmal bei Braunhausen

Der Braunhäuser Tunnel war ein 293 m langer Eisenbahntunnel der Nord-Süd-Strecke in Hessen (Deutschland).

Geographie

Der in zweigleisiger Bauweise errichtete Tunnel befand sich im Landkreis Hersfeld-Rotenburg direkt westlich von Braunhausen bzw. nur etwas südlich von Asmushausen, beides nordöstliche Ortsteile von Bebra. Er wurde an der Nord-Süd-Strecke im Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen von Bebra und Neu-Eichenberg erbaut (Bahnstrecke Bebra–Göttingen). Der Standort des Tunnels befand sich direkt nordwestlich der kleinen, über die hiesige Eisenbahnstrecke führenden Straßenbrücke der vom südlichen Ortsausgang Braunhausens kommenden Nebenstraße „Am Sambach“.

Geschichte

Der Braunhäuser Tunnel wurde von 1873 bis 1875 errichtet; die Vorarbeiten begannen bereits 1872. Als die Nord-Süd-Strecke im Jahr 1961 von der Deutschen Bundesbahn elektrifiziert wurde, musste der Tunnel abgebrochen werden, weil seine Bauhöhe für die zu verlegenden Oberleitungen nicht ausreichte. Ab Frühjahr 1963 wurden die Dampf- durch Elektrolokomotiven auf der Nord-Süd-Strecke ersetzt.

Beim Abtragen der natürlichen Tunnelüberdeckung und beim Abriss des Tunnels selbst wurden insgesamt rund 550.000  Erd- und Gesteinsmaterial mittels großer Baufahrzeuge bewegt. Der Bahnverkehr lief während der Abtragungs- und Abrissarbeiten weiter, zu deren Ende nur noch eingleisig. Zum Schluss, als die Strecke völlig gesperrt war, wurde das etwa 1 m dicke Ziegelsteinmauerwerk gesprengt. Letztlich wurden die neu entstandenen Böschungen beiderseits der Strecke mit Bäumen und Büschen bepflanzt.

Heutzutage zeugen nur noch ein Portalfragment und ein aus Steinen des ehemaligen Südportals errichtetes Denkmal vom Tunnel – letzteres trägt die Inschrift „1873–1875 – Braunhäuser Tunnel – abgetragen 1962“, die auf die Bauzeit und das Abtragungsjahr verweist.

Weblink

51.00339.8247

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