ATV (Fernsehsender)
ATV (Fernsehsender)
Senderlogo
ATV.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, Satellit, DVB-T
Länder: OsterreichÖsterreich Österreich
Eigentümer: Tele München Gruppe
Geschäftsführer/in: Dr. Ludwig Bauer
Sendebeginn: Jänner 2000 im Kabel

18. September 2003 über normalen Empfang

Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Liste von Fernsehsendern

ATV war ursprünglich das erste und eine Zeit lang das einzige österreichweit terrestrisch (analog und DVB-T), über Kabel (analog und DVB-C), über Satellit (nur digital – DVB-S) und über DVB-H ausgestrahlte private Fernsehprogramm und ist neben den beiden öffentlich-rechtlichen Programmen ORF 1 und ORF 2 das dritte bundesweite Programm.[1] Aufgrund einer must-carry-Bestimmung muss ATV gemeinsam mit den beiden ORF-Programmen über DVB-T, in allen österreichischen Kabelnetzen sowie über Satellit empfangbar sein.

Die Ausstrahlung über Digital-Satellit (Astra) erfolgt nur in verschlüsselter Form; deshalb ist ATV mit einem Digital-Satelliten-Receiver nur empfangbar, wenn man im Besitz einer ORF-Digital-Smartcard oder einer Sky-Austria-Smartcard ist und der Receiver diese Karte verarbeiten kann.

Etwa 97 Prozent (Stand Okt.'09/Quelle TELETEST GfK Austria) der österreichischen Haushalte können den Kanal empfangen. ATV nahm am 1. Juni 2003 erstmals den bundesweiten, terrestrischen Sendebetrieb auf. Seit 18. September 2003 wird das Programm parallel auch über Digital-Satellit ausgestrahlt.

Von 1997 bis 2000 lautete der Name des Senders W1, später wurde der Sender auf ATV umbenannt. Vom 1. Juni 2003 bis zum 31. Mai 2006 lautete der Name ATVplus. Seit 1. Juni 2006 nennt sich der Sender wieder ATV.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Logo von ATVplus
Logo von ATV2

Im Jahr 1997 startete in Wien der Lokalsender Wien 1 (W1), der nur über das Kabelnetz zu sehen war. Im Jänner 2000 wurde dieser zu einem österreichweiten Programm namens ATV ausgebaut, das jedoch wegen der damaligen Rechtslage weiterhin nur über Kabel zu empfangen war, zeitweise auch im Rahmen von Premiere über Satellit und somit nur kostenpflichtig. Als eine rechtliche Grundlage für terrestrisches Privatfernsehen geschaffen wurde, bewarb sich ATV neben einigen anderen Senderprojekten um die einzige ausgeschriebene österreichweite Senderkette und erhielt schließlich den Zuschlag. Im Zuge des Starts des terrestrischen Sendebetriebs am 1. Juni 2003 wurde der Sendername von ATV auf ATVplus geändert, um den Zusehern ein "Plus" an Reichweite und Programmvielfalt zu signalisieren. Einen Tag nach dem 1. Juni 2006, der das dreijährige Jubiläum des terrestrischen Betriebs markiert, erfolgte wiederum die Rückänderung des Namens ATVplus auf die ursprüngliche Form ATV. Der Sender selbst vergleicht sich gerne mit RTL in dessen Anfangsphase.

ATV plant, am 1. Dezember 2011 mit ATV2 einen zweiten Kanal zu starten.[2] Der neue Sender will auf Unterhaltung und Information setzen. Dazu sollen österreichische Eigenproduktionen, Spielfilme und Serien zählen, außerdem aktuelle Nachrichten und Wetterinformationen.

Unternehmensdaten

Sitz von ATV in Wien-Leopoldstadt

ATV ist eine GmbH & Co KG. Haupteigentümer (97,2 %) ist der Filmhändler Herbert Kloiber mit seiner Tele München Gruppe. Er übernahm die Anteile der BAWAG.

  • HKL Medienbeteiligungs GmbH: 52,71 Prozent
  • TM Beteiligungs GmbH: 46,96 Prozent
  • Fundus Gesellschaft für Unternehmensbeteiligungen GmbH & Co. KEG: 0,33 Prozent

Der Sender hat 110 fest angestellte Mitarbeiter und arbeitet mit externen Produktionsfirmen.

Laut dem Werbeanalysten Focus betrugen die Brutto-Werbeumsätze des Senders 2008 rund 44 Millionen Euro. ATV lag damit in der Gunst der Werbetreibenden als einzelner Privatsender am höchsten.

Um die terrestrischen Sendemasten in Österreich mitbenutzen zu dürfen, muss ATV jährlich Gebühren an die ORS (= ausgegliederte Sendeanlagen-Betriebsgesellschaft des öffentlich-rechtlichen ORF) bezahlen.

Reichweiten

Durchschnittlich erreicht ATV etwas mehr als eine Million Seher pro Tag (im Oktober 2009 waren das 15,3 % Tagesreichweite). Der Marktanteil des Senders lag 2010 bei 3,5 Prozent bei allen Zuschauern ab 12 Jahren. In der Zielgruppe 12-49 bei ca. 5,7 % und in der Prime-Time bei rund 7,6 %.

Mit 6,2 Prozent Marktanteil bei der Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen und 5,2 Prozent bei den 12- bis 29-Jährigen im Zeitraum 13 bis 1 Uhr war der September 2009, an dem Eigenproduktionen wie Bauer sucht Frau, Österreich isst besser, Teenager werden Mütter und Die Lugners der erfolgreichste Monat der Sendergeschichte.

Erfolgreichste (reichweitenstärkste) Sendung ist "Bauer sucht Frau" vom 4. November 2009. Die Durchschnittsreichweite lag bei 443.000 Seher, der Spitzenwert bei 506.000 Seher. Mit 17,4 % bei der Gesamtbevölkerung war Bauer sucht Frau damit auch erstmals in der Sender-Geschichte Marktführer in der Prime-Time vor allen anderen Sendern.

Moderatoren

Programmgestaltung

Etwa 40 Prozent des Programms von ATV sind Eigenproduktionen, die restlichen 60 Prozent sind Zukäufe.

Eigenproduktionen

Seit März 2009 sind alle Eigenproduktionen von ATV als Video on demand auf der Website des Senders bereitgestellt.

aktuelle Sendungen

ehemalige Sendungen

Serien

Über den gesamten Sendetag verteilt werden verschiedene, vorwiegend US-amerikanische Serien ausgestrahlt. Untertags sind dies vor allem Wiederholungen von Sitcoms wie Die Nanny, Hör mal, wer da hämmert, Mein cooler Onkel Charlie, King of Queens und Alle lieben Raymond, während im Hauptabendprogramm Serien wie beispielsweise Bones – Die Knochenjägerin, Criminal Minds, Veronica Mars Nip/Tuck und Californication wöchentlich, oft als Free-TV-Premieren, ausgestrahlt werden.

Filme

Vor allem im Hauptabend- und Nachtprogramm sendet ATV oftmals diverse Spielfilme und deutschsprachige Free-TV-Premieren. Im Oktober 2009 sicherte sich ATV-Eigentümer und Filmhändler Herbert Kloiber die Rechte für ein Film- und Serienpaket des US-Filmstudios Warner Bros, das auch die Ausstrahlungsrechte für "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" und den Serien "Mein cooler Onkel Charlie" und "Cold Case" enthält.[3]

Fußball-Übertragungen

Deutsche Fußballbundesliga

ATV übertrug in Österreich bis zur Saison 2009/2010 live das Samstags-Topspiel der Deutschen Bundesliga. Außerdem wurden seit einiger Zeit ausgewählte Sonntagsspiele sowie das Saisoneröffnungsspiel am Freitagabend live gesendet. Der Zuschauer konnte hierbei das Samstagsspiel selbst durch eine Internetabstimmung auf der Internet-Seite laola.at wählen. In einer 30-minütigen Zusammenfassung im Anschluss der Live-Übertragung wurden Bilder der restlichen Spiele gezeigt. Die Rechte für die Deutsche Bundesliga hatte ATV im Oktober 2006 für drei Jahre erworben.

Österreichische Bundesliga

Von der Saison 2004/2005 bis inklusive der 12. Runde 2006/2007 bot der Sender die Tageszusammenfassungen der österreichischen Fußball-Bundesliga und einige der Spitzenspiele als Live-Übertragungen an. Am 16. Oktober wurde bekannt, dass Premiere, der Hauptrechteinhaber, den als Basis dienenden Sublizenzvertrag am selbigen Tag einseitig gekündigt hatte, da ATV angeblich seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen und erheblich zahlungsrückständig sei. ATV hingegen erachtet die Kündigung als rechtsunwirksam, insbesondere, da zum Zeitpunkt der Kündigung noch eine Klage in ungeklärten Vertragsfragen von Premiere gegen ATV beim Landgericht München anhängig war. Premiere ist unterdessen mit dem ORF eine Ersatzpartnerschaft für die restliche Saison eingegangen. Dies wertete ATV als Eingriff in seine Rechte, und erwog zusätzlich zu den Rechtsstreitigkeiten mit Premiere, den ORF deswegen zu klagen. Eine Wendung ereignete sich am 24. Oktober 2006, als das Landgericht München dem Sender Premiere mit sofortiger Wirkung untersagte, dem ORF ersatzhalber die Bundesliga-Inhalte zu übermitteln, diese müssen laut Gericht wieder an ATV geliefert werden. ATV hat die österreichische Bundesliga wieder wie gewohnt im Programm. Die endgültige Entscheidung fiel mit der sport.orf.at-Meldung am 8. November.[4] Laut dieser haben sich Premiere und ATV auf eine Beilegung der Streitigkeiten über den Wert der Free-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga geeinigt und die Free-TV-Rechte wurden endgültig dem ORF übertragen. Am 3. Juli 2007 sicherte sich der ORF die Bundesliga-Rechte von der Saison 2007/2008 bis einschließlich 2009/2010.

Fußball-Länderspiele

Am 13. Oktober 2007 zeigte ATV als erster Privatsender Österreichs ein Länderspiel der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Es handelte sich um das Testspiel gegen die Schweiz in Zürich.

andere Fußballspiele

ATV übertrug bereits mehrere ÖFB-Cupspiele, Europa-League-Qualifikations-Spiele und Champions-League-Qualifikations-Spiele.

Motorrad-WM

ATV übertrug alle Motorradrennen der Motorrad-Weltmeisterschaft seit der Saison 2006 live.

Jugendschutz

Leichte Kürzungen von Spielfilmen aufgrund von Jugendschutzrichtlinien kommen vor, tendenziell jedoch seltener als etwa in Deutschland. Nicht jugendtaugliches Material kennzeichnet ATV durch Hinzufügen eines ! (Ausrufezeichens) vor seinem gewöhnlichen Senderlogo.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. DerStandard: One startet mit Handy-TV, 27. Mai 2008
  2. DerStandard: ATV2 kommt, 13. September 2011
  3. Quelle
  4. sport.orf.at: Bundesliga endgültig im ORF-Fernsehen, 8. November

Weblinks

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