Alte Mordgrube
Alte Mordgrube
Andere Namen Mordgrube
Abbau von Silber
und
Abbau von Blei
Betriebsbeginn 1516
Betriebsende 1896
Geografische Lage
Koordinaten 50° 52′ 11″ N, 13° 20′ 8″ O50.86961713.335552Koordinaten: 50° 52′ 11″ N, 13° 20′ 8″ O
Alte Mordgrube (Sachsen)
Alte Mordgrube
Lage Alte Mordgrube
Standort Zug, An der Zugspitze 5
Gemarkung Zug (Freiberg)
Gemeinde Freiberg
Kreis Mittelsachsen
Bundesland Sachsen
Staat Deutschland
Revier Freiberger Revier

p0p1p2p4

Wassersäulenmaschine im Menden-Schacht der Alten Mordgrube, Zeichnung von Heuchler 1857
Umgebungsplan 1745

Die Alte Mordgrube (häufig auch einfach nur Mordgrube) ist ein stillgelegtes Bergwerk südlich von Freiberg in Sachsen. Sie war eine der bedeutendsten Gruben des Freiberger Bergreviers. Die Mordgrube liegt an der Zugspitze, an der Flurgrenze zwischen Zug, Berthelsdorf, Brand und Erbisdorf.

Geschichte

Die Mordgrube ist seit 1516 belegt. An die Mordgrube knüpft sich die Sage von Tänzern, die einem Priester mit Sakrament die Ehre verweigern und dafür in die Tiefe gerissen werden.

Der im 18. Jahrhundert geteufte neue Hauptschacht der Grube wurde zu Ehren des Kunstmeisters Johann Friedrich Mende Mendenschacht genannt. Christian Friedrich Brendel baute 1820-24 die Mordgrübner Wassersäulenmaschine, die in 140 m Teufe eingesetzt wurde. Sie war über Jahrzehnte Lehrbeispiel an der Bergakademie Freiberg und an anderen Hochschulen. Während um 1800 die Alte Mordgrube eine der ärmsten Gruben Freibergs war, war sie dank dieser Lösung 1831 bereits eine der reichsten Gruben. Sie galt als wichtigste Bleierzgrube des Reviers.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Alte Mordgrube mit der Jungen Mordgrube bei Berthelsdorf zur Mordgrube vereinigt. 1856 konsolidierte die Mordgrube mit Neu Glück und Drei Eichen sowie Vereinigt Feld in der Buschrevier zur Grube Vereinigt Feld bei Brand. Diese wiederum wurde 1886 vom sächsischen Staat aufgekauft und mit den Gruben Beschert Glück hinter den Drei Kreuzen und Junge Hohe Birke an der Münzbachhütte zur Mittelgrube vereinigt. Am 30. Juni 1896 wurde das Mendenschachter Revier der Mittelgrube durch die Oberdirektion der königlichen Erzbergwerke stillgelegt.

Im Huthaus des Mendenschachtes eröffnete 1906 das Ausflugslokal Zur Zugspitze, das 1997 schloss. Die auf der Mendenschachthalde befindlichen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurden zwischen 2003 und 2005 saniert. Danach wurde die Gaststätte wiedereröffnet.

Literatur

  • Otfried Wagenbreth; Eberhard Wächtler (Hrsg.): Der Freiberger Bergbau. Technische Denkmale und Geschichte. 2. Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1988, ISBN 3-342-00117-8.
  • Dietmar Werner (Hrsg.): Bergmannssagen aus dem sächsischen Erzgebirge. 2. Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1985, ISBN 3-7739-0419-3, S. 316.

Weblinks


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