Dietrich Boekle

Dietrich Boekle (* 27. März 1936 in Tübingen) ist ein deutscher Komponist und Maler. Er lebt im ungarischen Zalavár bei Keszthely.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Boekle erhielt im Alter von elf Jahren seinen ersten Klavierunterricht bei Dolly von Sauer, der Tochter des Liszt-Schülers Emil von Sauer. Ab 1950 nahm er Klavierunterricht bei Hilde Esslinger. Es folgten eine Begegnung mit dem Brahms-Kenner Fellinger und Besuche im Atelier des Tübinger Bildhauers Ugge Bärtle. 1956 bekam er Unterricht bei Eugen Frosch und trat in die Meisterklasse von Walter Rehberg an der Musikhochschule Karlsruhe-Rehberg ein. Von 1957 bis 1959 hatte er Auftritte in Karlsruhe. Nach Rehbergs Tod setzte Boekle sein Klavierstudium bei W. Wolf in München, Salzburg und Hannover fort. An der Musikhochschule Hannover hatte er eine Begegnung mit dem Komponisten Alfred Koerppen. Es folgte eine Aufführung des Mozart-Konzerts Es-Dur KV 271 im Theater in Funchal auf Madeira beim Festival de musica.

1960 nahm er wieder Klavierstudium in Karlsruhe bei Valentin Rybing, 1961 erlangte er die Konzertreife. 1962 folgten Rundfunkaufnahmen und 1964 ein Lehrauftrag an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Er nahm Kompositionsunterricht bei Konrad Lechner. 1965 folgte Uraufführung und Funkaufnahmen von Mathias Spahlingers 5 Sätze für 2 Klaviere, seine letzten Auftritte als Pianist. Boekle konzentrierte sich nur noch auf das Komponieren.

1968 begann er die Arbeit an Aítion für Orchester, das 1970 durch das Philharmonische Orchester in Oslo uraufgeführt wurde. 1971 entstand ein mixed-media-Stück mit Diaprojektionen, drei Schlagzeugen, einer Jazzformation, Klängen vom Band auf einen Text von Brecht. In den Zeiten der Schwäche wurde in Darmstadt und Stuttgart aufgeführt. Es folgten Vorlesungen an der Akademie in Darmstadt unter anderem über Ligeti. Ende der 1960er Jahre lernte er Bruno Maderna kennen und arbeitete mit ihm zusammen.

1978 begann eine Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Dirigenten Hans-Jürgen Wenzel. Er erhielt einen Auftrag der Halleschen Philharmonie für das Concerto für großes Orchester, das 1982 in Halle uraufgeführt wurde. Am Deutschen Schauspielhaus Berlin wurde das Concerto 1989 in der zweiten Fassung aufgeführt.

1985 erlitt er eine schwere Erkrankung und existenzielle Krise. 1992 kehrte Dietrich Boekle nach Tübingen zurück. 1994 entstand Kammermusik für verschiedene Besetzungen. Nach mehreren Reisen begann er ein Kunststudium, erst an der Kolpingschule Stuttgart, dann an der Freie Kunstschule Stuttgart. Im Frühsommer 2001 hatte er eine Ausstellung im Tübinger Sudhaus mit Malerei, Collagen und Zeichnungen aus der Zeit von 1992 bis 2001. 2011 zog er nach Zalavár (Ungarn).

Werke

Orchesterwerke

  • Aítion, 1970
  • Concerto, 1982/1989

Multimediawerke

  • In den Zeiten der Schwäche, 1971

Weblinks


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