Orangerie (Kempten)

Orangerie (Kempten)
Orangerie in Kempten

Die Orangerie in Kempten ist ein 1780 erbauter Komplex als nördlicher Abschluss des Hofgartens.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Orangerie wurde unter Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein erbaut. Ursprünglich gab es drei Terrassen mit vier künstlich angelegten Fischweihern für Karpfen.[1] Dies erwies sich für die Äbte vor allem während der Fastenzeit als Vorteil. 1804 ging das Gebäude mit den im Norden anschließenden Wiesen in Privateigentum. 1915 machte ein Flugzeug eine Bruchlandung in den Westflügel.[2] Im Jahr 1923 wurde das Wohnhaus an die Stadt verkauft, wobei schon vorher weitere Felder verkauft worden waren.[3] Seit 1961 dient das Gebäude als Stadtbibliothek und wurde 1962 für die Gartenbauausstellung vollständig saniert. Am 17. März 1966 brannten der Westflügel und der Kuppelsaal aus, wobei ein Schaden in Höhe von 500.000 DM entstand. Etwa ein Drittel des Buchbestandes wurde vernichtet.[4] 1967 konnte die Bibliothek wieder eröffnet werden. Heute (Stand 2010) verfügt die Bibliothek über etwa 120.000 Medien zum Ausleihen. Im Stadtteil St. Mang befindet sich die Stadtteilbibliothek im Rotschlößle.

Beschreibung

Die Orangerie ist ein langgestreckter, zweigeschossiger Bau mit einem dreiseitigem Mittelpavillon und zwei dreigeschossigen Eckpavillons. Der ehemals eingeschossige, risalite Mittelpavillon wurde zweigeschossig umgebaut, mit einem Dreiecksgiebel versehen und besitzt heute nur wenige Spätrokoko-Stukkaturen, die meisten wurden 1966 durch den Brand vernichtet. Der Mittelrisalit und die Eckpavillons werden durch Pilaster vertikal strukturiert. Abgesehen von quadratischen Putzfeldern zwischen den Geschossen verzichten die siebenachsigen Hauptflügel des Gebäudes weitgehend auf Fassadenschmuck. Die Deckenwölbung des heutigen Lesesaals zeigte bis 1938 ein Fresko mit der Allegorie der vier Jahreszeiten.[5]

Einzelnachweise

  1. Dr. Bernd Ziolkowsky: Leben im Hofgarten - Die Familiengeschichte von Maria und Robert von Reichert in der Orangerie und im Hofgarten zu Kempten, 1997, Seite 12
  2. Dr. Bernd Ziolkowsky: Leben im Hofgarten - Die Familiengeschichte von Maria und Robert von Reichert in der Orangerie und im Hofgarten zu Kempten, 1997, Seite 84
  3. Dr. Bernd Ziolkowsky: Leben im Hofgarten - Die Familiengeschichte von Maria und Robert von Reichert in der Orangerie und im Hofgarten zu Kempten, 1997, Seite 83
  4. Der Allgäuer: Kemptener Orangerie durch Brand verwüstet; 18. März 1966
  5. Alexander Herzog von Württemberg: Denkmäler in Bayern. Stadt Kempten: Ensembles - Baudenkmäler - Archäologische Geländedenkmäler. VII.85, ISBN 3-7954-1003-7, S. 54.

Weblinks

 Commons: Orangerie (Kempten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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