Absoluter Kasusgebrauch

Absoluter Kasus ist ein Fall des Kasussystems einer Sprache, der in Verbindung mit einer speziellen infiniten Verbform (meist Partizip) satzwertige Phrasen bilden kann. Von transgressivischen Phrasen, die auch satzwertig sind, unterscheiden sich solche Phrasen dadurch, dass das Agens des infiniten Verbs nicht mit dem Subjekt des finiten Verb übereinstimmt. Diese Konstruktion ist nicht in die syntaktische Struktur des Satzes integriert und dient meist der Verkürzung von Nebensätzen.

Die proto-indogermanische Sprache kannte vermutlich den absoluten Kasus wie auch Griechisch und Persisch. Im Lateinischen gibt es den Ablativus absolutus (losgelöster Ablativ), z. B. Tarquinio regnante, tranquillo mari, praesente populo. Im Litauischen gibt es den absoluten Dativ in Verbindung mit einem Quasipartizip (heute nicht mehr Partizip wie in alten litauischen Sprachdenkmälern oder im Altkirchenslawischen), z. B. saulei tekant (bei Sonnenaufgang), laikui bėgant (im Lauf der Zeit). Im Französischen gibt es diese Konstruktion auch, z. B. La nuit tombée, elle chercha un hôtel. Im Deutschen gibt es den seltenen Genitivus absolutus, z. B. unverrichteter Dinge, klopfenden Herzens, im Altgriechischen ist er häufiger anzutreffen.


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