Adelsteen Normann
Adelsteen Normann, Foto von Carl Tietz

Eilert Adelsteen Normann (* 1. Mai 1848 in Vågøya i Bodin, jetzt Bodø; † 26. Dezember 1918 in Christiania, jetzt Oslo) war ein norwegischer Landschaftsmaler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adelsteen Normanns Vater Johann Normann war Kaufmann, daher erlernte der Sohn auf Wunsch seiner Familie von 1863 bis 1869 einen kaufmännischen Beruf in Bergen und Kopenhagen und übte diesen auch einige Jahre aus. Später allerdings gab er seinen Beruf auf, folgte seiner Berufung und widmete sich von da an nur noch der Malerei.

1869 kam Normann mit 23 Jahren an die Kunstakademie Düsseldorf, wurde Schüler von Oswald Achenbach und, nachdem dieser sein Amt 1872 niedergelegt hatte, noch von dessen Nachfolger Eugen Dücker. Bis 1873 wurde Normann speziell in der Landschaftsmalerei ausgebildet.

Erstmals 1872 in Düsseldorf, 1873 in Wien und seit 1874 bis 1917 wurden in Berlin regelmäßig Bilder von ihm ausgestellt.

1875 malte Normann in Düsseldorf zwei große Bilder, welche den Nærøyfjord und den Sognefjord mit Touristen darstellten. Ein ähnliches Bild wurde 1877 vom Stockholmer Nationalmuseum angekauft, ein weiteres vom Romsdalfjord wird in der Bildergalerie Bergen ausgestellt.

In Düsseldorf erwarb Normann ein großes Haus mit Garten.

Normann konnte seine Werke auch seit 1874 in London ausstellen und wurde auf einer Ausstellung der Royal Academy 1874 mit der "Albert-Medaille" und 1877 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

1887 verließ Normann Düsseldorf und ließ sich als freischaffender Künstler bei Berlin nieder (1899 Ansbacher Str. 44/45, 1908 Nassauische Str. 54/55). Über Walter Leistikow, Max Liebermann und Franz Skarbina machte er schon bald Bekanntschaft mit dem dortigen Kulturbetrieb und wurde Mitglied des Vereins Berliner Künstler. Er schloss sich aber nicht der Berliner Secession an, was ihm nach 1900 den Vorwurf einbrachte, reaktionär zu sein.

Normann hatte auch gute Kontakte nach Paris, was dazu führte, dass er 1878 dort erstmals ausstellte. 1884 wurde ein Werk Normanns anlässlich einer Ausstellung des Pariser Salons mit einer Ehrenmedaille bedacht, fünf Jahre später errang er für ein anderes Gemälde eine Bronzemedaille.

1890/91 baute sich Normann eine Villa in Balestrand am Sognefjord, in der er fortan die Sommer verbrachte. Das Gebäude war hier der Prototyp einer Villa im sog. Drachenstil und ist noch heute als Villa Normann bekannt.

In dieser Zeit stieg er auf Spachteltechnik um. "Es war nicht mehr die Arbeit der feinen, glatten Pinselspitze; die breite Spatel trat an seine Stelle," wie es in einem Bericht von 1893 heißt. Normann malte nun viele, einander ähnliche, Fjordlanschaften mit blauem Himmel, die sich gut an deutsche Touristen verkauften. Auch Kaiser Wilhelm II., der Balestrand regelmäßig besuchte, schätzte ihn und erwarb schon 1887 auf der Berliner Akademieausstellung ein Nærøyfjordbild von Normann. 1895 malte Normann ein Bild von der kaiserlichen Yacht "Hohenzollern", welches 1895 in Berlin ausgestellt wurde. Auf Empfehlung des Kaisers kaufte der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand (1914 in Sarajewo ermordet) 1904 eine Fjordlandschaft von Normann, und noch auf seiner letzten Nordlandreise 1914 bestellte Kaiser Wilhelm II. ein Bild bei Normann, das er aber wegen des Krieges aber nicht mehr erhielt.

Ein anderer Schwerpunkt von Normanns Bildmotiven waren die Lofoten.

1892 traf Normann in Norwegen Edvard Munch. Da er dessen Begabung erkannte, regte er eine Munch-Ausstellung in Berlin an. Den Skandal, dass die Ausstellung kurz darauf geschlossen wurde, sah er voraus; mit seinem Kollegen Max Uth und dem Kunsthistoriker Hermann Beenken führte er deswegen lange Diskussionen.

Normann benutzte eigene Fotografien als Vorlagen für seine Bilder. Seine Malweise veränderte sich - anders als die seiner Kollegen Hans Dahl, Themistokles von Eckenbrecher - im Laufe seines Lebens stark und wurde unter dem Einfluss des Impressionismus immer flüchtiger und schreckte vor heftigen Zusammenstellungen leuchtender Farben nicht zurück.

In Berlin richtete Normann eine Malerschule ein, in der der Unterricht im Sommer in Balestrand stattfand. Zu seinen Schülern zählt Gunnar Berg.

Normann war seit 1870 mit der Rheinländerin Catharine Hubertine Weitgan verheiratet, in zweiter Ehe dann 1911 mit Luise Rostalski. Er hatte drei Kinder Emma, Olga und Walter.

Nach seinem Tod wurde Normanns Asche nach Berlin überführt und auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin beigesetzt.

Emma Normann (1871-1954), die in Berlin aufwuchs, heiratete den Publizisten Willy Pastor, der durch seine Veröffentlichungen über Ur- und Frühgeschichte bekannt wurde, in denen er die These vertrat, die Kultur sei von Norden nach Europa gekommen. Sie malte auch, trotz ihres geringen Talents, ahmte Hans Dahl nach und illustrierte die Bücher ihres Mannes.

1994 wurde in Bodø die Adelsteen Normann Stiftung gegründet, die sich dem Werk des Malers widmet.

Werke (Auswahl)

  • Sognefjord (Nationalmuseum in Stockholm)
  • Stamsund in den Lofoten
  • Hafen in den Lofoten
  • Mitternacht in den Lofoten
  • Romdalsfjord
  • Foldenfjord
  • Saltenfjord

Literatur

  • Richard Muther: Geschichte der Malerei des 19. Jahrhunderts. München 1893-1894 (3 Bde.)
  • Norsk Kunstnerleksikon. Oslo 1986, Bd. 3, S. 106-8
  • Axel E. Johansen: Adelsteen Normann. maleren fra midnattsolens land. 1988
  • Arne Melkild: Kunstnarliv. Leikanger 1993
  • Adelsteen Normann: Gentlemannen" fra Vågøya og keiserens venn. Tromsø 1998
  • Lofotens Malere. Johan Nielssen - Otto Sinding - Adelsteen Normann - Gunnar Berg. Tromsø 2004. ISBN 82-91834-20-2

Weblinks

 Commons: Adelsteen Normann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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