Adolf, die Nazi-Sau

Adolf, die Nazi-Sau ist eine populäre Figur des deutschen Comicautors Walter Moers. Sie ist eine Satire auf Adolf Hitler, den Moers nach 50 Jahren Leben in der Berliner Kanalisation in die Gegenwart versetzt. Nach einer ersten Kurzgeschichte im Satiremagazin Titanic erschienen zwischen 1998 und 2006 drei Bände mit Adolf. Darin versucht die Figur, sich in grotesker Naivität durch das ihm fremde moderne Leben zu schlagen, scheitert aber immer wieder an seinem gelegentlich durchbrechenden Rassenhass und unerklärlichen Wutausbrüchen.

Erstmals zeichnete Moers 1997 für eine zweiseitige Kurzgeschichte in dem deutschen Satiremagazin Titanic einen Comic mit „Adolf, der Nazi-Sau“. In ihr bekam der Autor eines Abends in seiner Wohnung Besuch von Prince („Pränz“), etwas später erscheint der total niedergeschlagene Adolf, und schließlich kreuzt auch noch Michael Jackson („Meikel“) auf. Als sich die Geschichte popularisierte, setzte Moers, der Hitler als eine der größten deutschen Popikonen bezeichnet, sie 1998 mit einem kompletten Comicband fort. Dieser gilt als einer der meistverkauften Comics in Deutschland. Inzwischen wurde er in drei weitere Sprachen übersetzt. Bereits ein Jahr später schob Moers mit Äch bin schon wieder da! eine Fortsetzung der Geschichte um die „Nazi-Sau“ nach. An den Erfolg des Debüts konnte er jedoch nicht anknüpfen.

Erst sieben Jahre später ließ Moers einen dritten Band folgen. Angelehnt an den im vorangegangenen Jahr erschienenen Spielfilm Der Untergang schildert die 2006 veröffentlichte Geschichte Adolf. Der Bonker die letzten Tage der „Nazi-Sau“ im Führerbunker. Moers änderte jedoch das Konzept der Erzählung. Anstatt klassischer Comiczeichnungen wie in den ersten beiden Bänden ist der dritte Band als Theaterstück konzipiert. Moers’ Zeichnungen illustrieren lediglich die Dialoge der Charaktere. Für die Vermarktung des Buches produzierte der Autor in Zusammenarbeit mit dem Trickfilmer Felix Gönnert einen kurzen Videoclip als DVD-Beilage zum Buch, in dem Adolf in der Badewanne seines Bunkers sitzt und sich gegen die drohende Kapitulation stemmt. Unterlegt ist der Clip mit einem Reggae des deutschen Kabarettisten und Liedermachers Thomas Pigor, der Hitlers Stimme auch in der englischen und französischen Version des Videos sang. Nachdem das Video seinen Weg ins Internet gefunden hatte, begann es schnell durch Foren und Blogs zu kursieren. Allein auf der Plattform YouTube wurde es mehr als 2,5 Millionen Mal, bei MyVideo sogar 3,6 Millionen Mal aufgerufen und sogar in das Programm des deutschen Musiksenders MTV aufgenommen. Anfang September 2006 erschien die Aufnahme als Single und gelangte in die deutschen Charts.

Bände

Literatur

  • Alexandra Tacke: De/Festing Hitler. Das Spiel mit den Masken des Bösen. In: Erhard Schütz/Wolfgang Hardtwig (Hrsg.): Keiner kommt davon. Zeitgeschichte in der Literatur nach 1945. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-20861-8, S. 266–285 (Vergleich von Der Untergang und Adolf – Der Bonker).

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