Adolf Hitler
Porträtaufnahme Hitlers, 1937
Adolf Hitler 1933
Unterschrift von Adolf Hitler

Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn; † 30. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Politiker österreichischer Herkunft. Er war ab dem 29. Juli 1921 Vorsitzender der NSDAP,[1] wurde am 30. Januar 1933 Reichskanzler und war von 1934 bis zu seinem Suizid 1945 unter der Bezeichnung „Führer und Reichskanzler“ zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, sowie ab 4. Februar 1938 Oberbefehlshaber der Wehrmacht.[2]

In Hitlers Regierungszeit errichtete die NSDAP die Diktatur des sogenannten Dritten Reiches. Im Laufe des Jahres 1933 wurden alle anderen Parteien verboten oder zur Selbstauflösung gedrängt. Das Regime verfolgte politische Gegner mit Inhaftierung in Konzentrationslagern, Ausgrenzung, Folter und Mord. Es betrieb die systematische Entrechtung und massenhafte Ermordung der europäischen Juden sowie anderer religiöser, ethnischer und gesellschaftlicher Gruppen. Die Politik unter Hitlers Führung war ursächlich für den Beginn des Zweiten Weltkrieges,[3] durch den weite Teile Europas zerstört und weltweit Millionen Menschen getötet wurden.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Adolf Hitler als Kleinkind

Fast alle Biografen Hitlers weisen auf die enorme Diskrepanz zwischen dessen erster und zweiter Lebenshälfte hin. Bis zu seinem 30. Lebensjahr war er, gemessen an den bürgerlichen Maßstäben seiner Zeit, nicht sonderlich erfolgreich, da er weder eine Berufsausbildung noch nennenswerte soziale Bindungen hatte. Danach stieg Hitler innerhalb weniger Jahre zum Kanzler des Deutschen Reiches und schließlich zum diktatorischen Herrscher über weite Teile Europas auf.

Frühe Jahre

Um seine Herkunft und sein Leben vor dem Eintritt in die Politik machte Hitler stets ein Geheimnis. „Sie dürfen nicht wissen“, sagte er 1930 über seine politischen Gegner, „woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme.“[4] Döllersheim und Strones, die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern, ließ er im Sommer 1938, gleich nach dem „Anschluss“ Österreichs evakuieren, um einen Truppenübungsplatz anlegen zu lassen (heute: Truppenübungsplatz Allentsteig).[5] Krockow, Kershaw und andere Biografen Hitlers vermuten, dass die Gründe dafür in dessen ungeklärter und von Inzest nicht freien Herkunft zu suchen sind. Hitlers eigene Angaben in Mein Kampf zu seinen frühen Jahren dienten vor allem der Selbststilisierung zu einem idealen nationalsozialistischen Kämpfer, gingen kaum über das hinaus, was damals ohnehin schon bekannt war, und sind daher wenig vertrauenswürdig.[6]

Herkunft

Hauptartikel: Hitler (Familie)
Mutter: Klara Hitler (1860–1907)
Vater: Alois Hitler (1837–1903)

Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel an der Grenze zu Böhmen.[7] Im 19. Jahrhundert schwankte der damals in Österreich nicht unübliche Name der Familie noch zwischen Hüttler, Hiedler, Hittler und Hitler. Die auf Franz Jetzinger zurückgehende Behauptung, der Name sei mit dem tschechischen Hidlar und Hidlarcek verwandt,[8] wurde in der Literatur immer wieder aufgegriffen,[9] wird aber von der jüngeren Forschung eher abgelehnt. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die verschiedenen Namensvarianten, die sich in der dialektalen Aussprache phonetisch kaum unterscheiden, von Hütte ableiten, der Name also so viel bedeutet wie Kleinbauer oder Häusler.[10] Der Namenforscher Jürgen Udolph nimmt dagegen an, der ursprüngliche Name von Adolf Hitlers Großvater, Hiedler, leite sich vom Mundart-Begriff Hiedl (Bezeichnung für eine unterirdische Wasserader) ab.[11]

Der spätere Diktator wurde als viertes von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und dessen dritter Frau Klara (geb. Pölzl) in der oberösterreichischen Stadt Braunau am Inn geboren. Sein Vater wurde unter dem Namen Alois Schicklgruber als unehelicher Sohn der Anna Maria Schicklgruber und des Johann Georg Hiedler geboren, die erst später eine Ehe eingingen. Alois Schicklgruber nahm als 39-Jähriger den Namen Hitler an. Adolfs Mutter Klara (geb. Pölzl) war die Tochter von Johann Nepomuk Hiedlers ältester Tochter Johanna Hiedler und deren Gatten Johann Baptist Pölzl. Hitlers Eltern waren Onkel und Nichte zweiten Grades (vgl. die Ahnentafel).[12]

Die drei älteren Geschwister Adolf Hitlers starben im Kindesalter, noch vor Adolfs Geburt; von den sechs Kindern des katholischen Paares erreichten nur Adolf und seine Schwester Paula das Schulalter. Die beiden älteren Kinder des Vaters aus der zweiten Ehe, Alois junior und Angela wuchsen ebenfalls im Haushalt auf, ihre Mutter war gestorben. In Mein Kampf schildert Hitler den Vater als streng, autoritär, mitunter auch jähzornig und gewalttätig.

Ahnentafel Hitlers

Hitler hielt seinem Vater zugute, dass dieser seinen Nachnamen in Hitler hatte ändern lassen.[13] Dies geschah allerdings erst 1876, 29 Jahre nach dem Tod der Mutter und wohl anlässlich einer in Aussicht gestellten Erbschaft seines Onkels und Ziehvaters Johann Nepomuk Hiedler (1807–1888). Dieser bestätigte vor dem Ortspfarrer von Döllersheim, sein 15 Jahre älterer, damals schon verstorbener Bruder, der Müllerknecht Johann Georg Hiedler, sei Alois’ Vater gewesen und brachte dafür drei Zeugen bei. Da Johann Georg Hiedler Anna Schicklgruber später geheiratet hatte, fand sich der Pfarrer bereit, Alois’ Geburtseintragung von „unehelich“ in „ehelich“ zu ändern.[14] Aufgrund dieser Initiative wurde in der Forschung auch über eine mögliche Vaterschaft Johann Nepomuk Hiedlers spekuliert,[15] nach der dieser gleichzeitig Großvater väterlicherseits und Urgroßvater mütterlicherseits von Adolf Hitler wäre, wofür es aber keine Beweise gibt.[16]

Obwohl es keinen Grund zur Annahme gibt, dass Adolf Hitler an Johann Georg Hiedler als Großvater gezweifelt hat,[17] musste die nicht mit völliger Sicherheit geklärte Abstammung für den Propagandisten einer rassistischen Ideologie politisch brisant werden, als er seit Anfang der 1920er-Jahre bekannter wurde. Politische Gegner hatten schon damals immer wieder nachzuweisen versucht, dass der Führer der antisemitischen und extrem nationalistischen NSDAP selbst jüdische oder tschechische Vorfahren habe. Hitlers Rechtsanwalt Hans Frank griff dies in den Nürnberger Prozessen und in seiner Autobiografie[18] mit der Aussage auf, Hitlers Großmutter sei mit seinem Vater Alois schwanger geworden, als sie als Dienstmagd im Haushalt eines Grazer Juden namens Frankenberger gearbeitet habe. Die sich auf Frank beziehende Literatur verbreitete diese „Frankenberger-These“ weiter,[19] bis sie überzeugend widerlegt wurde.[20] Für Hitler waren derartige Gerüchte und die zum Teil inzestuösen Verhältnisse in seiner Familie Grund, seine Herkunft zu verschleiern.

Kindheit 1889 bis 1896

Gedenkstein vor dem Geburtshaus Hitlers

Aufgrund seines Berufes zog Alois Hitler mit seiner Familie häufig um: von Braunau zunächst nach Passau, später nach Lambach und schließlich nach Leonding bei Linz.

Psychoanalytiker wie z. B. Arno Gruen gehen davon aus, dass Hitlers Beziehung zu seinem Vater durch Gewalt geprägt war. Seine Mutter dagegen habe ihn „vergöttert“. Da seine drei älteren Geschwister kurz vor seiner Geburt gestorben waren, habe die Mutter stets gefürchtet, auch ihr viertes Kind zu verlieren.[21] Dieses Spannungsverhältnis habe einen prägenden Einfluss auf Hitlers Persönlichkeitsentwicklung gehabt: Die Mutter habe den Sohn nicht vor den Züchtigungen des Vaters schützen können, ihn aber, ausgleichend, vergöttert und dadurch in einem Machtspiel gegen den Vater benutzt. Das Kind habe die Mutter als schwach und verachtenswert erlebt, ebenso wie sein Vater sie wahrgenommen habe. Gleichzeitig habe der Sohn die Mutter gegen den Vater beschützen wollen. Diese Situation habe das Kind in innere Konflikte gestürzt, denen es nur durch Entfremdung von sich selbst und seinen Bedürfnissen habe ausweichen können. Durch diese Entfremdung habe sich nur eine schwache Identität entwickelt. Die innere Leere sei durch gewalttätige Fantasien und aufgesetzte Posen überspielt worden.[22] Neben dieser Deutung bearbeiten zahlreiche psychologische Werke verschiedene mögliche psychische Erkrankungen Hitlers.

Schulzeit 1896 bis 1905

Auf den verschiedenen Volksschulen, die Adolf Hitler zwischen 1896 und 1900 bis zum Ende der vierten Klasse besuchte, war er ein guter Schüler, auf der Realschule in Linz versagte er dagegen völlig. Bereits die fünfte Klasse (Schuljahr 1900/1901) musste er wiederholen und seine Lehrer bescheinigten ihm „mangelnde Arbeitslust“. Insbesondere missfiel ihm der Religionsunterricht beim Lehrer Franz Sales Schwarz. An der Realschule in Linz begeisterten sich Schüler, darunter auch Hitler, für die Thesen Georg von Schönerers, sie begrüßten sich mit „Heil!“-Rufen und hefteten sich Kornblumen ans Revers. In der siebten Klasse (Schuljahr 1903/1904) hatte Hitler so mangelhaften Noten, dass seine Versetzung bedroht war. Die Schule bot Hitlers Mutter an, ihn dennoch in die Klasse 8 zu versetzen, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Schule wechselte. Daher besuchte Hitler ab dem Schuljahr 1904/1905 die Realschule in Steyr, die als weniger anspruchsvoll galt. Doch auch dort besserten sich seine Leistungen nicht. Eine Versetzungsprüfung für die Klasse 9 hat Hitler nicht bestanden und musste als Sechzehnjähriger, im Herbst 1905, ohne Schulabschluss die Realschule in Steyr verlassen.

Hitler stellte dies später als eine Art Lernstreik gegen den Vater dar, der ihn in eine Beamtenlaufbahn habe drängen wollen, während er selbst den Beruf des Kunstmalers anstrebte. Diese Darstellung passt dazu, dass Hitler sich zeitlebens als verkannter Künstler sah,[23] mit regelmäßiger Arbeit nicht zurechtkam und zudem Egozentrik zu seinen hervorstechendsten Eigenschaften gehörte.[24] Gegen Hitlers Darstellung spricht hingegen, dass sein Vater am 3. Januar 1903 gestorben war, als Adolf 13 Jahre alt war. Der Erziehungsdruck ließ nach, ohne dass seine Leistungen besser wurden. Mehr als eine aus verschiedenen Quellen wahllos angelesene Halbbildung hat Hitler auch später nicht erworben.

Jahre in Wien und München 1907 bis 1914

Ab 1903 bezog Hitler eine Halbwaisenrente, und mit der Unterstützung durch seine Mutter war er ab 1905 finanziell unabhängig, sodass er seinem Interesse an der Kunst und der Musik Richard Wagners nachgehen konnte. Ab September 1907 lebte Hitler in Wien; im Mai 1913 zog er nach München.

Hitlers Lebensweg in dieser Zeit lässt sich nur unvollständig rekonstruieren. Für die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg sind sehr wenige Quellen verfügbar. Insbesondere liegen nur wenige Aussagen von Zeitzeugen vor. Die Geschichtsschreibung stützt sich vor allem auf die Darstellungen von August Kubizek, Reinhold Hanisch, Karl Honisch und einem als „Brünner Anonymus“ bezeichneten Zeugen. Für die Zeit in München wird in erster Linie auf Hitlers Vermieter Josef Popp zurückgegriffen. Hitlers Begleiter in dieser Zeit, Rudolf Häusler, ist dagegen nie wissenschaftlich befragt worden.[25]

Im September 1907 reiste er nach Wien und unterzog sich an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie zusammen mit weiteren 112 Kandidaten der Aufnahmeprüfung.

Durch seine mitgebrachte Arbeitsmappe qualifizierte er sich wie 79 weitere Bewerber zur Teilnahme am zweiten Auswahlverfahren, dem Probezeichnen am 1. und 2. Oktober. Nur 28 bestanden diese Prüfung. Die restlichen Bewerber, darunter auch Hitler und Robin Christian Andersen, waren zum Studium nicht zugelassen. Er blieb zunächst in Wien. Am 24. Oktober teilte der jüdische Hausarzt Eduard Bloch der Familie mit, die Mutter sei unheilbar krank und habe nicht mehr lange zu leben. Adolf kehrte erst unmittelbar, nachdem seine Mutter am 21. Dezember 1907 an Brustkrebs starb, nach Linz zurück.[26] Nach ihrem Tod distanzierte er sich immer weiter von seinen Verwandten.

Anders als die Schilderungen seiner Jugendzeit in Mein Kampf suggerieren, konnte Hitler von seiner Waisenrente anfangs relativ gut leben. Sein Einkommen, zusätzlich aufgebessert durch den Verkauf selbst gemalter Bilder und Postkarten, lag über dem Anfangsgehalt eines Lehrers. Das Empfehlungsschreiben einer Bekannten an den renommierten Bühnenbildner Alfred Roller, der sich zu einem Empfang Hitlers bereit erklärte, führte letztlich zu keinem Ergebnis. Im Herbst 1908 konnte er sich bei seiner zweiten Bewerbung an der Kunstakademie nicht mehr zum Probezeichnen qualifizieren. Danach bemühte er sich kaum, einen Beruf oder auch nur eine Berufsausbildung in Angriff zu nehmen.

In Wien kam er mit den Schriften des Rassenideologen und Antisemiten Guido von List und seines Schülers Jörg Lanz von Liebenfels in Kontakt. Lanz von Liebenfels wird in einer Biographie des Tiefenpsychologen Wilfried Daim als „der Mann, der Hitler die Ideen gab“ bezeichnet. In der Geschichtswissenschaft dagegen wird der Einfluss, den Lanz’ Schriften auf Hitler hatten, eher als gering bewertet;[27] vorrangig seien die Einflüsse von Lists und anderer „Welterklärer“. Von Bedeutung waren insoweit die „Welteislehre“ von Hanns Hörbiger und die Ideen Hans Goldziers.[28] Auch die antisemitischen Polemiken von Politikern wie Georg von Schönerer, dem Führer der Alldeutschen Bewegung, und dem Wiener Bürgermeister Karl Lueger nahm er auf.[29] Hitlers Vorstellung von einer überlegenen arischen, sogenannten Herrenrasse, dürfte sich damals gebildet haben; seine Vorbilder ließ er aber stets unerwähnt. Mehr als für Politik aber hat sich Hitler nach Aussagen seines damaligen Freundes August Kubizek für Opern interessiert, insbesondere für die von Wagner.

Nach der zweiten Ablehnung durch den Vorstand der Kunstakademie ging Hitler allmählich das Geld aus. Zudem musste er fürchten, zum Militär eingezogen zu werden. Seine Waisenrente sicherte er sich fortan auf betrügerische Weise, indem er vorspiegelte, er sei auf der Akademie; als Beruf gab er bei mehreren Domizilwechseln „akademischer Maler“ oder „Schriftsteller“ an.[30]

Nachdem sich Hitler im Juli 1909 von seinem bisherigen Mitbewohner August Kubizek getrennt hatte, wechselte er mehrmals seine Unterkünfte. Die danach angemieteten Zimmer lagen immer weiter von der Innenstadt entfernt, was in einigen Quellen als Indiz für Hitlers zunehmende Geldnot gewertet wird.[31] Die letzte durch Meldezettel nachgewiesene Unterkunft Hitlers im Jahr 1909 befand sich in der Sechshauser Straße 58 in Wien; hier hatte Hitler für einen Zeitraum von etwa drei Wochen ein Zimmer angemietet. Für die folgenden drei Monate ist der Aufenthalt Hitlers ungeklärt; es gibt aus dieser Zeit keine Meldezettel, die Aufschluss über Hitlers Aufenthalt geben könnten. Daraus wird in vielen Quellen geschlossen, dass Hitler im Herbst 1909 für einige Monate obdachlos war und im Obdachlosenasyl in Meidling Zuflucht suchte.[32] Ob Hitler allerdings tatsächlich obdachlos war, ist letztlich nicht gesichert.[33]

Anfang 1910 zog Hitler in das Männerwohnheim in der Meldemannstraße. Als Maler von Sehenswürdigkeiten Wiens fand er ein bescheidenes Auskommen. Hitler malte und zeichnete in Wien bis Mitte 1910 zahlreiche kleinformatige Bilder. Da er selbst eher kontaktscheu war, übernahm ein Mitbewohner, Reinhold Hanisch, den Verkauf seiner Bilder. Weil er sich bei einem Geschäft von Hanisch betrogen fühlte, übertrug er den Verkauf einem jüdischen Mitbewohner namens Siegfried Löffner. Im August 1910 wurde Hanisch von Löffner wegen der angeblichen Unterschlagung eines Hitler-Bildes bei der Wiener Polizei angezeigt. Da sich bei dieser Gelegenheit herausstellte, dass Hanisch in Wien unter dem falschen Namen Fritz Walter gemeldet war, wurde er am 11. August 1910 zu einer Gefängnisstrafe von sieben Tagen verurteilt. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen zu diesem Vorgang gab Hitler am 5. August 1910 zu Protokoll: „Ich kenne ihn [Reinhold Hanisch] vom Asyl in Meidling, wo ich ihn einmal traf“.[34] In dieser Einlassung wird vielfach eine Bestätigung Hitlers gesehen, vorübergehend im Obdachlosenasyl von Meidling gelebt zu haben.[34]

1912 wurde Hitler seinerseits von einer anonymen Person wegen des unberechtigten Führens des Titels eines „akademischen Malers“ bei der Polizei angezeigt und ermahnt, diesen Titel zukünftig nicht mehr zu gebrauchen. In der Forschung wird angenommen, dass der Maler Karl Leidenroth, ein Freund Hanischs, die Anzeige in dessen Auftrag erstattete, um sich für die Anzeige aus dem Jahr 1910 zu revanchieren.[35] Danach schränkte Hitler seine künstlerische Tätigkeit ein. Bemerkenswerterweise kooperierte er beim Verkauf seiner Bilder mit Juden, so mit dem ungarischen Männerheimbewohner Josef Neumann, der als sein Verkäufer fungierte, sowie den Händlern Jakob Altenberg und Samuel Morgenstern. Es ist daher fraglich, ob Hitlers Antisemitismus damals bereits so ausgeprägt war, wie er in Mein Kampf behauptete.

Die Historiker Werner Maser und Joachim Fest gehen davon aus, dass Hitler Hanisch 30 Jahre später 1938 verhaften ließ – beziehungsweise ihn nach dem Einmarsch in Österreich bereits verhaftet vorfand –, um ihn dann im Konzentrationslager Buchenwald ermorden zu lassen.[36] Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Hanisch bereits am 4. Februar 1937 während seines Aufenthaltes im Wiener Inquisitenspital an einem Herzschlag starb. Brigitte Hamann förderte nach intensiven Recherchen zu Hitlers Zeit in Wien nicht nur einen Bericht des untersuchenden Gerichtsarztes in der Wiener Todesfallaufnahme zu Tage, sondern auch einen Brief von Hitlers Wiener Emissär Franz Feiler vom 11. Mai 1938, in dem Feiler seinem Vertrauensmann im NSDAP-Hauptarchiv Ernst Schulte-Strathaus mitteilte, Hanisch sei „vor 1,5 Jahren gestorben.“[37]

Nachdem Hitler im Mai 1913 das Erbe des Vaters in Höhe von 819 Kronen und 98 Heller ausgezahlt worden war, zog er vom Männerwohnheim in Wien nach München um, wo er bei dem Schneider Josef Popp in der Maxvorstadt zur Untermiete wohnte. Der Umzug hatte auch den Zweck, dem Militärdienst in Österreich zu entgehen. In Mein Kampf schrieb er später, er habe sich nach einer „deutschen Stadt“ gesehnt. In München las er die rassistischen Schriften Houston Stewart Chamberlains. Hitler malte weiterhin Aquarelle und gelegentlich Ölbilder, meist Architekturdarstellungen nach fotografischen Vorlagen. Er verkaufte die Arbeiten, wie zum Beispiel das Bild vom Hof der Münchner Residenz, vornehmlich in der Kunsthandlung Stuffle am Maximiliansplatz. Sein Begleiter in dieser Zeit war Rudolf Häusler, der mit ihm von Wien nach München gezogen war und dort – in ähnlicher Position wie zehn Jahre zuvor August Kubizek – das Zimmer mit ihm teilte.

Nach längerer Suche durch die österreichische Polizei und Vorführung beim österreichischen Konsulat in München durch Beamte der Münchner Kriminalpolizei am 19. Januar 1914 fuhr Hitler am 5. Februar 1914 zur Musterung nach Salzburg. Dabei wurde er als waffenunfähig beurteilt und vom Militärdienst in Österreich zurückgestellt. Dass er nicht prinzipiell dem Kriegsdienst aus dem Weg gehen wollte, zeigte er als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg.

Im Ersten Weltkrieg

Der 25-jährige Hitler begrüßte begeistert den Kriegsausbruch im Jahr 1914. Eine Fotografie Heinrich Hoffmanns zeigt ihn inmitten der Großdemonstration am 2. August 1914 auf dem Odeonsplatz. Diese Fotografie – möglicherweise eine Fälschung, die Hitlers Photograph Hoffmann zu Propagandazwecken anfertigte – wurde im Wahlkampf zur Reichspräsidentenwahl 1932 und vor allem nach 1933 massenhaft verbreitet.[38]

Hitler trat am 16. August 1914 als Freiwilliger in die Bayerische Armee ein. Dort wurde der Österreicher am 8. Oktober 1914 auf den König von Bayern und anschließend auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph vereidigt. Als Soldat des 16. Kgl. Bay. Reserve-Infanterie-Regiments (6. Königlich Bayerische Reserve-Division) verbrachte er fast die gesamte Kriegszeit als Meldegänger an der Westfront und dort häufig außerhalb der größten Gefahrenzone, wenige Kilometer hinter der Hauptkampflinie.[39][40] Kershaw beurteilt die Teilnahme am Ersten Weltkrieg für Hitlers späteres Leben als kaum überschätzbar: „Der Krieg und die Folgen haben Hitler geschaffen.“[41]

Hitler (ganz rechts) als Soldat im Jahr 1915

Nach seiner Beteiligung an der Ersten Flandernschlacht erhielt Hitler am 3. November rückwirkend zum 1. November 1914 seine Beförderung zum Gefreiten. Am 2. Dezember desselben Jahres wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Den spontanen Weihnachtsfrieden 1914 missbilligte er. Hitler hinterließ mehrere Feldpostbriefe, von denen der vom 5. Februar 1915 der bedeutendste ist. Nach einer detailreichen Schilderung der Kampfhandlungen äußert er am Schluss seine Hoffnung auf die endgültige Abrechnung mit den Feinden im Inneren.[42]

Die Theorie Werner Masers, Hitler habe als Soldat ab 1916 eine Affäre mit der Französin Charlotte Eudoxie Alida Lobjoie gehabt, aus der dann Jean Loret als unehelicher Sohn hervorgegangen sei, wird in der Forschung abgelehnt.[43] In der Schlacht an der Somme wurde Hitler bei la Barque am 5. Oktober 1916 (nach eigenen Angaben am 7. Oktober) am linken Oberschenkel verwundet, als im Unterstand der Meldegänger eine Granate explodierte. Vom 9. Oktober bis 4. Dezember war er im Vereinslazarett Beelitz, wo ihm, erstmals wieder in Deutschland, bewusst wurde, dass die Stimmung von 1914 längst verflogen war.

Erst im März 1917 kam er wieder an die Front und nahm im Sommer an der Dritten Flandernschlacht teil. Nach einem Fronturlaub im Oktober 1917, den er in Berlin verbrachte, war er ab Ende März 1918 an der Deutschen Frühjahrsoffensive beteiligt. Im Mai erhielt er ein Regimentsdiplom für hervorragende Tapferkeit und das Verwundetenabzeichen in Schwarz; am 4. August wurde er auf Initiative des jüdischen Regimentsadjutanten Hugo Gutmann mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.[44]

Hitler galt als korrekter Soldat, der zu den nächsten Kameraden im Allgemeinen gute Beziehungen hatte, obwohl er sich eigenbrötlerisch vom Rest der Gruppe absonderte. Den Offizieren gegenüber war er eher unkritisch eingestellt: „Den Vorgesetzten achten, niemandem widersprechen, blindlings sich fügen“, so schilderte er selbst seine damalige Haltung während des Putschistenprozesses im Jahr 1924. Seine Außenseiterrolle wird von einer Äußerung eines Regimentskameraden verdeutlicht, die Hitlers erster und zeitgenössischer Biograph Konrad Heiden zitiert: „Wir alle schimpften auf ihn und fanden es unerträglich, dass wir einen weißen Raben unter uns hatten.“ Zwar traten die meisten von Hitlers Kriegskameraden später der NSDAP bei, aber sie fanden „Adi“, wie sie ihn (im Weltkrieg) nannten, recht merkwürdig und waren erstaunt, dass er weder rauchte noch trank, nie über Freunde und Familie redete, kein Interesse an Bordellbesuchen zeigte und stundenlang lesend oder brütend in einer Ecke des Unterstands zu sitzen pflegte.[45] Hitler fand im Krieg auch genügend Muße, seine Kriegseindrücke in Bildern festzuhalten.[46]

Kurz vor Kriegsende erlitt Hitler nach einem britischen Angriff bei Wervicq in Flandern am 15. Oktober 1918 eine Senfgasverwundung und wurde vom 21. Oktober bis zum 19. November im Reservelazarett Pasewalk behandelt. Die vorübergehende Blindheit führte er selbst auf eine Augenverletzung infolge des Gasangriffs zurück. Dort wurde er mit den anderen Verwundeten am 10. November durch den Lazarettgeistlichen über die Novemberrevolution und die laufenden Waffenstillstandsverhandlungen von Compiègne informiert, was Hitler selbst später als seelische Krise darstellte, bei der es ihm „um die Augen wieder schwarz ward“.[47] Ian Kershaw weist darauf hin, dass die Auswirkungen von Senfgas zu einer so schweren Bindehautentzündung und Schwellung der Augenlider führen, dass der Sehsinn teilweise stark beeinträchtigt ist. Er bezweifelt jedoch, dass Hitler am 10. November ein zweites Mal, „also hysterisch oder halluzinatorisch“ erblindete.[48]

Den Kompanieführer Hitlers zitierte Konrad Heiden 1936 mit den Worten: „Diesen Hysteriker mache ich niemals zum Unteroffizier!“[49] Der Verdacht, Hitler habe an Hysterie gelitten, auf den Ernst Weiß’ Roman Ich, der Augenzeuge (1939, veröffentlicht 1963) aufbaut,[50] wurde in der Literatur zu psychischen Erkrankungen Hitlers mehrfach aufgegriffen, gilt jedoch als unbegründet.[51] Nach der Aussage von Hitlers Kompanieführer wäre jedoch Hitlers österreichische Staatsbürgerschaft nicht der einzige Grund dafür, dass er – obwohl mehrfach verwundet und mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen sowie weiteren Ehrenzeichen versehen – nie über den Status eines Gefreiten hinaus kam. Fritz Wiedemann und Max Amann betonten in diesem Zusammenhang, Hitler selbst habe eine Berücksichtigung bei Beförderungen abgelehnt.

Sebastian Haffner nannte Hitlers Fronterfahrung, da dieser später von militärischen Fragen durchaus etwas verstanden habe, ein Bildungserlebnis, allerdings sein „einziges Bildungserlebnis“.[52]

Aufstieg

Politische Anfänge

Hitler behauptete später, die Empörung über den verlorenen Krieg und den „Verrat der Novemberverbrecher“ habe in ihm den Entschluss reifen lassen, Politiker zu werden. Dies steht im Widerspruch zu seiner unklaren Haltung zu den Zeitereignissen, die er in den ersten Monaten nach Kriegsende erkennen ließ.

Von politischen Ambitionen Hitlers unmittelbar nach dem Krieg ist nichts bekannt. Am 21. November 1918 verließ er das Lazarett in Pasewalk. Er kehrte in die Kaserne des 2. bayerischen Infanterie-Regiments, die Oberwiesenfeldkaserne in München zurück und war zunächst nur bestrebt, nicht entlassen zu werden. Zwischendurch bewachte er vom 12. Februar bis zum 7. März 1919 in Traunstein französische und russische Kriegsgefangene bis zur Auflösung des dortigen Lagers. Er ließ sich mehrfach zu einem der Vertrauensmänner seines Regiments wählen (s. u.) und war damit eine Art Verbindungsmann zur aus der Novemberrevolution hervorgegangenen neuen bayrischen Staatsregierung unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD).

In den Wirren nach Eisners Ermordung ergriff Hitler weder auf Seiten der am 7. April 1919 ausgerufenen Münchner Räterepublik Partei noch auf Seiten ihrer Gegner, der zumeist völkisch und antidemokratisch gesinnten Freikorps. Er scheint sich damals vorsichtig im Hintergrund gehalten zu haben. Beim Trauerzug zur Beisetzung Eisners, eines Sozialisten jüdischer Herkunft, war er zwar zugegen,[53] aber eher als jemand, der den Trauerzug observiert und nicht daran teilnimmt. Von einigen Historikern wird seine Anwesenheit dennoch als Hinweis darauf gewertet, dass Hitlers politische Anschauungen zu dieser Zeit noch nicht so ausgeprägt gewesen sein konnten, wie er es sechs Jahre später in Mein Kampf darstellen sollte.[54]

Hitler war im April 1919 Vertrauensmann seiner Kompanie in München und wurde am 15. April zum Ersatz-Bataillons-Rat der Soldatenräte der – seit 13. April kommunistischen – Münchner Räterepublik gewählt. Die Münchner Garnison stand seit November 1918 fest hinter der Revolution und dem radikalen Wandel zur Räterepublik. Hitler teilte in jenen Monaten offensichtlich die Ansichten der sozialistischen Regierung in einem gewissen Maße, auf jeden Fall äußerte er keine abweichende Meinung, andernfalls wäre er nicht als Vertrauensmann der Soldaten gewählt worden. Vermutlich trug er sogar die rote Armbinde der Revolution wie alle Soldaten der Münchner Garnison, weswegen Hitler später über diese Zeit wenig verlauten ließ. Als Erklärungen sind opportunistische Erwägungen (Hinauszögerung der Demobilisierung) und/oder das seinerzeitige allgemeine „ideologische Durcheinander in den Köpfen“ denkbar. Unter den engeren Kameraden war Hitler spätestens seit Ende April 1919 als Konterrevolutionär bekannt, wofür auch die Denunziation zweier Kollegen aus dem Bataillons-Rat bei einem Tribunal wenige Tage nach Niederschlagung der Räterepublik spricht.[55]

Gerade in dieser Zeit begann Hitler, erstmals eine gewisse politische Aktivität zu entwickeln. Von 1919 stammt „Hitlers erstes politisches Dokument“,[56] in dem er einen rassistischen „Antisemitismus der Vernunft“ vertritt.[57] Er nennt Juden „die treibenden Kräfte der Revolution“, fordert den „rücksichtslosen Einsatz nationalgesinnter Führerpersönlichkeiten“ und als „letztes Ziel […] unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt“ durch „eine Regierung nationaler Kraft“.[57] Dieser nach Hitlers Auffassung unabdingbare Antisemitismus, so Raul Hilberg, „den er zum Regierungsprogramm machte, führte zum Mord an den europäischen Juden.“[58] Nach der blutigen Niederwerfung der Räterepublik ließ er sich von einer Untersuchungskommission der Münchener Reichswehrverwaltung anwerben, die damals den entscheidenden Machtfaktor in Bayern darstellte. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich das Wohlwollen der neuen Machthaber erkaufte, indem er Regimentskameraden verriet, die sich auf Seiten der Räteregierung engagiert hatten.[55] Offensichtlich erfüllte er die in ihn gesetzten Erwartungen, denn die entscheidenden Männer der sogenannten schwarzen Reichswehr – beispielsweise der Hauptmann Ernst Röhm – scheinen in dem Gefreiten Hitler bald einen potenziellen Agitator gesehen zu haben, mit dessen Hilfe sich nationalistische Ideen unter Arbeitern verbreiten ließen. Seine Vorgesetzten schickten Hitler vom 5. bis 12. Juni und vom 26. Juni bis zum 5. Juli 1919 zu Schulungen für Propaganda-Redner, wo er erstmals dem einflussreichen Münchner Historiker Karl Alexander von Müller begegnete, der früh von Hitler fasziniert war und „ihn für den kommenden starken Mann“[59] hielt und als solchen unterstützte. Ab 19. August war Hitler Mitglied eines Aufklärungskommandos zur politischen Indoktrinierung von als unzuverlässig eingeschätzten Soldaten des Lagers Lechfeld. Dabei hinterließ er erstmals den Eindruck eines „geborenen Volksredners“.[60] Danach wurde er als V-Mann eingesetzt und damit beauftragt, politische Parteien und Zirkel zu bespitzeln, die im nachrevolutionären München wie Pilze aus dem Boden schossen.

Hitlers Mitgliedskarte der DAP

Dazu gehörte auch die von dem Journalisten Karl Harrer und dem Schlosser Anton Drexler gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), die fremdenfeindliche, antisemitische und pseudo-sozialistische Ideen propagierte. Am 12. September 1919 besuchte Hitler, aufgrund einer Empfehlung von Hauptmann Karl Mayr aus der völkisch-nationalistischen Vereinigung „Eiserne Faust“, erstmals eine ihrer Versammlungen. Als dabei ein Redner die Trennung Bayerns vom Reich forderte, widersprach Hitler ihm so energisch wie wortreich und fiel durch sein Rednertalent auf. Erstmals hatten er selbst und andere eine gewisse Begabung an ihm entdeckt: Er konnte Zuhörer fesseln und Emotionen wecken. Drexler meinte angeblich sofort zu Harrer: „Dör hot a Goschn, den kennt ma braucha!“ (Hochdeutsch: „Der hat ein Mundwerk, den könnten wir brauchen!“) und versuchte, ihn noch am gleichen Abend anzuwerben. Im Auftrag seiner Vorgesetzten trat Hitler am 19. Oktober 1919 der DAP bei – als 55. Mitglied, nicht als siebentes, wie er später stets behauptete. Seine Mitgliedsnummer 555 rührte daher, dass die DAP mit der Zählung ab 501 begann, um etwas mehr Größe vorzutäuschen. Zu dieser Zeit kam Hitler auch erstmals mit dem antisemitischen Schriftsteller Dietrich Eckart in Kontakt.[61] Eckart war auf der Suche nach einem Agitator, der Arbeiter und Angehörige der Unterschichten für rechtsradikale Ideen gewinnen sollte. Als einer der ersten sah Eckart, der im August 1921 Chefredakteur des Völkischen Beobachters wurde, in Hitler diesen Mann und förderte ihn seither mit Rat und Tat.[61]

Da Hitler mit seinen aufputschenden Reden immer mehr Zuhörer und Mitglieder anlockte, gewann er bald größere Bedeutung für die kleine DAP. Zunächst war er dort als Werbeobmann tätig und im Frühjahr 1920 an der Ausarbeitung des 25-Punkte-Programms der DAP beteiligt, die sich auf sein Betreiben in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannte. Als er am 31. März 1920 schließlich aus der Armee entlassen wurde, konnte er bereits von seinen Honoraren als Redner leben. Als Agitator war er für die noch wenig beachtete NSDAP unersetzlich. Dies nutzte er aus, als er im Juli 1921 die alte Parteiführung entmachtete und mit einem Ultimatum seine Wahl zum Vorsitzenden der NSDAP erzwang.

Hitler war nun eine politische Lokalgröße, die vom instabilen, antidemokratischen und militaristischen politischen Klima in Bayern profitieren konnte und dort „sowohl in der intellektuellen Öffentlichkeit wie bei der bayerischen Regierung und Verwaltung […] vielfach Unterstützung fand.“[62] Außerhalb Bayerns erregte er eher Belustigung als Furcht. Vereinzelt wurde man auch im Ausland auf ihn aufmerksam.[63] 1921 und 1922 suchte er in mehreren Reden vor dem Berliner Nationalklub die Unterstützung des oberen Bürgertums. Auch in seiner Heimat Österreich trat er gelegentlich auf.[64]

Putsch und Inhaftierung

Hitler, rechts neben Ludendorff (Bildmitte), mit Teilnehmern des Hitler-Ludendorff-Putsches (1924)

Gustav Ritter von Kahr hatte nach der Niederschlagung der Münchner Räterepublik 1919 versucht, die „Ordnungszelle Bayern“ zu etablieren, durch die zuerst in Bayern „Ruhe und Ordnung“ wiederhergestellt werden sollten, um anschließend auf die gesamte Weimarer Republik auszustrahlen und dort einen monarchistischen und militaristischen „nationalen Wiederaufbau“ einzuleiten.[65] Am 26. September 1923 erhielt Kahr als „Generalstaatskommissar“ diktatorische Vollmachten von der bayerischen Regierung unter Eugen von Knilling und verbündete sich mit Landespolizeichef Hans von Seißer und dem gerade aus Berlin amtsenthobenen Landeskommandanten der Reichswehr, Otto von Lossow zu einem „Triumvirat“, das den offenen Konflikt mit der „roten Reichsregierung“ suchte.[62] Hitler plante, sich an die Spitze dieser Bewegung zu setzen, um mit Unterstützung von Kahr und Erich Ludendorff, dem früheren Generalquartiermeister der Obersten Heeresleitung (OHL), inzwischen Sympathisant der NSDAP, nach dem Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom vom Oktober 1922 die Regierung in Berlin gewaltsam zu stürzen. Aufgrund der französischen Ruhrbesetzung, der enormen Inflation und heftiger innerer Unruhen in Deutschland glaubte er, auch bei breiten Bevölkerungsschichten Unterstützung zu finden.[62]

Am Abend des 8. November 1923 betrat Hitler mit einigen Bewaffneten den Münchner Bürgerbräukeller, in dem Kahr eine Rede vor 3.000 geladenen Gästen hielt, darunter ein Großteil der bayerischen Regierung.[66] Hitler schoss einmal in die Luft, und rief die „nationale Revolution“ aus. Mit Ludendorff und dem anwesenden Triumvirat um Kahr einigte er sich durch „Druck und Überredung“ auf den sofortigen Putsch und eine „provisorische deutsche Nationalregierung“ unter der Leitung Hitlers.[62] Obwohl man die anwesenden Minister verhaftete und das Hauptquartier im Bürgerbräu aufschlug, scheiterte der Hitler-Ludendorff-Putsch noch in der Nacht, da Kultusminister Franz Matt nach Regensburg fliehen konnte, Ernst Röhm nur die Besetzung des Wehrkreiskommandos VII, nicht aber der Münchner Kasernen, gelang und Kahrs Triumvirat seine Zustimmung widerrief.[62] Am nächsten Morgen versuchten die 2.000 teilweise bewaffneten Putschisten, verstärkt von herbeigeeilten Nationalsozialisten aus anderen bayerischen Städten,[62] Röhm im Wehrkreiskommando zu erreichen, „um dort die militärische Gewalt zu übernehmen und die ‚nationale Revolution‘ mit einem ‚Marsch auf Berlin‘ ins ganze Deutsche Reich zu exportieren.“[66] Die dem Kahr-treuen Polizeichef Seißer unterstehende Landespolizei stoppte den Zug nahe der Feldherrnhalle, wo Schüsse fielen, die 20 Todesopfer forderten, davon vier Polizisten.[62] Ludendorff wurde noch am 9. November verhaftet, Hitler, der geflohen war, als die Putschisten auseinandergetrieben wurden, einige Tage später.[62]

Der Hitler-Prozess gegen zehn Putsch-Teilnehmer begann am 26. Februar 1924 vor dem bayerischen Volksgericht unter Vorsitz des Hitlersympathisanten Georg Neithardt.[67] Obwohl Ludendorff der allgemein bekannteste Teilnehmer war, stellte Hitler sich als alleinigen Initiator des ganzen Unternehmens dar. Er bestritt den Vorwurf des Hochverrats, indem er behauptete, die „Novemberverbrecher“ von 1918 seien die eigentlichen Verräter. Schließlich wurde Ludendorff freigesprochen, fünf Angeklagte wegen Beihilfe zum Hochverrat, Hitler und drei weitere Angeklagte wegen Hochverrats zur Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft und einer Geldbuße von 200 Goldmark verurteilt.

Das Gericht betonte Hitlers „ehrenhafte Gesinnung“[68] und lehnte die im Gesetz zum Schutz der Republik für straffällig gewordene Ausländer vorgesehene Ausweisung mit der Begründung ab, Hitler denke und fühle deutsch, sei viereinhalb Jahre freiwillig im deutschen Heer Soldat gewesen und dabei verwundet worden, so dass Hitlers Ausweisung nicht in Frage komme.[67] Auch von seiner fünfjährigen Haftstrafe musste er wegen angeblich guter Führung trotz des Widerspruchs des Ersten Staatsanwaltes Ludwig Stenglein weniger als neun Monate in der Festung Landsberg absitzen. Bereits am 20. Dezember 1924 wurde Hitler entlassen. Er hatte die Haftzeit genutzt, um das Manuskript des ersten Teils seines Werks Mein Kampf zu verfassen,[69] in dem er in autobiographischer Form offen seine politischen Ziele und die Ideologie des Nationalsozialismus beschrieb. 1925 erschien der 1. Band von Mein Kampf im Münchener Verlag Franz Eher.[70]

Dank der Berichterstattung über den Prozess wurde Hitler nun auch im Norden Deutschlands als der radikalste aller völkischen Politiker bekannt. Seine Stellung in der NSDAP war gefestigter denn je und in der völkischen Bewegung gewann seine Stimme erheblich an Gewicht. Hatte er sich bis dahin eher als Trommler der Bewegung gesehen, der den Weg für einen anderen Retter Deutschlands wie vielleicht Ludendorff frei machen sollte, so sah er sich nun zunehmend selbst in der Rolle des großen Führers. All das nützte ihm jedoch zunächst wenig. Zwar wurde die NSDAP nach einem anfänglichen Verbot wieder zugelassen, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Weimarer Republik stabilisierten sich. Der bis 1929 anhaltende wirtschaftliche Aufschwung bot radikalen Parteien kaum Ansätze für ihre Agitation.

Neubeginn und Aufstieg der NSDAP

Ein wesentlichen Anteil zum Aufstieg Hitlers und seiner Partei leistete eine bereits Mitte 1920 gegründete „Saalschutztruppe“, die kurze Zeit später die Bezeichnung „Sturmabteilung“, kurz: SA, erhielt. Die SA war eine paramilitärisch geordnete Schläger- und Einschüchterungstruppe, welche die anderen Kampfverbände der damaligen Zeit – den deutschnationalen Stahlhelm, das sozialdemokratische Reichsbanner, selbst den kommunistischen Roter Frontkämpferbund – im Vergleich wie lahme Spießbürgervereine erscheinen ließ.[71] Mit von Hitler selbst entworfenen Hakenkreuzfahnen und Standarten marschierten die SA-Männer in Kolonnen durch die Straßen der Städte, fuhren mit offenen Lastwagen über das Land und demonstrierten Einheit, Geschlossenheit und Stärke. Mit politischen Gegnern verfuhr man auf beiden Seiten nicht zimperlich, für die „Gute Sache“ prügelten sich Rechte wie Linke mit gleicher Härte und Skrupellosigkeit.[72] Bis zu ihrer faktischen Entmachtung 1934 entwickelte sich die SA zu einem brutalen und gefürchteten Terrorapparat.

Nach seiner Haftentlassung gelang es Hitler, die NSDAP unter seine alleinige Kontrolle zu bringen, obwohl sich in Norddeutschland ein starker Parteiflügel unter Gregor Strasser gebildet hatte, der Hitlers Anlehnung an die alten, monarchistischen Machteliten nicht mittragen wollte und einen sozialrevolutionären Kurs sowie eine außenpolitische Zusammenarbeit mit der Sowjetunion befürwortete. Hitler gelang es, Strasser und seine Anhänger, darunter auch Joseph Goebbels, auf seine Seite zu ziehen. Der im Dezember 1926 veröffentlichte zweite Band von Mein Kampf legte die NS-Bewegung endgültig auf antisowjetische Ziele fest: den Kampf gegen den jüdischen Bolschewismus und die Eroberung von Lebensraum im Osten.[73]

Aus dem fehlgeschlagenen Putsch hatte Hitler den Schluss gezogen, dass es die Macht im Staat nicht auf revolutionärem, sondern auf legalem Weg zu erobern galt. Ihm ging es darum, die Demokratie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und zu untergraben. Die NSDAP sollte in die Parlamente einziehen, aber ohne dort konstruktiv mitzuarbeiten. Zudem sollte die SA mit spektakulären Aufmärschen, Straßenschlachten und Krawallen die Blicke der Öffentlichkeit auf die Partei und ihren Führer lenken und zugleich die Schwäche des demokratischen Systems offenbaren. Für die späteren Wahlerfolge der Partei waren auch ihre für die damaligen deutschen Verhältnisse völlig neuen Methoden der Werbung und Massenbeeinflussung (→ NS-Propaganda) verantwortlich. Ein Grundstein für den Erfolg dieses Vorgehens war die Fähigkeit Hitlers, massenwirksame politische Reden zu halten, in denen er tagespolitische Themen aufgriff, um dann regelmäßig und gezielt die gleichen Thesen zu propagieren: von der „Schuld der Novemberverbrecher von 1918“, von der „Dolchstoßlegende“, von der „bolschewistischen Gefahr“, von der „Schmach von Versailles“, von dem „parlamentarischen Wahnsinn“ und der Wurzel allen Übels, „den Juden“. Mit seiner Ruhrkampagne und der Broschüre Der Weg zum Wiederaufstieg versuchte er, mit zunächst geringem Erfolg, die Unterstützung der Ruhrindustrie zu gewinnen. Bei der Reichstagswahl 1928 errang die NSDAP lediglich 2,6 % der Stimmen bzw. 12 von 491 Mandaten und blieb für die Öffentlichkeit „eine unbedeutende, wenn auch lautstarke Splitterpartei, deren parlamentarische Rolle allenfalls von statistischem Interesse war“.[74]

Eine erste Möglichkeit, in ganz Deutschland propagandistisch tätig zu werden, war das 1929 von NSDAP und DNVP gemeinsam initiierte Volksbegehren gegen den Young-Plan, der eine abschließende Regelung der Reparationsfragen zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern vorsah. Das Volksbegehren scheiterte zwar, aber Hitler und die NSDAP gewannen im nationalistisch-konservativen Bürgertum erheblich an Zustimmung, wie sich bei den Landtagswahlen in Thüringen im Herbst 1929 erstmals zeigte. Vor allem konnte Hitler seither auf die publizistische Unterstützung durch das Presseimperium des DNVP-Vorsitzenden Alfred Hugenberg setzen. Dieser sah – wie zuvor Ludendorff und später Papen – in Hitler und der NSDAP willige, lenkbare Instrumente, um den deutschnationalen Kräften zu einer Massenbasis zu verhelfen.

Zum Durchbruch auf nationaler Ebene verhalf Hitler aber erst die Weltwirtschaftskrise, die Ende 1929 ausbrach und Deutschland besonders hart traf. Über die Finanzkrise des Reichs brach am 27. März 1930 die Weimarer Koalition auseinander. Hermann Müller (SPD), dem letzten Kanzler, der noch über eine demokratisch gesinnte Reichstagsmehrheit verfügte, folgte das erste Präsidialkabinett des Zentrums-Abgeordneten Heinrich Brüning, das sich allein auf das Vertrauen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg stützen konnte. Bei den Neuwahlen am 14. September steigerte die NSDAP ihren Stimmenanteil mit einem Schlag von 2,6 auf 18,3 Prozent. Statt mit 12 Abgeordneten, wie bis dahin, zog sie nun mit 107 in den Reichstag ein. Die staatstragenden, demokratischen Parteien der Mitte hatten keine Mehrheit mehr, und Hitler war endgültig zu einem Machtfaktor in der deutschen Politik geworden.

Weg zur Kanzlerschaft

Für die heute als „Machtergreifung“ bekannte Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 verwendeten die Nationalsozialisten vor allem die Propagandabegriffe „Machtübernahme“, „Tag der nationalen Erhebung“ und „Deutsche“ oder „Nationalsozialistische Revolution“. Diese Begriffe sollten vor allem eine Legitimität der Regierung Hitler betonen. Dabei verwies „Machtübernahme“ auf die scheinbare Legalität des Ernennungsprozesses und die angebliche Normalität dieses Vorgangs, „nationale Erhebung“ oder „Nationalsozialistische Revolution“ suggerierten sowohl „nationalen Konsens, mindestens aber Zustimmung des Volkes“, als auch die historische Mission, in der sich die nationalsozialistische Partei sah.[75] Dagegen war der Begriff „Machtergreifung“ in der westlichen Geschichtsschreibung der Nachkriegszeit zumindest bis Mitte der 1960er Jahre vorherrschend, um als „Abrechnung“ mit der Vergangenheit „die singuläre Ungeheuerlichkeit und monströse Verwerflichkeit des Phänomens“ auszudrücken und im Sinne der Totalitarismustheorie eine Verlaufsgleichheit des Nationalsozialismus mit dem ideologisch andersartigen Stalinismus darzustellen.[75] „Machtübernahme“ und „Machtergreifung“ drücken jedoch gleichermaßen aus, Hitler und die NSDAP selbst seien die entscheidenden Akteure in diesem Prozess gewesen. Dagegen ist sich die historische Forschung heute weitgehend einig, dass Hitlers Kanzlerschaft „eher die Folge der Handlungen anderer als der Taten Hitlers“ war[76] und dass deshalb Begriffe wie Machtübergabe oder Machtübertragung angemessener sind.[77]

Mehr noch als den politischen Parteien und ihren Wählern sowie den gesellschaftlichen Interessengruppen, die Hitler unterstützten, weist die Geschichtswissenschaft einer relativ kleinen Gruppe konservativer Politiker große Bedeutung bei Übergabe der Staatsmacht an Hitler zu. Teil dieser „Kamarilla[78] genannte Gruppe, die – teils miteinander, teils gegeneinander – versuchte, Einfluss auf Reichspräsident Hindenburg auszuüben, waren unter anderem dessen Sohn Oskar von Hindenburg, die Hitler vorausgehenden Reichskanzler Franz von Papen und Kurt von Schleicher und der DNVP-Vorsitzende Alfred Hugenberg. Sie wirkten auf Hindenburg im Sinne verschiedener Interessengruppen ein, darunter die Reichswehr, die alten monarchistischen Eliten, ostelbische Großgrundbesitzer und Teile der Unternehmerschaft. Die persönlichen Ziele der Kamarilla-Mitglieder waren unterschiedlich, mitunter gegensätzlich. Einig waren sie sich aber darin, die Demokratie durch eine autoritäre Staatsform zu ersetzen. Hitler und seine Partei lehnten sie zunächst als plebejisch ab. Doch für ihre Vorhaben sahen sie kaum Rückhalt in der Bevölkerung, so dass sie dazu übergingen, die NSDAP oder einen ihrer Flügel als die benötigte Massenbasis zu betrachten und zu fördern. Im Krisenjahr 1932 bemühten sie sich, die Vorbehalte des 85-jährigen Hindenburg gegen eine Machtbeteiligung der Nationalsozialisten zu zerstreuen.

Durch Vermittlung des mit Kurt von Schleicher bekannten Ernst Röhm hatte Hitler bereits 1931 eine Einladung zu einem ersten Gespräch mit Hindenburg erhalten. Gemeinsam mit Hermann Göring suchte er den Präsidenten am 10. Oktober auf, einen Tag vor dem Treffen der „Harzburger Front“, des Bündnisses zwischen Nationalsozialisten und Deutschnationalen. Die Begegnung soll laut Konrad Heiden, Hitlers erstem Biografen, wenig erfolgreich verlaufen sein: Hitler sei in gewohnter Manier in lange Monologe verfallen, statt die Fragen Hindenburgs zu beantworten: „Nach der Begegnung sagt der Präsident zu Schleicher, er habe ihm da einen sonderbaren Kerl geschickt; dieser böhmische Gefreite wolle Reichskanzler werden? Niemals! ‚Höchstens Postminister.‘“[79] Hindenburg hatte Hitlers Geburtsort, das österreichische Braunau, mit dem gleichnamigen Ort in Böhmen verwechselt.[80] Laut Hindenburgs Biograf Wolfram Pyta dagegen verlief die Begegnung für Hitler durchaus nicht ohne Erfolg. Nach dem Protokoll, das Otto Meißner von der Begegnung angefertigt hat und einem Brief von Hindenburgs Vertrautem Magnus von Levetzow, in dem dieser das Treffen schilderte, gelang es Hitler psychologisch geschickt, die Vorbehalte des Reichspräsidenten gegen ihn und die Nationalsozialisten abzuschwächen. Er habe auf ihn „sichtlich Eindruck gemacht“. Gleichwohl war Hindenburg auch danach noch der Ansicht, man könne den in Staatsämtern völlig unerfahrenen Parteipolitiker auf keinen Fall zum Kanzler ernennen.[81]

Einbürgerung durch Verbeamtung
Hauptartikel: Einbürgerung Adolf Hitlers

Um bei der 1932 anstehenden Wahl des Reichspräsidenten kandidieren zu können, fehlte Hitler eine entscheidende formale Voraussetzung:[82] Er war kein deutscher Staatsbürger. Seit er 1925 die österreichische Staatsbürgerschaft freiwillig aufgegeben hatte, war er staatenlos.[83] Da bei einer normalen Einbürgerung[84] jeder Gliedstaat des Deutschen Reiches die Möglichkeit zum Einspruch gehabt hätte – zum Beispiel unter Verweis auf den Hitlerputsch vom 9. November 1923[85] –, bemühte sich Hitler um die Einbürgerung durch Eintritt in den Staatsdienst.[86] Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die meisten in den beiden einzigen vor 1932 mit NSDAP-Beteiligung regierten Ländern Thüringen und Freistaat Braunschweig, gelang die Einbürgerung Hitlers erst Ende Februar 1932 in Braunschweig. Dort stellte – wie in Thüringen mit Wilhelm Frick – die NSDAP seit ihrer Regierungsbeteiligung 1930 den Innenminister, zuerst Anton Franzen, seit 1931 Dietrich Klagges.

Mehreren von der Berliner NSDAP-Zentrale angestoßenen Vorschlägen stimmten die wichtigsten bürgerlichen Koalitionsparteien DNVP und DVP nicht zu, nachdem bereits der Versuch, Hitler heimlich zum Professor für Organische Gesellschaftslehre und Politik an der Technischen Hochschule Braunschweig zu ernennen, gescheitert und damit die Braunschweiger Regierung ebenso wie Hitler dem Spott der Presse preisgegeben war.[87] Als Goebbels im Berliner Sportpalast am 22. Februar die lange geplante Kandidatur Hitlers als Reichspräsident bekannt gab,[88] reiste Hans Frank, damals Leiter der NSDAP-Rechtsabteilung, nach Braunschweig und beteiligte sich an der eiligen Lösung des Problems, da bis zur Wahl des Reichspräsidenten nur noch wenige Wochen zur Verfügung standen. Kurz darauf ernannte Innenminister Klagges am 25. Februar den „Schriftsteller Adolf Hitler […] mit Wirkung vom heutigen Tage im Braunschweigischen Staatsdienste“[89] zum Regierungsrat und beauftragte ihn „mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Sachbearbeiters bei der Braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin“.[89] Dort sollte er sich „der Erlangung von Aufträgen für die Braunschweigische Wirtschaft“ widmen.[89]

Mit seiner dortigen Vereidigung am Folgetag war Hitler – seit diesem Tag pro forma Untermieter des Präsidenten des Braunschweigischen Landtags, Ernst Zörner – im Besitz der „Staatsangehörigkeit im Freistaate Braunschweig“[90] und sollte seinen Dienst unter Anleitung des Gesandten Friedrich Boden aufnehmen. „Der Gesandte ahnte nicht, daß dieser ‚Dienst‘ mit der Vereidigung bereits erschöpft war!“[91] Hitler erhielt sofort Urlaub für den Reichspräsidentenwahlkampf, trat seine Stellung jedoch auch danach nicht an, beantragte stattdessen ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst und ignorierte alle Aufforderungen seiner Vorgesetzten.[92] Am 19. Oktober 1932 beantragte er unbefristeten Urlaub, da „mir die fortlaufenden politischen Kämpfe in der nächsten Zeit die Erfüllung meines Dienstauftrages“[93] nicht ermöglichten. Auf seinen Antrag vom 16. Februar 1933 – damals schon Reichskanzler – erhielt er schließlich postwendend „seine Entlassung aus dem braunschweigischen Staatsdienst.“[94]

Insgesamt hatte er mit seiner Ernennung zum Beamten die rechtlichen Bedingungen für seine Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 – und damit auch für alles Weitere – noch rechtzeitig erfüllen können.[95]

Die Wahlen des Jahres 1932
2. Wahlgang zum Reichspräsidenten
Hitler am 21. Juni 1932 (Mitte vorn) in der Diskussion mit Hermann Göring und Ernst Hanfstaengl

Das Krisenjahr 1932, das Hitlers Kanzlerschaft voranging, war von zahlreichen Wahlkämpfen auf Reichs- und Länderebene geprägt. Außer der Reichspräsidentenwahl fanden gleich zweimal Wahlen zum Reichstag statt. Hitler benutzte zur Durchführung seiner zahlreichen Wahlkampfveranstaltungen im gesamten Reichsgebiet ein Flugzeug und erreichte dadurch eine gewisse Omnipräsenz in weiten Teilen der Bevölkerung. So besuchte er beispielsweise in einem Monat 50 größere Städte. Diese Flüge, von Goebbels organisiert, wurden in der NS-Propaganda als „Deutschlandflüge“ gefeiert („Hitler über Deutschland“). Zur selben Zeit wurde der Opernsänger Paul Devrient als Stimmtrainer Hitlers von der NSDAP engagiert, der Hitler von April bis November auf dessen Wahlkampfreisen (anlässlich des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl und der Landtagswahlen in Preußen, Bayern, Württemberg, Anhalt und Hamburg im April sowie der Reichstagswahlen im Juli und November) begleitete und dessen angegriffene Stimme schulte.[96] Die vielen Wahlen boten Hitler und seiner Partei die Möglichkeit zu permanenter Agitation und zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit ihren politischen Gegnern.

Der seit 1925 amtierende Reichspräsident Hindenburg verfehlte im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, konnte sich aber am 10. April 1932 im zweiten Wahlgang mit 53 zu 36,8 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Hitler durchsetzen. Für den Wahlsieg hatte Reichskanzler Brüning unter anderem dadurch gesorgt, dass er auch die Sozialdemokraten zur Unterstützung Hindenburgs bewegen konnte. Die SPD hatte Brünings strikt deflationäre Sparpolitik, die die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zeitweise noch verschlimmerte, im Reichstag widerwillig mitgetragen. Sie wollte unter allen Umständen Neuwahlen vermeiden, von denen eine weitere Zunahme der NSDAP-Stimmen zu befürchten war. Hindenburg dagegen hatte von Brüning erwartet, eine tragfähige Reichstagsmehrheit rechts von der SPD zu bilden. Verstimmt darüber, dass er für seine Wiederwahl die Hilfe seiner politischen Gegner hatte annehmen müssen, entzog Hindenburg Brüning das Vertrauen, ernannte auf Anraten Schleichers Franz von Papen zum Kanzler und löste den Reichstag auf.

Bei der Neuwahl zum Reichstag am 31. Juli 1932 wurde die NSDAP mit 37,3 Prozent stärkste Partei. Papens rechtskonservative „Regierung der Barone“, wie sie von ihren politischen Gegnern genannt wurde, gelang es jedoch nicht, die NSDAP als Mehrheitsbeschaffer für sich zu gewinnen, da Hitler darauf beharrte, selbst Kanzler zu werden. Schon am 12. September kam es bei der zweiten Reichstagssitzung – noch vor der geplanten Regierungserklärung Papens – zum Eklat um die jüngsten Notverordnungen. Hindenburg löste den Reichstag noch während der Sitzung erneut auf.

Bei der folgenden Neuwahl am 6. November 1932 verlor die NSDAP im Vergleich zur Juli-Wahl zwar beträchtlich an Stimmen, blieb aber mit 33,1 Prozent stärkste Partei. Zusammen mit der KPD stellten die Nationalsozialisten zudem weiterhin die Mehrheit der Abgeordneten, so dass Papen vor dem gleichen Problem stand wie im Sommer. Er trat zurück und schlug dem Reichspräsidenten die Ausschaltung des Reichstags und eine von ihm selbst (Papen) geführte Diktatur vor. Doch Hindenburg fürchtete einen Bürgerkrieg, bei dem die Reichswehr den Kräften von SA und KPD unterliegen könnte, und ernannte am 3. Dezember Kurt von Schleicher, der unter Papen Reichswehrminister geworden war, zum Kanzler.[97]

Schleicher versuchte nun die NSDAP durch eine Querfront-Strategie zu spalten:[98] Hitlers Vertrauter Gregor Strasser, der Protagonist des so genannten linken Flügels der NSDAP, war bereit, auf Schleichers Vorschlag einer Regierungsbeteiligung einzugehen und selbst Vizekanzler zu werden, womit Hitler „übergangen“ worden wäre. Doch Hitler konnte seinen Kurs, für sich selbst die Führungsrolle in der Partei zu beanspruchen und sich nicht mit weniger als der Reichskanzlerschaft zufrieden zu geben, im Dezember 1932 im innerparteilichen Machtkampf der NSDAP unter Tränen und Selbstmorddrohungen durchsetzen.[99] Am Ende des Jahres waren die politischen Akteure in eine Sackgasse geraten: Die konservativen Eliten wollten der NSDAP zwar eine Regierungsbeteiligung, nicht jedoch die Kanzlerschaft Hitlers zugestehen, und die NSDAP war aus eigener Kraft nicht in der Lage die Macht zu ergreifen. Als die Partei bei den Landtagswahlen in Lippe Mitte Januar 1933 mit 39,5 Prozent der Stimmen stärkste Kraft wurde, wertete sie das als Zeichen ihrer Stabilisierung, obwohl es in dem kleinen Land nur rund 100.000 Wahlberechtigte gab.[100] Aber auch Schleicher betrachtete seine Strategie nun als gescheitert. Franz von Papen, der mit Schleicher inzwischen zerstritten war und zurück an die Macht strebte, übte weiterhin Einfluss auf Hindenburg aus. Er trieb schließlich die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler voran, den er in einer personell von den Konservativen dominierten Regierung glaubte „einrahmen“ zu können, wie er es ausdrückte.

Unterstützung durch Wirtschaft und Militär

Unterstützung fand Hitler nun auch zunehmend bei Großindustrie und Banken. Schon in der Frühphase der NSDAP hatte er antikapitalistische Tendenzen in der Partei klein gehalten und allein die Juden für die Misere der Wirtschaft verantwortlich gemacht. In einer Rede vor dem Düsseldorfer Industriellenclub Anfang 1932 hob Hitler die Rolle der Wirtschaftseliten lobend hervor und betonte – in Anspielung auf das immer noch große Wählerpotential von SPD und KPD – das deutsche Volk könne nicht überleben, solange es zur Hälfte „Eigentum als Diebstahl“ betrachte. Trotz dieses Werbens blieb der Anteil der großindustriellen Spenden an den Einnahmen der NSDAP gering. Dies zeigte sich unter anderem im Herbst 1932, als sie in erhebliche Finanznot geriet. Wie der Historiker Henry A. Turner nachweisen konnte, hatte die Eigenfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder bei Redeveranstaltungen größere Bedeutung für die Partei. Der Einfluss der Großindustrie auf den Aufstieg der NSDAP machte sich an anderen Punkten bemerkbar:[101]

Bis Ende 1932 hatte Hitler gute Beziehungen zu Unternehmerkreisen gewonnen und deren Bedenken gegen das NS-Wirtschaftsprogramm weitgehend ausräumen können. In wirtschaftspolitischen Beraterstäben wie dem Studienausschuss für Wirtschaftsfragen der Arbeitsstelle Schacht oder der Wirtschaftspolitischen Abteilung der NSDAP bemühten sich Industrielle – vor allem „Wirtschaftsvertreter aus dem zweiten und dritten Glied der Eisen- und Stahlindustrie“[102] und spätere Arisierungsgewinnler, aber auch Bankiers und Großagrarier[77] – eine künftige nationalsozialistische Wirtschaftspolitik „mit dem Gedeihen privater Wirtschaft in Einklang zu bringen“, damit „Industrie und Handel mitmachen können“.[103]

Bereits seit 1931 wurde der Reichspräsident „geradezu überschwemmt“[104] von Unterschriftenlisten und Eingaben, die sich für Hitler einsetzten. Zwei Entwicklungen motivierten die dahinterstehenden Interessengruppen um die Jahreswende 1932/1933, ihr Engagement für eine Kanzlerschaft Hitlers noch zu verstärken: das Abschneiden der NSDAP in der Novemberwahl und die Politik Kurt von Schleichers.

Die Verluste der NSDAP im November und die allmähliche Verbesserung der Konjunktur hatten Hitlers Chancen sichtbar verschlechtert. Dadurch sahen sich zahlreiche nationalkonservative Unternehmer genötigt, die von Hjalmar Schacht organisierte Industrielleneingabe zu unterzeichnen, in der sie „das bisherige parlamentarische Parteiregime“ ablehnten. Es solle abgeschafft werden zugunsten der „Übertragung der verantwortlichen Leitung eines mit den besten sachlichen und persönlichen Kräften ausgestatteten Präsidialkabinetts an den Führer der größten nationalen Gruppe“[105] – also zugunsten Hitlers. Die Initiative vom 19. November hatte keinen Erfolg, doch die „nationalkonservativen Kräfte in Wirtschaft, Militär und Bürokratie“,[106] sahen ihre Ziele zudem vom scheinbar gewerkschaftsfreundlichen Kurs Schleichers gefährdet. Die Verwirklichung dieser Ziele glaubten sie nur gestützt auf die nationalsozialistische Massenbewegung erreichen zu können.

Das Militär wiederum erhoffte sich von einem Reichskanzler Hitler eine Beseitigung oder zumindest eine Lockerung der Bedingungen des Versailler Vertrags, insbesondere die Aufrüstung und Vergrößerung der Reichswehr. Nationalkonservative aus Wirtschaft und Politik erhofften sich von Hitler eine stabile Regierung sowie eine autoritäre Neuausrichtung der politischen Kultur in Deutschland, wenn nicht gar die Rückkehr zur Monarchie. Die ihnen unerwünschten Elemente von Hitlers Programm – Führerdiktatur statt Monarchie und Berücksichtigung der sozialpolitischen Interessen von Arbeitern – wollten diese Eliten durch die „Einrahmung“ Hitlers und die „Zähmung“ seiner Politik abschwächen.[77] Dazu erschien Franz von Papen als geeigneter Bündnispartner, da er „nach wie vor das volle Vertrauen Hindenburgs besaß und als Einziger in der Lage war, dessen Misstrauen gegenüber Hitler zu zerstreuen.“[77] Die Kooperation Papens und seiner Unterstützer sicherte sich Hitler, indem er Papen die Vizekanzlerschaft und das Recht anbot, bei allen Vorträgen des Kanzlers beim Reichspräsidenten zugegen zu sein. Die klassischen Ministerien sollten entsprechend der Einrahmungstaktik von Konservativen besetzt werden. Beim Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder einigten sich beide am 4. Januar 1933 auf eine Reichskanzlerschaft Hitlers zu diesen Bedingungen.

Vorbereitungen zur Regierungsbildung
Die Nationalsozialisten Hitler, Göring und dahinter Frick „eingerahmt“ von konservativen Ministern in der Reichskanzlei, 30. Januar 1933

Von dort, der eigentlichen „Geburtsstunde des Dritten Reiches“ (Karl Dietrich Bracher) nimmt die Forschung „eine unmittelbare kausale Geschehensfolge bis zum 30. Januar“[107] an: Hatte die Frankfurter Zeitung zum Neujahrstag 1933 noch geurteilt, „Der gewaltige nationalsozialistische Angriff auf den Staat ist abgeschlagen“,[108] isolierte das Bündnis zwischen Papen und Hitler die Regierung Schleichers, die im Schutzzoll-Konflikt zwischen Landwirtschaft und Exportindustrie vom nationalsozialistisch geführten Reichslandbund zusätzlich unter Druck gesetzt wurde.[109] Der Osthilfeskandal um den Missbrauch von Agrarsubventionen, der auch Hindenburgs Ruf bedrohte, erlaubte es Hitler am 22. Januar, Oskar von Hindenburg, den Sohn des Reichspräsidenten, durch eine Kombination von Drohungen und Angeboten als Unterstützer zu gewinnen, um so letzte Vorbehalte des Vaters gegen Hitlers Kanzlerschaft zu beseitigen.[77][110] Als auch General Werner von Blomberg, der neuer Reichswehrminister werden sollte, für eine Regierung Hitler gewonnen wurde, war Schleicher völlig isoliert und handlungsunfähig: „Ohne Massenbasis, ohne das Vertrauen des Unternehmerlagers und vom Reichspräsidenten im Stich gelassen, zerbrach auch der letzte Pfeiler der Politik Schleichers, die geschlossene Unterstützung der Reichswehr“.[111] Nach seinem Rücktritt am 28. Januar 1933 wurde der Weg zu Hitlers Ernennung zum Reichskanzler frei, da Papen inzwischen gegenüber Hindenburg „zum eifrigsten Fürsprecher einer Kanzlerschaft Hitlers geworden“[111] war.

Am nächsten Tag streuten die Nationalsozialisten in Berlin Putschgerüchte aus, um Hindenburgs Entscheidung zu beschleunigen. Demnach drohe eine Militärdiktatur Schleichers[112] und sogar Hindenburgs Verhaftung.[77] Daraufhin sorgte Papen auf Hitlers Rat dafür, dass Blomberg bei seinem Eintreffen in Berlin am Morgen des 30. Januar direkt zu Hindenburg gebracht und – verfassungswidrig – als neuer Reichswehrminister vereidigt wurde.[77] Gegen 11 Uhr folgte die Vereidigung Hitlers und seiner übrigen Minister.[77] Damit war der erste Schritt der Machtübertragung an Hitler, von diesem „Machtübernahme“, von der Nachwelt „Machtergreifung“ genannt,[75] abgeschlossen. Es folgten die erneute Auflösung des Reichstags am 1. Februar und das Regieren durch weitere Verordnungen des Reichspräsidenten. Papen war zu diesem Zeitpunkt zuversichtlich, Hitler als Reichskanzler mit der konservativen Ministermehrheit und Unterstützung Hindenburgs kontrollieren zu können: „Ich habe das Vertrauen Hindenburgs. In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, daß er quietscht.“[113]

Als Diktator

Errichtung der Diktatur

Nach dem Reichstagsbrand, der den Kommunisten angelastet wurde, erreichte Hitler von Hindenburg den Erlass von Notverordnungen nach Art. 48 der Weimarer Verfassung. Mit ihnen war er in der Lage, auf einen Schlag praktisch alle Grundrechte außer Kraft zu setzen (Briefgeheimnis, Meinungsfreiheit, Unabhängigkeit der Justiz, Pressefreiheit usw.). Da diese Notverordnungen jedoch nur eine begrenzte Gültigkeitsdauer hatten, sollte an ihre Stelle eine dauerhafte Regelung treten: das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, als sogenanntes Ermächtigungsgesetz bekannt. Mit diesem Gesetz übergab der Reichstag alle gesetzgeberischen Kompetenzen an die Regierung, die in Zukunft die Gesetze direkt per Verordnung erließ.

Für das Ermächtigungsgesetz benötigte Hitler aber eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag. Um diese zu erreichen, unterstützte eine Gruppe von Industriellen unter Führung von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach den NSDAP-Wahlkampf für die Wahl am 5. März 1933. In einem Geheimtreffen vom 20. Februar 1933 stellten sie dafür drei Millionen Reichsmark zur Verfügung. Als die Zweidrittelmehrheit dennoch nicht erreicht wurde, hinderten Hitlers SA und die Göring unterstehende preußische Polizei einen Teil der Reichstagsabgeordneten, nämlich alle 81 Angehörigen der KPD-Fraktion und einige Sozialdemokraten, verfassungswidrig daran, an der entscheidenden Parlamentssitzung teilzunehmen, wobei die SA sich nicht scheute, den Sitzungssaal der Abgeordneten zu „schützen“, also zu überwachen. Bürgerliche Kreise sollten am vorausgehenden Sonntag (21. März 1933), zwei Tage vor der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes, mit dem Tag von Potsdam beruhigt werden, durch den sich die neue Regierung in die preußische Tradition zu stellen suchte.

Das Gesetz wurde gegen die Stimmen nur der verbliebenen SPD-Abgeordneten verabschiedet. Dagegen erhielt es die Zustimmung der bürgerlichen Parteien, insbesondere der Zentrumspartei und der liberalen Parteien (DVP und Deutsche Staatspartei).

Mit dem Inkrafttreten des Ermächtigungsgesetzes begann die nationalsozialistische Diktatur, in der zeitgenössischen Propaganda bis Mitte 1939 als Drittes Reich bezeichnet.

Zwischen Frühjahr und Sommer 1933 erfuhren die wesentlichen politischen und gesellschaftlichen Organisationsbereiche eine Gleichschaltung im Sinne der nationalsozialistischen Politik – teilweise „von NS-Aktivisten durch Druck von ‚unten’ bestimmt“, teilweise, wie bei der Gleichschaltung der Länder, durch Hitlers „persönliche Initiative“[114], also „durch Druck von oben“. Insbesondere wurden am 2. Mai 1933 auf einen Schlag alle Gewerkschaften aufgelöst. Ferner waren bereits am 7. April durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die überwiegende Zahl der jüdischen und politisch nicht genehmen Beamten entlassen worden.

Am 1. Juni 1933 initiierte der Reichsstand der Deutschen Industrie unter Gustav Krupp die sogenannte Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft, eine Zwangsabgabe aller Betriebe zugunsten der NSDAP, berechnet nach der Lohn- und Gehaltssumme. Bis 1945 kamen dadurch 700 Millionen Reichsmark zusammen, sodass Hitler und seine Partei keine finanziellen Probleme mehr hatten.

Am 30. Juni 1934 nutzte Hitler – angestachelt durch die Röhm-Konkurrenten Heinrich Himmler, Hermann Göring und Reinhard Heydrich – einen angeblichen Putschversuch Ernst Röhms, seines Duz-Freundes und Führers der Parteiarmee SA, zur Festigung seiner Diktatur durch Beseitigung der meisten seiner Gegner und solcher Personen, die ihm gefährlich werden konnten. Dabei gab er persönlich den Befehl zur Ermordung Röhms. Dessen „Liquidierung“ war die offizielle Hauptaktion im Zusammenhang mit dem sogenannten Röhm-Putsch am 30. Juni 1934. Zugleich wurden aber nicht nur zahlreiche Führer der SA, einige wenige SS-Männer sowie sonstige Personen ermordet, die dem Regime im Weg standen, sondern auch Personen, die zuvor gegen Hitler opponiert hatten, u. a. der ehemalige Reichskanzler und General Kurt von Schleicher zusammen mit seiner Frau in deren Wohnung.

Wenig später wurde das Ganze als angebliche „Staatsnotwehr“ gesetzlich gutgeheißen.

Hitler im November 1935 bei einer Parade anlässlich des Reichsparteitages in Nürnberg

In einer Rede vor dem Reichstag am 13. Juli 1934 erneuerte Hitler seine Zusage an die Reichswehr, sie werde die einzige Waffenträgerin des Staates bleiben. Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (2. August 1934) ging der Oberbefehl über die Reichswehr ohne Widerstand auf Hitler über. Dieser ließ das Amt des Reichspräsidenten nach einer Volksabstimmung mit dem Amt des Kanzlers verschmelzen und nannte sich fortan Führer und Reichskanzler.[115] Er demonstrierte damit die Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers auf seine Person, verwendete jedoch bewusst nicht die Amtsbezeichnung Reichspräsident für sich; diese solle dem verstorbenen Paul von Hindenburg vorbehalten bleiben, so die offizielle Erklärung.[116] Anstelle des Eides auf die Verfassung änderte am 2. August 1934 der Reichswehrminister in eigener Verantwortung, sozusagen in „vorauseilendem Gehorsam“, den Wortlaut des Schwures. Fortan mussten Offiziere, Soldaten, Beamte und auch die Reichsminister nun „vor Gott“ dem „Führer des Deutschen Reichs und Volkes, Adolf Hitler“ Treue und Gehorsam schwören.[117]

Kabinettsitzungen verloren zunehmend an Bedeutung. 1935 kamen die Minister zwölfmal zusammen, 1937 sechsmal; am 5. Februar 1938 fand die letzte Kabinettsitzung des Dritten Reiches statt.[118] So erhielten Minister (außer Goebbels und Speer) keinen Zugang mehr zum Führer, falls sie keinen guten Kontakt zu dessen Adjutanten besaßen, die derart ein erhebliches Maß an informeller Macht erlangten.[119] Statt der Mehrheitsentscheidung galt ohnehin ab jetzt überall das „Führerprinzip“, das heißt stets entschied ein „Führer“ nach eigenem Gutdünken, eventuell aufgrund der „Beratung“ durch die Unterstellten.

Bis 1935 hielt sich Hitler an einen einigermaßen geordneten Tagesablauf in der Reichskanzlei: vormittags, ab 10 Uhr, Besprechungen mit Lammers, Meissner, Funk und verschiedenen Ministern, Mittagessen um 13 oder 14 Uhr, nachmittags Besprechungen mit militärischen oder außenpolitischen Beratern oder – das war ihm lieber – mit Albert Speer über Baupläne. Im Laufe der Zeit wich Hitler von diesem festen Tagesablauf ab und wandte sich wieder seinem Bohème-Lebensstil aus der Wiener Zeit zu.[119] Er erschien „gewöhnlich erst kurz vor dem Mittagessen, las kurz durch, was der Reichspressechef Dr. Dietrich aus der Presse zusammengestellt hatte. […] So wurde es für Lammers und Meißner immer schwieriger, von Hitler Entscheidungen zu erlangen, die nur er allein als Staatsoberhaupt treffen konnte. […] Wenn Hitler auf dem Obersalzberg weilte, war es noch schlimmer. Dort kam er grundsätzlich erst gegen 14 Uhr aus seinem Zimmer. Dann ging's zum Essen. Den Nachmittag füllte meist ein Spaziergang aus, und abends wurden gleich nach dem Abendessen Filme vorgeführt.“[120]

Auch im Führungsbereich der NSDAP gab es keine echte hierarchische Befehlsstruktur. Die Reichsführung der NSDAP bestand aus einer Gruppe von Einzelpersonen unter der Leitung des als unfähig und schwach eingeschätzten Rudolf Heß. Gauleiterbesprechungen fanden nur auf Geheiß Hitlers statt, und dann diskutierte man nicht über Politik, sondern lauschte einer Führerrede.[121]

Ein weiterer Schritt in die totale Diktatur folgte 1938, als im Januar der verwitwete Reichswehrminister von Blomberg wegen seiner Heirat mit einer ehemaligen Berliner Prostituierten zurücktrat, die als nicht standesgemäß betrachtet wurde. Im selben Monat geriet der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, wegen einer zwei Jahre zurückliegenden falschen Anschuldigung bei Hitler in den Verdacht homosexueller Neigungen. Hitler entließ auch diesen General und übernahm selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht. Als Leitungsorgan trat das Oberkommando der Wehrmacht an die Stelle des Reichswehrministeriums (→ Blomberg-Fritsch-Krise).

Verfolgungs- und Vernichtungspolitik

Gleich nach der so genannten Machtergreifung begann die SA damit, Konzentrationslager für politische Gegner und Personen, die man dafür hielt, zu errichten. Ab 1934, nach der Entmachtung der SA, übernahm die SS die meisten dieser Lager und baute sie nach und nach zu einem riesigen Lagersystem aus. Die staatlichen Diskriminierungen und Verfolgungen, denen die Opfer oft durch Flucht ins Exil oder durch Emigration zu entgehen versuchten, erstreckten sich nicht nur auf die politischen Gegner Hitlers und der NSDAP. Verhaftungen, Misshandlungen, Einweisungen in Konzentrationslager und andere Unterdrückungsmaßnahmen, bis hin zur Ermordung, trafen seit der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat („Reichstagsbrandverordnung“) vom 28. Februar 1933 vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, aber auch Pazifisten, die konservative Opposition und alle sonstigen Staatsangehörigen, die Kritik äußerten oder sich widersetzten (→ Mitglieder des Widerstandes). So wurden zum Beispiel Zeugen Jehovas wegen Verweigerung des Wehrdienstes und des Hitlergrußes in Konzentrationslager eingewiesen.

Wesentliche Antriebskräfte für Hitlers Politik waren sein auf systematische Ausrottung der Juden zielender Antisemitismus und sein radikaler Sozialdarwinismus. Vom Beginn seines öffentlichen Auftretens bis zu seinem Tod verunglimpfte Hitler immer wieder Juden und andere Gruppen. Dies rechtfertigte er, indem er sie, seiner Meinung nach, als „minderwertige Menschen“ oder sogar als „Parasiten, die man ausrotten muss“, systematisch abwertete. In diesem Sinne diskriminierte er auch Sinti und Roma, Polen, Russen und andere Völker. Die nach den Juden größte unter Hitlers Herrschaft ermordete Gruppe waren etwa 2,5 bis 4 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, die als „slawische Untermenschen“ ebenfalls der rassistischen Ideologie wegen durch Hunger vernichtet werden sollten. Als „Asoziale“ wurden weitere sozial ausgegrenzte Gruppen, unter anderen Jenische und Homosexuelle, aber auch nonkonformistische Kinder und Jugendliche (→ Jugendkonzentrationslager), verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt oder ermordet.

Hitlers sozialdarwinistische Anschauungen traten auch in Äußerungen über kranke Menschen sowie Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen zutage, die er als „lebensunwert“ bezeichnete. Hitler sah in der Weltgeschichte einen permanenten Kampf, in dem die seiner Meinung nach Starken die vermeintlich Schwachen, die „höherwertigen“ die „minderwertigen Rassen“ auszumerzen hätten. So sagte er zum Beispiel auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg 1929: „Würde Deutschland jährlich eine Million Kinder bekommen und 700.000 bis 800.000 der Schwächsten beseitigt, dann würde am Ende das Ergebnis vielleicht sogar eine Kräftesteigerung sein.“[122]

Judenverfolgung

Der Antisemitismus Hitlers und der Nationalsozialisten zeigte sich zunächst in der offenen Diskriminierung und Entrechtung der Juden und führte während des Zweiten Weltkrieges zum Holocaust. Der sogenannten Endlösung der Judenfrage, der von Hitler bereits in Mein Kampf angedeuteten Absicht, alle Juden auszurotten, fielen rund sechs Millionen Menschen in ganz Europa zum Opfer.

Pläne und Terrormaßnahmen bis 1939

Einen „Meisterplan“, wie man mit den Juden umgehen sollte, hatte Hitler indes nicht.[123] Die Diskriminierungen und Verfolgungen steigerten sich vielmehr zumeist ohne seine Initiative, sie wurden vom eher zögerlichen Hitler als Reaktion auf den Druck von unten, den seine Parteigenossen ausübten, improvisiert.[124] Nachdem es kurz nach der „Machtergreifung“ durch die SA zu spontanen Gewaltakten gegen Juden gekommen war, ordnete die neue Regierung einen eintägigen Boykott jüdischer Geschäfte an, um diesen irregulären Aktivitäten ein Ventil zu öffnen. Der Boykott vom 1. April 1933, bei dessen Organisation Hitler nicht unmittelbar in Erscheinung trat, wurde als Antwort auf angebliche „jüdische Gräuelpropaganda“ aus dem Ausland hingestellt.[125] Es folgten Verordnungen und Gesetze, die die Rechte der Juden immer weiter einschränkten und sie zu Bürgern zweiter Klasse degradierten. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums beispielsweise führte ab April 1933 zur Entlassung jüdischer Beamter aus dem öffentlichen Dienst. Auch die Ausübung anderer Berufe wurde den Juden immer weiter erschwert. Jüdische Ärzte oder Rechtsanwälte durften nur noch jüdische Klienten bedienen. Andere Berufe waren ihnen ganz verschlossen.

Hitler schwebte zu dieser Zeit als Nahziel eine konsequente Ghettoisierung der Juden und ihre Absonderung von der restlichen Bevölkerung vor. Die Juden müssten „heraus aus allen Berufen […], eingesperrt in ein Territorium, wo sie sich ergehen können […], während das deutsche Volk zusieht, wie man wilde Tiere sich ansieht“.[123]

Die Parteibasis der NSDAP war mit der ihrer Meinung nach zu geringen Radikalität der Judenpolitik Hitlers unzufrieden. Deshalb kam es wiederholt zu Gewalttaten gegen Juden, was zu Protesten von Hitlers konservativen Verbündeten aus Verwaltung und Wirtschaft führte. Nachdem Hitler im August 1935 alle weiteren Einzelaktionen gegen die Juden untersagt hatte, schlug ihm auf dem Nürnberger Reichsparteitag im September die offene Unzufriedenheit der „alten Kämpfer“ entgegen. Hitler schwenkte spontan um und machte sich die Initiative des Reichsärzteführers Gerhard Wagner zu eigen, der ein „Blutschutzgesetz“ angemahnt hatte. Die zuständigen Ministerialbürokraten wurden aus Berlin eilends nach Nürnberg zitiert und entwarfen in einer Nacht die Nürnberger Rassegesetze.[126]

Diese Gesetze beraubten die deutschen Juden endgültig ihrer staatsbürgerlichen Rechte. Unter anderem wurden Ehen zwischen Juden und Nichtjuden verboten und sexuelle Beziehungen zwischen ihnen als sogenannte Rassenschande unter Strafe gestellt. Staat und Partei förderten „Arisierungen“, wie die Übernahmen jüdischer Unternehmen durch Nichtjuden (zu – für letztere – äußerst vorteilhaften Bedingungen) beschönigend genannt wurden. Auswanderungswilligen Juden wurde zugleich eine Reichsfluchtsteuer auferlegt, durch die sie die ohnehin geringen Erlöse aus Arisierungen großteils auch noch verloren. Ihren Höhepunkt vor dem Krieg fand die Judenverfolgung in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938: Als auf einer Versammlung der führenden Parteifunktionäre am 9. November 1938 anlässlich des Jubiläums des Hitler-Putsches die Nachricht eintraf, der am 7. November von einem jüdischen Attentäter verletzte Pariser Botschaftssekretär Ernst vom Rath sei seinen Verletzungen erlegen, zog sich Hitler nach einem kurzen Gespräch mit Goebbels von der Feier zurück. Goebbels instruierte daraufhin die versammelte Parteiführung und setzte so die angeblich „spontane[n] Äußerungen des Volkszorns“ in Gang. Im ganzen Reich begannen gewalttätige Ausschreitungen gegen Juden, jüdische Gemeinden, Synagogen und andere Einrichtungen.[127] Göring drohte zum Abschluss einer Konferenz zur Vereinheitlichung der Maßnahmen gegen Juden am 12. November 1938 mit schärferer Verfolgung im Fall eines künftigen Krieges: „Wenn das Deutsche Reich in irgendeiner absehbaren Zeit in außenpolitischen Konflikt kommt, so ist es selbstverständlich, dass auch wir in Deutschland in allererster Linie daran denken werden, eine große Abrechnung an den Juden zu vollziehen“.[128] In diesem Sinne radikalisierte Hitler nun auch seine antisemitische Rhetorik. In einer Rede anlässlich des sechsten Jahrestags seiner Machtübernahme drohte er am 30. Januar 1939:

„Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“[129]

Entwicklung zum Massenmord im Zweiten Weltkrieg
Hitler-Porträt im KZ Mauthausen

Nach Beginn des Krieges, durch den Emigrationen für Juden sehr schwierig geworden waren, ging das Regime von der Verdrängung und Vertreibung zur Vernichtung der Juden über. Nachdem Wehrmacht und SS im eroberten Polen die dort lebenden Juden auf verschiedene Weise terrorisiert hatten, begann der systematische Judenmord mit dem Überfall auf die Sowjetunion. Am 16. Juli 1941 erklärte Hitler gegenüber Göring, Bormann, Rosenberg und Keitel:

„Die Russen haben jetzt einen Befehl zum Partisanenkrieg hinter unserer Front gegeben. Dieser Partisanenkrieg hat auch wieder seinen Vorteil: er gibt uns die Möglichkeit, auszurotten, was sich gegen uns stellt.“[130]

Zwar erklärte Hitler noch am 21. Juli 1941, man werde die Juden in den eroberten Gebieten der Sowjetunion nicht ermorden, sondern „in den Osten“ oder „nach Sibirien“[131] deportieren, nachdem 1940 eine Zeitlang auch Madagaskar favorisiert worden war,[132] das erstmals 1885 von Paul de Lagarde vorgeschlagen worden war. Doch Hitlers Hinweis vom 16. Juli auf eine militärische Funktion des Judenmords im Rahmen der Partisanenbekämpfung trug dazu bei, dass die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD dazu übergingen, ausnahmslos alle sowjetischen Juden zu erschießen.[133] Am selben Tag erhielt Himmler von Hitler die Gesamtverantwortung für Polizei und Sicherheit im Osten. Hitler hatte mit diesem Mandat den Wunsch verknüpft, jetzt sei auszurotten, „was sich gegen uns stellt“, und „jeder, der nur schief schaue, tot[zu]schießen“.[134] Himmler verstärkte umgehend die Einsatzgruppen hinter der deutschen Front von 3000 auf 33.000 Mann, die bis Jahresende 1941 fast eine halbe Million sowjetische Juden ermordeten. Es war die erste Phase des Genozids an den Juden in Europa. Um den 17. September 1941 gab es eine Reihe von Gesprächen zwischen Hitler, Himmler und Ribbentrop, in denen es um die Frage ging, „was mit den Juden in Deutschland geschehen sollte, vor allem vor dem Hintergrund des absehbaren Kriegseintritts der USA.“[135] Bald danach griff das Mordprogramm auch auf die Juden in anderen Teilen Europas über, wobei wiederum Improvisation vorherrschte. Die Auswanderung war bald nicht mehr möglich. Die Juden in allen von Deutschland kontrollierten Gebieten wurden nun ebenfalls verfolgt, mitorganisiert vom Auswärtigen Amt.[136]

Ab dem 1. September 1941 wurden alle Juden, die älter als sechs Jahre waren, gezwungen, einen „Judenstern“ gut sichtbar an ihrer Kleidung zu tragen. Dazu kamen zahllose weitere Diskriminierungen und Schikanen, wie die Verbote, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen sowie Autos, Radios oder Haustiere zu besitzen. Nach und nach wurden die Juden im deutschen Machtbereich in Ghettos oder Konzentrationslager, vornehmlich in den eroberten Gebieten Osteuropas, eingesperrt. Nachdem dies auf immer größere Proteste der dort zuständigen Stellen gestoßen war, die auf die Überfüllung der Ghettos und die aufgrund der unhaltbaren hygienischen Zustände um sich greifende Seuchengefahr hinwiesen, wurden im März 1942 im besetzten Polen die Vernichtungslager Belzec, Sobibor, Treblinka und Auschwitz-Birkenau in Betrieb genommen. Sie dienten dem industriell betriebenen Massenmord vor allem an Juden, Sinti und Roma, Russen, aber auch an polnischen Intellektuellen, Jenischen und anderen.[137] Diese Eskalation zum Massenmord am europäischen Judentum, zur „Endlösung der Judenfrage“, verlief parallel zur Ausweitung des Krieges zum Weltkrieg. Am 9. Dezember hatte Hitler den USA den Krieg erklärt, am 5. Dezember hatte die erste erfolgreiche sowjetische Gegenoffensive vor Moskau begonnen. Eine Deportation aller europäischen Juden in noch zu erobernde Gebiete der Sowjetunion kam vorläufig nicht mehr in Frage. Und am 12. Dezember 1941 zog Hitler vor Parteiführern die Schlussfolgerung aus seiner Prophezeiung vom 30. Januar 1939: „Der Weltkrieg ist da, die Vernichtung des Judentums muss die notwendige Folge sein.“[138] Diese „Vernichtung“ wurde von den Zuhörern wortwörtlich so verstanden.[139]

Hitlers unmittelbare Verantwortung für diese Taten ist nach dem Krieg von Holocaustleugnern und anderen immer wieder mit dem Argument bestritten worden, es gebe kein entsprechendes, von Hitlers eigener Hand unterzeichnetes Dokument zur Judenvernichtung. Dem stehen die erwähnten, öffentlichen und klar dokumentierten Äußerungen Hitlers entgegen, die zeigen, dass die von seiner Regierung zu verantwortende Rassenpolitik ganz seinen persönlichen Ansichten und Zielen entsprach. Zudem wurde 1999 der Dienstkalender Heinrich Himmlers für die Jahre 1941 und 1942 veröffentlicht, der unter dem Datum des 18. Dezember 1941 als Befehl Hitlers die Notiz enthält: „Judenfrage / als Partisanen auszurotten“.[140] Ob hierin aber tatsächlich der lange gesuchte persönliche Befehl Hitlers zum Holocaust gefunden ist, wie die Herausgeber meinen, wird in der Forschung unterschiedlich beurteilt.[141] Für das Frühjahr 1941, noch vor dem Überfall auf die Sowjetunion, bezeugt Himmlers Leibarzt Felix Kersten eine Aussage Himmlers, wonach „die Juden bis Kriegsende bis auf den letzten Menschen ausgerottet werden [müssen]. Das ist der eindeutige Wunsch und Befehl des Führers.“[142] Als im Sommer 1942 die Mordmaschinerie auf hohen Touren lief, erklärte Himmler: „Die besetzten Gebiete werden judenfrei. Die Durchführung dieses sehr schweren Befehls hat der Führer auf meine Schultern gelegt.“[143]

Hitlers Absicht, alle Juden im deutschen Machtbereich ermorden zu lassen, ist möglicherweise durch sein Wissen darüber bestärkt worden, dass die Hauptverantwortlichen des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich nicht durch Strafvollstreckung zur Rechenschaft gezogen worden waren. Seine Kenntnisse hatte Hitler wohl von Max Erwin von Scheubner-Richter, der im Ersten Weltkrieg als deutscher Vizekonsul in Erzurum über den Völkermord informiert war und anschließend zu den Vertrauten Hitlers zählte, denen dieser als „Blutzeugen der Bewegung“ Mein Kampf widmete. Ein anderer Gewährsmann war Hitlers erster Außenminister Konstantin von Neurath, von 1914 bis 1916 Botschaftsrat in Konstantinopel. In einer Geheimrede auf dem Obersalzberg am 22. August 1939, in der er 50 Generäle und Admirale aller drei Waffengattungen über den geplanten Angriff auf Polen unterrichtete, führte er aus, dass die SS-Totenkopfverbände „einstweilen nur im Osten“, den Befehl hätten, „unbarmherzig und mi[t]leidslos Mann, Weib und Kind polnischer Abstammung und Sprache in den Tod zu schicken. Nur so gewinnen wir den Lebensraum, den wir brauchen.“ Anschließend bemerkte er: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“[144] Dieser Verweis auf die Möglichkeit eines ungestraften Genozids während eines Weltkrieges gehört neben anderen Faktoren zur Vorgeschichte des Massenmordes an den europäischen Juden.

Während in der Forschung heute unumstritten ist, dass Hitler vom Holocaust wusste, ihn guthieß und die Hauptverantwortung für ihn trug, gibt es bezüglich seiner Rolle bei seiner Auslösung immer noch keinen Konsens. Die sogenannten Intentionalisten, zum Beispiel Andreas Hillgruber und Klaus Hildebrand, nehmen an, dass es ein „rassenideologisches Programm“ Hitlers gegeben hätte, dessen „Kernstück“ der Judenmord gewesen sei. Wenn auch nicht jede einzelne Eskalationsstufe auf Hitlers persönliche Initiative zurückgeführt werden könne, sei seine konsequent verfolgte Vernichtungsabsicht der entscheidende Faktor im Radikalisierungsprozess der Judenpolitik.[145] Die sogenannten Funktionalisten wie u. a. Hans Mommsen oder Martin Broszat erklären sich diese Radikalisierung eher aus der kumulierenden Eigendynamik, die die antisemitische Rhetorik des charismatischen Führers Hitler im komplexen Bedingungsgeflecht von vorauseilendem Gehorsam, innenpolitischer Funktionalisierung und selbstgeschaffenen Sachzwängen ausgelöst habe.[124][146] Die Kontroverse ist noch offen, eine ausschließlich intentionalistische oder ausschließlich funktionalistische Deutung des „differenzierten Räderwerkes der Vernichtung“ gilt jedoch als überholt.[147]

Euthanasieprogramm

Anders als im Fall des Holocaust liegt für die systematische Ermordung von rund 100.000 Psychiatrie-Patienten und behinderten Menschen ein von Hitler eigenhändig unterzeichneter Führererlass vom Oktober 1939 vor, mit dem Hitler den Befehl zur Vorbereitung der später so genannten Aktion T4 an Philipp Bouhler und Karl Brandt erteilte.[148] Damit beauftragte er den als „Gnadentod“ verschleierten nationalsozialistischen Krankenmord, der im Sinne der Nationalsozialistischen Rassenhygiene als „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ bezeichnet wurde.[149] Neben der Ermordung erwachsener Anstaltsinsassen, vor allem in der „Aktion T4“, erstreckte sich das NS-Euthanasieprogramm auf die als „Aktion 14f13“ bekannte Ermordung kranker, alter oder als „nicht mehr arbeitsfähig“ bezeichneter KZ-Insassen, auf die von 1939 bis 1945 durchgeführte „Kinder-Euthanasie“ und den in der „Aktion Brandt“ getarnten Patientenmord 1943–1945.

Der von Hitler mit der Organisation beauftragte Reichsleiter und Chef der Kanzlei des Führers Philipp Bouhler ließ nach Hitlers Befehl Nervenheilanstalten, Krankenhäuser und Heilanstalten in Vernichtungsstätten umfunktionieren. Schließlich erfuhren Vertreter beider Konfessionen in Deutschland – beispielsweise der Bischof von Münster, Clemens August von Galen – von den als „Geheime Reichssache“ mit höchster Geheimhaltung behandelten Mordaktionen und wandten sich öffentlich gegen sie. Daraufhin gab Hitler im August 1941 die Weisung zur offiziellen Beendigung der „Aktion T4“.[149] Die Morde wurden dezentral als „wilde Euthanasie“ weitergeführt, statt mit Gas nun vor allem mit Medikamenten und Nahrungsentzug. Bei Kriegsende war ungefähr die Hälfte aller Anstaltsinsassen getötet worden. Die Ermordung der Behinderten diente den SS-Einsatzkommandos als Experimentierfeld für die späteren Massenmorde an Juden.[149] Allein im damaligen Reichsgebiet wurden bei den verschiedenen „Euthanasie“-Aktionen insgesamt fast 190.000 geistig und körperlich behinderte Menschen ermordet – durch Vergasen, Vergiften, Erschießen oder Verhungernlassen. Die Zahl der Opfer in den besetzten Gebieten ist nur schwer zu ermitteln, jedoch unzweifelhaft sehr hoch.

Aufrüstung und expansive Außenpolitik

Hitler mit Benito Mussolini in der Münchner Ludwigstraße

Wie schon die demokratischen Politiker der Weimarer Republik verfolgte auch Hitler außenpolitisch die Revision des Versailler Vertrags. Aber anders als diese war er nicht bereit, dabei nur auf diplomatischem Wege und im Konsens mit den ehemaligen Kriegsgegnern zu handeln, sondern nahm auch einen erneuten militärischen Konflikt in Kauf.

Dazu kam es zunächst aber nicht, da andere europäische Mächte Hitler weit entgegenkamen. Polen schloss mit Deutschland 1934 einen Nichtangriffspakt, und ein Jahr später vereinbarte Großbritannien mit dem Reich das deutsch-britische Flottenabkommen. Bereits die Erhöhung des Wehretats im März 1934 und auch die Rheinlandbesetzung im März 1936 sowie die Aufrüstung der Wehrmacht weit über das in Versailles festgelegte Maß hinaus stellten zwar glatte Brüche des Friedensvertrags von 1919 dar, wurden aber von allen anderen Vertragsparteien hingenommen.

Die bloße Revision von Versailles betrachtete Hitler jedoch nur als Etappenziel. Nach eigenen Aussagen betrachtete er sogar die deutschen Grenzen von 1914 als „unlogisch“ und zu eng. Obwohl Hitler in seinen Reden immer wieder den Willen zum Frieden betonte, war seine Außenpolitik auf Krieg ausgerichtet. Nach Hindenburgs Tod (1934) teilte er der Generalität mit, sein Ziel sei es, innerhalb von fünf Jahren die Kriegsbereitschaft Deutschlands herzustellen. Das gleiche Ziel verfolgte Hitler mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht (1935) und dem 1936 angekündigten Vierjahresplan.

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands nach 1933 beruhte im Wesentlichen auf der allgemeinen Erholung der Weltkonjunktur sowie auf einem durch teilweise verschleierte Kredite finanzierten Programm staatlicher Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Dabei spielte der obligatorische Reichsarbeitsdienst ebenso eine Rolle wie die verstärkte Aufrüstung, die ohne ausreichende Deckung durch das Reich über die sogenannten Mefo-Wechsel finanziert wurde.

Die Entschlossenheit der nationalsozialistischen Außenpolitik zeigte sich bereits im Oktober 1933, als Deutschland Abrüstungsverhandlungen mit Großbritannien und Frankreich abbrach und aus dem Völkerbund austrat. 1934 unterstützte Hitler einen nationalsozialistischen Putschversuch in Wien, bei dem der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde. Auf der gleichen Linie lag die Unterstützung Francos im Spanischen Bürgerkrieg seit 1936. Der Einsatz der deutschen Legion Condor, die entscheidend zu Francos Sieg beitrug, galt nicht zuletzt der Erprobung der Luftwaffe für einen kommenden Krieg. Am 5. November 1937 informierte Hitler die Generalität über seine weiteren Pläne. In der Niederschrift, die der anwesende Oberst Hoßbach von der Geheimkonferenz anfertigte, heißt es, zur Lösung der deutschen Frage könne es nur den Weg der Gewalt geben. Zugleich gab Hitler seinen Entschluss bekannt, bei nächster Gelegenheit gegen die Tschechoslowakei und Österreich loszuschlagen. Noch im Dezember 1937 genehmigte Hitler den 1. Nachtrag zur Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung für die Wehrmacht vom 24. Juni 1937, in dem diese Offensivpläne konkretisiert wurden:

„Hat Deutschland seine volle Kriegsbereitschaft erreicht, so wird die militärische Voraussetzung geschaffen sein, einen Angriffskrieg gegen die Tschechoslowakei […] auch dann zu einem siegreichen Ende zu führen, wenn die eine oder andere Großmacht gegen uns eingreift.“

1938: Wagenkolonne Hitlers in Wien, vom Praterstern in die Praterstraße einfahrend

Mit militärischen Drohungen erreichte Hitler im März 1938 den Anschluss Österreichs als Ostmark an das nunmehr so genannte Großdeutsche Reich (vgl. auch „Unternehmen Otto“), wobei ihm die Begeisterung des größten Teils der österreichischen Bevölkerung stark entgegenkam. Am 13. März unterzeichnete er in Linz das Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich. Am 15. März wurde er in Wien mit ungeheurem Jubel empfangen. Vom Balkon der Hofburg aus verkündete er die „Vollzugsmeldung meines Lebens“: den „Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich.“[150]

Mussolini bei der Unterzeichnung des Münchner Abkommens

Im Oktober des gleichen Jahres 1938 verlangte er die Abtretung des mehrheitlich von Deutschen besiedelten Sudetenlandes von der Tschechoslowakei an Deutschland. Da die Tschechoslowakei mit Frankreich und Großbritannien verbündet war, drohte schon damals der Ausbruch des Krieges. Auf Vermittlung Mussolinis, der eine Anregung der britischen Regierung aufgegriffen hatte, sie werde seine Vermittlung in der Sudetenfrage begrüßen,[151] kam in München eine Konferenz mit dem britischen Premier Arthur Neville Chamberlain, dem französischen Ministerpräsidenten Édouard Daladier und dem italienischen Duce Benito Mussolini zustande. Chamberlain und Daladier erschienen ihre Länder noch nicht kriegsbereit, sodass sie in Fortsetzung ihrer bisherigen Appeasement-Politik Hitlers Forderungen im Münchner Abkommen entgegenkamen und ihr Bündnis mit der Tschechoslowakei preisgaben. Trotz Hitlers Bestandsgarantie für die „Rest-Tschechei“, wie er sie nannte, erzwang er im März 1939 – wiederum unter Kriegsdrohung – die faktische Annexion Tschechiens mit der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren unter der Gebietshoheit des Deutschen Reiches. Die Slowakei bildete nominell einen unabhängigen Staat, der aber de facto als Satellitenstaat von Deutschland abhängig war.

Unmittelbar nach der völligen Zerschlagung der Tschechoslowakei versicherte Hitler in einer Reichstagsrede, die letzten territorialen Forderungen Deutschlands seien damit erfüllt. Gleichwohl sollte er schon wenige Monate später die Angliederung Danzigs an das Reich fordern und in dem geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 die Aufteilung Polens und des Baltikums zwischen Deutschland und der Sowjetunion festschreiben lassen. Die Forderungen an Polen lösten schließlich den Zweiten Weltkrieg aus. Auf diesen Krieg war Hitlers Denken und Regierungshandeln seit 1933 fixiert. Alles andere hatte sich dem unterzuordnen. Sein Verhalten während und nach der Sudetenkrise hatten aber in Großbritannien und Frankreich zu einem Umdenken geführt. Den führenden Staatsmännern beider Länder war nun bewusst, dass Hitler nicht vertragswillig war und dass ein Eingehen auf seine Forderungen nur weitere Forderungen nach sich zog.[152]

Hitler und der Zweite Weltkrieg

Neben der in Mein Kampf angekündigten Vernichtung der Juden und des Marxismus sowie dem dauerhaften Erhalt nationalsozialistischer Macht in Form einer Diktatur strebte Hitler seit Beginn seiner Kanzlerschaft das an, was er schon in Mein Kampf beschrieben hatte: die „Ausweitung des Lebensraumes des deutschen Volkes“.[153] Dieses Ziel werde „mit bewaffneter Hand erreicht werden“,[153] erklärte er – dokumentiert in der Liebmann-Aufzeichnung – bereits am 3. Februar 1933 vor der Reichswehrführung. Hitler arbeitete zielstrebig auf den nächsten Krieg hin. Dabei ging es ihm nicht nur um die Revision der Ergebnisse des Ersten Weltkriegs und um die Erlangung einer Weltmachtstellung für das Deutsche Reich, sondern auch um die Eroberung eines in kontinentaler Grenzkolonisation zu erschließenden riesigen Kolonialreichs oder – wie er es nannte – von „Lebensraum im Osten“. Die geplanten Eroberungen richteten sich also im Wesentlichen gegen die Sowjetunion. Die Tatsache, dass er diese Politik als Kampf gegen den Bolschewismus darstellen konnte, führte dazu, dass viele Politiker das nationalsozialistische Deutschland als willkommenes Bollwerk gegen die Sowjetunion betrachteten und Hitler lange Zeit gewähren ließen. Vor allem aber trug die Appeasementpolitik Chamberlains und Daladiers einer allgemein verbreiteten Haltung in Großbritannien und Frankreich Rechnung, nach der ein neuer Krieg unter allen Umständen zu vermeiden war.

Erst nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Prag erkannten die Regierungen beider Länder, dass ein Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland unvermeidlich geworden war. Sie erhöhten ihre Rüstungsausgaben und versuchten, die Regierung der Sowjetunion als Verbündete zu gewinnen. Josef Stalin und Außenminister Molotow ließen dahin gehende Verhandlungen jedoch scheitern, weil sie der Meinung waren, Großbritannien und Frankreich benötigten die sowjetische Hilfe dringender als die Sowjets die Unterstützung des Westens. Stalin rechnete mit einem langen Stellungskrieg im Westen wie im Weltkrieg 1914–1918 und plante, mit der Roten Armee erst dann in den Krieg einzugreifen, wenn die Kriegsparteien erschöpft sein würden.[154] Zudem benötigte er Zeit, um die nach dem Großen Terror geschwächte Rote Armee zu reorganisieren.

Hitlers Interessen deckten sich teilweise mit denen Stalins. Auch ihm kam es darauf an, Zeit zu gewinnen. Er wollte einen Zweifrontenkrieg wie zuvor im Weltkrieg vermeiden, zunächst Frankreich schlagen, Großbritannien möglichst aus dem Krieg heraushalten und sich erst dann seinem eigentlichen Ziel, Russland, zuwenden. Zur Überraschung der Öffentlichkeit unterzeichnete Außenminister Joachim von Ribbentrop am 23. August 1939 in Moskau einen deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der in einem geheimen Zusatzprotokoll die Aufteilung Osteuropas in eine deutsche und eine sowjetische Interessensphäre vorsah. Gedeckt durch diesen sogenannten Hitler-Stalin-Pakt, konnte Deutschland nun – von der UdSSR ungehindert – zuerst Polen, dann Frankreich und Großbritannien angreifen.[155]

Entfesselung des Krieges

Den Abschluss des Pakts verstanden alle europäischen Mächte als Signal für den unmittelbar bevorstehenden Kriegsbeginn. Tatsächlich forderte Hitler von Polen prompt die Abtretung des Polnischen Korridors zwischen Hinterpommern und Ostpreußen sowie die Angliederung der Freien Stadt Danzig ans Reich. Ebenso prompt verstärkte die deutsche Presse ihre Berichterstattung über angebliche Gräueltaten und Massaker von Polen an „Volksdeutschen“ und forderte ein Einschreiten gegen diese „Provokationen“.

In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1939 inszenierten in polnische Uniformen gekleidete SS-Männer einen Überfall auf den Sender Gleiwitz in Schlesien. Am 1. September verkündete Hitler vor dem Reichstag, Polen habe Deutschland angegriffen und seit 5:45 Uhr werde nunmehr zurückgeschossen. Bei dieser neuerlichen Lüge stimmte nicht einmal die Uhrzeit. Die Wehrmacht war ohne Kriegserklärung um 4:45 Uhr auf breiter Front in Polen einmarschiert. Anders als bei der Tschechoslowakei im Jahr zuvor – und anders als Hitler erwartet hatte – erklärten Frankreich und Großbritannien diesmal Deutschland (nicht aber der am 17. September 1939 ebenfalls in Polen einmarschierenden Sowjetunion) den Krieg. Damit hatte der Zweite Weltkrieg begonnen.

Kriegsverlauf
Chronologische Frontverlaufs-Animation des Zweiten Weltkriegs in Europa 1939–1945
(blau: von Deutschland und seinen Verbündeten kontrollierte Gebiete; rot: von den Alliierten kontrollierte Gebiete; grün: von der Sowjetunion kontrollierte Gebiete vor 1941)

Aufgrund der mehrfachen Überlegenheit der deutschen Truppen war Polen bereits nach 18 Tagen de facto besiegt. Die polnische Hauptstadt Warschau wurde am 15. September 1939 eingeschlossen. Hitler reiste den voranstürmenden deutschen Truppen in seinem Sonderzug „Amerika“[156] hinterher und ließ es sich auch nicht nehmen, die Bombardierung Warschaus aus dem Scherenfernrohr[157] zu beobachten.

Parade am 5. Oktober 1939 in Warschau

Nachdem Warschau am 27. September 1939 kapituliert hatte, nahm Hitler dort am 5. Oktober 1939 eine pompöse Siegesparade ab, obwohl der deutsche Sieg teuer erkauft war: Über 10.000 deutsche Soldaten hatten in knapp vier Wochen ihr Leben verloren.[158] Am 17. September 1939 marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein, wie in dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts (Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt) vereinbart. Nach dem 22. September 1939, als deutsche und sowjetische Truppen in Brest-Litowsk gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt zusammentrafen, erfuhr Hitler von deutschen Panzeroffizieren, wie schlecht die sowjetischen Panzer seien. Wochenschauaufnahmen von diesen Panzern schienen diese Meldungen zu bestätigen. Als die Rote Armee nach dem von Stalin am 30. November 1939 befohlenen Angriff auf Finnland zunächst empfindliche Niederlagen im Winterkrieg von 1939/1940 hinnehmen musste, wurde Hitler erst recht in seiner Annahme bestärkt, die Rote Armee sei ein leicht zu besiegender Gegner.

Seinen größten Triumph genoss Hitler im Frühjahr 1940, als er, wie in der Ansprache vom 23. November 1939 angekündigt, „zum günstigsten und schnellsten Zeitpunkt“[159] Westeuropa angreifen ließ: Die Wehrmacht besiegte in mehreren Blitzkriegen, die kaum zwei Monate dauerten, zunächst die neutralen Staaten Dänemark und Norwegen im „Unternehmen Weserübung“, um den Export von Eisenerz aus Nordschweden entlang der norwegischen Küste zu sichern und um einer britischen Landung in Norwegen zuvorzukommen, dann die ebenfalls neutralen Staaten Luxemburg, Belgien, Niederlande und schließlich Frankreich im Westfeldzug.

Hitler und Stab im Frühsommer 1940

Aus dem eingeschlossenen Dünkirchen konnten aber das Gros des britischen Expeditionskorps, über 250.000 Soldaten, und 120.000 französische Soldaten während der Operation Dynamo auf die britische Insel evakuiert werden. Hitler hatte am 17. Mai 1940 und am 24. Mai 1940 in die operative Führung eingegriffen und den deutschen Panzerdivisionen einen Haltebefehl erteilt, da er und andere zu große Risiken befürchteten.[160] Das Problem bestand weniger in Hitlers mangelndem militärischen Sachverstand, sondern in der Abhängigkeit von seinen extremen Gefühlsschwankungen. Der Führer pendelte immer wieder zwischen maßloser Überschätzung und übertriebener Katastrophenstimmung hin und her.[161] Als am 17. Juni 1940 in Hitlers Gefechtsstand das Waffenstillstandsgesuch der französischen Regierung eintraf, stilisierte Generaloberst Wilhelm Keitel dagegen den Führer zum „größte[n] Feldherr[n] aller Zeiten“ empor.[162][163] Hitler erlag nach dem schnellen Sieg im Westen dem Größenwahn, als er kurz darauf gegenüber dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht erklärte: „Jetzt haben wir gezeigt, wozu wir fähig sind. Glauben Sie mir, Keitel, ein Feldzug gegen Rußland wäre dagegen ein Sandkastenspiel.“[164]

Hitler, Hermann Göring, Raeder, v. Ribbentrop, Heß, Himmler sowie Offiziere der Waffen-SS vor dem Wagen von Compiegne

Am 22. Juni 1940 wurde im symbolträchtigen Wagen von Compiègne der Waffenstillstand mit dem besiegten Frankreich geschlossen. Hitler stand im Höhepunkt seines Ansehens beim deutschen Volk. Der Chefredakteur des Völkischen Beobachters, zum Beispiel, phantasierte: „[…] es war der Nationalsozialist Adolf Hitler, der die Fähigkeit bewies, diese Aufgabe zu meistern und den kühnen Weg von der statischen zur dynamischen Kriegführung [zum Blitzkrieg] mit Erfolg zu beschreiten.“[165]

In Großbritannien hatte Winston Churchill, der schon seit 1933 ein kompromissloses Auftreten gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland verlangt hatte, am 10. Mai 1940 Arthur Neville Chamberlain als Premierminister abgelöst. Hitler sah dennoch in Großbritannien einen möglichen Verbündeten und appellierte 1940 „an die Vernunft auch in England“, den Krieg gegen Deutschland unverzüglich (und zu dessen Konditionen) zu beenden.[166] Trotz Großbritanniens ungünstiger Lage lehnte Churchill jede Verständigung mit Hitler ab.[167]

Die Luftschlacht um England (10. Juli bis 31. Oktober 1940) endete als militärisches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage für Hitler, dem es zum ersten Mal nicht gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.[168] Aufgrund der fehlenden Luftherrschaft und der Tatsache, dass Großbritannien zu diesem Zeitpunkt keine akute Bedrohung darstellte, ließ Hitler im Frühjahr 1941 die Planungen für das „Unternehmen Seelöwe“, die Invasion Englands, abbrechen. Bereits im Juli 1940 hatte er mit Wilhelm Keitel und Alfred Jodl auch über die Notwendigkeit gesprochen, die Sowjetunion als letzte kontinentale Hoffnung Englands auszuschalten.[169] Am 31. Juli 1940 erläuterte Hitler der Wehrmachtführung seinen Entschluss, den Angriff auf „Sowjetrußland“ für das kommende Frühjahr vorzubereiten.[170] Hitler war fest entschlossen, die Sowjetunion zum frühestmöglichen Zeitpunkt anzugreifen, um dadurch auch den Krieg gegen Großbritannien zu gewinnen,[171] noch bevor die Vereinigten Staaten auf dem europäischen Kriegsschauplatz eingreifen konnten.[172] Mit dem am 27. September in Berlin geschlossenen Dreimächtepakt zwischen Deutschland, Italien und Japan hoffte Hitler, eine Kriegsbeteiligung der USA verhindern und Großbritannien zu Friedensverhandlungen veranlassen zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich in keiner Weise. Außerdem erwies sich der Hitler-Stalin-Pakt, der Hitler seit 1939 im Krieg gegen die Westmächte einen enormen Vorteil verschafft hatte, nun als „Achilles-Ferse“.[173] Das Wirtschaftsministerium machte Hitler darauf aufmerksam, dass die Lieferungen der Sowjetunion bei weitem nicht ausreichten, um Deutschland instand zu setzen, auf Dauer einen Krieg gegen Großbritannien und dessen weltweite Ressourcen in den Dominions sowie gegen die USA durchzustehen.[174] Darüber hinaus hatte Deutschland bereits jetzt wachsende Probleme, die sowjetischen Lieferungen von Getreide, Öl, Baumwolle und Metall zu begleichen.[175] Hitler hatte sich in eine gefährliche Abhängigkeit von Stalins Wohlwollen begeben. Am 18. Dezember 1940 unterzeichnete Hitler die Weisung „Unternehmen Barbarossa“. Die Sowjetunion sollte zum frühestmöglichen Zeitpunkt angegriffen werden, noch bevor der Krieg gegen Großbritannien beendet war. Das strategische Ziel war, den endgültigen Sieg im Krieg zu erringen, „indem man London via Moskau schlug […]“,[176] und danach „ein blockadefestes Großimperium“ bis zum Ural und über den Kaukasus hinaus zu errichten.[177]

Zunächst kam die Wehrmacht aber im Frühjahr 1941 im Balkankrieg Mussolinis Italien zu Hilfe, dessen Angriff auf Griechenland gescheitert war. Die Feldzüge gegen Jugoslawien und Griechenland führten zu einer Verschiebung des geplanten Überfalls auf die Sowjetunion von Ende Mai 1941 um einen Monat.[178] Im Februar 1941 trafen zwei deutsche Panzerdivisionen unter dem Befehl des Generalleutnants Erwin Rommel im libyschen Tripolis ein, um auch dort eine italienische Niederlage abzuwenden, nachdem Mussolini im September 1940 die britische Stellung in Ägypten hatte angreifen lassen. Die deutschen Truppen drängten die Briten überraschend nach Osten bis El Alamein zurück.

Der Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion begann in den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941. Ein großes Täuschungsunternehmen, das von Norwegen bis zur französischen Kanalküste organisiert wurde, sollte die Absicht einer Landung in England im Juni 1941 vortäuschen und damit die Aufmerksamkeit vom Osten ablenken.[179] Selbst nach dem erfolgten Angriff im Osten spielte der erste Wehrmachtbericht vom 22. Juni 1941 den Überfall herunter,[180] während das am 22. Juni 1941 in Moskau statt einer offiziellen Kriegserklärung übergebene „Memorandum“ sich auf die Präventivkriegslegende stützte,[181] die die nationalsozialistische Propaganda anschließend verbreitete. Die NS-Propaganda verklärte den Krieg im Osten als Kampf von Antikommunismus, Antibolschewismus und „abendländischer Kultur“ gegen „asiatische Barbarei“ und „jüdischen Bolschewismus“. Tatsächlich handelte es sich – auch nach Hitlers persönlichem Verständnis – von Anfang an um einen Raub- und Vernichtungskrieg. Er diente allein dem Ziel, durch Eroberungen eine „Vergrößerung des Lebensraumes unseres Volkes in Europa“[182] zu erreichen und die Bevölkerung der eroberten Gebiete auf den Status von Sklaven herabzudrücken oder sie wie die Juden zu vernichten.

Reichstagsrede Hitlers zur Kriegserklärung an die USA, Kroll-Oper Berlin, 11. Dezember 1941 (oben links Göring)

Nach einer Reihe von großen Erfolgen der Wehrmacht (→ Kesselschlachten) mit Hunderttausenden kriegsgefangener sowjetischen Soldaten blieb ihr Angriff im Dezember 1941 kurz vor Moskau stecken. Am 29. November 1941 hatten der Rüstungsminister Fritz Todt und der für den Panzerbau zuständige Walter Rohland eine Rüstungskonferenz in Berlin arrangiert, an der u. a. auch Hitler teilnahm. Rohland berichtete in Gegenwart von Keitel, Jodl, Brauchitsch, Leeb und anderen führenden Militärs von der Überlegenheit der sowjetischen Panzerproduktion. Entweder während des Treffens oder später sagte Todt im kleinen Kreis: „Dieser Krieg ist militärisch nicht mehr zu gewinnen!“ Hitler hörte zu, ohne zu widersprechen, und fragte dann: „Wie soll ich dann diesen Krieg beenden?“ Todt erwiderte, der Krieg könne nur politisch zu einem Ende gebracht werden, worauf Hitler bemerkte: „Ich sehe aber kaum noch einen Weg, politisch zu einem Ende zu kommen.“[183] Am 7. Dezember griff Deutschlands Verbündeter Japan den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Oahu (Hawaii) an und zog damit die Vereinigten Staaten in den Konflikt, denen Hitler am 11. Dezember 1941 in einer Reichstagsrede den Krieg erklärte,[184] obwohl er aufgrund des Dreimächtepaktes dazu nicht verpflichtet war. Hitler argumentierte, seine Kriegserklärung sei bloß eine förmliche Bestätigung dessen, was aufgrund des Leih- und Pachtgesetzes zugunsten Großbritanniens und der UdSSR bereits Realität sei.[185] Wichtiger noch war ihm die strategische Überlegung, dass die drei Paktmächte den USA nicht die Chance geben dürften, ihre Gegner nacheinander und einzeln militärisch niederzuringen.[186] Prestige und Propaganda waren ihm bei der Kriegserklärung ebenfalls wichtige Faktoren.[187] Die Kriegserklärung erfolgte, ohne dass er vorher eine Studie über die Folgen eines amerikanischen Kriegseinritts hatte ausarbeiten lassen.[188] Am 18. Dezember 1941, auf dem Höhepunkt der Winterkrise vor Moskau, erließ Hitler gegen den Rat des Oberbefehlshabers des Heeres, Walther von Brauchitsch, einen Haltebefehl, der alle Soldaten zum fanatischen Widerstand „ohne Rücksicht auf durchgebrochenen Feind in Flanke und Rücken“ verpflichtete. Sein Starrsinn kostete zehntausende deutsche Soldaten das Leben.[189] Hitler übernahm nun selbst den Oberbefehl über das Heer von Brauchitsch,[190] den er für die Katastrophe verantwortlich machte. „Das bißchen Operationsführung kann jeder machen“,[191] meinte er geringschätzig. Auch der erfolgreiche Panzergeneral Guderian, der Hitler vor Verlusten warnte, die in keinem Verhältnis zu den erreichbaren Ergebnissen stehen würden, musste sich abkanzeln lassen: „Sie stehen den Ereignissen zu nahe. […] Sie haben zu viel Mitleid mit den Soldaten.“[192] und wurde entlassen.

Lagebesprechung im Hauptquartier der Heeresgruppe Süd in Poltawa, 1. Juni 1942

Bevor die Wehrmacht Ende Juni 1942 im Südabschnitt der Ostfront noch einmal in die Offensive ging, um sowohl Stalingrad an der Wolga als auch die Ölfelder bei Maikop, Grosny und Baku zu erobern, erklärte Hitler am 1. Juni 1942 auf einer Oberbefehlshaber-Besprechung in Poltawa (Heeresgruppe Süd): „Wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme, dann muß ich diesen Krieg liquidieren.“[193] Zu Jahresbeginn 1943 erlitt sie in der Schlacht von Stalingrad ihre bis dahin verlustreichste Niederlage, die allgemein als Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs angesehen wird. Verantwortlich für diese schwere Niederlage war Hitler selbst, da er dem Befehlshaber der 6. Armee den Rückzug aus Stalingrad verboten hatte, so lange dies noch operativ möglich gewesen war, ohne die Heeresgruppe A, die bis zum Kaukasus vorgestoßen war, zu gefährden.

Nachdem auch das Deutsche Afrikakorps (DAK) in der Zweiten Schlacht von El Alamein geschlagen und Rommel entgegen Hitlers ausdrücklichem Befehl am 4. November 1942 den Rückzug aufgrund erdrückender Übermacht der Briten befohlen hatte, wurde das DAK bis nach Tunesien zurückgedrängt, wo inzwischen US-amerikanische Truppen (→ Operation Torch) eingetroffen waren. Rommel, von britischen und US-Truppen in die Zange genommen, bat Hitler im März 1943, Tunesien räumen und seine Truppen nach Sizilien zurückziehen zu dürfen. Hitler lehnte wiederum brüsk ab. Tunesien solle bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone gehalten werden.[194] Am 12. Mai 1943 – Rommel war inzwischen aus Nordafrika abberufen worden – kapitulierten 150.000 deutsche und 100.000 italienische Soldaten auf der Halbinsel Kap Bon. Die deutsche Bevölkerung erfuhr mit der Kapitulation des DAK erst jetzt von der Abberufung des überaus populären Rommel und reagierte entsetzt auf die hohen Verluste in Nordafrika, die als Wende des Krieges gedeutet wurden. Hinter vorgehaltener Hand sprach man von einem „zweiten Stalingrad“ oder von „Tunisgrad“.[195] Anfang April 1943 hatte Hitler im Barockschloss Kleßheim bei Salzburg versucht, Mussolinis Kampfmoral aufzufrischen; dieser sah keine Möglichkeit mehr, gegen die Sowjetunion zu siegen, und trat verzweifelt für einen Kompromissfrieden im Osten ein, den Hitler kategorisch ablehnte. Stattdessen hielt er lange Monologe mit Ausschweifungen in die preußische Geschichte, um Mussolinis Bereitschaft zur Fortsetzung des Krieges zu stärken.[196] Auch die anderen Verbündeten, König Boris von Bulgarien, Marschall Ion Antonescu aus Rumänien, Reichsverweser Admiral Nikolaus von Horthy aus Ungarn, Ministerpräsident Vidkun Quisling aus Norwegen, Präsident Jozef Tiso aus der Slowakei, Ante Pavelic aus Kroatien und Ministerpräsident Pierre Laval aus Vichy im unbesetzten Teil Frankreichs trafen ihn allesamt bis Ende des Monats in Kleßheim oder auf dem Berghof. In jedem dieser Fälle war der Zweck der Begegnung die Stärkung des Widerstandswillens: durch Schmeichelei, durch gutes Zureden, teilweise auch durch kaum verhüllte Drohungen.[197] Hitler ließ von Jodls Stab gefälschte Karten anfertigen, auf denen der wahre Frontverlauf im Osten nicht exakt eingetragen war. Dadurch erschien die Lage an der Ostfront wesentlich positiver, als sie in Wirklichkeit war.[198]

Im selben Jahr (1943) erlangten die alliierten Bomberverbände militärische Überlegenheit im Luftraum über Deutschland. Im Luftkrieg versanken nach und nach viele deutsche Großstädte in Schutt und Asche. Ein Grund dafür war, dass die deutsche Luftfahrtindustrie auf Befehl Hitlers weiterhin schwere Bomber statt leichter Jagdflugzeuge baute; letztere hätten die Angriffe auf die deutschen Städte abwehren oder mindern können. Der bis dahin schwerste Angriff richtete sich mit der „Operation Gomorrha“ im Juli gegen Hamburg, wo schätzungsweise mehr als 30.000 Menschen in einem Feuersturm sondergleichen umkamen. Der Hamburger Gauleiter Kaufmann bat Hitler mehrmals, die zu mehr als 50 Prozent zerstörte Stadt zu besuchen. Aber der Führer empfing nicht einmal eine Delegation jener, die beim Rettungsdienst Hervorragendes geleistet hatten. Er konnte sich auch, trotz Goebbels’ Aufforderung, nicht dazu aufraffen, im Rundfunk zur deutschen Bevölkerung zu sprechen.[199] Als im August und im September desselben Jahres die Reichshauptstadt in drei Großangriffen erstmals schwer beschädigt worden war, notierte Goebbels in seinem Tagebuch, dass man „vor allem beklagt, daß bezüglich des Luftkriegs von seiten des Führers kein erklärendes Wort gesprochen wird.“[200]

Am 6. Juni 1944 eröffneten die Westalliierten mit der Invasion in der Normandie eine zweite Front im Westen. Auch sie wurde begünstigt durch schwere strategische Fehlentscheidungen Hitlers, der zwar zunächst entgegen der Ansicht der militärischen Führung davon ausging, dass die Normandie das Invasionsgebiet sein werde, sich jedoch von seinem Stab wieder davon abbringen ließ. Noch eine Woche nach Invasionsbeginn war er daher der Meinung, die Invasion in der Normandie sei ein Täuschungsmanöver. Er verbot, Truppen von anderen Küstenabschnitten abzuziehen,[201] da außerdem eine Kriegslist der Alliierten ihm vorspiegelte, dass die eigentliche Invasion weiter nördlich, am Pas de Calais, noch bevorstehe (Operation Fortitude). Unübersichtliche Kommandostrukturen und Kompetenzchaos in der Wehrmachtführung lähmten auch in den folgenden Wochen deutsche Gegenmaßnahmen oder die Entsendung von Reserveeinheiten in die Normandie.[202] Als alliierte Truppen auf Paris vorrückten, befahl Hitler, dass Paris bis zum letzten Mann verteidigt werden sollte und nahm damit bewusst in Kauf, dass es zerstört werden könnte.[203]

Trotz fortwährender Niederlagen, immenser Verluste der Zivilbevölkerung in vielen beteiligten Ländern, gewaltiger Zerstörungen, und obwohl Hitler selbst schon 1943 geäußert hatte, dass ein militärischer Sieg nicht mehr zu erringen sei[204], ließ Hitler den Krieg weiterführen. Sein persönliches Eingreifen in die Kriegsführung, beispielsweise das Verbot, gefährdete Truppenteile frühzeitig zurückzuziehen (→ Fester Platz), hatte massive Verluste auf Seiten der Wehrmacht zur Folge.

Der tote Volkssturm-Bataillonsführer Walter Dönicke neben einem zerstörten Hitlerporträt im Leipziger Neuen Rathaus, 19. April 1945

Erst als die Westalliierten an der Elbe standen, die Rote Armee im Stadtzentrum von Berlin und Hitler befürchtete, für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen zu werden,[205] entschloss er sich zum Selbstmord.

Im Zweiten Weltkrieg verloren weltweit etwa 55 Millionen Menschen aufgrund von Kriegseinwirkungen ihr Leben. Noch mehr Soldaten und Zivilisten wurden – viele mit dauerhaften Schäden – verwundet, obdachlos, vertrieben, deportiert oder inhaftiert. Große Teile Europas und Ostasiens (besonders Japan) waren verwüstet. Das Ende des Deutschen Reiches als politisch souveräner Akteur war ebenfalls Folge des Krieges: Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde es in vier Besatzungszonen aufgeteilt und seine Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie unter polnische beziehungsweise sowjetische Verwaltung gestellt. Weitere Folgen der Hitler-Politik waren die 40 Jahre währende Hegemonie der Sowjetunion über Osteuropa und Teile Mitteleuropas sowie die bis 1990 währende Teilung Deutschlands(→ Zwei-plus-Vier-Vertrag).

Hitlers Regression im Krieg

Die Veränderung der Arbeitsgewohnheiten im Krieg verwandelte Hitler gegen seine natürliche Neigung zum Müßiggang in einen besessenen „Workaholic“, der vor allem mit Details beschäftigt war, ohne sich erholen zu können, umgeben von der immer gleichen, wenig inspirierenden Entourage.[206] Sein selbstzerstörerischer Arbeitsstil im Zweiten Weltkrieg war keine Zufallsentwicklung, sondern Folge einer extremen Form personalisierter Herrschaft, die bereits 1940 die formalen und regelhaften Strukturen der Regierung und des militärischen Kommandos, die in modernen Staaten notwendig sind, zu zerstören begonnen hatte. Kein anderer führender Staatsmann des Zweiten Weltkrieges, weder Churchill noch Roosevelt noch Stalin, rieb sich darin auf, wie Hitler die militärischen Geschäfte zu leiten, war dermaßen außerstande, Autorität zu delegieren. Hitler brütete ständig über kleinste Details militärischer Taktik, ohne dass wenig oder überhaupt Raum für irgendetwas blieb, was nicht mit der Kriegführung zusammenhing.[207]

Die Tagesabläufe waren geprägt durch Nächte mit wenig Schlaf, spätes Aufstehen am Morgen und lange Besprechungen mit seinen führenden Militärs mittags und abends, die oft außerordentlich anstrengend waren.[208] Die Kehrseite seines stets wachsenden Misstrauens gegen seine Generale war seine grenzenlose Egomanie, die in cholerischer Weise immer häufiger zum Ausdruck kam. Er war davon überzeugt, dass er allein den Sieg gewährleisten könne. Die Übernahme der operativen Führung des Heeres durch Hitler in der Winterkrise 1941 war die deutlichste Manifestation dieses verheerenden Syndroms. In Angelegenheiten, die mit der Heimatfront zu tun hatten, gab er zwar, was seine Autorität anging, keinen Zentimeter nach, war aber dennoch unfähig, mehr zu tun als sporadisch und unsystematisch zu intervenieren oder Untätigkeit zu verschleiern.[209]

Hitler spürte, dass er das Vertrauen des Volkes verloren hatte. Da er keine Triumphe mehr verkünden konnte, wollte er auch nicht mehr zum deutschen Volk sprechen. Er erschien 1944 nicht ein einziges Mal in der Öffentlichkeit, um eine Rede zu halten.[210] Nur dreimal, am 30. Januar, dem Jahrestag der so genannten Machtergreifung, am 21. Juli, frühmorgens, und am 31. Dezember[211] sprach er im Rundfunk zur deutschen Nation. Ansonsten hörte das deutsche Volk während des Jahres 1944 nichts Direktes von seinem Führer.[212]

Hitlers Ende im Bunker

Schlagzeile in der US-Army-Zeitung Stars and Stripes nach Hitlers Tod

Hitlers Gesundheitszustand verschlechterte sich im Laufe des Kriegs rapide. So litt er nach heute überwiegender Auffassung an der Parkinsonschen Krankheit im fortgeschrittenen Stadium und an zunehmender Demenz; er behielt aber weiterhin seine von vielen Zeitzeugen beobachtete Suggestionskraft. Am 19. März 1945 gab er den Befehl zur Zerstörung der Infrastruktur im Deutschen Reich beim Rückzug der Wehrmachtsverbände (Nerobefehl), welcher jedoch von Rüstungsminister Speer nicht mehr in die Tat umgesetzt wurde. Dieser Befehl entsprach ganz seinem Denken in den Gegensätzen Sieg oder Vernichtung, denn für den Feind sollte nicht mehr übrig bleiben als „verbrannte Erde“. Die Zukunft gehörte seiner Meinung nach dem Ostvolk, welches sich als das Stärkere erwiesen habe, während die Deutschen ihre Existenzberechtigung mit der Niederlage verwirkt hätten.

Am 22. April 1945 erlitt Hitler bei der täglichen Lagebesprechung im Führerbunker unter der Reichskanzlei in Berlin einen Nervenzusammenbruch, als er erfuhr, dass der von ihm befohlene Entsatzangriff der Armeegruppe Steiner in der Schlacht um Berlin gar nicht stattgefunden hatte. SS-Obergruppenführer Steiner hatte diesen Angriff angesichts des ungleichen Kräfteverhältnisses als undurchführbar bezeichnet und den Befehl glattweg verweigert. Hitler äußerte, dass jetzt alles verloren sei und alle ihn verraten hätten, auch die SS. Er entließ Teile seines Stabes und weigerte sich, trotz Bitten von Bormann, Keitel und Göring, Berlin zu verlassen. Er beauftragte seinen Chefadjutanten, SS-Obergruppenführer Julius Schaub, alle Papiere und Dokumente aus seinem Privattresor zu verbrennen und das Gleiche auch in München und auf dem Berghof zu tun.[213]

Im Verlauf der nächsten Tage war das beherrschende Thema im Bunker, wie weit die Russen schon vorgedrungen seien und welches die sicherste Methode zum Selbstmord sei. Hitler verteilte dabei wiederholt Giftampullen mit Zyankali bzw. Blausäure an seine engste Umgebung. Nachdem er am 29. April um 4:00 Uhr sein politisches Testament und ein neues privates Testament unterzeichnet hatte,[214] heiratete er am selben Tag seine langjährige Lebensgefährtin Eva Braun. Am Tag darauf begingen beide gegen 15:30 Uhr Selbstmord, indem sie eine Giftampulle zerbiss und er sich in die rechte Schläfe schoss. Die Leichen wurden von Martin Bormann, Hitlers Kammerdiener Heinz Linge, Hitlers SS-Adjutanten Otto Günsche und einigen Leibwächtern aus dem Führerbegleitkommando im Garten der Neuen Reichskanzlei – gemäß Hitlers letzten Verfügungen – verbrannt und die verkohlten Überreste in einem Granattrichter beigesetzt.[215] Der deutsche Wehrmachtbericht vom 2. Mai 1945 meldete: „An der Spitze der heldenmütigen Verteidiger der Reichshauptstadt ist der Führer gefallen. Von dem Willen beseelt, sein Volk und Europa vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu erretten, hat er sein Leben geopfert.“[216]

Hitlers letzte Tage im Führerbunker sind u. a. dokumentiert durch den Dokumentarfilm „Im toten Winkel – Hitlers Sekretärin“ (Österreich 2002).[217]

Die Überreste Hitlers und seiner Frau wurden in den ersten Maitagen von sowjetischen Beauftragten ausgegraben und anhand von Röntgenbildern und Zahnschemata identifiziert.[218] Die UdSSR hielt die Leichenfunde aus politischen Gründen jahrzehntelang geheim, so dass die frei verfügbaren Informationen lange Zeit nicht über das hinaus gingen, was der britische Historiker Hugh Trevor-Roper 1945 als Nachrichtenoffizier herausgefunden und 1947 unter dem Titel Hitlers letzte Tage (The Last Days of Hitler) veröffentlicht hatte.[219]

Nach Ende des Kalten Krieges wurde berichtet, dass die Überreste Adolf und Eva Hitlers auf dem Gelände einer sowjetischen Kaserne bei Magdeburg vergraben gewesen seien und erst 1970 auf Anweisung von KGB-Chef Juri Wladimirowitsch Andropow vollständig verbrannt und als Asche in einen Fluss gestreut wurden.[218] „Vor lauter Geheimhaltung wurde weder die erste noch die zweite Exhumierung ausreichend dokumentiert – ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.“[220] Im Russischen Staatsarchiv in Moskau werden weiterhin Schädelteile aufbewahrt, die Hitler zugeschrieben wurden, auch wenn neuere Untersuchungen darauf hindeuten, dass es sich um ein Knochenfragment einer Frau handelt.[220] Nach wie vor werden immer wieder Verschwörungstheorien über den angeblichen Verbleib Hitlers oder seiner sterblichen Überreste publiziert.

Grundelemente der Herrschaft Hitlers

Zentrale Elemente in Hitlers Gedankenwelt waren der Antisemitismus und die Vorstellung von der unterschiedlichen Wertigkeit menschlicher „Rassen“. Hitler war ein Vertreter des Gedankenguts der völkischen Bewegung. Sein Regierungsstil war geprägt vom Führerprinzip. Er verglich seine Rolle wiederholt mit der eines altrömischen Volkstribuns, dessen Aufgabe es sei, sein Volk zu retten. Der Historiker Joachim Fest griff diese Elemente als Hitlers „Granitenes Fundament“ auf.[221] Diese Grundmerkmale waren keine eigenen Schöpfungen Hitlers; vielmehr hatten sie ihre Grundlagen in Hitlers Wiener Zeit. Dort hatte er zahlreiche Bücher, Hefte und Broschüren mit antisemitischen und völkischen Inhalten gelesen und Georg von Schönerer und Karl Lueger erlebt, von denen er zentrale Elemente ihres Regierungsstils übernahm.

Antisemitismus

Hitler vertrat einen Rassenantisemitismus, der davon ausging, dass es sich bei den Juden nicht nur um eine Religionsgemeinschaft handele, sondern um eine Rasse, die der „arischen Rasse“ feindlich gegenüberstehe und ihr unterlegen sei. Der Orientalist und Antisemit Paul Anton de Lagarde (1827–1891) hatte als einer der geistigen Wegbereiter des Antisemitismus in Deutschland Juden zu „Volksschädlingen“ erklärt: „Mit Trichinen und Bazillen wird nicht verhandelt. […] Trichinen und Bazillen werden auch nicht erzogen; sie werden so rasch wie möglich vernichtet.“[222] Diese in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen wirren Ideen wurden in Deutschland und Österreich-Ungarn um die Jahrhundertwende durch Houston Stewart Chamberlain und dessen Buch Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts größeren Teilen der Bevölkerung bekannt. Auch Hitler hatte Chamberlains Buch gelesen und schätzte den Briten und seine Arbeitsweise. Der Antisemitismus war auch Gegenstand von Veröffentlichungen Guido von Lists und Jörg Lanz von Liebenfels’. Allerdings enthielten ihre Werke im Hinblick auf die Juden keine Aufforderung zur Vernichtung; Lanz beispielsweise verfocht das Gebot strikter Rassentrennung.[223]

Der Rassenantisemitismus war auch eine zentrale Position der Alldeutschen Bewegung um Georg Ritter von Schönerer.[224] Auch der langjährige Wiener Bürgermeister Karl Lueger vertrat, jedenfalls öffentlich, einen rassisch angelegten Antisemitismus, den er allerdings in erster Linie zu Wahlkampfzwecken populistisch einsetzte, während er privat und geschäftlich ohne weiteres mit Juden verkehrte.[225] An Lueger konnte Hitler die Wirkungen eines klaren Feindbildes in der politischen Auseinandersetzung erkennen.

Wann genau sich diese in Wien 1910 bis 1912 aufgenommenen Eindrücke zu dem „buchstäblich bis in die letzte Stunde seines Lebens anhaltenden Hass“[226] auf Juden verfestigten, ist nicht abschließend geklärt. Es gibt erhebliche Zweifel an der u. a. von Kubitzek verbreiteten Darstellung, Hitler sei bereits in Wien Antisemit gewesen. Heute wird überwiegend angenommen, dass Hitler vor dem Ersten Weltkrieg und auch während des Krieges noch keine ausgeprägte antisemitische Einstellung hatte. Die Historikerin Brigitte Hamann hat herausgearbeitet, dass sich während Hitlers Zeit im Männerwohnheim Meldemannstraße und auch danach noch zahlreiche Juden in seinem engeren Bekanntenkreis befanden und er mit ihnen geschäftlich wie privat verkehrte. Auch gibt es Hinweise darauf, dass Hitler noch im Februar 1919 an der Trauerfeier für den ermordeten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner, einen Juden, teilgenommen hat.[227] Joachim Riecker sieht den Auslöser für Hitlers Antisemitismus nicht unmittelbar in der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg. Maßgeblich für den Ausbruch des Antisemitismus seien in erster Linie die Wirren der ab April 1919 bestehenden Räterepublik in Bayern gewesen und mehr noch die überraschend harten Bedingungen des Versailler Vertrags: Sie hätten die unmittelbar nach Kriegsende bestehende Hoffnung auf eine gesellschaftliche Neuorientierung des Landes verhindert. Hitler habe – wie auch die öffentliche Meinung in Bayern – die Ursachen für diese Entwicklung auf den Umstand zurückgeführt, dass in der Räterepublik zahlreiche Juden in maßgeblichen Funktionen tätig waren[228] und die nachteiligen Friedensbedingungen anstandslos akzeptiert hätten. Demnach war Hitler (erst) im Frühjahr 1919 davon überzeugt, dass Deutschland den Krieg nur deshalb verloren habe, weil die Juden „das deutsche Volk erst von innen vergiftet und dann verraten“[229] hätten.[230]

Rassismus

Analog zu Hitlers rassisch begründetem Antisemitismus entwickelten sich seine Vorstellungen von der unterschiedlichen Wertigkeit einzelner Rassen. Hier nahm Hitler die grundlegenden Aussagen Charles Darwins auf, die durch Autoren wie Guido von List und – in dessen Gefolge – Lanz von Liebenfels verarbeitet und auf die Menschen übertragen worden waren. Beide Autoren sahen in den Deutschen ebenso wie den Niederländern, den Engländern und den Skandinaviern die Nachfahren einer ariogermanischen Herrenrasse, während die Völker des Mittelmeerraums, Osteuropas, Asiens und Afrikas als rassisch minderwertig angesehen wurden. Die Terminologie war hier insbesondere bei Lanz von Liebenfels aggressiv: Er bezeichnete die nicht-arischen Völker als Schrättlinge, Äfflinge, Halbaffen. Sie führten laut List einen Vernichtungskampf gegen die arische Rasse. Es sei die Aufgabe der Arier, minderwertige Rassen zu bekämpfen und zu vernichten. Insbesondere Lanz von Liebenfels entwickelte hier den Gedanken einer Rassenreinzucht. Hier zeigen sich Parallelen zu Hitlers späteren Plänen über den Umgang mit der jüdischen und der osteuropäischen Bevölkerung.[231] Sehr ähnliche Gedanken fanden sich auch in den Werken des Wiener Ingenieurs Hans Goldzier, die Hitler sehr schätzte. Goldzier war einer der wenigen Personen, auf die sich Hitler namentlich berief.[232]

Hitlers allgemeiner Rassismus, der über den speziellen Antisemitismus und das Gerede über das „Untermenschentum“ der osteuropäischen Bevölkerung hinausreichte, zeigte sich z. B. anhand einer Episode während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin: Als Jesse Owens seine erste Goldmedaille gewonnen hatte, soll er zu Baldur von Schirach gesagt haben: „Die Amerikaner sollten sich schämen, daß sie sich ihre Medaillen von Negern gewinnen lassen. Ich werde diesem Neger nicht die Hand geben.“ Als Schirach vorschlug, Hitler solle sich gemeinsam mit Jesse Owens fotografieren lassen, geriet er angeblich wegen dieser schweren Beleidigung außer sich vor Wut.[233]

Führerprinzip

Führerkult um Hitler bereits 1932 in der SA-Führerschule Schloss Harnekop bei Wriezen

Hitlers Regierungsstil war wesentlich vom Führergedanken geprägt. Nach seiner in Mein Kampf präsentierten Überzeugung sollte er als einzelne Person, der das ganze Volk zu folgen habe, alle wesentlichen Entscheidungen in Staat und Partei treffen. Auch auf allen unteren Hierarchieebenen sollte die „Gefolgschaft“ dem jeweiligen „Führer“ blinden Gehorsam und bedingungslose Treue entgegenbringen. Für Hitler war das autoritäre Führerideal der Gegensatz jeder Art von Demokratie und Mitbestimmung. Daher galt es ihm als zentrale Voraussetzung einer an Stärke und Konsequenz orientierten Politik. Das Führerprinzip hatte Hitler in seiner Jugend verkörpert von Georg von Schönerer kennen gelernt, der die von ihm gegründete Alldeutsche Vereinigung um die Jahrhundertwende nach diesen Grundsätzen leitete.

Etwa zur selben Zeit hatte Guido von List sein Ideal eines Führers in der Abhandlung Der Unbesiegbare. Ein Grundzug germanischer Weltanschauung präsentiert. Demnach sei es die Aufgabe „des Starken von Oben“, eines Heldenfürsten, der angeblich bereits in der Edda prophezeit worden war, die Germanen zu retten und sie zur Weltherrschaft zu führen. Brigitte Hamann wies nach, dass Hitler diese Darstellung gelesen hat. Sie geht davon aus, dass Hitler sich selbst für „den Starken von oben“ hielt, der die Deutschen retten müsse.[234] Der Schriftsteller Dietrich Eckart bezeichnete erstmals im Dezember 1921 Hitler als Führer. Auch Benito Mussolini wurde als Führer (italienisch Duce) zunächst der italienischen Faschisten, dann ganz Italiens, bezeichnet. Von ihm und Hitler übernahmen zahlreiche faschistische Parteien das Führerprinzip mitsamt Personenkult als eines ihrer Grundmerkmale. Dabei war Hitlers Herrschaft noch mehr als andere autoritäre Regime von Anfang an „extrem personalisiert“. Im Unterschied zu diesen gab es „kein Politbüro, keinen Kriegsrat […]. Nichts entsprach beispielsweise dem faschistischen Großrat, der 1943 die Absetzung Mussolinis einleitete.“[235]

Volkstribun

Hitler sah sich schließlich in der Rolle eines Volkstribuns. In dieser Funktion griff er die Rolle des langjährigen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger auf, der sich mit seiner Christlichsozialen Partei als einer der ersten auch der niedrigen sozialen Schichten angenommen hatte. Die Rolle des Volkstribuns hatte Hitler bereits zuvor durch die Wagner-Oper Rienzi kennengelernt, die seit seinem ersten Opernbesuch zu seinen Lieblingswerken gehörte. Laut Kubizek soll Hitler bereits 1905 unter dem Eindruck dieser Oper gesagt haben: „Ich will Volkstribun werden.“[236]

Hitler privat

Autodidakt und Vielleser

Hitler war Autodidakt. Sein umfangreiches Detailwissen hatte er sich nicht systematisch oder unter wissenschaftlicher Anleitung angeeignet, zumal er eine lebenslange Aversion gegen Hochschulen und Professoren hatte, die er abschätzig „Profaxe“ nannte. Er drückte wiederholt seinen Hass gegenüber der etablierten Wissenschaft aus.[237] Darin seinem Mentor Dietrich Eckart nacheifernd, lobte Hitler esoterische und okkultistische Lehren von Autoren wie Guido von List oder Hanns Hörbiger, die wissenschaftliche Themen mit mythischen und mystischen Elementen verbanden und meist auch nationalistische oder rassistische Gedanken in ihre Werke integrierten.

Hitler besaß – verteilt auf drei Privatbibliotheken in München, Berlin und Berchtesgaden – mehr als 16.000 Bücher, von denen noch rund 1200 erhalten sind.[238] Neben militärischer Gebrauchsliteratur (wie Heigls Taschenbuch der Tanks),[239] die etwa die Hälfte der Bestände ausmachte,[238] las Hitler zahlreiche deutschnationale und antisemitische Schriftsteller wie Paul de Lagarde, Hans F. K. Günther[239] oder Jörg Lanz von Liebenfels[240] und dokumentierte sein Leseverhalten mit Anstreichungen und Marginalien. Über zehn Prozent der erhaltenen Bestände machen Rechte Esoterik und Okkultismus aus, zum Beispiel Werke von Carl Ludwig Schleich, Maximilian Riedel oder Ernst Schertel.[238][239]

Nur wenige Schöne Literatur ist unter den erhaltenen Werken.[239] Auch an Hitlers Behauptung, er habe in seiner Haft philosophische Studien in Werken von Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche betrieben, weckt das Fehlen dieser Philosophen Zweifel.[238][239] Lediglich ein von Leni Riefenstahl mit Widmung geschenkter Band mit Schriften Johann Gottlieb Fichtes findet sich[239] neben Dramen von Shakespeare, den Hitler Goethe und Schiller vorzog. Gern beeindruckte er Zuhörer mit Zitaten, unter anderen aus Julius Caesar und Hamlet.[238] Hitler konnte sich wesentliche Informationen seiner Lesefrüchte, auch zahlreiche Detailfragen, dauerhaft merken und sie bei Bedarf in Reden, Gespräche oder Monologe einflechten. Dabei vermied er meist Herkunftsangaben, sodass bei Zuhörern häufig der Eindruck einer eigenen Gedankenleistung Hitlers entstand.[237]

Er beherrschte keine Fremdsprache außer rudimentärem Französisch, das er während drei Jahre auf der Linzer Realschule erlernt und im dritten Jahr mit der Note „nicht genügend“ abgeschlossen hatte.[241] Es ist anzunehmen, dass er während der Jahre 1914–1918 seine französischen Sprachkenntnisse an der Westfront etwas aufgefrischt hat. Auslandspresseberichte erfuhr Reichskanzler Hitler nur durch seinen Chefdolmetscher Paul-Otto Schmidt.

Da er eine Sehschwäche hatte, aber es aus Eitelkeit ablehnte, eine Brille zu tragen, mussten Diener in allen Zimmern der Reichskanzlei Lesebrillen auslegen, damit Hitler schnell eine zur Hand hatte.[242]

Verhältnis zu Kirche und SS-Mystik

Hitler selbst war katholisch getauft und blieb bis zu seinem Selbstmord Angehöriger dieser Glaubensgemeinschaft.[243] Einer seiner engsten Vertrauten, Albert Speer, beschrieb einen Widerspruch in Hitlers Verhältnis zur Kirche: Abhängig von dem Personenkreis, in dem er sich befand, schwankten seine Äußerungen von der Ablehnung der Kirche bis hin zur Bestätigung der Notwendigkeit der Kirche für das Volk, weil sie ein „starkes und erhaltendes Element“ sei.[244] Er erklärte Speer gegenüber, er würde sich freuen, wenn ein „bedeutender Kirchenmann“ eine vereinigte Kirche als Staatskirche führen könnte.[243]

Der SS-Mystik, wie Himmler sie zu etablieren versuchte, stand Hitler persönlich eher ablehnend gegenüber.

„Welcher Unsinn! Jetzt sind wir endlich so weit, in eine Zeit zu kommen, die alle Mystik hinter sich gelassen hat, und nun fängt der von vorne an. Da könnten wir auch gleich bei der Kirche bleiben. Die hat wenigstens Tradition. Der Gedanke, daß ich einmal zum ‚SS-Heiligen‘ gemacht werde! Stellen Sie sich vor! Ich würde mich im Grabe umdrehen! “

– Hitler, nach den Erinnerungen Albert Speers[245]

Verhältnis zum Vegetarismus

Hitler verstand sich selbst als Vegetarier, und die meisten Biografen stimmen darin überein, dass er sich seit 1930 zumindest überwiegend vegetarisch ernährte.[246] Als junger Mann kam er durch seine Verehrung Richard Wagners, der sich aus Achtung gegenüber den Tieren für eine fleischlose Ernährung aussprach, mit den Ideen des Vegetarismus in Berührung.[247] Ob sich Hitler jedoch für längere Zeit konsequent vegetarisch ernährte, ist zweifelhaft.

Einige Befürworter der vegetarischen Lebensweise bestreiten überhaupt Hitlers Vegetarismus und sehen darin einen nur zu Propagandazwecken erschaffenen Mythos, der vor allem durch Goebbels aufgebaut worden sei. Zusammen mit weiteren asketischen Zügen, wie die angebliche sexuelle Enthaltsamkeit und Alkohol-Abstinenz, sollte Hitler zu einem entrückten, höheren Menschen stilisiert werden, der sich vollständig in den Dienst seines Volkes stelle. Zudem sei die mit dem Vegetarismus korrespondierende angebliche Tierliebe Hitlers ein propagandistisch ausgeschlachteter Mythos gewesen, um eine „private“ und „menschliche“ Seite des Führers zu demonstrieren. Hitlers Schäferhündin Blondi, mit der er sich oft abbilden ließ, wird ebenfalls als Mittel zu diesem Zweck eingeschätzt.[248] Autoren, die Hitlers Vegetarismus bestreiten, argumentieren darüber hinaus, dass dieser seinen Fleischkonsum lediglich zeitweise reduziert habe, weil er glaubte, dadurch seine ständigen Magenschmerzen lindern zu können.[249] Zu seinen Leibspeisen hätten beispielsweise Weißwürste, Leberknödel sowie Wild und Geflügel in verschiedensten Variationen gezählt.[250] Auch Hummer stand vermutlich auf Hitlers Speisekarte.[251]

Andererseits beschreibt zum Beispiel Goebbels auch in seinen privaten Tagebüchern Hitler als überzeugten Vegetarier, der das Thema oft in den Tischgesprächen aufgriff.[252] Die vegetarische Ernährung war eines von Hitlers unpolitischen Lieblingsthemen. Im Krieg könne man nicht viel unternehmen, um die Essgewohnheiten entscheidend zu verändern, sagte Hitler am 25. April 1942 bei einem Tischgespräch in der Reichskanzlei. Aber er werde sich diesem Problem widmen, sobald der Kampf vorbei sei.[253]

Die zahlreichen vegetarischen Gemeinschaften im Deutschen Reich profitierten nicht von Hitlers Selbstdarstellung als Vegetarier: Der Deutsche Vegetarierbund löste sich 1935 angesichts seiner drohenden Gleichschaltung auf. Nur die Obstbau-Siedlung Eden, die sich schon zur Zeit des Ersten Weltkriegs völkischem und rassistischem Gedankengut geöffnet hatte, bestand weiter.

In Zimmern, in denen Hitler sich aufhielt, durften laut Traudl Junge keine Schnittblumen aufgestellt werden, weil er nichts Totes um sich haben mochte.[254]

Pseudonym Wolf

Hitlers Vorname entstammt der Zusammensetzung der althochdeutschen Worte adal und wolf und hat daher eine etymologische Beziehung zu „Wolf“. Als ein Pseudonym Hitlers war es zu Beginn der 1920er Jahre entstanden[255] und wurde später fast inflationär verwendet, beispielsweise zur Benennung einiger Führerhauptquartiere als Werwolf, Wolfsschlucht 1 und Wolfsschlucht 2, oder als Wolfsschanze, wie Hitler selbst das bekannteste Führerhauptquartier bei Rastenburg in Ostpreußen benannte, als es ab 1940 errichtet wurde. Als Hitler 1924 vorzeitig aus der Landsberger Festungshaft entlassen worden war, mietete er sich unter dem Pseudonym „Wolf“ zuerst in einer Bayreuther Pension ein.[256] Hitler verwendete dieses Pseudonym auch auf Wahlkampfreisen vor 1933: Da Hotels, in denen Hitler Quartier bezogen hatte oder beziehen wollte, oft mit dessen Anwesenheit warben oder bereits bei der telefonischen Reservierung geantwortet hatten, für Herrn Hitler sei leider kein Zimmer frei, gab Hitler die Anweisung, fortan alle Zimmer für sich und seine Begleitung auf den Namen „Wolf“ zu reservieren.[257]

Seine in Wien lebende Schwester Paula musste sich auf Anweisung ihres Bruders ebenfalls mit dem Nachnamen Wolf tarnen.[258] Der kleine Thomas Harlan durfte, als sein Vater Veit Harlan in die Reichskanzlei eingeladen war, Hitler „Onkel Wolf“ nennen.[259] Auch von der mit ihm befreundeten Winifred Wagner, ihrem Mann Siegfried und deren Kindern wurde er „Wolf“ bzw. „Onkel Wolf“ genannt.[260] Die Karikaturistengruppe „Kukryniksy“ stellte Hitler 1938 anlässlich des Münchner Abkommens als Wolf dar, der die Tschechoslowakei verschlingt.[261]

Bedienstete und engere Umgebung

Im Laufe seiner Karriere hatte Adolf Hitler mehrere Mitarbeiter, die ihn begleiteten und ihm zur Seite standen:

Zeitgenössische Rezeption

Reichspräsident von Hindenburg soll 1931 gegenüber General von Schleicher Hitler als „böhmischen Gefreiten“ und „sonderbaren Kerl“ bezeichnet haben, den man „[h]öchstens [zum] Postminister“ ernennen könne.[262] Hindenburgs Formulierung war ein doppelter Affront: Einer aus Böhmen! Und dann nur Gefreiter! Spätestens seit seiner Ernennung zum Reichskanzler entwickelte sich jedoch ein Personenkult um Hitler, den die von Goebbels orchestrierte Propaganda nicht allein erzeugen konnte: „Das Führer-Bild wurde ebenso von der Bevölkerung geschaffen, wie propagandistisch in die Bevölkerung hineinprojiziert.“[263] Kershaw geht davon aus, dass der Führerkult, der bis hin zu Wunderglauben und Vergötterung reichte, „in hohem Maße ein gesellschaftliches Produkt war, erzeugt von den Führer-Erwartungen, Ressentiments und Sehnsüchten breiter Volksschichten.“[264]

Der Ausspruch „Wenn das der Führer wüßte“ wurde zwischen 1933 und 1938 zu einem im Führerkult begründeten Seufzer der Hitler-Anhänger. Dass „der Führer“ nichts davon wisse und es nur zu erfahren bräuchte, um einem Missstand Abhilfe zu schaffen, gehörte zu den gängigsten Redensarten im nationalsozialistischen Deutschland. Entscheidend war dabei die Trennung von „Führer“ und „Partei“.[265] Das Ansehen der NSDAP sank in dieser Hinsicht zugleich mit dem Wachsen des Hitler-Mythos.[266]

Nach den militärischen Siegen über Polen, Norwegen, die Niederlande, Belgien und Frankreich (1939/40) hatte Hitler den Zenit seiner Bewunderung erreicht und avancierte nach den Worten des Generalfeldmarschalls Wilhelm Keitel zum „größten Feldherrn aller Zeiten“. Als dieser Mythos nach Stalingrad (Februar 1943) und Tunis (Mai 1943) zu erlöschen begann, kam, zuerst unter höheren Offizieren, das kritische Akronym „Gröfaz“ auf,[267] das eine durchaus beabsichtigte pejorative Konnotation hatte. Die große Differenz im Ansehen von „Führer“ und „Partei“ schwand, und die Bewertung der beiden Elemente begann „im öffentlichen Bewußtsein miteinander zu verschwimmen.“[268]

Hitlers Monologe waren bei denjenigen, die sie aus dienstlichen, karrieristischen oder diplomatischen Gründen anhören mussten, gefürchtet. Als zum Beispiel Hitler am 29. und 30. April 1942 Mussolini auf Schloss Kleßheim (bei Salzburg) empfing, um den wankenden Verbündeten für den weiteren Verlauf des Russlandfeldzuges optimistisch zu stimmen, schilderte der ebenfalls anwesende italienische Außenminister Galeazzo Ciano den zweiten Tag des Besuchs: „Nach dem Essen, als wirklich schon alles gesagt worden war, was gesagt werden konnte, hat Hitler ununterbrochen eine Stunde und vierzig Minuten gesprochen […]! Mussolini blickte mechanisch auf seine Armbanduhr, ich hing meinen Gedanken nach. […] Die armen Deutschen, sie mussten das jeden Tag über sich ergehen lassen, und es gab sicher kein Wort, keine Geste und keine Pause, die sie nicht auswendig wussten.“[269]

Das TIME Magazine wählte Hitler 1938 zum „Mann des Jahres“.[270] Die Intention dieses Titels war jedoch nicht, die entsprechende Person zu ehren, sondern herauszustellen, wer aus Sicht der Redaktion in einem bestimmten Jahr den größten Einfluss auf die Weltpolitik hatte.[271] Die Redaktion erläuterte diese vielleicht umstrittenste Benennung mit der Einschätzung, Hitler sei 1938 zur größten Bedrohung der demokratischen, freiheitsliebenden Welt geworden.[272]

Hitler wurde von verschiedenen Forschungsinstituten mehrmals als eine der weltweit bekanntesten Personen identifiziert und war 2004 in Russland und den USA die bekannteste deutsche Person überhaupt.[273]

Aussehen

Den jungen (24-jährigen) Hitler beschrieb Karl Honisch[274] als „schmächtig, schlecht genährt, hohlwangig mit dunklen Haaren, die ihm ins Gesicht schlugen“, und als „schäbig gekleidet“. Hitler habe jeden Tag in derselben Ecke des Schreibzimmers gesessen und Bilder gezeichnet und gemalt.[275] Er galt „als ein etwas ungewöhnlicher, künstlerischer Typ.“[276] Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg zeigen „ein schmales, ausgemergeltes Gesicht, das ein buschiger, schmaler Schnurrbart beherrscht“.[277] Balthasar Brandmayer, Steinmetz aus Bayern und enger Kamerad Hitlers, beschrieb später seinen ersten Eindruck im Mai 1915 so: „[…] seine Gesichtsfarbe war fahl und bleich. In den tiefen Höhlen staken zwei durchdringende, dunkle Augen; sie fielen mir damals besonders auf.“[278] 1920 wirkte Hitler als Redner mit seinem „schäbigen blauen Anzug und nachlässig gebundener Krawatte, blitzenden blauen Augen, der gelegentlich mit der rechten Hand das Haar zurückstrich“, auf Hans Frank ungekünstelt, wie ein „grandiose[r] Volksredner“.[279] Wenn er sich 1922 in München abends nach Hause eskortieren ließ, gaben ein langer schwarzer Mantel und sein „Schlapphut“ Hitler „das Aussehen eines Verschwörers“.[280] Hanfstaengl war dennoch fasziniert von dem „kleinbürgerlichen Hitler“, äußerlich irgendwie „zwischen Unteroffizier und Handlungsgehilfen“, der zugleich soviel Redegewalt hatte, wenn er vor einem Massenpublikum sprach.[281]

Hitler und Anton Franzen am 18. Oktober 1931 vor dem Braunschweiger Schloss während eines SA-Aufmarsches

Nach dem Novemberputsch von 1923 hatte sein Gesicht „härtere Züge“ angenommen.[282] Hans Carossas Eindrücke waren damals, dass Hitler abseits der Rednertribüne alles andere als beeindruckend aussah.[283] Sein Filzhut, der helle Regenmantel, die Lederhosen und die Reitpeitsche, die er gerne bei sich trug, „verliehen ihm das Erscheinungsbild eines exzentrischen Gangsters“.[284] Aus Angst, der Lächerlichkeit preisgegeben werden zu können, ließ er sich selbst im Hochsommer nie in Badehose sehen.[285] Auf Parteikundgebungen trug er eine hellbraune Uniform mit einer Hakenkreuzbinde, einem Gürtel, einem Lederriemen über die rechte Schulter und kniehohe Lederstiefel, dagegen bei öffentlichen Auftritten einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte, um „einem größeren Publikum einen weniger martialischen, respektableren Hitler vorzuführen.“[286] Nach der Septemberwahl 1930 nahm man auch im Ausland Hitler und seine Erscheinung zur Kenntnis. Rothay Reynolds vom konservativen britischen Blatt Daily Mail beschrieb ihn – nicht ohne Wohlwollen – so: „Hitler sprach in sehr einfachen Worten und mit großem Ernst. […] Er sieht nicht robust aus. Er ist schlank gebaut, und gestern abend, nach einem anstrengenden Tag […], sah er erschöpft aus, und im Gesicht war er leichenblaß. Sobald er aber sprach, erkannte ich, in ihm lodert ein Feuer, das über die körperliche Ermüdung triumphieren kann. Er spricht sehr schnell, und in seiner Stimme liegt eine nervöse Energie […].“[287] Die Eindrücke, die Franz von Papen 1932 von Hitler erhielt, waren dagegen für diesen enttäuschend: „Mit seiner kleinbürgerlichen Erscheinung, mit dem kurzen Schnurrbart und der bekannten Scheitellocke glich er eher einem Bohemien als einem Manne der Politik. […] Von der magnetischen Anziehungskraft, die ihm zugeschrieben wurde, bemerkte ich wenig.“[288]

Paul-Otto Schmidt (Mitte) dolmetscht zwischen Neville Chamberlain und Hitler. Bad Godesberg, 24. September 1938.

Als Chamberlain im September 1938, im Vorfeld der Sudetenkrise, Hitler auf dem Berghof besuchte, war er von der körperlichen Erscheinung Hitlers weniger beeindruckt als von dem Blick auf die Alpen. Er fand Hitlers Aussehen „recht unangenehm, […] und insgesamt sieht er völlig ununterscheidbar aus. In einer Menschenmenge würdest Du ihn nie erkennen […]“.[289] Sieben Tage später, als Chamberlain Hitler in einem Bad Godesberger Hotel erneut traf, notierte William L. Shirer, der als Auslandskorrespondent über die Reise berichtete, dass Hitler einen sehr angespannten Eindruck mache, dunkle Schatten unter den Augen habe und beim Spazierengehen im Hotelgarten nervös mit der rechten Schulter zucke. Er nahm an, dass Hitler am Rande eines Nervenzusammenbruchs stehe.[290] Andere Pressevertreter hatten das Gerücht in die Welt gesetzt, Hitler pflege, wenn ihn die Wut überkomme, in die Ecke eines Teppichs zu beißen. Der Ausdruck Teppichbeißer sollte sich als langlebig erweisen.[291] Nevile Henderson, der britische Botschafter, überbrachte am 26. September 1938 einen Brief Chamberlains, die Sudeten betreffend, bei dessen Übersetzung Hitler einen Wutausbruch bekam, auf die Füße sprang und herumbrüllte, dass es überhaupt keinen Zweck habe, noch weiter zu verhandeln. Dann beruhigte er sich und hörte sich die weitere Übersetzung an, nach deren Ende ein zweiter Wutausbruch erfolgte. Hitlers Dolmetscher Paul-Otto Schmidt, Gesandter I. Klasse im Auswärtigen Amt, berichtete später, nie habe er Hitler so kochend vor Wut gesehen.[292] Am Abend desselben Tages hielt Hitler eine Rede im Berliner Sportpalast. Die vielen anwesenden Diplomaten und Journalisten verfolgten gespannt jedes Wort. William Shirer, der direkt auf einem Balkon über Hitler saß, fand Hitler „so schrecklich brüllend und kreischend, wie ich ihn noch nie erlebt habe“.[293]

Im Laufe des Krieges wechselten Hitlers Stimmungslagen, die auch seinem Erscheinungsbild deutlich anzusehen waren, häufig. Mitte September 1941 erlebte Otto Günsche in der „Wolfsschanze“ einen prächtig gelaunten Hitler. Zwei Monate später, im Vorfeld der Winterkrise vor Moskau, wurden Hitlers Lagebesprechungen immer stürmischer. Er schrie, hieb mit der Faust auf den Tisch und warf Generalen Unfähigkeit vor.[294] Als Günsche ihn im Januar 1943, kurz vor dem Fall Stalingrads, im Führerhauptquartier bei Rastenburg traf, hatte sich laut Günsche sein Aussehen stark verändert. Sein Gesicht war erdfarben, die Wangen waren eingefallen, unter den Augen schwere Tränensäcke.[295] Bei Hitlers letztem Frontbesuch bei der 9. Armee an der Oderfront, am 3. März 1945, wirkte er wie ein kraftloser Greis, der mit unsicheren Schritten den Bunker verließ. Sein Gesicht war blass und faltig, die linke Hand zitterte noch stärker als gewöhnlich. Als Hoffmanns Fotografen Aufnahmen für die Wochenschau machten, presste er den linken Arm an den Körper, damit die Hand nicht zitterte.[296] Das unkontrollierte Zittern des linken Arms, ein Nachschleppen des linken Beins und eine schlurfende Art zu gehen waren schon seit 1942 unmissverständliche Zeichen eines beginnenden Parkinson-Syndroms für jene gewesen, die ihn aus der Nähe sahen.[297] An seinem letzten Geburtstag ging er tief gebeugt wie ein alter Mann und die Beine nachziehend die Front der angetretenen Ehrengäste im Garten der Reichskanzlei ab, murmelte den stereotypen Satz, der Sieg werde kommen, und sie könnten sagen, auch sie hätten ihn errungen, hob müde die rechte Hand und zog sich sofort in den Bunker der Reichskanzlei zurück.[298]

Hitler entsprach nach Meinung des Rassenhygienikers Max von Gruber in keiner Weise dem Ideal der von ihm propagierten Rassenideologie. Dieser notierte 1924 nach einer persönlichen Begegnung: „Gesicht und Kopf schlechte Rasse, Mischling. Niedere, fliehende Stirn, unschöne Nase, breite Backenknochen, kleine Augen, dunkles Haar. Eine kurze Bürste von Schnurrbart, nur so breit wie die Nase, gibt dem Gesicht etwas besonders Herausforderndes. Gesichtsausdruck nicht eines in voller Selbstbeherrschung Gebietenden, sondern der eines wahnwitzig Erregten.“[299] Diesen Widerspruch benutzten später mehrere Historiker, „die alles oder fast alles Hitler und eben nicht ‚den Deutschen‘ zur Last legten“,[300] um „die Deutschen“ durch die Charakterisierung Hitlers als nicht deutsch zu entlasten. Die Grundlinie dieser Deutung gab Friedrich Meinecke 1946 vor, indem er bei Hitler etwas „den Deutschen […] ‚Fremdes und schwer Begreifliches‘ entdecken [wollte]. Dabei zitierte er einen Ausspruch seines Historikerkollegen Otto Hintze, wonach Hitler ‚eigentlich gar nicht zu unserer Rasse‘ gehöre; es sei ‚etwas ganz Fremdes an ihm, etwas wie eine sonst ausgestorbene Urrasse, die völlig amoralisch noch geartet ist.‘“[300]

Namenspatronat

Der Name Adolf Hitler wurde 1933 für zahlreiche unterschiedliche Bereiche beliebt. Straßen und Plätze wurden im März und April 1933 vielerorts umbenannt,[301] besonders wenn sie zuvor ideologischen Gegnern des Nationalsozialismus gewidmet waren.[302] „Am häufigsten wurde nach Adolf Hitler umbenannt, fast jede Ortschaft besaß schon bald eine Adolf-Hitler-Straße, einen Adolf-Hitler-Platz oder auch beides.“[302] Überall in Deutschland wurden in Städten und Dörfern „Hitlereichen“ und „Hitlerlinden“ gepflanzt. Daneben entstand eine ganze Kitschindustrie mit Bildern, Büsten, Reliefs, Postkarten, Zinntellern und Taschenmessern. Ein solches Ausmaß an Heldenverehrung hatte es in Deutschland noch nie gegeben. Sie überstieg den Kult um die Person des Reichsgründers Bismarck bei weitem.[303] Bald darauf machte sich die NSDAP zur Regel, dass nur noch neu geschaffene Straßen und Orte nach Hitler benannt werden sollten.[301] „Für Zeitgenossen, die den neuen Gott nicht ebenso fanatisch anbeteten, wurde es immer schwieriger, sich aus der grenzenlosen Verehrung herauszuhalten […].“[304]

Bereits 1926 war die Jugendorganisation der NSDAP in Hitlerjugend umbenannt worden. Anders als bei anderen Namensgebern, für die die Benennung von Straßen und Schulen eine (oft posthume) Ehrung darstellen sollte, galt in der Zeit des Nationalsozialismus die Benennung nach Hitler als Ehrung des Benannten. Das Stadion für das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart, an dem seit 1929 gebaut worden war, wurde 1933 als Adolf-Hitler-Kampfbahn eröffnet. Im April 1933 schlug die NSDAP-Ortsgruppe Friedrichskoog den Namen Adolf-Hitler-Koog für einen 1935 so eingeweihten Musterkoog im Rahmen der nationalsozialistischen Politik der Landgewinnung vor.[301]

Auch die Benennung der NS-Ausleseschulen unter Aufsicht der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend als Adolf-Hitler-Schulen[305] galt ab 1937 als Auszeichnung der Schulen, die einer ausdrücklichen Genehmigung Hitlers bedurfte.

Mit der Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft wollte die deutsche Industrie erstmals am 1. Juni 1933 den „nationalen Wiederaufbau“ fördern. In den Folgejahren nahm die „Spende“ stärker den Charakter einer Zwangsabgabe an und brachte der NSDAP bis 1945 rund 700 Millionen Reichsmark ein, über deren Verwendung Hitler frei entscheiden konnte. Im Gegenzug stiftete Hitler 1937 den „Adolf-Hitler-Dank“, eine jährliche Spende von einer halben Million Reichsmark „für besonders verdiente, notleidende Parteigenossen.“[306]

Ehrungen

Die erste Briefmarke mit dem Bildnis Hitlers erschien am 5. April 1937, anlässlich seines 48. Geburtstages. Die Dauerserie Reichskanzler Adolf Hitler mit dessen Konterfei gab es seit dem 1. August 1941.

Hitler war zu Lebzeiten Ehrenbürger etlicher deutscher Städte. Einige haben die Ehrenbürgerschaft nach seinem Tod wieder entzogen, andere argumentieren damit, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod ende (→ Adolf Hitler als Ehrenbürger).

Widerstand gegen Hitler

Widerstandsgruppen

Organisierten Widerstand gegen den Nationalsozialismus gab es von sehr verschiedenen Seiten: Die KPD oder die (auch) von ihr beeinflusste Rote Kapelle versuchten seit 1933, zusammen mit Teilen der SPD den Widerstand gegen Hitler im Untergrund voranzutreiben. Aber seit 1936 hatte die Gestapo fast alle Widerständler entdeckt oder so sehr eingeschüchtert, dass es kaum noch offenen Widerspruch gab. Das änderte sich erst wieder, als immer deutlicher wurde, dass Hitlers Politik auf einen neuen Krieg hinauslaufen würde: Ab 1938 organisierten sich auch konservative und militärische Gruppen, um über einen Umsturz nachzudenken,[307] darunter der Goerdeler-Kreis und der Kreisauer Kreis.[308] Obwohl mit den konservativen Widerstandsgruppen verknüpft, beschränkte sich der organisierte Widerstand aus dem kirchlichen Bereich, z. B. die Bekennende Kirche, weitgehend auf Protesterklärungen zur Verteidigung der Stellung der Kirchen und ihrer Lehre. Ab 1936 wandten sich solche Äußerungen auch gegen NS-Terrormaßnahmen, aber kaum gegen Staat und Hitler selbst.[309]

Bei dem am gründlichsten vorbereiteten und aussichtsreichsten Umsturzversuch von Militärs und Beamten im Auswärtigen Amt (Beck, Brauchitsch, Dohnanyi, Halder, Kordt, Oster, Witzleben und andere), der sogenannten Septemberverschwörung, sollte Hauptmann Heinz am 28. September 1938, auf dem Höhepunkt der Sudetenkrise, mit einem Stoßtrupp in die Reichskanzlei eindringen und Hitler in einem Handgemenge erschießen.[310] Als Hitler an diesem Tag jedoch auf Mussolinis Zureden hin der Münchner Konferenz zur Regelung der Sudetenfrage zustimmte, erschien er plötzlich als Bewahrer des Friedens, und die Verschwörer konnten sein „militärisches Abenteurertum“ nicht mehr gegen ihn einsetzen.[311] Der vor allem von General Beck vorangetriebene[307] Staatsstreich scheiterte, bevor er begonnen hatte,[312] da Generaloberst von Brauchitsch in seiner Zustimmung schwankte und General Halder unentschieden blieb.[307] Ein Jahr später wollten Halder und andere hohe Offiziere den von ihnen als undurchführbar erachteten Plan Hitlers verhindern, noch im November 1939 den Sitzkrieg im Westen zu beenden und Frankreich anzugreifen.[313] Die Putschpläne, die im Oberkommando des Heeres und in der Amtsgruppe Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht ausgearbeitet worden waren, scheiterten ebenfalls am Zögern von Brauchitschs und Halders.[307][314]
Ihr Zögern wurde bestärkt, nachdem von Brauchitsch von einem Wutausbruch Hitlers gegen den „Geist von Zossen“ anlässlich seiner Besprechung mit Hitler am 5. November 1939 wegen des bevorstehenden Angriffs im Westen berichtet hatte. Die Verschwörer glaubten sich, irrigerweise, enttarnt.[315] Halder dachte – als Alternative zu einem organisierten Umsturzversuch – über ein eigenhändiges Attentat auf Hitler nach, wie er dem Abwehroffizier Helmuth Groscurth berichtete:

„Mit Tränen sagt H[alder] – er sei seit Wochen mit der Pistole in der Tasche zu Emil [= Deckname für Hitler] gegangen, um ihn evtl. über den Haufen zu schießen.“[316]

Auch abseits politischer Organisationen betätigten sich Bürger im Widerstand, so zum Beispiel die als Weiße Rose bekannte Gruppe um die Geschwister Scholl und ihren Mentor Kurt Huber, die in München versuchte, Bevölkerung und Kommilitonen mit Parolen an Mauern der Universität und mit Flugblättern aufzurütteln. Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl in der Münchener Universität vom Hausmeister beim Auslegen von Flugblättern entdeckt und an die Gestapo verraten. Die Geschwister und ihre Gesinnungsgenossen von der Weißen Rose wurden in einem kurzen Scheinprozess vor dem berüchtigten Volksgerichtshof unter dem Vorsitz Roland Freislers vier Tage später zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

Attentate

Hitler-Attentäter Georg Elser auf einer deutschen Briefmarke, 2003
Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf einer bundesdeutschen Briefmarke, 1964
Hauptartikel: Hitler-Attentat

Nach Will Berthold wurden gegen Hitler 42 Attentate geplant oder verübt.[317] Zum Teil waren es unwahrscheinliche Zufälle, die sein Leben retteten. Dies bestärkte ihn in seinem Glauben, von einer von ihm so genannten Vorsehung auserwählt zu sein. Ab März 1933 gab es fast wöchentlich Attentatsdrohungen, vor allem von Kommunisten und Sozialdemokraten. Nach der als Röhm-Putsch bezeichneten Entmachtung der SA befürchtete man Anschläge von Otto Strassers nationalsozialistischer Oppositionsgruppe Schwarze Front, aus deren Planungen zumindest ein Attentatsversuch im Dezember 1936 hervorging.[318] Im November 1938 versuchte der Schweizer Theologiestudent Maurice Bavaud mehrfach, Hitler zu erschießen, scheiterte jedoch, da er nicht nah genug an diesen herankam.[319]

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs konkretisierten sich auch andere Attentatspläne. Am 8. November 1939 explodierte ein von dem Handwerker Georg Elser im Münchener Bürgerbräukeller angebrachter Sprengsatz. Nur wenige Minuten zuvor hatte Hitler, der seine Rede aus Termingründen eine halbe Stunde früher begonnen hatte als sonst, den Raum verlassen. Elser, bereits während Hitlers Ansprache beim illegalen Grenzübertritt in die Schweiz von deutscher Grenzpolizei verhaftet, wurde als „Sonderhäftling des Führers“ im KZ Dachau festgehalten und dort am 9. April 1945 auf persönlichen Befehl Hitlers ermordet.[320] Nach Elsers Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz Hitlers verschärft. Die Militärs um Franz Halder hatten für den 11. November 1939 eine Sprengstoffübergabe von Hans Oster an Erich Kordt geplant, um durch einen Putsch doch noch den Westfeldzug zu verhindern. Nach dem Scheitern des Bürgerbräu-Attentats schien Oster jedoch die Sprengstoffbeschaffung zu riskant,[318] und Halder wandte sich endgültig von Umsturzplänen ab.[321]

Der militärische Widerstand[322] versuchte erst nach Beginn des Russlandfeldzugs wieder, Hitler zu töten.[318] Mehrere Attentatsversuche scheiterten jedoch aus unterschiedlichen Gründen: Die Bombe, die Henning von Tresckow, Generalstabsoffizier der Heeresgruppe Mitte und zunächst Zentrum dieser Widerstandsgruppe, am 13. März 1943 in Hitlers Flugzeug schmuggelte, zündete nicht.[323] Acht Tage später scheiterte ein im Umkreis Tresckows geplantes Attentat, bei dem sich Rudolph-Christoph Freiherr von Gersdorff, ebenfalls Offizier der Heeresgruppe, bei einer Ausstellung im Berliner Zeughaus mit Hitler zusammen in die Luft sprengen wollte, daran, dass Hitler die Ausstellung schon nach wenigen Minuten wieder verließ.[318] Auch das Attentat vom 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze, der bekannteste Versuch dieser weit verknüpften Verschwörergruppe, war als Bombenattentat geplant. Hitler erlitt jedoch nur leichte Verletzungen, während drei Militärs und der Stenograph ihren schweren Verletzungen erlagen. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der die Bombe abgelegt und einen Staatsstreich zur Beendigung des Krieges vorbereitet hatte, wurde noch am selben Tag in Berlin zusammen mit drei Mitstreitern nach rechtswidrigem Verfahren erschossen.[324]

Hitler verbreitete in einer Rundfunkrede kurz nach Mitternacht die später noch einflussreiche Behauptung, eine „ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich verbrecherischer, dummer Offiziere“[325][326][327] habe das Komplott gegen ihn geschmiedet. Tatsächlich hatte es sich um ein weit verzweigtes Verschwörernetz gehandelt, das die Gestapo mit einer 400 Mitarbeiter starken Sonderkommission in kurzer Zeit aufdeckte.[328] Für die folgenden Schauprozesse vor dem Volksgerichtshof galten Hitlers Anweisungen aus einer Lagebesprechung vom 21. Juli: „diese gemeinsten Kreaturen, die jemals den Soldatenrock getragen haben […] sollen nicht die ehrliche Kugel bekommen, sie sollen hängen wie gemeine Verräter. […] Und innerhalb von zwei Stunden nach der Verkündung des Urteils muß es vollstreckt werden. Die müssen sofort hängen ohne jedes Erbarmen! Und das wichtigste ist, daß sie keine Zeit zu langen Reden erhalten dürfen.“[329] Hitler glaubte, in Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichthofs, den richtigen Mann dafür zu haben. „Das ist unser Wyschinski“, bemerkte er zynisch. Ab August 1944 fällte allein der Volksgerichtshof in mehr als 50 Prozessen über 110 Todesurteile gegen Personen des 20. Juli 1944.[330] Im Gefängnis Berlin-Plötzensee wurden bis zu Hitlers Suizid 89 Beteiligte „aufgehängt wie Schlachtvieh“.[330] Insgesamt wurden etwa 200 der direkt in das Attentat Verwickelten hingerichtet.[331]

Die Zeitung The Times berichtete im Januar 2007 über ein weiteres geplantes Attentat. Nach Dokumenten des britischen Geheimdienstes MI5 habe der Doppelagent Eddie Chapman[332] 1944 dem MI5 angeboten, Hitler bei einer Veranstaltung mit einer Bombe zu töten und sein eigenes Leben dabei zu riskieren. Der britische Geheimdienst habe Chapman davon abgehalten, weil Hitler der britischen Führung 1944 wegen seiner irrationalen Kriegsstrategie möglicherweise „lebend nützlicher erschien als tot“.[333]

Filme

Spiel- und Dokumentarfilme

Parodien auf Hitler

Außerdem wird Adolf Hitler häufig in Trickfilm-Serien wie Die Simpsons und South Park parodiert.

Quellen

  • Richard Albrecht: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ Adolf Hitlers Geheimrede am 22. August 1939. Shaker Verlag, Aachen 2007, ISBN 978-3-8322-6695-0.
  • Adolf Hitler: Mein Kampf. Eine Abrechnung. F. Eher Nachfolger, München
    • Band 1: 1925, XVI, 433 S.; 2. Auflage. 1926, XVI, 391 S.; 1932: Eine Abrechnung. XVIII, 406 S.;
    • Band 2: 1927, XI, 354 S.; 2. Auflage. 1932: Die nationalsozialistische Bewegung. XVI S., S. 409–781.
  • Hitlers Zweites Buch. Ein Dokument aus dem Jahr 1928. Eingeleitet und kommentiert von Gerhard L. Weinberg, mit einem Geleitwort von Hans Rothfels. Hrsg. vom Institut für Zeitgeschichte. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1961, 227 S. (ein von Hitler verfasstes, unveröffentlicht gebliebenes Manuskript, das verschollen war, 1958 wiederentdeckt und 1961 publiziert wurde).
  • Der Weg zum Wiederaufstieg. Bruckmann, München 1927, 22 S. (Broschüre für Deutschlands führende Industrielle)
  • Adolf Hitler: Reden zur Kunst und Kulturpolitik. 1933–1939. Hrsg. von Robert Eikmeyer. Mit einer Einführung von Boris Groys. Revolver, Archiv für Aktuelle Kunst, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-86588-000-2 (Kunst, Propaganda, Dokumente; Bd. 1).
  • Rochus Misch: Der letzte Zeuge. „Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter“. Piper Verlag, München 2008, ISBN 978-3-86612-194-2.
  • Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. 4. Auflage, VMA-Verlag, Wiesbaden 1983 (Erstauflage 1951).

Literatur

Bibliografien

  • John Lukacs: Hitler. Geschichte und Geschichtsschreibung. Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-26560-X (Leitfaden durch die Hitler-Literatur). 

Biografien

Deutungen und Einzelaspekte

Weblinks

 Commons: Adolf Hitler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 212.
  2. Chronik 1938LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online
  3. Vgl. Golo Mann: Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1958, S. 890: Am 23. Mai 1939 sagte Hitler – dokumentiert im Schmundt-Protokoll – zu den wichtigsten Generälen der Wehrmacht, der Krieg sei unvermeidlich: „Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten“.
  4. Zitat nach Christian Graf von Krockow: Hitler und seine Deutschen. List, München 2001, ISBN 3-471-79415-8.
  5. Vgl. Johannes Müllner: Döllersheim … und die Rückkehr wäre möglich gewesen. Auf: doellersheim.at (zur Geschichte des Ortes, Hitlers Vorfahren und zur Umwandlung in einen Truppenübungsplatz).
  6. Othmar Plöckinger: Frühe biografische Texte zu Hitler. Zur Bewertung der autobiografischen Teile in „Mein Kampf“. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 58, 2010, Heft 1, S. 93–114, doi:10.1524/vfzg.2010.0004.
  7. Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, S. 65.
  8. Franz Jetzinger: Hitlers Jugend. Europa-Verlag, Wien 1956, S. 11 f.
  9. Zum Beispiel von Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 2. Auflage. Ullstein, Berlin 1999, S. 43.
  10. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 34, insbes. Fn 19; vgl. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Piper, München 1997, S. 64.
  11. Verbrecher- und Ganovennamen: Der grausame Wüterich. In: UniSpiegel. Spiegel Online, 3. Februar 2006, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011.
  12. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. 1998, S. 15–17 und 64–68; Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 31–33, 37 f. Bei Kershaw, S. 37 und 38, wird dieses Verwandtschaftsverhältnis irrtümlicherweise als „Kusine und Vetter zweiten Grades“ bezeichnet. Es handelt sich dabei wohl um einen (Übersetzungs-)Fehler aus der englischen Version (Ian Kershaw: Hitler: 1889–1936. First American Edition, New York, London 1999, S. 9 f.); „second cousin“ wird im Englischen auch für die hier gegebene Verwandtschaftsbeziehung verwendet, obwohl es auch im Englischen genealogisch inkorrekt ist, es müsste first cousins once removed heißen (siehe cousin); August Kubizek: Adolf Hitler – mein Jugendfreund. Stocker, Graz, Stuttgart 2002, S. 41–43; Kubizek bezeichnet auf S. 42 Klara Pölz richtigerweise als Nichte zweiten Grades und bringt auch das für die Ehe wegen zu naher Verwandtschaft notwendige Dispensgesuch an das bischöfliche Ordinariat im Wortlaut. Zu beachten ist die im 19. Jahrhundert noch gängige uneinheitliche Schreibweise von Namen.
  13. August Kubizek: Adolf Hitler – mein Jugendfreund. Stocker, Graz, Stuttgart 2002, S. 50.
  14. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Piper, München 1997, S. 66 f.; Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, S. 18 f.
  15. Vgl. z. B. Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2008, S. 19.
  16. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 36.
  17. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 35 f.
  18. Hans Frank: Im Angesicht des Galgens. Deutung Hitlers und seiner Zeit auf Grund eigener Erlebnisse und Erkenntnisse. Geschrieben im Nürnberger Justizgefängnis. Alfred Beck Verlag, München-Gräfelfing 1953 (2. Aufl. 1955 in Neuhaus bei Schliersee).
  19. Franz Jetzinger: Hitlers Jugend. Europa-Verlag, Wien 1956, S. 28–36; Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 2. Auflage. Ullstein, Berlin 1999, S. 43 f.
  20. Vgl. Werner Maser: Adolf Hitler. Legende, Mythos, Wirklichkeit. München/Esslingen 1971, S. 25–28; Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Piper, München 1997, S. 68–77; Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 35 f. Vgl. dazu auch den Artikel zu Alois Hitler.
  21. Gerhard Vinnai: Kriegstraumata und Faschismus – Zur Genese von Hitlers Vernichtungsantisemitismus. In: PDF; 101 kB).
  22. Arno Gruen: Der Fremde in uns, dtv, München 2002, S. 65 ff.; vgl. Gerhard Vinnai: Hitler. Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters, Psychosozial-Verlag, Gießen 2004, ISBN 3-89806-341-0.
  23. Vgl. für Beispiele von Gemälden Hitlers die Zusammenstellung Hitler als Künstler auf der Homepage des Gymnasiums Salzgitter-Bad.
  24. Joachim Fest: Adolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266. Hier S. 251 f.
  25. Zur Quellenlage der Jahre 1908 bis 1914: Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper, München 1996, ISBN 3-492-03598-1. Im Einzelnen: Kubizek teilte mit Hitler in den Jahren 1908 und 1909 ein Zimmer in Wien und fasste seine Erinnerungen nach dem Zweiten Weltkrieg in dem Buch „Adolf Hitler – mein Jugendfreund“ zusammen. Für Hitlers Zeit im Männerwohnheim Meldemannstraße werden üblicherweise in erster Linie die Ausführungen Reinhold Hanischs herangezogen, der einige Zeit gemeinsam mit Hitler in der Meldemannstraße wohnte und zeitweilig dessen Bilder verkaufte. Hanisch steuerte zunächst einige Informationen zu Konrad Heidens 1936 erschienener Hitler-Biographie bei; später verfasste er eine eigene Dokumentation über seine Erinnerungen an Hitler, die 1939 posthum veröffentlicht wurde. Als weitere Quellen kommen Karl Honisch in Betracht, ebenfalls ein Bewohner der Meldemannstraße, ferner ein als „Brünner Anonymus“ bezeichneter Zeuge, der seine Erinnerungen über Hitlers Aufenthalt im Männerwohnheim 1935 in der tschechischen Zeitschrift „Mährischer Illustrierter Beobachter“ veröffentlichte.
  26. Joachim Fest: Hitler, S. 50.
  27. Joachim Fest: Adolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266. S. 72; ebenso Brigitte Hamann: Hitlers Wien. S. 285 ff., insb. S. 317.
  28. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. S. 319, 322 ff.
  29. Lanz, Schönerer und Lueger werden von Joachim Fest: Adolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266. als Wiener Einflüsse genannt Hier S. 253.
  30. Joachim Fest: Hitler, S. 69 f.
  31. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. S. 206.
  32. Brigitte Hamann, Hitlers Wien. S. 206, 247.
  33. Anna Maria Sigmund: Lebte Hitler je im Obdachlosenasyl? In: Wiener Zeitung, 27. Februar 2010. Abgerufen am 28. März 2010.
  34. a b Brigitte Hamann: Hitlers Wien. S. 247.
  35. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper, München 1996, S. 248.
  36. Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. Ullstein, Berlin 2004 (2. Auflage der Neuausgabe 2003), S. 42: „seinen einstigen Kumpan aus Männerheimtagen, Reinhold Hanisch, ließ er umbringen“. S. 83: „Reinhold Hanisch […], den er, als er seiner 1938 habhaft werden konnte, denn auch ermorden ließ.“
  37. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. 1998, S. 270 f.
  38. Sven Felix Kellerhoff: Nationalsozialismus: Berühmtes Hitler-Foto möglicherweise gefälscht, Die Welt vom 14. Oktober 2010. Abgerufen am 15. Oktober 2010.
  39. Meldegänger hatten eine bevorzugte, aber auch gefährliche Aufgabe, wenn die Laufgänge zerschossen waren und die Meldegänger über offenes Gelände von Granattrichter zu Granattrichter laufen und springen mussten. Für die Gefährlichkeit spricht auch, dass immer zwei Meldegänger auf verschiedenen Wegen vom Regimentsstab losgeschickt wurden. Andererseits war die Funktion als Meldegänger vergleichsweise sicher, wenn er – wie Hitler – fast nur zwischen Regimentsstab und den Bataillonsstäben eingesetzt wurde, das heißt mit 1,5–5 Kilometer Abstand zur Hauptkampflinie. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 130 f.
  40. Hitlers gefälschte Vergangenheit, Focus 11/2011.
  41. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 126.
  42. Der Brief an den Münchner Justizassessor Ernst Hepp, der mehrere Bilder von Hitler gekauft hatte, ist in voller Länge abgedruckt bei Werner Maser: Adolf Hitler. Legende, Mythos, Wirklichkeit. 16. Auflage. Bechtle, München [u. a.] 1997, S. 130–135.
  43. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 790, Anmerkung 116.
  44. Hugo Gutmann versprach am 31. Juli 1918 Hitler und einem weiteren Meldegänger das EK I, wenn es ihnen gelingen würde, eine wichtige Meldung an die Front zu bringen, nachdem alle Telefonleitungen ausgefallen waren. Die Aktion war zwar mutig, aber für Meldegänger nicht außergewöhnlich. Es dauerte mehrere Wochen, bis der Divisionskommandeur die beiden Auszeichnungen am 4. August 1918 genehmigte. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. 2. Auflage. DVA, Stuttgart 1998, S. 136.
  45. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. 2. Auflage. DVA, Stuttgart 1998, S. 131 f. Kershaw berichtet, dass viele von Hitlers Kriegskameraden (z. B. Balthasar Brandmayer, Adolf Meyer, Michael Schlehhuber, Ernst Schmidt, Johann Sperl) nach dem Weltkrieg Hitlers Kameradschaft, Tapferkeit und seine Bereitschaft lobten, für andere Meldegänger einzuspringen. Solche Äußerungen sind überliefert, als Hitler bereits ein bekannter Politiker war. Diese „Gewährsleute“ wurden nach 1933 von der NSDAP mit Parteiposten im niederen Funktionärsrang ausgestattet, manche erhielten auch finanzielle Zuwendungen. Daher gelten ihre Aussagen als unglaubwürdig.
  46. Siehe Vier Kriegsbilder Hitlers, 1914–1917.
  47. Hitler: Mein Kampf, S. 223; zitiert nach Norman Ächtler: Kriegstrauma und Massenpsychologie. Ernst Weiß’ Der Augenzeuge und das Phänomen Hitler. In: Krieg und Literatur. Internationales Jahrbuch zur Kriegs- und Antikriegsliteraturforschung 13, 2007, S. 23–47, hier S. 25.
  48. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. 2. Auflage, DVA, Stuttgart 1998, S. 145.
  49. Konrad Heiden: Adolf Hitler. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit. Eine Biographie. Europa-Verlag, Zürich 1936, S. 57.
  50. Margarita Pazi: Ernst Weiß. Schicksal und Werk eines jüdischen mitteleuropäischen Autors in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-631-45475-9, S. 108 f. Vgl. Norman Ächtler: Kriegstrauma und Massenpsychologie. Ernst Weiß’ Der Augenzeuge und das Phänomen Hitler. In: Krieg und Literatur. Internationales Jahrbuch zur Kriegs- und Antikriegsliteraturforschung 13, 2007, S. 23–47, hier S. 26.
  51. Jan Armbruster: Die Behandlung Adolf Hitlers im Lazarett Pasewalk 1918: Historische Mythenbildung durch einseitige bzw. spekulative Pathographie. In: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 10, 2009, Heft 4, S. 18–22.
  52. Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. Tholenaar, Düsseldorf 1980, ISBN 3-463-00719-3, S. 11.
  53. Vgl. Foto mit einer Gruppe russischer Kriegsgefangener im Trauerzug am Ostfriedhof, auf dem Hitler im Hintergrund (Pfeil) zu sehen ist, in: Historisches Lexikon Bayerns, 17. Juni 2008.
  54. Ralf Georg Reuth, zum Beispiel, kommt zu dem Ergebnis, dass Hitlers fanatischer Antisemitismus erst 1919 entstand und entgegen seiner Selbstdarstellung nicht bereits in Wien. Vgl. Ralf Georg Reuth: Hitlers Judenhass. Klischee und Wirklichkeit. Piper Verlag, München 2009, ISBN 3-49205-177-4. Reuth argumentiert, Hitler habe Anfang 1919 noch mit der Mehrheitssozialdemokratie sympathisiert, sich in München zum Soldatenrat wählen lassen und so die – später als „jüdisch“ und „bolschewistisch“ verschrieene – Regierung Eisner unterstützt; vgl. auch Sven Felix Kellerhoff: Adolf Hitler wurde spät zum Antisemiten, Welt Online, 3. März 2009. Dafür spricht indirekt auch, dass Hitler 1918 das auf Vorschlag des (jüdischen) Regimentsadjutanten, des Leutnants Hugo Gutmann, zuerkannte EK I annahm.
  55. a b Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 164; David Clay Large: Hitlers München – Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung, München 2001, S. 159.
  56. Werner Maser: Hitlers Briefe und Notizen. Sein Weltbild in handschriftlichen Dokumenten. Econ, Düsseldorf u. a. 1973, ISBN 3-430-16356-0, S. 226.
  57. a b Adolf Hitler: Gutachten über den Antisemitismus. 1919 erstellt im Auftrag seiner militärischen Vorgesetzten. In: Werner Maser: Hitlers Briefe und Notizen. Sein Weltbild in handschriftlichen Dokumenten. Econ, Düsseldorf u. a. 1973, ISBN 3-430-16356-0, S. 223–226 (online).
  58. Götz Aly: Geschichte reicht in die Gegenwart. Ein Gespräch mit dem Historiker Raul Hilberg. In: NZZ Online, 10. Dezember 2002.
  59. Hans Wolfram v. Hentig: Müller, Karl Alexander v., Historiker. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, S. 440–442.
  60. Adolf Hitler: Aufriß über meine Person. In: Der Spiegel 16/1973 vom 16. April 1973. So auch Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 168: „Zweifellos war er [Hitler] in Lechfeld der Starredner.“
  61. a b Artikel Eckart, Dietrich. In: Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-10-091052-4. Vgl. Ernst Nolte: Eine frühe Quelle zu Hitlers Antisemitismus. In: HZ 192, 1961, S. 584–606.
  62. a b c d e f g h Walter Ziegler: Hitlerputsch, 8./9. November 1923. In: Historisches Lexikon Bayerns, 9. Oktober 2009. Abgerufen am 24. März 2010.
  63. So schätzte ihn beispielsweise am 21. November 1922 die New York Times in einem ausführlichen Artikel als „potentiell gefährlich“ ein. Die Londoner Times erwähnte Hitler erstmals am 15. Januar 1923: „An Army Of Revenge. Munich ‚Fascist‘ Threats“. Für den Morning Oregonian aus Portland (Oregon) war Hitler der „Bavarian Mussolini“. Der Artikel spricht von 45.000 arbeitslosen und politikverdrossenen ehemaligen Soldaten des zusammengebrochenen Kaiserreichs; diese teilweise hochqualifizierten Männer liefen Hitler und seinen Faschisten scharenweise in die Arme. („Ex-Army Officers Menace Germany“, 22. Dezember 1922, S. 15)
  64. Der Weg zum „Anschluss“: Österreich 1918–1938. 1918–1932. In: de.doew.braintrust.at. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, archiviert vom Original am 21. April 2011, abgerufen am 21. April 2011: „29. September 1920: Erstes politisches Auftreten Adolf Hitlers in Österreich (Reden u. a. in Wien, Innsbruck, Salzburg).“
  65. Karl-Ulrich Gelberg/Ellen Latzin: Ordnungszelle Bayern. In: Historisches Lexikon Bayerns, 26. Januar 2010. Abgerufen am 24. März 2010.
  66. a b Benedikt Weyerer: Bürgerbräukeller, München. In: Historisches Lexikon Bayerns, 13. Oktober 2009. Abgerufen am 24. März 2010.
  67. a b Walter Ziegler: Ausweisung Adolf Hitlers aus Bayern. In: Historisches Lexikon Bayerns, 5. Mai 2009. Abgerufen am 24. März 2010.
  68. Festungshaft Adolf Hitlers in Landsberg, 1923/24. In: Historisches Lexikon Bayerns. Bayerische Staatsbibliothek, 21. Mai 2010, archiviert vom Original am 21. April 2011, abgerufen am 21. April 2011: „Das Volksgericht München verurteilte ihn am 1. April 1924 wegen Hochverrats zu einer fünfjährigen Festungshaftstrafe und attestierte ihm damit eine ‚ehrenhafte Gesinnung‘.“
  69. Werner Reif: Hitler soll Entwürfe für „mein Kampf“ selbst getippt haben. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 25. Juni 2009, archiviert vom Original am 29. Juni 2009, abgerufen am 8. März 2011. Bis zur Veröffentlichung von Florian Beierl/Othmar Plöckinger: Neue Dokumente zu Hitlers Buch Mein Kampf. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 57, 2009, Heft 2, S. 261–318 (doi:10.1524/vfzg.2009.0043), war die Forschung davon ausgegangen, Hitler habe seinem damaligen Mitgefangenen Rudolf Heß den ersten Teil von Mein Kampf diktiert.
  70. Siehe Titelblatt der Erstausgabe.
  71. Sebastian Haffner, Anmerkungen zu Hitler, Fischer Verlag, 24. Auflage 2003, S. 32.
  72. Zitiert n. Christian Zentner, Adolf Hitler. Texte, Bilder, Dokumente, Delphin Verlag, München 1979, ISBN 3-773-54015-9, S. 33.
  73. Norbert Kapferer, Der „Totale Krieg“ gegen den „jüdischen Bolschewismus“ – Weltanschauliche und propagandistische Einlassungen der NS-Elite und deren Interpretation durch Carl Schmitt, in: Uwe Backes (Hrsg.): Rechtsextreme Ideologien in Geschichte und Gegenwart, Böhlau, Köln 2003, S. 159–192, hier S. 164 f.
  74. Hagen Schulze: Weimar. Deutschland 1917–1933, Btb (Siedler Taschenbuch), Berlin 1982, S. 334.
  75. a b c Norbert Frei: Machtergreifung. Anmerkungen zu einem historischen Begriff. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 31, 1983, Heft 1, S. 136–145 (PDF; 570 KB).
  76. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, ISBN 3-421-05131-3, S. 474.
  77. a b c d e f g h Reinhard Sturm: Zerstörung der Demokratie 1930–1933. In: Informationen zur politischen Bildung 261: Weimarer Republik. Bonn 2003.
  78. Die zeitgenössische Sicht auf das Wirken der Kamarilla illustrierte der spätere Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky am 31. Januar 1933 in der Zeitschrift Die Weltbühne: Kamarilla. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913–1933. Hrsg. von Bruno Frei. 3. Auflage. Aufbau-Verlag, Berlin 1985, S. 236–238 (online).
  79. Konrad Heiden: Adolf Hitler. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit. Eine Biographie. Europa Verlag, Zürich 1936, S. 288. Das Treffen und die abfällige Bezeichnung als „böhmischer Gefreiter“ findet sich auch bei späteren Biographen, die älteste Erwähnung dürfte von Heiden stammen.
  80. Otto Meissner: Staatssekretär unter Ebert, Hindenburg, Hitler. Der Schicksalsweg des deutschen Volkes von 1918–1945, wie ich ihn erlebte. Hoffmann und Campe, Hamburg 1950, S. 322.
  81. Wolfram Pyta: Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler, Siedler, München 2009, S. 636 f.
  82. Nach Artikel 41 der Weimarer Verfassung galt: „Der Reichspräsident wird vom ganzen deutschen Volke gewählt. Wählbar ist jeder Deutsche, der das fünfunddreißigste Lebensjahr vollendet hat.“
  83. Joachim Fest: Adolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266. Hier S. 264. Vgl. Hitler ersucht um Entlassung aus der österreichischen Staatsangehörigkeit. 7.4.1925. In: NS-Archiv.de, abgerufen am 27. September 2010.
  84. § 9 Absatz 1 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 lautete: „Die Einbürgerung in einem Bundesstaat darf erst erfolgen, nachdem durch den Reichskanzler festgestellt worden ist, daß keiner der übrigen Bundesstaaten Bedenken dagegen erhoben hat; erhebt ein Bundesstaat Bedenken, so entscheidet der Bundesrat. Die Bedenken können nur auf Tatsachen gestützt werden, welche die Besorgnis rechtfertigen, daß die Einbürgerung des Antragstellers das Wohl des Reichs oder eines Bundesstaats gefährden würde.“ Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913. In: documentArchiv.de, 3. März 2004, abgerufen am 27. September 2010. Zur Überlegung, dass „es für Hitler wegen seiner politischen Ambitionen“ grundsätzlich nahelag, „sich in Deutschland in einem der Bundesstaaten einbürgern zu lassen und damit vom Staatenlosen zum Deutschen zu werden“, siehe Ingo von Münch: Die deutsche Staatsangehörigkeit. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. De Gruyter Recht, Berlin 2007, ISBN 978-3-89949-433-4, S. 44 f.
  85. Ingo von Münch: Die deutsche Staatsangehörigkeit. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. De Gruyter Recht, Berlin 2007, ISBN 978-3-89949-433-4, S. 44 f.
  86. Gemäß § 14 Absatz 1 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 galt die „von der Regierung oder der Zentral- oder höheren Verwaltungsbehörde eines Bundesstaats vollzogene oder bestätigte Anstellung im unmittelbaren oder mittelbaren Staatsdienst […] für einen Ausländer als Einbürgerung“. Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913. In: documentArchiv.de, 3. März 2004, abgerufen am 27. September 2010. Vgl. Ingo von Münch: Die deutsche Staatsangehörigkeit. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. De Gruyter Recht, Berlin 2007, ISBN 978-3-89949-433-4, S. 43 f.
  87. Ernst-August Roloff: Bürgertum und Nationalsozialismus 1930–1933. Braunschweigs Weg ins Dritte Reich. Hannover 1961, S. 89 f.
  88. Rudolf Morsey: Hitler als Braunschweigischer Regierungsrat. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8, 1960, Heft 4, S. 419–448 (PDF; 1,38 MB), hier S. 419.
  89. a b c Rudolf Morsey: Hitler als Braunschweigischer Regierungsrat. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8, 1960, Heft 4, S. 419–448 (PDF; 1,38 MB), hier Dokument Nr. 9, S. 440 f.
  90. Nach Artikel 110 der Weimarer Verfassung war er damit zugleich Reichsangehöriger („Jeder Angehörige eines Landes ist zugleich Reichsangehöriger.“) und hatte als Deutscher „in jedem Lande des Reichs die gleichen Rechte und Pflichten wie die Angehörigen des Landes selbst.“
  91. Rudolf Morsey: Hitler als Braunschweigischer Regierungsrat. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8, 1960, Heft 4, S. 419–448 (PDF; 1,38 MB), hier S. 442.
  92. Rudolf Morsey: Hitler als Braunschweigischer Regierungsrat. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8, 1960, Heft 4, S. 419–448 (PDF; 1,38 MB), hier S. 443–448.
  93. Rudolf Morsey: Hitler als Braunschweigischer Regierungsrat. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8, 1960, Heft 4, S. 419–448 (PDF; 1,38 MB), hier S. 447.
  94. Rudolf Morsey: Hitler als Braunschweigischer Regierungsrat. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 8, 1960, Heft 4, S. 419–448 (PDF; 1,38 MB), hier S. 448.
  95. Aus dem Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934, das mit der Vollendung der „Gleichschaltung“ endgültig die Hoheitsrechte der Länder aufhob, ergab sich mit zwingender Notwendigkeit die zentrale Einführung der Reichsangehörigkeit als ausschließliche deutsche Staatsangehörigkeit für das gesamte Reichsgebiet, so dass Hitler jetzt nicht mehr erst ein Braunschweiger hätte werden müssen, um deutscher Staatsbürger zu sein. Nationalgeschichtlich stellt deshalb die Verordnung über die deutsche Staatsangehörigkeit vom 5. Februar 1934 einen bemerkenswerten Akt dar, weil es keine mit Landesausweis versehenen Badener, Bayern, Preußen usw. mehr gab, sondern nur noch deutsche Staatsbürger mit entsprechendem Eintrag im Standesregister.
  96. Vgl. Werner Maser (Hrsg.): Paul Devrient. Mein Schüler Adolf Hitler. Das Tagebuch seines Lehrers. Universitas Verlag, Tübingen 2003, ISBN 3-8004-1450-3.
  97. Gerhard Schulz: Von Brüning zu Hitler. Der Wandel des politischen Systems in Deutschland 1930–1933. De Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-11-013525-6, S. 1028 f.
  98. Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 403–413 (online, PDF; 1,07 MB).
  99. Joachim Fest: Adolf Hitler. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, S. 250–266. Hier S. 256.
  100. Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 416 (online, PDF; 1,07 MB).
  101. Vgl. Dirk Stegmann: Zum Verhältnis von Großindustrie und Nationalsozialismus 1930–1933. Ein Beitrag zur Geschichte der sog. Machtergreifung. In: Archiv für Sozialgeschichte 13, 1973, S. 399–482 (PDF; 20,4 MB). Stegemann beklagte, die Sozialgeschichte habe sich „fast ausschließlich“ auf die Parteifinanzierung der NSDAP durch Großunternehmer konzentriert.
  102. Hans-Ulrich Thamer: Verführung und Gewalt. Deutschland 1933–1945. Siedler, Berlin 1994, ISBN 978-3442755288, S. 211.
  103. Schreiben Hjalmar Schachts an Hitler vom 12. April 1932; Schreiben Schachts an Paul Reusch vom 18. März 1932; beide zitiert nach: Dirk Stegmann: Zum Verhältnis von Großindustrie und Nationalsozialismus 1930–1933. Ein Beitrag zur Geschichte der sog. Machtergreifung. In: Archiv für Sozialgeschichte 13, 1973, S. 399–482 (PDF; 20,4 MB), hier S. 449–451.
  104. Gerhard Schulz: Von Brüning zu Hitler. Der Wandel des politischen Systems in Deutschland 1930–1933. De Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-11-013525-6, S. 1018.
  105. Eingabe von Industriellen, Bankiers und Großagrariern an Reichspräsident von Hindenburg vom November 1932. Zitiert nach: Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 425 f. (online, PDF; 1,07 MB).
  106. Reinhard Sturm: Zerstörung der Demokratie 1930–1933. In: Informationen zur politischen Bildung 261: Weimarer Republik. Bonn 2003. Als traditionelle Ziele dieser Gruppen nennt Sturm: „autoritäre (monarchistische) Umgestaltung des Staates, dauerhafte Ausschaltung von KPD, SPD und Gewerkschaften, Abbau der steuerlichen und sozialstaatlichen Belastungen der Wirtschaft, schnelle Überwindung des Versailler Vertrages, Aufrüstung“.
  107. Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 6. Auflage, Frankfurt am Main 1996, S. 497.
  108. Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 413 (online, PDF; 1,07 MB).
  109. Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 415 (online, PDF; 1,07 MB).
  110. Karl-Dietrich Bracher: Die Auflösung der Weimarer Republik. Eine Studie zum Problem des Machtverfalls in der Demokratie. Athenäum/Droste, Königstein/Düsseldorf 1978, ISBN 3-7610-7216-3 (unveränderter Nachdruck der 5. Auflage, Villingen 1971), S. 619.
  111. a b Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 417 (online, PDF; 1,07 MB).
  112. Axel Schildt: Das Kabinett Kurt von Schleicher. In: Everhard Holtmann (Hrsg.): Die Weimarer Republik. Bd. 3: Das Ende der Demokratie. 1929–1933. Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, München 1995, S. 391–443, hier S. 418 (online, PDF; 1,07 MB).
  113. Karl Dietrich Bracher: Die deutsche Diktatur. Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus. 5. Auflage, Köln 1976, ISBN 3-462-01143-X, S. 213.
  114. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 593 f.
  115. Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs (1. August 1934): „§ 1. Das Amt des Reichspräsidenten wird mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Infolgedessen gehen die bisherigen Befugnisse des Reichspräsidenten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über.“
  116. Erlaß des Reichskanzlers zum Vollzug des Gesetzes über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs vom 1. August 1934 (2. August 1934): „Die Größe des Dahingeschiedenen hat dem Titel Reichspräsident eine einmalige Bedeutung gegeben. Er ist nach unser Aller Empfinden in dem, was er uns sagte, unzertrennlich verbunden mit dem Namen des großen Toten. Ich bitte daher, Vorsorge treffen zu wollen, daß ich im amtlichen und außeramtlichen Verkehr wie bisher nur als Führer und Reichskanzler angesprochen werde. Diese Regelung soll für alle Zukunft gelten.“
  117. Alan Bullock: Hitler und Stalin. Parallele Leben. Siedler, Berlin 1991, ISBN 3-88680-370-8, S. 459.
  118. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 670.
  119. a b Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 671.
  120. Fritz Wiedemann: Der Mann, der Feldherr werden wollte. Velbert/Kettwig 1964, S. 68 f.
  121. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 676.
  122. Hans-Walter Schmuhl: Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Euthanasie. Von der Verhütung zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens“, 1890–1945. 2. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, ISBN 3-525-35737-0, S. 152.
  123. a b Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 4: Vom Beginn des ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck, München 2003, S. 658.
  124. a b Martin Broszat: Soziale Motivation und Führer-Bindung des Nationalsozialismus. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 18, 1970, S. 392–409 (PDF; 917 KB).
  125. Peter Longerich: Die braunen Bataillone. Geschichte der SA. C.H. Beck, München 1989, S. 170 f.
  126. Heinz Höhne: „Gebt mir vier Jahre Zeit“. Hitler und die Anfänge des Dritten Reiches. Ullstein, Berlin 1996, S. 332 f.
  127. Hans-Jürgen Döscher: „Reichskristallnacht“. Die Novemberpogrome 1938. Ullstein, Berlin 1988, S. 77 ff.
  128. Zitiert nach Nils Minkmar: Das Auswärtige Amt und der Holocaust. Die drängende Sorge, überflüssig zu werden. In: FAZ.net, 30. Oktober 2010, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  129. Max Domarus (Hrsg.): Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Kommentiert von einem deutschen Zeitgenossen. Neuauflage, Bd. 4, Bolchazy-Carducci, Mundelein, Ill., 1988, S. 1663.
  130. „Beherrschen, Verwalten, Ausbeuten“ – Protokoll einer Führerbesprechung. In: Der II. Weltkrieg, Band 3: Tief im Feindesland. Pawlak-Verlag, 1989, S. 372.
  131. Damit war, allgemein ungenau gehalten, irgendein Gebiet in der Sowjetunion gemeint. Vgl. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. 2. Auflage. DVA, München 2008, S. 576.
  132. Vgl. Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. 2. Band: Die Jahre der Vernichtung 1939–1945. C.H. Beck, München 2006, S. 231.
  133. Saul Friedländer: Das Dritte Reich und die Juden. 2. Band: Die Jahre der Vernichtung 1939–1945. C.H. Beck, München 2006, S. 236.
  134. Zitiert nach Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. 2. Auflage. DVA, München 2008, S. 570.
  135. Eckart Conze im Spiegel-Gespräch. Verbrecherische Organisation. In: Der Spiegel Nr. 43, 25. Oktober 2010, S. 45.
  136. Vgl. Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.
  137. Hans Mommsen: Der Wendepunkt zur „Endlösung“. Die Eskalation des nationalsozialistischen Judenverfolgung. In: Jürgen Matthäus, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Deutsche, Juden, Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, S. 63–66.
  138. Goebbels: Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Teil 2, Bd. 2, S. 498 (Eintrag vom 13. Januar 1942). Zitiert nach Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. 2. Auflage. DVA, München 2008, S. 583.
  139. Hans Frank gab vier Tage später das Gehörte an sein Gefolge im Generalgouvernement weiter, indem er teilweise sogar Formulierungen Hitlers zitierte, insbesondere dessen Prophezeiung. „Aber was soll mit den Juden geschehen?“, fragte er. „Man hat uns in Berlin gesagt: Weshalb macht man diese Scherereien? Wir können im Ostland […] auch nichts mit ihnen anfangen, liquidiert sie selber!“ Zitiert nach Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. 2. Auflage. DVA, München 2008, S. 583.
  140. Peter Witte u. a. (Hrsg.): Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hans Christians Verlag, Hamburg 1999, S. 3.
  141. Jürgen Förster: Wehrmacht, Krieg und Holocaust. In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität. Oldenbourg, München 1999, S. 960. Vgl. Isabel Heinemann: Rezension zu: Peter Witte/Michael Wildt/Martina Voigt/Dieter Pohl/Peter Klein/Christian Gerlach/Christoph Dieckmann/Andrej Angrick (Hrsg.), Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hamburg 1999. In: H-Soz-u-Kult, 13. August 1999.
  142. Dossier Kersten im Centre de Documentation Juive; Felix Kersten: The Kersten Memoirs, 1940–1945. Time Life Education, 1992, ISBN 0-809-48737-3.
  143. Himmler an Gottlob Berger, 28. Juli 1942. Zitiert nach Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. 2. Auflage. DVA, München 2008, S. 586.
  144. Richard Albrecht: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ Adolf Hitlers Geheimrede am 22. August 1939. Shaker Verlag, Aachen 2007. ISBN 978-3-8322-6695-0. Ein Resümee der Geheimrede gibt Ian Kershaw: Hitler. Band 2: 1936–1945. 3. Auflage. DVA, Stuttgart 2000, S. 292–295. Den Zuhörern war ausdrücklich verboten, Aufzeichnungen anzufertigen. Admiral Canaris notierte sich dennoch die wichtigsten Punkte. Diese Redemitschrift lag als sogenanntes L-3-Dokument im Nürnberger Prozess vor, konnte aber juristisch nicht verwendet werden, weil zum damaligen Zeitpunkt der Verfasser noch nicht bekannt war. Siehe dazu auch Richard Albrecht: „Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ – Adolf Hitlers Geheimrede am 22. August 1939: Das historische L-3-Dokument. In: Zeitschrift für Genozidforschung 9, 2008, Heft 1, S. 93–131.
  145. Andreas Hillgruber: Die Endlösung und das deutsche Ostimperium als Kernstück des rassenideologischen Programms des Nationalsozialismus. In: Wolfgang Wippermann (Hrsg.): Kontroversen um Hitler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 219–247.
  146. Hans Mommsen: Der Wendepunkt zur „Endlösung“. Die Eskalation des nationalsozialistischen Judenverfolgung. In: Jürgen Matthäus, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Deutsche, Juden,Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, S. 57–72.
  147. Andreas Wirsching: „Man kann nur Boden germanisieren“. Eine neue Quelle zu Hitlers Rede vor den Spitzen der Reichswehr am 3. Februar 1933. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 49, 2001, Heft 3, S. 517–550 (PDF; 1,45 MB), hier S. 536, vgl. S. 519.
  148. Order to Bouhler and Dr. Karl Brandt to increase the authority of physicians to perform euthanasia. Harvard Law School Library Item No. 2493. Faksimile in der Bibliothek der Harvard Law School.
  149. a b c Ino Arndt, Wolfgang Scheffler: Organisierter Massenmord an Juden in nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Ein Beitrag zur Richtigstellung apologetischer Literatur. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 24, 1976, Heft 2, S. 105–135, hier S. 112–114.
  150. Joachim Fest: Hitler. Eine Karriere. Film, 1977; Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 7. Auflage. Ullstein, Berlin 2004, S. 753 ff.; Max Domarus: Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Würzburg 1962/1963, S. 822 f.; vgl. Bericht in der Neuen Basler Zeitung vom 16. März 1938.
  151. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 177.
  152. Vgl. Hermann Graml: Hitler und England. Ein Essay zur nationalsozialistischen Außenpolitik 1920 bis 1940. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2009, ISBN 978-3-486-59145-3 (Zeitgeschichte im Gespräch 7).
  153. a b Abschrift des kommunistischen Nachrichtendienstes, Zeile 85 f., in: Andreas Wirsching: „Man kann nur Boden germanisieren“. Eine neue Quelle zu Hitlers Rede vor den Spitzen der Reichswehr am 3. Februar 1933. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 49, 2001, Heft 3, S. 517–550 (PDF; 1,45 MB), hier S. 545–548.
  154. Ernst Topitsch: Stalins Krieg. Die sowjetische Langzeitstrategie gegen den Westen als rationale Machtpolitik. Busse Seewald, Herford 1990, ISBN 3-512-00966-2, S. 26.
  155. In der Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 gab Hitler vor rund 50 Offizieren die Vertragsunterzeichnung bekannt und erläuterte seinen Plan zum Kriegsbeginn: „Wir werden den Westen halten, bis wir Polen erobert haben.“ 22.8.1939: Ansprache Adolf Hitlers vor den Oberbefehlshabern auf dem Obersalzberg. In: NS-Archiv. Dokumente zum Nationalsozialismus; dort zitiert nach Hans-Adolf Jacobsen: Der Weg zur Teilung der Welt. Politik und Strategie 1939–1945. Koblenz/Bonn 1977, ISBN 3-8033-0258-7, S. 23–26.
  156. wp611c08d1_02.jpg. In: hitlerpages.com. September 1939, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011 (JPEG, Hitler und von Ribbentrop vor dem Zug sitzend.).
  157. wp7f322d21.jpg. In: hitlerpages.com. 22. September 1939, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011 (JPEG, Hitler beobachtet durch Scherenfernrohr den Beschuss von Warschau.).
  158. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 25 u. 27.
  159. 23.11.1939: Besprechung beim Führer. Anwesend: alle Oberbefehlshaber. In: NS-Archiv. Dokumente zum Nationalsozialismus; dort zitiert nach Hans-Adolf Jacobsen: Der Weg zur Teilung der Welt. Politik und Strategie 1939–1945. Koblenz/Bonn 1977, ISBN 3-8033-0258-7, S. 56 f.
  160. „Der Führer ist ungeheuer nervös. Er hat Angst vor dem eigenen Erfolg“, notierte General Halder am 17. Mai 1940 in seinem Kriegstagebuch. Zit. n. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 67.
  161. Vgl. Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. München 2005. Zit. n. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 72.
  162. Vgl. Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. München 2005. Zit. n. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 76.
  163. Die Abkürzung „Gröfaz“ wurde später von Generälen mit Galgenhumor und in ironischer Absicht verwendet. Dieses Akronym persifliert darüber hinaus auch die Abkürzungsmanie der Nationalsozialisten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Siehe dazu Victor Klemperer: LTI. Notizbuch eines Philologen. 4. Auflage, Köln 1987, ISBN 3-87682-338-2 (Erstausgabe Berlin 1947).
  164. Zit. n. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 76.
  165. Zit. n. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 75.
  166. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 411. Text der Reichstagsrede Hitlers vom 19. Juli 1940 in Max Domarus: Der Reichstag und die Macht. Würzburg 1968, S. 1540–1559.
  167. Innerhalb einer Stunde wurde über die BBC die kategorische Zurückweisung des Friedensangebots bekanntgegeben. Die Reaktion in Hitlers Umgebung war von Enttäuschung geprägt. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 411.
  168. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 69.
  169. Vgl. Gerhard L. Weinberg: Der deutsche Entschluß zum Angriff auf die Sowjetunion. In: VfZ 1, 1953, S. 301–318, hier S. 310 f. (PDF; 0,9 MB).
  170. Vgl. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 97. Gerhard L. Weinberg: Der deutsche Entschluß zum Angriff auf die Sowjetunion. In: VfZ 1, 1953, S. 301–318. (PDF; 0,9 MB). Franz Halder notierte dabei Hitlers Haltung: „Entschluß: Im Zuge dieser Auseinandersetzung [mit England] muß Rußland erledigt werden. Frühjahr 41.“ Ebenda, S. 313.
  171. Vgl. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 96.
  172. Vgl. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 95 f. und 105 f.
  173. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 95.
  174. Vgl. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 95.
  175. Vgl. Uwe Klußmann, Drang zum Zuschlagen, in: Spiegel Geschichte Nr. 3/2010, S. 16–24, hier S. 24.
  176. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 96.
  177. Vgl. Rolf-Dieter Müller: Hitler war kein Bismarck. In: Spiegel Geschichte Nr. 3, 2010, S. 64–67, hier S. 66.
  178. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges räsonierte Hitler im Berliner Bunker unter der Reichskanzlei angesichts der bevorstehenden Niederlage darüber, dass Mussolinis Angriff auf Griechenland und die dadurch bedingte Verschiebung des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion ihn den Sieg vor Moskau im Dezember 1941 gekostet habe.
  179. Vgl. Aussage von Generalfeldmarschall Friedrich Paulus in den Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 283–310.
  180. „An der sowjetrussischen Grenze ist es seit den frühen Morgenstunden des heutigen Tages zu Kampfhandlungen gekommen. Ein Versuch des Feindes, nach Ostpreussen einzufliegen, wurde unter schweren Verlusten abgewiesen. Deutsche Jäger schossen zahlreiche rote Kampfflugzeuge ab.“ Zitiert nach Günter Wegmann (Hrsg.): „Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt …“. Der deutsche Wehrmachtbericht. Bd. 1, 1939–1941. Biblio Verlag, Osnabrück 1982, ISBN 3-7648-1282-6 (I), S. 585. Dann folgten viermal so lange Berichte über Luftkämpfe über der Nordsee und den britischen Inseln.
  181. Erich F. Sommer: Das Memorandum. Wie der Sowjetunion der Krieg erklärt wurde. Herbig, München/Berlin 1991, ISBN 3-776-61158-8, S. 353.
  182. Adolf Hitler: Mein Kampf. 2. Band, München 1927; zitiert nach Karl Lange: Der Terminus „Lebensraum“ in Hitlers „Mein Kampf“. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 13, 1965, Heft 4, S. 426–437, hier S. 427.
  183. Walther Rohland: Bewegte Zeiten. Erinnerungen eines Eisenhüttenmannes. Stuttgart 1978, S. 78; Franz W. Seidler: Fritz Todt. Baumeister des Dritten Reiches. München 1986, S. 356 f. Zit. n. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 593.
  184. Text der Reichstagsrede Hitlers vom 11. Dezember 1941 in Max Domarus: Der Reichstag und die Macht. Würzburg 1968, S. 1794–2111.
  185. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 598 f.
  186. So hatte Hitler schon im März 1941 zum japanischen Außenminister Matsuoka gesagt: „Ihre Schwäche [der drei Paktmächte] würde darin liegen, wenn sie sich einzeln niederschießen ließen.“ Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. 2. Auflage. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 506. Zum gesamten Komplex der Kriegserklärung siehe Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. S. 481–539.
  187. „‚Eine Großmacht läßt sich nicht den Krieg erklären, sie erklärt ihn selbst‘, sagte Ribbentrop, der damit zweifellos Hitlers Ansichten wiedergab, zu Staatssekretär Ernst von Weizsäcker“. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 599.
  188. Vgl. Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto Günsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 157, Anm. 151.
  189. Vgl. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 118. Dort auch der zitierte Haltebefehl.
  190. Der Heeresgruppe Mitte wurde mitgeteilt, „daß der Führer bei den heutigen schwerwiegenden Erörterungen über die Lage an der Front den Oberbefehlshaber des Heeres völlig ausgeschaltet hat und daß Oberst Schmundt während dieser Zeit unmittelbare Verbindung mit der Heeresgruppe Mitte halten werde.“ H.Gr.Kdo. Mitte, KTB Ia, 16.12.1941, in: BA-MA, RH 19 II/122, Bl. 129–131. Offiziell wurde von Brauchitsch erst am 19. Dezember 1941 abgelöst.
  191. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 607, Anm. 372.
  192. Zit. n. Guido Knopp: Die Wehrmacht. Eine Bilanz. München, 3. Aufl. 2007, S. 119.
  193. Aussage von Generalfeldmarschall Paulus in den Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 283–310.
  194. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 105.
  195. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 105.
  196. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 756 f.
  197. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 757.
  198. Vgl. Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto Günsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 211.
  199. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 777 f.
  200. Eintragung vom 1. September 1943, zit. nach Peter Longerich: Goebbels. Biographie. Siedler, München 2010, S. 593.
  201. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 199; sowie Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. S. 962 f.
  202. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen. Ausbruch. Verlauf. Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 199.
  203. Der deutsche Stadtkommandant, General Dietrich von Choltitz, ignorierte nach anfänglichem Widerstand gegen die vorrückende 2. Französische Panzerdivision Hitlers Befehl und übergab die Stadt letztlich kampflos und nahezu unversehrt am 25. August 1944 an den französischen General Leclerc und Henri Rol-Tanguy, den Führer der Pariser Résistance.
  204. Vgl. „In Wahrheit haben weder Hitler noch Goebbels [nach Stalingrad] geglaubt, den Krieg noch siegreich beenden zu können.“ Dieter Salewski: Die Abwehr der Invasion als Schlüssel zum „Endsieg“? In: Rolf-Dieter Müller, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Die Wehrmacht. Mythos und Realität. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 210–223, hier S. 211. Diese Einschätzung wird indirekt durch die Aussage von Generalfeldmarschall Paulus während des Nürnberger Prozesses bestätigt: „Am 1. Juni 1942 […] erklärte Hitler: ‚Wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme, dann muß ich diesen Krieg liquidieren.‘“ Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 283–310.
  205. Am 29. April 1945 erfuhr Hitler von Mussolinis Erschießung am Vortag. Ob er von Einzelheiten Kenntnis erhielt, ist ungewiss. Mussolinis Leiche wurde zusammen mit der von Clara Petacci mit den Füßen nach oben an einer Mailänder Tankstelle aufgehängt und mit Steinen beworfen. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 1061.
  206. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 793.
  207. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 795.
  208. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 794.
  209. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 796.
  210. Am 24. Februar, dem Jahrestag der Proklamation des Parteiprogramms von 1920, redete er im Hofbräuhaus in München vor dem geschlossenen Kreis der Alten Garde.
  211. Neujahrsansprache (Radiorede, 31. Dezember 1944), Silvesteransprache (Textversion derselben Rede)
  212. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 797.
  213. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, ISBN 3-421-05132-1, S. 1036. Im Artikel Julius Schaub heißt es dazu genauer: „Zu diesem Zweck suchte Schaub Hitlers Privatwohnung am Münchener Prinzregenten-Platz sowie sein Haus auf dem Obersalzberg auf und verbrannte alle greifbaren Dokumente aus Hitlers Privattresoren.“
  214. Vgl. Adolf Hitler: Politisches Testament 1945 und Adolf Hitler: Privates Testament 1945; beides in: NS-Archiv. Dokumente zum Nationalsozialismus. Quelle jeweils: Werner Maser: Hitlers Briefe und Notizen. Sein Weltbild in handschriftlichen Dokumenten. Düsseldorf 1973, ISBN 3-430-16356-0.
  215. Durch Entscheidung des Amtsgerichts Berchtesgaden vom 25. Oktober 1956 (II 48/52) ist der Tod „auf den 30. April 1945, 15 Uhr 30 Minuten“ festgestellt worden.
  216. Zitiert nach Günter Wegmann (Hrsg.): „Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt …“ Der deutsche Wehrmachtbericht. Bd. 3, 1944–1945 und Register. Biblio Verlag, Osnabrück 1982, ISBN 3-7648-1282-6, S. 563.
  217. Darin ein Interview mit Traudl Junge, einer von seinen Privatsekretärinnen.
  218. a b Alisa Argunova: Die acht Bestattungen Hitlers. Aus dem Russischen übersetzt und kommentiert von Wolf Oschlies. Auf: Shoa.de, zuletzt abgerufen am 18. Dezember 2008.
  219. Zuerst als: Hugh Redwald Trevor-Roper: The Last Days of Hitler. 1. Auflage, Macmillan, London/New York 1947. Deutsch zuletzt: Hugh R. Trevor-Roper: Hitlers letzte Tage. Übersetzt von Joseph Kalmer und Gisela Breiting-Wolfsholz. Ullstein, Frankfurt am Main [u. a.] 1995, ISBN 3-548-33192-0. Vgl. dazu Edward D. R. Harrison: Hugh Trevor-Roper und „Hitlers letzte Tage“. In: VfZ 57, 2009, Heft 1, S. 33–60. Trevor-Roper veröffentlichte seine wichtigsten Ergebnisse vorab als Zeitschriftenartikel: Hugh Redwald Trevor-Roper: The Last Days of Hitler. In: Life, 17. März 1947, S. 106–122.
  220. a b Angelika Franz: DNA-Analyse: Angeblicher Hitler-Schädel stammt von einer Frau. In: Spiegel Online. 1. Oktober 2009, abgerufen am 26. Januar 2010.
  221. Joachim Fest: Hitler, S. 71 ff.
  222. Magnus Brechtken: „Madagaskar für die Juden“. Antisemitische Idee und politische Praxis 1885–1945. 2. Auflage, Oldenbourg, München 1998, S. 17.
  223. Jörg Lanz von Liebenfels: Die Blonden als Schöpfer der Sprachen. In: Ostara 1911. Zitiert nach Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 315.
  224. Schönerer prägte um die Jahrhundertwende das Schlagwort: „Ob Jud, ob Christ ist einerlei – in der Rasse lieg die Schweinerei.“ Zitiert nach Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 345.
  225. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 404.
  226. Joachim Fest: Hitler. S. 75.
  227. Joachim Riecker: Hitlers 9. November. Wie der Erste Weltkrieg zum Holocaust führte. WJS, Berlin 2009, S. 44 f.
  228. Erich Mühsam, Ernst Toller und Gustav Landauer waren ebenso wie Eugen Leviné jüdischer Abstammung.
  229. Die von Hitler ab 1919 vielfach verwendete Formulierung „vergiftet und verraten “ geht auf Max Bauer zurück, hat dort aber keinen konkreten Bezug zu Juden. Vgl. Max Bauer: Konnten wir den Krieg vermeiden, gewinnen, abbrechen?, Flugschriften des Tag Nr. 2, Berlin 1919.
  230. Joachim Riecker: Hitlers 9. November. Wie der Erste Weltkrieg zum Holocaust führte. Wolf Jobst Siedler Verlag jr., Berlin 2009, ISBN 978-3-937989-57-0, S. 46 ff.
  231. Vgl. zu allem: Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 285 ff.
  232. Zur Person Goldziers ist wenig bekannt. Goldzier war um die Jahrhundertwende Besitzer einer Buchdruckerei in Wien und veröffentlichte regelmäßig unter dem Pseudonym „Th. Newest“ (The Newest = Das Neueste). Dazu Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 319 ff.
  233. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 37.
  234. Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 303 f.
  235. Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang NS-Deutschlands 1944/45. DVA, München 2011, S. 33.
  236. Vgl. zum Ganzen Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. München 1996, S. 40, 407 ff.
  237. a b Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper, München 1996, S. 333 f.
  238. a b c d e Timothy W. Ryback: Hitler’s Private Library. The Books that Shaped his Life. Alfred A. Knopf, New York 2008, ISBN 978-1-400-04204-3. Vgl. die Rezension von Hannes Stein: Bibliothek des „Führers“. Die Bücher, in denen Adolf Hitler gerne schmökerte. In: Die Welt, 8. Januar 2009, abgerufen am 6. September 2010.
  239. a b c d e f Ulrich Sieg: Hitlers Privatbibliothek. Kaum Schöngeistiges. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Mai 2009, abgerufen am 19. Dezember 2010.
  240. Vgl. Wilfried Daim: Der Mann, der Hitler die Ideen gab. Jörg Lanz von Liebenfels. Isar, Wien 1994, ISBN 3-928127-73-X.
  241. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 50.
  242. Rochus Misch: Der letzte Zeuge. „Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter“. München 2008, S. 91.
  243. a b Albert Speer: Erinnerungen, 3. Auflage, Ullstein, Berlin 2007, S. 109.
  244. Albert Speer: Erinnerungen, 3. Auflage, Ullstein, Berlin 2007, S. 108 f.
  245. Albert Speer: Erinnerungen, 3. Auflage, Ullstein, Berlin 2007, S. 108.
  246. Christoph Drösser: Fleischloser Führer. Adolf Hitler war Vegetarier. Stimmt’s? In: Die Zeit, Nr. 17, 19. April 2001.
  247. Colin Spencer: Vegetarianism. A History. Four Walls Eight Windows, New York 2002, S. 283–284.
  248. Dogsworld: Interview mit dem Historiker Professor Wippermann. Ausgestrahlt in der ARD, 5. Juli 2001, Text auf ndrtv.de. Archivversion vom 30. September 2007 im Internet Archive. Vgl. Wolfgang Wippermann/Detlef Berentzen: Die Deutschen und ihre Hunde. Ein Sonderweg der Mentalitätsgeschichte? Siedler, München 1999.
  249. In Hitlers Schlafzimmer im FHQ „Wolfsschanze“ bei Rastenburg befanden sich im Bücherregal drei Bücher, darunter zwei, die das Thema „Magenkrankheiten“ behandelten. Quelle: MDR, „Die Wolfsschanze“, 13. Juli 2010.
  250. Vgl. Charles Patterson: „Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka“. Über die Ursprünge des industrialisierten Tötens. Frankfurt am Main 2004, S. 151–154, ISBN 3-86150-649-1. Patterson zitiert unter anderem aus Robert Payne: The Life and Death of Adolf Hitler. New York 1973, S. 346, sowie aus Fritz Redlich: Hitler. Diagnose des destruktiven Propheten. Wien 2002, S. 92. Vgl. dagegen Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. 4. Auflage, Stuttgart 1983, S. 229: „Die einzige [sic!] Ausnahme von Hitlers Vegetariertum war die bayerische Leberknödelsuppe.“
  251. Als Hitler den rosa Hummer stahl, in: FAZ vom 23. Juni 2006.
  252. Vgl. Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. 4. Auflage, VMA-Verlag, Wiesbaden 1983, S. 241: Am 25. April 1942 habe Goebbels beim Mittagessen in der Reichskanzlei die Frage aufgeworfen, ob ein Pfund Kartoffeln denselben Nährwert für den Menschen habe wie ein Pfund Fleisch. Hitler antwortete ausführlich, indem er auf Beispiele von gesunder vegetarischer Ernährungsweise hinwies, unter anderen auf Obst und Brei als Hauptnahrungsmittel der römischen Soldaten in der Antike und auf die größere Gesundheit bei „Kinder[n] aus denjenigen Negerstämmen, die sich überwiegend von Pflanzenkost ernähren“.
  253. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 671.
  254. In der filmischen Dokumentation Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin (2002) berichtet Traudl Junge über diesen Spleen Hitlers.
  255. James H. McRandle: The Track of the Wolf: Essays on National Socialism and its Leader, Adolf Hitler. Northwestern University Press, Evanston 1965 (erste Deutung des Pseudonyms als Symbol).
  256. TV-Dokumentation von Michael Kloft: Hitler privat – Das Leben des Diktators. Spiegel TV, Hamburg 2009 (Erstausstrahlung auf VOX, 27. März 2010)
  257. Vgl. Rochus Misch: Der letzte Zeuge. „Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und Leibwächter“. Piper Verlag, München 2008, ISBN 978-3-86612-194-2, S. 77 f. Rochus Mischs Gewährsmann für dieses und andere Interna war Adolf (Adi) Dirr (* 1907), seit dem 29. Februar 1932 eines der ersten acht Mitglieder des SS-Führerbegleitkommandos. Vgl. auch Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. 4. Auflage, VMA-Verlag, Wiesbaden 1983, S. 57, Anm. 5: Hitler sei in der Zeit des Redeverbots 1925–1927 unter seinem Pseudonym als Parteiführer und Redner in Versammlungen von NSDAP-Mitgliedern aufgetreten.
  258. Rochus Misch: Der letzte Zeuge. S. 78.
  259. Bettina Lehnert: Vom Nazisohn zum Nazijäger. Thomas Harlan spricht in der Doku „Wandersplitter“ über sein Leben. In: Kulturzeit, 31. August 2007, zuletzt abgerufen am 20. Mai 2009.
  260. Jonathan Carr: Der Wagner-Clan. Aus dem Englischen von Hermann Kusterer. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2010, S. 200, 223, passim.
  261. Abbildung der Karikatur auf staratel.com.
  262. Vgl. Konrad Heiden: Adolf Hitler. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit. Eine Biographie. Europa Verlag, Zürich 1936, S. 288; siehe auch den Abschnitt „Weg zur Kanzlerschaft“.
  263. Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01985-1, S. 22.
  264. Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01985-1, S. 16.
  265. Vgl. Jens Hacke: Rezension zu: Kershaw, Ian: Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung. Stuttgart 1999. In: H-Soz-u-Kult, 30. November 2000, abgerufen am 6. März 2011.
  266. Martin Broszat: Zur Einführung: Probleme der Hitler-Forschung. In: Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01985-1, S. 7–15, hier S. 13.
  267. Vgl. Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999, ISBN 3-421-05285-9. Siehe auch den Abschnitt „Kriegsverlauf“.
  268. Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999, ISBN 3-421-05285-9, S. 243.
  269. Zit. n. Hans Georg Hiller von Gaertringen (Hg.): Das Auge des Dritten Reiches. Walter Frentz – Hitlers Kameramann und Fotograf. Weltbild GmbH, Augsburg 2009, ISBN 978-3-8289-0887-1, S. 120. (Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 2007)
  270. Joan Levinstein: Notorious Leaders. Adolf Hilter: 1938. In: Time.com, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  271. So ging der Titel 1939 und 1942 z. B. an Josef Stalin.
  272. “Hitler became in 1938 the greatest threatening force that the democratic, freedom-loving world faces today”. (1. Februar 1939) Joan Levinstein: Notorious Leaders. Adolf Hilter: 1938. In: Time.com, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  273. Russland und USA: Hitler bekannt. In: die tageszeitung, 11. Juni 2004.
  274. Honisch war 1913 Mitbewohner im Wiener Männerwohnheim in der Meldemannstraße. Der Bericht entstand in den dreißiger Jahren für das NSDAP-Hauptarchiv. Karl Honisch ist nicht mit dem oben genannten Reinhold Hanisch zu verwechseln, der anfänglich, bis Sommer 1910, Hitlers Bilder verkaufte.
  275. Zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 93.
  276. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 94.
  277. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 132; siehe auch Fotografie aus dem Jahr 1915 (Hitler, ganz rechts).
  278. Balthasar Brandmayer: Meldegänger Hitler. München 1933, S. 52 ff. Zit. n. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 132.
  279. Zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 194.
  280. Ernst Hanfstaengl, zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 206.
  281. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 238.
  282. Karl Alexander von Müller: Im Wandel einer Welt. Erinnerungen 1919–1932. München 1966, S. 301. Zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 362.
  283. Zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 362.
  284. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 362.
  285. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 362.
  286. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 360.
  287. Daily Mail, 27. September 1930. Zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 426.
  288. Franz von Papen: Der Wahrheit eine Gasse, München 1952, S. 194. Zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 461.
  289. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 165. Brief Chamberlains an seine Schwester Ida, 19. September 1938.
  290. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 169.
  291. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 169. Siehe auch Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos: Führerkult und Volksmeinung. DVA, Stuttgart 1999, S. 230.
  292. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 172.
  293. William Shirer: Berliner Tagebuch. Aufzeichnungen 1934–1941. Hg. aus dem Amerikanischen von Jürgen Scherbera. Leipzig 1991, S. 137. Zit. n. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 173.
  294. Vgl. Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto Günsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 154.
  295. Vgl. Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto Günsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 176 f.
  296. Vgl. Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto Günsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 340 und 342.
  297. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 794 f.
  298. Vgl. Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD für Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto Günsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 377.
  299. Zitiert nach Claudia Schmölders: Hitlers Gesicht. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46611-7, S. 104.
  300. a b Wolfgang Wippermann: „Deutsche Katastrophe“. Meinecke, Ritter und der erste Historikerstreit. In: Gisela Bock, Daniel Schönpflug (Hrsg.): Friedrich Meinecke in seiner Zeit. Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08962-4, S. 177–191, hier S. 180.
  301. a b c Lars Amenda: Die Einweihung des „Adolf-Hitler-Koogs“ am 29. August 1935 – Landgewinnung und Propaganda im Nationalsozialismus. In: Dithmarscher Landeszeitung. 29. August 2005, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 7. März 2010.
  302. a b Ehemaliges Straßenschild „Adolf-Hitler-Straße“: Emailleschild aus dem Jahre 1933. Objektbeschreibung II/2002. StadtMuseum Bonn, 2002, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.
  303. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 611 f.
  304. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 612 f.
  305. Vgl. Barbara Feller, Wolfgang Feller: Die Adolf-Hitler-Schulen. Pädagogische Provinz versus ideologische Zuchtanstalt. Weinheim/München 2001, ISBN 3779914131.
  306. Artikel Adolf-Hitler-Dank. In: Der Volks-Brockhaus. Deutsches Sach- und Sprachwörterbuch für Schule und Haus. A–Z. 9. Auflage, Brockhaus, Leipzig 1940, S. 6. Zitiert nach Artikel Adolf-Hitler-Schulen (AHS). In: Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin/New York 1998, ISBN 3-11-013379-2, S. 12–14 (13).
  307. a b c d Peter Hoffmann: Oberst i.G. Henning von Tresckow und die Staatsstreichspläne im Jahr 1943. In: VfZ 55, 2007, Heft 2, S. 331–364 (doi:10.1524/VfZg.2007.55.2.331), hier S. 332.
  308. Hans Mommsen: Bürgerlicher (nationalkonservativer) Widerstand. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 55–67; vgl. darin ebenfalls Hermann Graml: Militärischer Widerstand, S. 83–97.
  309. Günther van Norden: Widersetzlichkeit von Kirchen und Christen. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 68–82.
  310. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Berlin 1994, ISBN 3-88680-539-5, S. 76 ff.
  311. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000, ISBN 3-421-05132-1, S. 181.
  312. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Berlin 1994, ISBN 3-88680-539-5, S. 100 ff.
  313. Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende. Der Westfeldzug 1940. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57824-3 (Operationen des Zweiten Weltkrieges 2), S. 66–69.
  314. Vgl. Peter Hoffmann: Widerstand, Staatsstreich, Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler. 4. Auflage, München/Zürich 1985, vor allem S. 208–214.
  315. Erst nach einem umfangreichen Aktenfund in Zossen im September 1944 im Zuge von Gestapoermittlungen nach von Stauffenbergs Attentat erkannte Hitler, dass schon vor dem Krieg eine ernst zu nehmende militärische Opposition gegen ihn bestanden hatte. Hitler war so betroffen, dass er befahl, keines dieser Dokumente in den laufenden Prozessen vor dem Volksgerichtshof zu verwenden. Er wollte auf diese Weise verhindern, dass die deutsche Bevölkerung davon erfuhr, dass die Verschwörung des 20. Juli nicht allein das Werk einer „ganz kleinen Clique ehrgeiziger Offiziere“ gewesen sei, sondern diese bereits Vorläufer in der Zeit vor dem Weltkrieg gehabt hatten. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Siedler, Berlin 1994, S. 310 f.
  316. Helmuth Groscurth: Tagebücher eines Abwehroffiziers 1938–1940. Stuttgart 1970, S. 223 (Eintrag vom 1. November 1939). Zitiert einschließlich der Ergänzungen in eckigen Klammern nach Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende. Der Westfeldzug 1940. 3. Auflage, Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57824-3 (Operationen des Zweiten Weltkrieges 2), S. 69. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Siedler, Berlin 1994, S. 128.
  317. Will Berthold: Die 42 Attentate auf Adolf Hitler. Blanvalet, München 1981. Laut Angaben der Dauerausstellung Gedenkstätte Deutscher Widerstand wurden 19 Attentate verübt.
  318. a b c d Hermann Weiß: Attentate auf Hitler. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 165–167.
  319. Peter Hoffmann: Maurice Bavaud’s Attempt to Assassinate Hitler in 1938. In: George L. Mosse (Hrsg.): Police Forces in History. Sage Publications, London/Beverly Hills 1975, ISBN 0-8039-9934-8, S. 173–204.
  320. Wolfram Selig: Bürgerbräu-Attentat. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 185–188.
  321. Hans Rothfels: Die deutsche Opposition gegen Hitler. Eine Würdigung. Ungekürzte, stark revidierte Ausgabe, Frankfurt am Main 1958, S. 84 f.
  322. Vgl. Hermann Graml: Militärischer Widerstand. In: Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. S. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-10-005702-3, S. 83–97.
  323. Christian Graf von Krockow: Eine Frage der Ehre. Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-61494-4, S. 101.
  324. Vgl. Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Berlin 1994, S. 279 f.
  325. Zitiert nach Kurt Bauer: Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall. Böhlau, Wien [u. a.] 2008, ISBN 978-3-8252-3076-0, S. 504.
  326. Kurzer Ausschnitt der Rundfunkansprache Hitlers vom 21. Juli 1944 gegen 1:00 Uhr.
  327. Komplettes Transkript der Rundfunkansprache Hitlers vom 21. Juli 1944 gegen 1:00 Uhr, in: M. Domarus, Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Kommentiert von einem deutschen Zeitgenossen, Band II, Zweiter Halbband 1941–1945, München 1965, S. 2127–2129.
  328. Kurt Bauer: Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall. Böhlau, Wien [u. a.] 2008, ISBN 978-3-8252-3076-0, S. 504.
  329. Zitiert nach Joachim Fest: Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli. Siedler, Berlin 1994, S. 294.
  330. a b Kurt Bauer: Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall. Böhlau, Wien [u. a.] 2008, ISBN 978-3-8252-3076-0, S. 505.
  331. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 906.
  332. Vgl. Artikel Eddie Chapman in der englischsprachigen Wikipedia.
  333. London lehnte Anschlag auf Hitler ab. In: Handelsblatt, 10. Januar 2007, abgerufen am 8. März 2011. Vgl. 1944: Briten verhinderten Attentat auf Hitler. In: Focus, 9. Januar 2007, abgerufen am 8. März 2011.
  334. a b Vgl. Alexandra Tacke: De/Festing Hitler. Das Spiel mit den Masken des Bösen. In: Erhard Schütz/Wolfgang Hardtwig (Hrsg.): Keiner kommt davon. Zeitgeschichte in der Literatur nach 1945. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-20861-8, S. 266–285 (Vergleich von Der Untergang und Adolf – Der Bonker).
  335. Der Mann vom Obersalzberg – Adolf und Marlene in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database.
  336. Vgl. das 103-seitige Register zu beiden Bänden: Martin Zwilling (Bearb.): Hitler. Register-Band 1889–1945, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2001, ISBN 3-421-05563-7.
  337. Siehe Inhaltsverzeichnis, vgl. die Rezensionen von Ludolf Herbst: Rezension zu: Kershaw, Ian: Hitler 1889–1936. Stuttgart 1998. In: H-Soz-u-Kult, 12. August 1998 und von Frank Schirrmacher: Wir haben ihn uns engagiert. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 231, 6. Oktober 1998, S. L29, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  338. Vgl. die Rezensionen von Volker Ullrich: Die entfesselten Barbaren. In: Die Zeit Nr. 43 vom 19. Oktober 2000; Kurt Pätzold: Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 17, 2002, Heft 1, S. 213–216 und von Klaus-Dietmar Henke: Die Massen in bislang nicht gekannte Tiefen der Unmenschlichkeit geführt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 206, 5. September 2000, S. 14, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  339. Wolfgang Michalka: Rezension zu: Graml, Hermann: Hitler und England. Ein Essay zur nationalsozialistischen Außenpolitik 1920 bis 1940. München 2009. In: H-Soz-u-Kult, 10. Februar 2010.
  340. Vgl. die Rezension von Alfred Drees: Das Phänomen Hitler. In: Newsletter zur Geschichte und Wirkung des Holocaust Nr. 23, Herbst 2002.
  341. Vgl. die Rezensionen von Hannes Stein: Bibliothek des „Führers“. Die Bücher, in denen Adolf Hitler gerne schmökerte. In: Die Welt, 8. Januar 2009 und von Ulrich Sieg: Hitlers Privatbibliothek. Kaum Schöngeistiges. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Mai 2009, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  342. Vgl. Katrin Pieper: Ausstellungs-Rezension zu: Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Verbrechen 15.10.2010–27.02.2011, Deutsches Historisches Museum Berlin. In: H-Soz-u-Kult, 22. Januar 2011.
  343. Zuerst als: Hugh Redwald Trevor-Roper: The Last Days of Hitler. 1. Auflage, Macmillan, London/New York 1947. Vgl. Edward D. R. Harrison: Hugh Trevor-Roper und „Hitlers letzte Tage“. In: VfZ 57, 2009, Heft 1, S. 33–60.
  344. Vgl. Inhaltsverzeichnis und Einleitung auf der Homepage des Autors; vgl. dort auch den auf dem Buch beruhenden Aufsatz: Gerhard Vinnai: Kriegstraumata und Faschismus – Zur Genese von Hitlers Vernichtungsantisemitismus. In: PDF; 101 kB).

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