Adolf Robitschek
48.21269722222216.354219444444
Adolf Robitschek Gesellschaft m.b.H.
Adolf Robitschek logo.jpg
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1870
Sitz Wien
Leitung Mag.a Katharina Treml-Löffler
Branche Buch- und Medienwirtschaft
Produkte Buch-, Kunst- und Musikalienverlag

Das Unternehmen Adolf Robitschek ist ein Wiener Musikverlag und ehemaliger k.u.k. Hoflieferant. Die Adresse ist Wickenburggasse 7-9 im 8. Bezirk von Wien.

Geschichte

Leopold Buchholz gründete 1870 den Verlag Buchholz & Diebl in Troppau. Er betrieb auch ein eigenes Sortiment und eine Leihanstalt. Das Unternehmen zog zuerst 1873 in die Bräunerstraße 2 im 1. Bezirk ein. Ferdinand Rebay und Wilhelm Stenzl kauften den Einzelhandel und die Leihanstalt. Wilhelm Stenzl trat 1879 aus der Firma aus und Adolf Robitschek (* 1853; † 1934), der Sohn eines böhmischen Tuchfabrikanten und ein Musikeinzelhändler, kaufte sich am 27. September des gleichen Jahres ein. 1883 wurde zum Sortiment auch noch das Verlagsgeschäft von Buchholz & Diebl übernommen.

Der Komponist Theodor Franz Schild trat 1886 in den Verlag ein und arbeitete dort bis zu seinem Tod im Jahr 1929.

1887 wurde Adolf Robitschek Alleineigentümer der Firma und baute den Verlag weiter aus. Zu der Zeit veröffentlichte sein Verlag Werke von Anton Bruckner, Ignaz Brüll, Robert Fuchs und Franz Lehár. Ein Schwerpunkt war Chormusik, die bis heute ein wesentliches Standbein des Verlags ist.

1893 wurde die Musikalienhandlung Rudolf Bußjäger (ehemals Bösendorfer) in Wien erworben, das Verkaufslokal an der Herrengasse wurde aber behalten. Das Geschäft wurde dann ab 1907 zusammengelegt am Graben 14 und Bräunerstraße 2. Er hatte auch eine Filiale in Leipzig an der Salomonstraße 16. Eine Filiale existierte ebenfalls in Wiesbaden.

1901 war Robitschek einer der drei Gründer (die anderen waren Josef Weinberger und Bernhard Herzmansky von Doblinger), der „Universal-Edition“ Aktiengesellschaft mit Sitz in Wien. Robitschek hatte 304 Anteile an der neuen Firma. 1907 übertrug die Universal-Edition dem Verlag Robitschek die gesamte Auslieferung für Österreich-Ungarn, Italien und für die Balkanstaaten.

"Wien, du Stadt meiner Träume", vom Verlag Adolf Robitschek
Josef Wagner, Tiroler Holzhacker Buab'n

Mit diesem Erfolg wurde Adolf Robitschek schließlich zum "k.u.k Hof-Musikalienhändler" ernannt. 1909 umfasste der Verlagskatalog 4500 Werke. Schlager wie "Servus Du" von Robert Stolz, "Unter dem Doppeladler" von Josef Wagner (1902), "Wien, du Stadt meiner Träume", besser bekannt als "Wien, Wien nur du allein" von Rudolf Sieczyński (1912) wurden von Robitschek herausgegeben. Hugo Winkelmann beschrieb Adolf Robitschek 1907 in einem Brief an den Musikpädagogen Hans Wagner-Schönkirch als "ein gewiss ideal denkender und handelnder Mensch der mancher Talent fördert…".[1]

Der Erste Weltkrieg und der Zusammenbruch der Monarchie brachten dem Unternehmen schwere Zeiten, große Teile des Absatzmarktes in den ehemaligen Kronländern fielen aus. Erst in den 1920er Jahren konnte es sich langsam erholen.

Nach dem Tod von Adolf Robitschek 1934 übernahm sein Sohn Adolf Robitschek (jun.) das Unternehmen. Er musste das Geschäft am Graben aufgeben aber behielt den Laden an der Bräunerstraße. Während des Zweiten Weltkrieges verscholl Adolf Robitschek 1943 spurlos, seine Witwe Maria Robitschek (†1951) übernahm die Leitung. Unterstützt wurde sie dabei vom Prokuristen Michael Hammer (†1947). 1948 trat der Vetter von Adolf Robitschek jun., Robert Robitschek als Angestellter ein. Gemeinsam mit Hedwig Robitschek übernahm er 1951 den Verlag, das Musikaliensortiment und Antiquariat.

1977 wurde Gerhard Löffler Geschäftsführer. Er führte neue Verlagskataloge und eigene Chorsätze ein und entdeckte die bei Robitschek verlegten Werke von Robert Fuchs wieder. Die beiden Töchter von Hedwig Robitschek, Karin Reitz und Hedda Löffler, leiteten das Geschäft an der Bräunderstraße 2 bis zur Aufgabe des Lokals 2007. Der Verlag befindet sich nach wie vor im Familienbesitz.

Einzelnachweise

  1. Musikerbriefe. In: 336/3- 8. L. a. s. [lettre autographe signée] 2ff, 4pp. Österreichische Nationalbibliothek, 12.9.1907 Wien, abgerufen am 23. März 2009 (Regestkatalog).

Literatur


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