Adolf von der Leyen

Adolf von der Leyen (* 1624/1625 in Radevormwald; † 1698) war ein Unternehmer aus Radevormwald. Er gilt als Begründer der Krefelder Seidenindustrie und Stammvater der Linie der von der Leyen in Krefeld und somit der Dynastie der sogenannten Seidenbarone.

Die Eltern und deren Herkunft

Die Eltern von Adolf von der Leyen kamen aus Radevormwald, wo sie als Posamentwirker und Posamenthändler tätig waren. Sein Vater, der ebenfalls den Vornamen Adolf trug, wurde ca. 1590 bis 1595 geboren und verstarb 1624 oder 1625. Noch kurz vorher war er 1623 und 1624 auf einer Frankfurter Messe als Bandhändler nachweisbar. Seine Mutter, „Entgen“ (Anna), führte nach dem Tod ihres Mannes das Geschäft in Radevormwald zunächst fort. In einem Radevormwalder Taufverzeichnis wurde sie 1638 als „ziemlich verschuldet“ vermerkt. Es hieß dort weiter, dass sie zwei Häuser und Ländereien geerbt hatte.

Sein Leben

Er war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe führte er mit Sibilla Wienenberg († 1689), deren Vater ebenfalls Posamentwirker in Radevormwald war. Sie hatten zusammen zwei Söhne: Wilhelm von der Leyen (1650-1722) und Friedrich von der Leyen (1656-1724). Die zweite Ehe erfolgte mit Margaretha von Harting († 1698).

Zum ersten Mal wurde er zusammen mit seiner Mutter und anderen Mennoniten 1638 vertrieben. Peter Kriedte vermutet in seinem Buch, dass er kurz danach wieder nach Radevormwald zurückkehrte, das er aber 1656 endgültig verlassen musste.

Jedenfalls stellte er in Radevormwald Posamente her und führte dort einen Handel. Auf Grund seines mennonitischen Glaubens wurde er jedoch 1656 von Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, dem damaligen Herzog von Berg, endgültig vertrieben, in dem er allen noch verbliebenen Angehörigen dieser Glaubensrichtung androhte, ein Viertel ihres Vermögens zu beschlagnahmen. Er floh nach Krefeld und führte dort sein Geschäft weiter, auch in der Mennonitengemeinde stieg er im Ansehen und übernahm dort später auch eine Leitungsfunktion.

In späterer Folge gelangte die Familie von der Leyen aus Krefeld zu einigem Wohlstand, Ansehen und Reichtum. Friedrich Heinrich von Friedrich von der Leyen, ein Enkel von Adolf von der Leyen, wurde schließlich vom König von Preußen als Baron (Freiherr) in den Adelsstand erhoben. Gegenwärtig werden die Besitztümer und Ländereien von der Freiherr-von-der-Leyen'schen Verwaltung durch Friedrich Freiherr von der Leyen in Neukirchen-Vluyn verwaltet. Neben Schloss Bloemersheim gehören dazu auch Schloss Dyck und das Haus Meer.

Literatur

  • Peter Kriedte: Vom Leinen zur Seide..., in: Krefeld. Die Geschichte der Stadt, Band 2, 2000, S. 287-290.

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