Agrartechnischer Assistent

Agrartechnischer Assistent (ATA) ist ein staatlich anerkannter schulischer Ausbildungsberuf. Bei der Ausbildung zum ATA können vier Schwerpunkte gewählt werden:

Die Berufsbezeichnung lautet "staatlich geprüfte/r ATA" mit Angabe des Schwerpunktes". Die Berufsbezeichnung ist etwas irreführend, weil die Ausbildung mit Landwirtschaft nahezu nichts zu tun hat.

Inhaltsverzeichnis

Historie

1952 wurde an der damaligen Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Landsberg am Lech die Ausbildung zum landwirtschaftlich-technischen Assistenten für Milchwirtschaft gegründet. Im Laufe der Zeit wurde die Ausbildung um den Bereich Lebensmittelanalytik erweitert und die Fachrichtung Agrarwirtschaft mit den Fachgebieten Pflanzenbau und Agrikulturchemie wurde neu eingeführt. Am Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel am Standort Kulmbach, wird die Fachrichtung Fleischwirtschaft angeboten. Im Jahr 2000 wurde das Fachgebiet Biotechnologie ins Leben gerufen, das Fachgebiet Agrikulturchemie wurde aufgegeben. Die Ausbildung wurde vom Landwirtschaftlich technischen Assistenten (LTA) in ATA unbenannt. Der Teil "Agrar" in der Berufsbezeichnung ist historisch bedingt. Der heutige Beruf ist ein klassischer Laborberuf.

Ausbildung

Ablauf und Inhalte

Die Ausbildung zum ATA wird an der Ausbildungsstätte für agrartechnische Assistenten am Agrarbildungszentrum in Landsberg am Lech (Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik, Biotechnologie, Pflanzenbau und -analytik) und am Max Rubner-Institut in Kulmbach (Fleischwirtschaft) angeboten.

Die Ausbildung in Landsberg hat einen schulischen und einen betrieblichen Abschnitt und gliedert sich zeitlich wie folgt auf:

September bis Dezember Januar bis Dezember Januar bis Juli
4 Monate theoretischer und praktischer Unterricht in Landsberg 12 Monate Fachpraktikum in einem anerkannten Praktikumsbetrieb 7 Monate theoretischer und praktischer Unterricht mit Abschlussprüfung in Landsberg

In Landsberg haben die Studierenden die Möglichkeit, in einem Studienheim zu wohnen. Das Praktikumsjahr wird in von der Schule anerkannten Ausbildungsbetrieben aus den jeweiligen Bereichen absolviert.

In Kulmbach erfolgt die Ausbildung parallel schulisch und praktisch im Max-Rubner-Institut.

In allen Schwerpunkten werden folgende allgemeine Pflichtfächer in Theorie und Praxis unterrichtet: Chemie, Mikrobiologie, Biologie, Qualitätssicherung und Statistik, EDV, Mathematik, Physik und Fachenglisch. Je nach gewähltem Schwerpunkt gibt es zusätzlich fachbezogene Pflichtfächer wie Technologie der Lebensmittel, Lebensmittelrecht, Pflanzenzüchtung, Pflanzenanalytik, Molekularbiologie oder Fermentationstechnologie.

Voraussetzung

Voraussetzung für die Ausbildung zum Agrartechnischen Assistenten ist ein mittlerer Schulabschluss.

Berufsperspektiven

ATA's werden beispielsweise eingesetzt in Labors der Lebensmittelindustrie und der Lebensmitteluntersuchung, in Umweltuntersuchungslabors, in der Biotechnologie, Pharmazie oder Kosmetikindustrie oder in der Pflanzenzüchtung.

Weblinks


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