Eldor Borck

Eldor Borck (* 16. April 1888 in Stettin; † 14. April 1951) war ein deutscher Offizier, Polizeibeamter und Politiker (DNVP, DKP-DRP).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Nach dem Abitur in Stettin diente Borck von 1906 bis 1919 als Offizier in der preußischen Armee und nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Nach der Novemberrevolution wechselte er in den Dienst der Sicherheitspolizei und wurde 1921 Major der Schutzpolizei in Berlin. Er gründete die Vereinigung der Polizeioffiziere Preußens und war zeitweilig deren Vorsitzender. 1923 schied er aus dem Polizeidienst aus um Staatswissenschaften und Volkswirtschaftslehre zu studieren. Ab Ende 1924 war er als Geschäftsführer und Mitinhaber der Maschinenfabrik Borck GmbH & Co. tätig. Außerdem gehörte er dem Beirat des Nationalclubs Berlin an. Von Februar bis September 1933 fungierte er als Polizeipräsident in Stettin. Obwohl er im Anschluss in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war, verblieb er im Geschäftsbereich des Stettiner Regierungspräsidenten. Von 1938 bis 1945 war er Offizier beim Oberkommando der Wehrmacht, zuletzt als Oberst.

Partei

Während der Zeit der Weimarer Republik war Borck Mitglied der DNVP. Im September 1945 beteiligte er sich an der Gründung der Deutschen Konservativen Partei in Schleswig-Holstein und wurde Anfang 1946 deren dortiger Landesvorsitzender.[1] Nach der Fusion der DKP mit der Deutschen Aufbaupartei zur DKP-DRP war er gemeinsam mit Otto Schmidt-Hannover von Seiten der DKP für die Zonenleitung der Partei vorgesehen. Dies wurde jedoch von der britischen Militärregierung abgelehnt.[2] Aber auch ohne Amt auf Zonenebene bemühte er sich bei Alfred Hugenberg um finanzielle Unterstützung für die DKP.[3], zu der dieser sich jedoch nicht in der Lage sah, da seine Konten von der Militärregierung gesperrt worden seien[4].

An den Verhandlungen der DKP-DRP mit der Deutschen Partei und der hessischen Nationaldemokratischen Partei am 1. Juli 1949 über einen gemeinsamen Wahlantritt zur Bundestagswahl 1949 nahm Borck für seine Partei gemeinsam mit Wilhelm Jaeger, Leonhard Schlüter, Ludwig Schwecht, Lothar Steuer und Adolf von Thadden teil. Obwohl die Pläne recht weit gediehen waren, scheiterten sie schlussendlich. Grund war die Erklärung der britischen Militärregierung, eine Fusionspartei werde keine Lizenz erhalten und könne somit nicht zur Wahl antreten.[5] Da die DKP-DRP bis dahin in noch keinem Bundesland eine Landeslizenz erhalten hatte, verhandelte er daraufhin in Schleswig-Holstein, wo die DKP bei den Landtagswahlen 1947 immerhin 3,1% der Stimmen erhalten hatte, mit der Deutschen Partei über die Überlassung von Listenplätzen und Direktkandidaturen. Die Verhandlungen scheiterten aber daran, dass der DP-Landesvorsitzende Hans Ewers, ehemaliger DKP-Kreisvorsitzender in Lübeck, von der DKP verlangt hatte, Borck dürfe auf keinen Fall kandidieren.[6] Schließlich erhielt die DKP-DRP doch noch Landeslizenzen für die Bundestagswahl und Borck kandidierte für seine Partei in Schleswig-Holstein, ohne jedoch ein Mandat zu erringen. Als sich Anfang 1950 Teile der DKP-DRP, besonders der niedersächsische Landesverband, mit der Nationaldemokratischen Partei zur Deutschen Reichspartei vereinigten, gehörte Borck zu der Minderheit, die die bisherige Partei unter der Bezeichnung Nationale Rechte aufrechterhielt. In Schleswig-Holstein nannte sich die NR weiterhin Deutsche Konservative Partei und beteiligte sich 1950 am "Deutschen Wahlblock" aus CDU, FDP, DP und Schleswig-Holsteinischer Bauern- und Landvolkpartei, ohne jedoch einen aussichtsreichen Listenplatz zu erhalten.

Abgeordneter

Borck gehörte von 1925 bis 1933 dem Preußischen Landtag an und war dort 1933 stellvertretender Vorsitzender der DNVP-Fraktion.

Einzelnachweise

  1. Horst W. Schmollinger, Deutsche Konservative Partei - Deutsche Rechtspartei, in: Stöss, Parteienhandbuch, Westdeutscher Verlag, Opladen 1986, Seite 983, ISBN 3-531-11838-2.
  2. Schmollinger a.a.O., Seite 1018.
  3. Brief Borcks an Hugenberg vom 3. Mai 1946, Kopie im Nachlass Borcks im Bundesarchiv vorhanden.
  4. Antwort Hugenbergs an Borck vom 16. Mai 1946, Original im Nachlass Borcks im Bundesarchiv vorhanden.
  5. Schmollinger, a.a.O., Seite 1002 f.
  6. So Borck am 22. Juli 1949 in einem Brief an Lothar Steuer, Kopie im Nachlass Borcks im Bundesarchiv vorhanden.

Weblinks


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