Erlach (Renchen)

Erlach (Renchen)
Erlach Ortskern

Erlach ist ein Ortsteil von Renchen im Ortenaukreis (Baden-Württemberg).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Erlach liegt am Westrand des Schwarzwalds in der Ortenau und ist ein Ortsteil von Renchen. Durch den Ort fließt die Rench, die bei Rheinau Helmlingen in den Rhein mündet. Die fruchtbaren Böden und das für den Obst- und Weinbau günstige Klima im Oberrheingraben tragen maßgeblich dazu bei, dass die Landwirtschaft auch heute noch ein wichtiges Standbein in Erlach darstellt. Im Jahr 2006 erhielt das Dorf die Silbermedaille im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Die Rench teilt das Dorf in 2 Teile: das Vorderdorf (u.a. Pfarrhaus, Rathaus) und das Hinterdorf (u.a. Kirche). Das Hinterdorf hat den Mühlekanal und das Brunnenbächle, das ehemals Grenze der Herrschaften Ortenau und Oberkirch war.

Wappen

Wappen der ehemaligen Gemeinde

Das Erlacher Wappen ist in Rot gehalten und zeigt eine mit blauen Edelsteinen besetzte goldene Krone, darunter das goldene Ortszeichen - ein Halbmond mit aufgesetztem Kreuz.

Geschichte

Erlach darf zu den zwischen 500 und 700 n. Chr. unter fränkischer Herrschaft in dieser Region entstandenen Siedlungen gezählt werden. Der Ortsname wird gedeutet als „Erlenwald am Bach“ (Rench) und änderte im Laufe der Geschichte den Namen von Erlehe 1285, Erleche, Erleiche 1411 bis hin zu Erlach 1533. Der Ort wurde erstmals 1285 urkundlich erwähnt und entstand aus drei Höfen. 1548 wurde der Ort von einem Bewohner niedergebrannt. Durch seine besondere geographische Lage, am Übergang des Renchtals in die Rheinebene, wurde Erlach zur Zeit der Bauernkriege und des Dreißigjährigen Kriegs oft zerstört und verwüstet. Aus diesem Grund existieren heute kaum noch Gebäude, die vor Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet worden sind. Diese Zerstörungen haben die Entwicklung Erlachs in den zurückliegenden drei Jahrhunderten maßgeblich beeinflusst. Erlach gehörte zur bischöflich-straßburgischen Herrschaft Oberkirch, Gericht Ulm und wurde innerhalb des Gerichts Ulm durch einen Heimburger vertreten. Ab 1808 war der Ort eine von Ulm verwaltete Vogtei und wurde 1832 selbständige Gemeinde. 1840-1893 wanderten 93 Einwohner nach Amerika aus.

Erlach (21. Jahrhundert)

Der Gewinn der Silbermedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ im Jahr 2006 ist auch dem ehrenamtliches Engagement der Bürger zu verdanken. Weitere größere Projekte waren die Generalsanierung der Kirche, der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße nach Renchen sowie eines Teilstücks in Richtung Ulm, in dessen Zusammenhang auch Radwege angelegt wurden. Die Erschließung von Baugebieten wie auch Straßen- und Kanalsanierungsmaßnahmen runden die Entwicklung ab.

Einwohnerentwicklung

  • 1624: 6 Bürger,
  • 18. Jahrhundert: 620,
  • 1813: 382,
  • 1825: 489 (489 katholisch),
  • 1852: 567,
  • 1875: 530 (529 kath., 1 evangelisch),
  • 1900: 462 (462 kath.),
  • 1925: 494 (493 kath., 1 evang.),
  • 1939: 513,
  • 1960: 540,
  • 1964: 603,
  • 1995: ca. 840

Kirche

Die Kapelle St. Anastasius wurde 1492 erstmals urkundlich erwähnt (Filiale von Ulm, ab 1589 fand wöchentlich eine Messe darin statt, außerdem an einigen Feiertagen ein Hochamt. Ab 1775 fand Sonntags eine Messe statt). Sie gehörte teilweise zur Pfarrei Ulm (rechts der Rench) und teilweise zur Pfarrei Nußbach (links der Rench). 1861 war die Gemeinde eine Kuratie bevor sie 1876 eigene Pfarrei wurde. Die heutige (2010) Katholische Pfarrkirche St. Anastasius wurde erbaut 1886, wobei der Turm von 1511 stammt. Das Kirchenbuch ist seit 1862 vorhanden.

Vereine

  • Musikverein Erlach e.V. (gegründet 1926)
  • Männergesangsverein Erlach
  • Freizeitsportclub Erlach

Weblinks

Einzelnachweise


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