Eustasius Friedrich Schütze
Christian Fritzsch: Eustasius Friedrich Schütze. Kupferstich, 18. Jahrhundert

Eustasius Friedrich Schütze (* 3. April oder 13. April 1688 in Hayn; † 19. März 1758 in Altona) war ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben

Der Sohn des späteren Diakons in Wernigerode Jeremias Schütze (1627–1709) und dessen Frau Sophia Lucia Brosen, hatte die erste Ausbildung vom Vater erhalten. 1701 kam er nach Wernigerode, wo er die Oberschule besuchte und während dieser Zeit im Haus des Theologen und Lieddichters Dr. Heinrich Georg Neuß (1654-1716) wohnte. Hier erhielt er zahlreiche Eindrücke, entwickelte sich zum außergewöhnlich guten Schüler und hatte sich bald das Rüstzeug erworben eine Hochschule absolvieren zu können.

1708 bezog er die Universität Jena, um ein Studium der Theologie bei Johann Franz Buddeus zu absolvieren. Bald danach wechselte er an die Universität Halle, wo August Hermann Francke, Joachim Justus Breithaupt, Joachim Lange, Christian Benedikt Michaelis und Paul Anton seine Ausbildung prägten.Im Anschluss an sein Studium übernahm er das Konraktorrat der Oberschule in Wernigerode und wurde zwei Jahre später Rektor der Anstalt.Während jener Zeit erwarb er sich Verdienste um die Verbesserung des Schulwesens und machte sich durch einige Abhandlungen einen Namen.

1738 berief ihn Christian VI. von Dänemark als ersten Rektor des neuangelegten akademischen Gymnasiums und Gymnasialprofessor für Theologie nach Altona. 1740 ging er zum Predigeramt als Adjunkt des Comastors an der Hauptkirche zu Altona Schulz über. Nach dessen Tod übernahm er 1741 dessen Stelle, wurde damit verbunden Assessor am Konsistorium und Inspektor der königlichen Armen- und Waisenschule.

Aus seiner 42jährigen Ehe mit Anna Elisabeth, die Tochter des Ratsherrn in Halberstadt Martin Schmidt, sind vier Söhne hervorgegangen. Gottfried Schütze wurde Gymnasialprofessor an der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg, Immanuel Schütze (* 1716 in Wernigerode, † 1. Dezember 1758 Altona als Bürgermeister), Ludwig Schütze (* 1722 in Wernigerode, 1750-52 Subrektor am Pädagogium Altona) und Gottlob Schütze, der jüngste, wurde als königlich- dänischer Legationssekretär in den Adelstand erhoben.

Werke

  • Progr. de meritis b. Lutheri in civitatem sacrem. Wernigerode 1717
  • Progr. Exercitatico philologica de voce Echo. Wernigerode 1718
  • Progr. de genthiliis veterum. Wernigerode 1718
  • Progr. de discrimine sapientiae et prudentiae. Wernigerode 1719
  • Progr. de confratribus in ministerio scholastico. Wernigerode 1720
  • Ein himmlisch gesinntes Gemütj; eine Presigt. Wernigerode 1722
  • Progr. de quatuor temporum jejuniis, volgo Quatember. Wernigerode 1723
  • Progr. de orgine vocis theotiscae Rode. Wernigerode 1724
  • Progr. de jubilaeis gamicis. Wernigerode 1725
  • Progr. de tentata unione inter Ecclesiam Graecam et Evangelicam. Wernigerode 1726
  • Progr. an doctrina Muhamedica possit dict Theologia. Wernigerode 1727
  • Progr. de vita et metris M. Andreas Schoppii. Wernigerode 1728
  • Von den Verdiensten Heinrich Horn's, eines Zeugen der Wahrheit. Wernigerode 1730
  • Progr. de veritate semper victrioe. Wernigerode 1731
  • Progr.de vita meritis M.Jö. Fortunati. Wernigerode 1735
  • Der Gnaden- und Heilsbrunnen für Freunde Gottes; eine Predigt. Wernigerode 1735
  • Der Wittwenstand, als ein Stand der Wehmuth; eine Predigt. Wernigerode 1735
  • Progr. de D. Bielefeldi in civitatem sacram meritis. Wernigerode 1737
  • Progr. de studii sacrarum litterarum et utilitate et necessitato. Altona 1739
  • Eines evangelischen Christen freimüthiges Hinzutreten zu detfried Schützem Gnadenstuhl Neuen Testaments; eine vor dem Könige (von Dänemark) auf Gottorp gehaltene Predigt. Altona 1740

Literatur


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