17-Punkte-Abkommen
Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
ཀྲུང་དབྱང་མི་དམངས་སྲིད་གཞུང་དང་བོད་ཀྱི་ས་གནས་སྲིད་གཞུང་གཉིས་
བོད་ཞི་བས་བཅིངས་བཀྲོལ་འབྱུང་ཐབས་སྐོར་གྱི་གྲོས་མཐུན།
Wylie-Transliteration:
krung dbyang mi dmangs srid gzhung dang bod kyi sa gnas srid gzhung gnyis bod zhi bas bcings bkrol ’byung thabs skor gyi gros mthun
Aussprache in IPA:
[ʈʂúŋjaŋ mìmaŋ síɕuŋ tʰàŋ pʰø̂ːgi sánɛ̂ːˀ síɕuŋ ɲîːˀ pʰø̂ːˀ ɕìwɛˀ tɕíŋʈʂøː tɕùŋtʰəpkɔːki ʈʂʰø̂ːtỹ]
Offizielle Transkription der VRCh:
Zhungyang mimang sixung tang Poigi sanai sixung nyi Phoi xiwai jingzhoi jungtabgorgi choidün
THDL-Transkription:
Trungyang mimang sizhung dang Bögi sané sizhung nyi Bö zhiwa chingtröl jungtapkorgi trötün
Chinesische Bezeichnung
Traditionell:
中央人民政府和西藏地方政府關於和平解放西藏辦法的協議
Vereinfacht:
中央人民政府和西藏地方政府关于和平解放西藏办法的协议
Pinyin:
Zhōngyāng rénmín zhèngfǔ hé Xīzàng dìfāng zhèngfǔ guānyú hépíng jiěfàng Xīzàng bànfǎ de xiéyì
Das 17-Punkte-Abkommen

Das 17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets (offiziell Vereinbarung der Zentralen Volksregierung mit der Lokalen Regierung Tibets über Maßnahmen zur friedlichen Befreiung Tibets) ist ein in Peking am 23. Mai 1951 unterzeichnetes Abkommen zwischen der Volksrepublik China und Tibet. Unterzeichner waren Vertreter der Zentralen Volksregierung sowie der tibetischen Regierung. Am 24. Oktober 1951 telegrafierte der 14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho nach einem entsprechenden Beschluss der tibetischen Nationalversammlung in Lhasa seine Zustimmung an Mao Zedong und die Regierung in Peking.[1]

Inhalt des Abkommens ist die Zusicherung innenpolitischer Autonomie und Religionsfreiheit Tibets von Seiten der Volksrepublik China, zugleich sollte die außenpolitische Vertretung Tibets durch die V.R. China wahrgenommen werden.

Gemäß Artikel 52 des Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge vom 23. Mai 1969, dem auch die Volksrepublik China beigetreten ist, sind Verträge, die unter Androhung oder Verwendung von Gewalt unterzeichnet wurden, nichtig. Das Übereinkommen gilt jedoch nur für Verträge, die von Staaten nach deren Beitritt geschlossen wurden. Die Anwendbarkeit des Übereinkommens auf das 17-Punkte-Abkommen ist somit gemäß dem Rechtsprinzip pacta tertiis nec nocent nec prosunt (in etwa: „Verträge Dritter schaden und nützen nicht“) umstritten. Inwiefern ein Verstoß gegen Völkergewohnheitsrecht besteht, ist fraglich.

Inhaltsverzeichnis

Sicht der tibetischen Exilregierung

Aus Sicht der tibetischen Exilregierung kam das Abkommen unter militärischem Druck in Folge der Besetzung der osttibetischen Provinz Qamdo und unter Androhung eines weiteren militärischen Vordringens durch die chinesische Volksbefreiungsarmee zustande. Der Dalai Lama, der damals 16-jährige Tendzin Gyatsho, erklärte später im Exil, er habe dem Abkommen zugestimmt, um sein Volk und das Land „vor der völligen Zerstörung zu bewahren“[2].

Literatur

Fußnoten

  1. Tsering Shakya: The genesis of the Sino-Tibetan agreement of 1951. In: Alex McKay: The History of Tibet – The Modern Period: 1895–1959. The Encounter with Modernity. Routledge 2003, ISBN 0415308445, S. 603; A. Tom Grunfeld: The Making of Modern Tibet. M. E. Sharpe 1996, ISBN 1563247143, S. 113; Stephan Haas: Die Tibetfrage – Eine Analyse der Gründe und der Rechtmäßigkeit des chinesischen Einmarsches in Tibet 1950/1951. LIT Verlag, 1997, ISBN 3825828727; བོད་རང་སྐྱོང་ལྗོངས་ལོ་རྒྱུས་ཡིག་ཚགས་ཁང། (Hg.): བོད་ཀྱི་ལོ་རྒྱུས་ཡིག་ཚགས་གཅེས་བསྡུས། Beijing, རིག་དངོས་དཔེ་སྐྲུན་ཁང། 1995, ISBN 7-5010-0876-0 / ISBN 7-5010-0879-5, Dokument 101; Antwort von Mao Zedong: Dokument 102.
  2. Website der tibetischen Exilregierung: “The 17-Point Agreement” - The full story as revealed by the Tibetans and Chinese who were involved

Weblinks

 Commons: 17-Punkte-Abkommen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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