Albert Schlutow

Albert Schlutow (* 15. Januar 1838 in Stettin; † 18. September 1909 in Heringsdorf) war ein deutscher Industrieller, Bankier und Politiker. Er war Mitinhaber des Bankhauses Wm. Schlutow in Stettin, Aufsichtsratsmitglied mehrerer Unternehmen und Mitglied erst des Reichstages, später des Preußischen Herrenhauses.

Leben

Albert Schlutow trat in den 1870er Jahren in das von seinem Vater Wilhelm Schlutow gegründete Bankhaus Wm. Schlutow in Stettin ein. Nach dem Tode seiner Vaters im Jahre 1881 wurde er der Hauptinhaber und widmete sich vor allem mehr repräsentativen Aufgaben nach außen, in der Politik und in den Aufsichtsräten mehrerer Unternehmen. Die innere Leitung des Bankhauses übernahm Rudolf Abel, der bereits 1876 Mitinhaber geworden war.

1878 wurde Schlutow für die Nationalliberale Partei (NLP) in den Reichstag gewählt. 1880 trennte er sich von den Nationalliberalen und beteiligte sich als Befürworter des Freihandels an der Gründung der Liberalen Vereinigung. 1884 zog er sich aus der Parteipolitik zurück.

Schlutow war Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stettiner Maschinenbau Actien-Gesellschaft Vulcan und der Preußischen National-Versicherungsanstalt, ferner Mitglied des Aufsichtsrates der Vereinigten Königs- und Laurahütte und der Preußischen Boden-Creditgesellschaft. Insbesondere durch die Tätigkeit im Aufsichtsrat des Vulcan hatte Schlutow Kontakt zu Kaiser Wilhelm II.. Ihm wurde der Titel Geheimer Kommerzienrat verliehen. 1897 wurde er anlässlich des Stapellaufs des beim Vulcan gebauten Schnelldampfers Kaiser Wilhelm der Große zum Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt.

Schlutow war auch seit 1876 Obervorsteher der Kaufmannschaft in Stettin. Er starb 1909 in Heringsdorf.

Literatur

  • Schlutow, Albert. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 17. 1905, S. 880 (Online)
  • Mit sichtbaren Zeichen königlicher Huld. Das Bankhaus Schlutow in der Heumarktstraße. In: Die Pommersche Zeitung. Nr. 12/2009, S. 4.

Weblinks


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