Alice Orlowski
Alice Orlowski beim Krakauer Auschwitzprozess (1947)

Alice Elisabeth Minna Orlowski, geborene Elling, (* 30. September 1903 in Berlin; † 1976) war eine deutsche KZ-Aufseherin in verschiedenen Konzentrationslagern .

Biografie

Orlowski wurde zum Dienst als Aufseherin im Konzentrationslager dienstverpflichtet und im Juli 1943 in dem KZ Ravensbrück innerhalb einer Woche zur KZ-Aufseherin ausgebildet. Entsprechend ihrer Ausbildung wurde Orlowski von Juli 1943 bis zum April 1944 im KZ Majdanek als Kommandoführerin eingesetzt. Anschließend erfolgte ihre Versetzung im Zuge der Räumung der KZ Majdanek in das KZ Plaszow, wo sie bis Oktober 1944 als Aufseherin tätig war. Ab Oktober 1944 war Orlowski als Kommandoführerin im Auschwitzer Nebenlager Budy eingesetzt. Mitte Januar 1945 begleitete Orlowski einen Evakuierungsmarsch vom KZ Auschwitz über Wodzisław Śląski. Möglicherweise war sie danach noch bis zum April 1945 als Aufseherin im KZ Ravensbrück oder einem der Nebenlager bis zum April 1945 tätig.

Nach Kriegsende wurde Orlowski im Mai 1945 durch Angehörige der Roten Armee verhaftet und an Polen ausgeliefert. Bei dem Krakauer Auschwitzprozess vom 24. November 1947 bis zum 22. Dezember 1947 stand auch Orlowski vor Gericht. Dort wurde sie wegen der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung und wegen der Misshandlung von weiblichen Häftlingen angeklagt. Am 22. Dezember 1947 wurde sie zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt, die sie bis zu ihrer Entlassung 1956 in Polen verbüßte. Nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland führte Orlowski ein unauffälliges Leben, bis sie erneut vor dem Landgericht Düsseldorf im Rahmen des Majdanek-Prozesses, der am 26. November 1975 begann, wegen ihrer im KZ Majdanek begangenen Taten angeklagt wurde. Orlowski verstarb noch während der Hauptverhandlung 1976.

Literatur

Weblinks


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