Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken

Die Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ASB) ist eine Klassifikation des Deutschen Bibliotheksinstituts und wird in vielen deutschen öffentlichen Bibliotheken - wenn auch mit verschiedenen Varianten - angewandt. Sie dient sowohl der systematischen Aufstellung als auch der Katalogisierung von Sachliteratur und seit 1999 auch von Belletristik.

Ursprünglich stammt die ASB aus dem Jahre 1956 ("Allgemeine Systematik für öffentliche Büchereien") und erfuhr bis auf kleine Bearbeitungen 1977 und 1981 kaum Aktualisierungen.

1992 fassten der Deutsche Bibliotheksverband und der Verein der Bibliothekarinnen und Bibliothekare an Öffentlichen Bibliotheken den Beschluss einer völligen Neubearbeitung. Mit den Vorarbeiten wurde das Deutsche Bibliotheksinstitut (DBI) 1993 betraut.

Die allgemeine Systematik für Bibliotheken wurde 1999 umfassend modifiziert und um den Bereich der Belletristik erweitert. Seit 2000 nutzt beispielsweise die ekz.bibliotheksservice GmbH (ehemals Einkaufszentrale für öffentliche Bibliotheken) die neue ASB in ihren Informations- und Besprechungsdiensten.

Mit Hilfe der ASB wird ein Titel der Sachliteratur dem inhaltlichen Schwerpunkt entsprechend in eine Sachgruppe eingeordnet und erhält eine besondere Kennzeichnung, die Notation. Notationen der ASB sind alphanumerisch, es handelt sich um gemischte Notationen (im Gegensatz zu reinen Notationen, die nur aus Buchstaben oder nur aus Zahlen bestehen). Diese Buchstaben-Zahlen-Kombination findet man auf dem Buchrücken, in Bibliotheks-Datenbanken meistens im Feld "Systematik" oder im alphabetischen und im systematischen Zettelkatalog. Sie weist den Standort im Regal nach.

Alle Werke in einer Sachgruppe tragen die gleiche Notation. Die ASB wird in verschiedene Bereiche unterteilt. Zur Kennzeichnung der Notationen werden Buchstaben eingesetzt. 23 Buchstaben von "A" bis "Z" werden für 23 Hauptgruppen verwendet, wobei die Buchstaben "I", "J" und "Q" keine Verwendung finden. Die Sachliteratur wird in Gruppen von "A" bis "Y" eingeteilt, die Belletristik in die Gruppe "Z".

Erweitert wird die Systematik durch Untergliederungen, was durch das Anfügen von Kleinbuchstaben erfolgt. Je nach Differenzierungsgrad der Gliederung umfasst die Gliederung einen Großbuchstaben, zwei Kleinbuchstaben und eine bis maximal drei Ziffern.

Beispiel für die Untergliederungsstruktur:

  • E Geschichte, Zeitgeschichte
  • Em Deutsche Geschichte
  • Emp Deutsche Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart
  • Emp 8 Deutsche Geschichte von 1945 bis zur Gegenwart
  • Emp 82 Deutsche Geschichte von 1945 bis 1990
  • Emp 820 Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis 1990

Das Pendant der ASB ist die Klassifikation für Allgemeinbibliotheken (KAB), die ausschließlich in den neuen Bundesländern verwendet wird. 2009 wurde ein Kooperationsvertrag zwischen BIB, dbv und ekz mit dem Ziel einer Aktualisierung und schrittweisen Anpassung von KAB und ASB geschlossen.[1]

Die Stadtbibliothek Duisburg entwickelte in den sechziger Jahren eine tiefer gegliederte Variante, die sich unter der Bezeichnung SSD neben der ASB etablierte und vor allem in größeren Stadtbibliotheken verbreitet ist. Auch die Einheitssystematik für Südtiroler Bibliotheken basiert ursprünglich auf der ASB.

Literatur

  • Allgemeine Systematik für öffentliche Bibliotheken (ASB), Gliederung und Alphabetisches Schlagwortregister. Erarbeitet vom Ausschuss für Systematik beim Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen. Bock & Herchen 2003. ISBN 3-88347-230-1

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kooperationsvereinbarung zur Systematikpflege der Allgemeinen Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ASB) und der Klassifikation für Allgemeinbibliotheken (KAB) http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/vereinbarungen/Kooperationsvereinbarung_zur_Systematikpflege.pdf

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