Allgermanische Heidnische Front

Die Allgermanische Heidnische Front (AHF) war eine völkisch-heidnische Organisation. Sie verfügte über Unterdivisionen in mehreren Ländern Nordeuropas sowie über Schwesterorganisationen in Russland, dem Baltikum und Nordamerika. Die AHF selbst bezeichnete sich nicht als Organisation, sondern als „soziale Bewegung“.

In Deutschland war sie unter der Bezeichnung „Deutsche Heidnische Front“ aktiv, welche unter anderem von Hendrik Möbus gegründet wurde und ihrerseits Stützpunkte in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen hat. Sie wird im Verfassungsschutzbericht des Landes Thüringen erwähnt [1].

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die genaue Geschichte der AHF ist heute kaum noch rekonstruierbar. Ursprünglicher Initiator ist der Norweger Varg Vikernes, der, sich damals noch zur Black-Metal-Szene bekennend, die „Norsk Udemokratisk Hedensk Front“ gründete, die man als Vorläuferin der heutigen norwegischen AHF-Division „Norsk Hedensk Front“ betrachten könnte. Von Norwegen aus nahm dann die Ausbreitung in andere Länder ihren Lauf. Vikernes’ Rolle für die AHF ist allerdings bei weitem nicht so groß, wie sie oftmals dargestellt wird. Da er eine langjährige Haftstrafe wegen Mordes ableisten musste, trat er schon recht früh aus der NHF wieder aus, die daraufhin eigene Wege ging. Die AHF, so wie sie heute besteht, wurde von Vikernes weder aufgebaut noch zu irgendeinem Zeitpunkt geführt. Allerdings spielte er noch für lange Zeit eine Art Vordenkerrolle, und seine Schriften werden vom AHF-Versand nach wie vor zum Kauf angeboten. Vikernes’ heutige Beziehungen zur AHF beschränken sich in der Hauptsache auf private Kontakte zu einzelnen Funktionären. Nach Eigenangaben löste sich die AHF 2006 auf.

Tätigkeit

Großen Wert legt die Organisation auf die Feststellung, keine Gruppe von „Germanen-Romantikern“ zu sein, sondern in ihrem Denken und Wirken fest in der Jetztzeit zu stehen. Das aktive Wirken der AHF stützt sich grob auf drei Säulen: Die Feldarbeit, also die Erforschung und Katalogisierung vorchristlicher Kultstätten, die Propaganda mit Erstellung von Zeitschriften, Betreuung von Webseiten und Vertrieb weltanschaulicher Bücher und Schriften sowie das gemeinsame Erlebnis wichtiger germanischer Feste, gemeinsame Ausflüge in die Natur und zu interessanten Stätten. Da die nationalen Divisionen bezüglich ihrer Handlungsweise weitestgehend freie Hand haben, sind die Prioritäten hier von Land zu Land verschieden.

Ideologie und Stellung in der Gesellschaft

Ihre Ideologie, die sie selbst als Odalismus bezeichnet, ist stark von völkischen Ideen geprägt. In ihrer Selbstdarstellung formuliert sie antichristliche und nationalistische Positionen, "Die Allgermanische Heidnische Front hat sich als ein Ziel gesetzt die Antichristianisierung der Bewegung, um alle Aktivisten unter einer Fahne zu vereinen und auf eine Sache einzuschwören." und "Wir betrachten das Christentum als ein Schwächeanfall der germanischen Völker, weil die christlichen Grundlagen so geschaffen sind, dass Schwäche glorifiziert und Stärke ignoriert wird.", offen heißt es "Unser Kampf gilt der Erschaffung eines Großgermaniens."[2] Die AHF lehnt zwar militante Praktiken ab, ist aber dennoch eine der radikalsten und kompromisslosesten, gleichzeitig aber auch eine der aktivsten Gruppen in der vielfältigen neuheidnischen Szene. Anders als viele andere Gruppierungen, strebt sie keine Koexistenz mit dem Christentum an, sondern betrachtet es klar als ihren Gegner, der bekämpft und letztendlich besiegt werden müsse, weil es mit der Natur des europäischen Menschen nicht vereinbar sei. Der Individualismus und Hedonismus der heutigen westlichen Welt wird strikt abgelehnt. Der Wahlspruch der AHF, „Blood, soil, spirituality“ (Blut, Boden, Spiritualität), ist ein klares Bekenntnis zur Blut-und-Boden-Ideologie der Nationalsozialisten. Die Ideale der AHF widersprechen dem Gleichheitsprinzip, sie propagiert eine Idee von der „naturgegebenen Verschiedenheit der Menschenarten“ und lehnt eine Vermischung derselben ab.

Einzelnachweise

  1. Verfassungsschutzbericht Thüringen 2002
  2. BDK-Brandenburg

Weblinks


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