Altscherbitz
Kirche in Altscherbitz

Altscherbitz ist heute ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Schkeuditz im Landkreis Nordsachsen nordwestlich von Leipzig gelegen im Nordwesten Sachsens.

Geschichte

Die frühesten Siedlungsnachweise stammen aus der frühen Jungsteinzeit, der Bandkeramischen Kultur, und konnten während großflächiger archäologischer Grabungen im Vorfeld der Erweiterung des Flughafens Leipzig/Halle dokumentiert werden.[1] Neben einer Siedlung mit typischen Hausgrundrissen der Langhäuser aus der Zeit zwischen 5300 und 5000 v. Chr. wurde ein Brunnen entdeckt, der auf ca. 5100 v. Chr. datiert werden konnte.[2][3]

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1045. Der Kaiser schenkte einem Untergebenen Jarmir drei Hufen Land. In historischen Dokumenten tauchen über die Jahrhunderte unterschiedliche Schreibweisen des Gutsnamens auf, so 1322 Scerwiz, 1337 Scherwitz, 1422 Schirwitz, 1425 Czerwicz, 1520 Czerbitz, 1545 Scherwitz, 1745 Scherbitz, 1791 Alt Scherbitz und schließlich Altscherbitz. Der Name dürfte wohl slawischen/sorbischen Ursprungs sein.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gut komplett verwüstet, jedoch 1655 wieder aufgebaut. 1661 kam das einige Kilometer weiter südöstlich gelegene Gundorf in den Besitz eines Obergerichtsrats namens J. Fritzsche. Dieser war schon Gutsherr von Scherbitz. Er änderte den Namen des Gundorfer Klostergutes in Neuscherbitz, womit Scherbitz nach der Wiederbesiedlung das vorangehende Alt- angefügt wurde.

Scherbitz war früher ein typisches Sackgassendorf. Ab 1895 wurde das Rittergut zur Provinzial-Irrenanstalt Altscherbitz, mit 255 ha Gesamtfläche und 1163 Einwohnern, umfunktioniert, wohl infolge dessen, dass die Ansiedlung von Industrie ab Mitte des 19. Jahrhunderts fehlschlug.

1929 wurde die bisher selbstständige Landgemeinde nach Schkeuditz eingemeindet.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Susanne Friederich: Luftige Zukunft. Der Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle führte zu bemerkenswerten archäologischen Entdeckungen In: ARCHÆO. Band 2, 2005, S. 4-9.
  2. Ein linienbandkeramischer Brunnen vom Flughafen Leipzig/Halle (Sächsisches Landesamt für Archäologie), abgerufen am 8. November 2010
  3. Rengert Elburg: Der bandkeramische Brunnen von Altscherbitz - Eine Kurzbiografie In: Ausgrabungen in Sachsen. Band 2, 2010, S. 231-234.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Altscherbitz — Altscherbitz, Irrenanstalt, s. Schkeuditz …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Altscherbitz — Altscherbitz, Irrenanstalt bei Schkeuditz …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Bandkeramischer Brunnen Altscherbitz — Der Bandkeramische Brunnen von Altscherbitz ist ein im Jahre 2005 entdeckter, vollständig erhaltener Brunnen der jungsteinzeitlichen Bandkeramischen Kultur. Der Brunnen diente vor mehr als 7000 Jahren in einer neolithischen Siedlung auf der… …   Deutsch Wikipedia

  • Schkeuditz — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bernburg (NS-Tötungsanstalt) — In einem abgetrennten Teil der Landes Heil und Pflegeanstalt in Bernburg (Saale) an der Saale (Sachsen Anhalt) befand sich zwischen dem 21. November 1940 und dem 30. Juli 1943 eine „Euthanasie“ Anstalt der so genannten Aktion T4. Hier wurden… …   Deutsch Wikipedia

  • Bandkeramischer Brunnenbau — Brunnen gehören zu den wichtigen archäologisch nachweisbaren Befunden in Siedlungen der Bandkeramischen Kultur. Im Brunnenbau manifestiert sich nicht nur der Wunsch nach hygienisch einwandfreiem und stets ausreichendem Trinkwasser, sondern er ist …   Deutsch Wikipedia

  • Aktion Gnadentod — Die Euthanasiemorde in der NS Zeit oder Aktion T4 ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 100.000 Psychiatrie Patienten und behinderten Menschen durch SS Ärzte und Pflegekräfte… …   Deutsch Wikipedia

  • Aktion T-4 — Die Euthanasiemorde in der NS Zeit oder Aktion T4 ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 100.000 Psychiatrie Patienten und behinderten Menschen durch SS Ärzte und Pflegekräfte… …   Deutsch Wikipedia

  • Alwin von Candia — Albert von Carlowitz, Pseudonym Alwin von Candia [1] (* 1. April 1802 in Freiberg (Sachsen) ; † 9. August 1874 in Niederlößnitz) war ein sächsischer und preußischer Politiker. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Zitat …   Deutsch Wikipedia

  • E-Aktion — Die Euthanasiemorde in der NS Zeit oder Aktion T4 ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 100.000 Psychiatrie Patienten und behinderten Menschen durch SS Ärzte und Pflegekräfte… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”