Amtsgericht Biedenkopf
Hauptgebäude des Amtsgerichts (2011)
Nebengebäude des Amtsgerichts (2011)

Das Amtsgericht Biedenkopf ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit im mittelhessischen Biedenkopf und eines von fünf Amtsgerichten im Bezirk des Landgerichts Marburg. Seinen Sitz hat das Gericht in der Hainstraße 70–72 in Biedenkopf.

Inhaltsverzeichnis

Gerichtsbezirk

Zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Biedenkopf gehören folgende Städte und Gemeinden:
Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Dautphetal, Gladenbach sowie Steffenberg.

Zuständigkeiten

Im Amtsgericht Biedenkopf sind neben fünf Richtern und sechs Rechtspflegern drei Gerichtsvollzieher, sechs Beamte im einfachen und mittleren Dienst sowie 13 Angestellte beschäftigt. Direktor am Amtsgericht Biedenkopf ist seit dem 1. November 2009 der Richter Mirko Schulte. Für Handels- und Vereinsregistersachen, Insolvenzsachen sowie für Strafsachen, die vor dem Schöffengericht verhandelt werden, ist das Amtsgericht Marburg zuständig. Für das gerichtliche Mahnverfahren ist in Hessen ausschließlich das Amtsgericht Hünfeld zuständig.
Das Amtsgericht ist in einzelne Abteilungen untergliedert, welchen wiederum bestimmte Sachgebiete zugeordnet sind. Die Abteilungen setzen sich wie folgt zusammen:
Beratungshilfe, Familienabteilung, Grundbuchamt, Nachlassabteilung, Strafprozessabteilung, Verwaltungsabteilung, Vormundschaftsabteilung, Zivilprozessabteilung, Zwangsversteigerungsabteilung sowie Zwangsvollstreckungsabteilung[1].

Historische Entwicklung

Siegelmarke (um 1900)

Nach der Einführung der Verfassung im Großherzogtum Hessen 1820 erfolgte auch die Trennung von Verwaltungs- und Justizbehörden. Zwischen 1821 und 1867 gab es in Biedenkopf und Gladenbach jeweils eigenständige Landgerichte. Diese stimmten in ihrer Zuständigkeit zwischen 1821 bis zur Auflösung mit den Landratsbezirken Battenberg und Gladenbach überein, und deckten ab 1832 den daraus gebildeten Landkreis Biedenkopf ab. Sitz war in Gladenbach das Gebäude in der Marktstraße 9, in Biedenkopf in der Hainstraße 12. Ab 1867, nach dem Deutschen Krieg, wurden die Königlich-Preußischen Amtsgerichte eingeführt. In beiden Bezirken wurden repräsentative Neubauten errichtet, 1893 in Biedenkopf am jetzigen Standort des Gerichts sowie 1908 in Gladenbach in der Gießener Straße 27. Nach Ende des Krieges wurden die Gerichte 1945 zu Hessischen Amtsgerichten. Das Amtsgericht Gladenbach wurde 1968 Zweigstelle des Amtsgerichtes Biedenkopf, bevor auch diese 2003 aufgelöst und vollständig in die Räumlichkeiten des Amtsgerichts Biedenkopf eingegliedert wurde. Das Amtsgericht Biedenkopf erhielt 1964 einen Anbau für das Grundbuchamt und 1977 wurde es durch Übernahme des Nebengebäudes Hainstraße 70 (ehemalige Buderus Villa) noch einmal erweitert[2]. Dort sind nun die Familienabteilung und die Bewährungshilfe untergebracht.[3] Beide Gebäude sind als Kulturdenkmal geschützt (Ensembleschutz).[4]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zuständigkeit des Amtsgericht Biedenkopf, 19. Februar 2008
  2. Historie des Amtsgericht Biedenkopf, 19. Februar 2008
  3. ag-biedenkopf.justiz.hessen.de: Amtsgericht Biedenkopf - Geschichte der Gerichtsbarkeit im Hinterland, Zugriff am 19. Februar 2011
  4. Amtsgericht Biedenkopf - Geschichte der Gerichtsbarkeit im Hinterland, auf ag-biedenkopf.justiz.hessen.de

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