Kakophonie

Der Begriff Kakophonie oder Kakofonie (v. griech. κακός (kakós): schlecht, φωνή (phōné): Laut, Ton, Stimme) bezeichnet in der Musik und Literatur Laute und Geräusche, die besonders hart, unangenehm oder unästhetisch klingen. Das Gegenteil ist die Euphonie.

In der Musik werden häufig Dissonanzen als kakophon bezeichnet und empfunden. Besonders moderne Kunstmusik wird von Kritik und Hörern oftmals in abwertender Weise der Kakophonie gleichgesetzt. Im historischen Kontext wurde schon die Musik von Richard Strauss und darin die Elektra von Kritikern als „Kakophonie“ verunglimpft. Auch Dmitri Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ wurde von der sowjetischen Staatsmacht in dem Prawda-Artikel „Chaos statt Musik“ als Kakophonie bezeichnet.

Sonstige Verwendung

In der Sprachwissenschaft beschreibt Kakophonie schlecht klingende Laut- oder Wortfolgen. Der Begriff stammt in diesem Zusammenhang aus der antiken Rhetorik und wird meistens polemisch verwendet, um eine als hässlich empfundene Klangerscheinung zu beschreiben und zu bewerten. Der Gebrauch unterliegt dabei den jeweiligen Geschmacksvorstellungen.

In Gedichten werden hart klingende Wörter verwendet, um Kakophonien zu bilden, z. B. Wortzusammensetzungen mit schwer sprechbaren, geräuschstarken Konsonantenhäufungen wie Strickstrumpf.

Der Begriff Kakophonie wird bisweilen auch in der Politik verwendet, um Missklänge und Unstimmigkeiten z. B. in einer Koalition zu beschreiben. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisierte im Dezember 2002 Politiker der eigenen Koalition, die über Steuererhöhungen spekulierten, mit den Worten „Diese «Art von Kakophonie» sei der gemeinsamen Politik absolut unzuträglich“.[1] [2] In diesem Sinne wurde Kakophonie bei der Wahl des Wortes des Jahres 2002 auf den 4. Platz gewählt.

Einzelnachweise

  1. www.welt.de „Kakophonie“ in der SPD wird immer lauter, Welt online 9. Dezember 2002
  2. netzeitung.de Schröder rügt «Kakophonie» in der Koalition, Netzeitung 2. Dezember 2002

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Kakophonie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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  • Kakophōnie — (v. gr.), 1) fehlerhafte Stimme, Sprache; 2) Beleidigung des Gehörs, durch Mangel an Harmonie in der Rede, erzeugt z.B. durch Häufung von gleichartigen Vocalen, Consonanten, Sylben od. einsylbigen Wörtern, durch gleiche Anfangs u. Endbuchstaben… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kakophonīe — (griech.), Übellaut, Mißklang …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kakophonie — Kakophonīe (grch.), Übellaut, Mißklang (Gegensatz: Euphonie); kakophōnisch, übellautend, mißklingend …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Kakophonie — Kakophonie,die:⇨Missklang …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Kakophonie — Disharmonie; Misston; Kakofonie; Missklang; Dissonanz * * * Ka|ko|pho|nie 〈f. 19〉 = Kakofonie * * * Kakophonie   [griechisch] die, /... ni |en …   Universal-Lexikon

  • Kakophonie — См. cacofonìa …   Пятиязычный словарь лингвистических терминов

  • Kakophonie — Ka|ko|pho|nie 〈f.; Gen.: , Pl.: n; Musik〉 oV 1. Missklang, Dissonanz 2. schlecht klingende Folge von Tönen, Lauten od. Wörtern; Ggs.: Euphonie [Etym.: <grch. kakos »schlecht« + …phonie] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Kakophonie — Ka|ko|pho|nie, auch ...fonie die; , ...ien <zu ↑...phonie>: 1. Missklang, ↑Dissonanz (Mus.). 2. schlecht klingende Folge von Lauten (Sprachw.); Ggs. ↑Euphonie …   Das große Fremdwörterbuch

  • Kakophonie — нем. [какофони/] какофония, неблагозвучие …   Словарь иностранных музыкальных терминов

  • Kakophonie — D✓Ka|ko|fo|nie, Ka|ko|pho|nie, die; , ...ien <griechisch> (Missklang; Gegensatz Eufonie) …   Die deutsche Rechtschreibung

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