Andreas Kellner

Andreas Kellner (* unbekannt; † 1591; auch Andreas Kelner) war ein deutscher Buchdrucker. Er war der erste Buchdrucker im Stettin des 16. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Leistungen

Wann und wo Andreas Kellner geboren wurde, ist unbekannt. Er war der Schwiegersohn von Johann Eichorn (1524–1583), der seit 1547 in Frankfurt an der Oder als Buchdrucker tätig war. Als im Jahre 1569 der pommersche Herzog Barnim IX. an Johann Eichhorn eine Bestallung als Drucker in Stettin erteilte, ging Andreas Kellner nach Stettin und baute dort eine Druckerei auf. Er führte sie zunächst für seinen Schwiegervater und übernahm sie dann im Jahre 1572 selbst. Nach einer Überlieferung soll Andreas Kellner dabei zunächst gemeinsam mit Georg Rhete tätig gewesen sein, der ab 1577 als zweiter Buchdrucker in Stettin nachweisbar ist.

Zu den von Kellner in Stettin gedruckten Werken gehören ein Gesangbuch in plattdeutscher Sprache, Psalme, geistlike Lede und Gesenge (1576), und die erste pommersche Kirchenordnung und Agende (1591). Nach dem Urteil des Historikers Martin Wehrmann ragen unter den von Kellner gedruckten Werken technisch der kleine Katechismus Luthers (1574) und dat nye Testament (1576) hervor.[1]

Von 1586 bis 1591 war Andreas Kellner Mitglied des Magistrats in Stettin. Er starb im Jahre 1591.

Druckerei

Die Druckerei wurde nach dem Tode Andreas Kellners von seinen Erben fortgeführt, zuerst von seiner Witwe Margarethe und dann von seinem Sohn Samuel Kellner († 1622). Nach einigen Besitzwechseln ging das Geschäft im Jahre 1700 ein.

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Martin Wehrmann: Geschichte der Stadt Stettin. Saunier, Stettin 1911, S. 244. (Nachdruck: Augsburg 1993, ISBN 3-89350-119-3)

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