Argumentum a fortiori

Die lateinische Redewendung Argumentum a fortiori wird sprachlich (hauptsächlich in der Rechtsprechung, Theologie oder in der Mathematik) mit den Bedeutungen:

  • „Vom Stärkeren her“
  • „erst recht“
  • „um so mehr“ bzw. „um so weniger“
  • „nach dem stärker überzeugenden Grunde“

verwendet, um einen Beweis einer Behauptung durch eine schon bewiesene stärkere Behauptung auszudrücken. Ein logischer Schluss nach dieser Methode wird auch als „Erst-recht-Schluss“ bezeichnet (Beispiel: Wenn es verboten ist, zu zweit auf einem Fahrrad zu fahren, ist es erst recht verboten, zu dritt auf einem Fahrrad zu fahren). Für den „Erst-recht-Schluss“ unterscheidet man

Das Argumentum a fortiori wird meist zur Bekräftigung von Behauptungen eingesetzt, manchmal auch um einen logischen Schluss vorzutäuschen, wo keiner ist (Petitio principii).

Inhaltsverzeichnis

Zum Begriff

Nach der Schulgrammatik müsste es streng genommen a fortiore heißen. Gelegentlich tritt jedoch schon im klassischen Latein im Ablativ das Suffix an die Stelle des üblichen -e, auch wenn dies bei Komparativen selten ist.

Sonstiges

Quellen

Literatur

  • Grabenhorst, Thomas K.: Das argumentum a fortiori, Verlag „Peter Lang“ 1990 ISBN 3-631-43261-5
  • Schneider: Logik für Juristen, S. 158ff.

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