Solo [1]

Solo [1]

Solo (ital., d.i. allein), 1) Alles, was von Einem allein im Gegensatz von mehren gemeinschaftlich etwas Bewirkenden geschieht; 2) ein Tonstück od. Satz eines solchen, in welchem eine einzelne Stimme od. ein Instrument ganz allein, d.h. ohne Begleitung, od. vor allen übrigen Stimmen (Instrumenten) als Hauptstimme hervortretend, sich hören läßt. Ist es eine Singstimme (Solostimme), welche ein Gesangstück allein, jedoch mit Begleitung eines od. mehrer Instrumente, ausführt, so heißt das Gesangstück Arie (vgl. Duett, Terzett). Entgegengesetzt dem S. ist das Tutti, wo alle Stimmen einfallen; 3) ein Tanz, welcher von einer Person allein ausgeführt wird. 4) Kartenspiel unter 4 Personen, welches so mannichfaltigen Veränderungen unterworfen ist, daß es fast überall auf eine eigenthümliche Weise gespielt wird. Das Wesentliche ist jedoch immer Folgendes. Wenn um die Plätze gezogen u. die Karten in 3 Würfen, zu 3,2 u. 3 gegeben worden sind, erklärt sich die Vorhand zu einer der gewöhnlichen Spielarten, welche die Frage, Groß Forcé u. Solo sind, u. wovon die letzte die beiden ersten u. die zweite die erste überbietet. Wenn die Vorhand paßt, so geht das Recht zu spielen auf den Folgenden u. in gleichem Falle auf den Dritten u. Vierten über. Durch die Spielarten in der höhern Farbe (Couleur), welches gewöhnlich diejenige ist, in welcher das erste Spiel gewonnen wird, können die nämlichen Spielarten in den 3 andern Farben überboten werden. Wenn das Spiel mit einer zweiten noch höhern Farbe (Sur), welche man nebst der Couleur auf irgend eine beliebige Weise bestimmt, gespielt wird, so überstechen die Spielarten in Sur die nämlichen in Couleur. Die Farbe, in welcher gespielt wird, wird die Trumpffarbe u. alle Blätter dieser Farbe Trümpfe genannt. Die vornehmsten Karten sind der Eichelober (Trèfle Dame, Große Wenzel, Spadille), die Sieben der Trumpffarbe (Manille) u. der Grünober (Pique Dame, Kleine Wenzel, Baste, der Name kommt von St. Sebastian, welchen er vorstellen soll), welche vorzugsweise Matadors genannt werden. In einigen Gegenden werden die Unter statt der Ober zu Wenzeln gebraucht. Die beiden Wenzel sind Trümpfe in allen Farben, in welchen gespielt wird. Nach den Matadors kommen das Daus, der König etc. bis zur Sieben. Wenn die Frage nicht überboten wird, so nennt der Spieler ein beliebiges Daus, welches jedoch nicht das derjenigen Farbe, in welcher er spielt, sein darf, u. der Inhaber desselben wird dann der Partner des Spielers. Wenn ein Spielender beide Wenzel hat u. nicht S. spielen will, so erklärt er sich zum Großen Forcé (Forcé partout) u. nennt ebenfalls ein Daus, dessen Inhaber dann die Trumpffarbe bestimmt. Wenn ein Spielender sich zum S. erklärt, so spielen die 3 andern gegen ihn, u. er erhält im Falle des Gewinnens den Preis des Spiels, so wie er denselben im entgegengesetzten Falle an sie zahlen muß Wenn alle passen, so nennt derjenige, welcher den Großen Wenzel hat, ein Daus, dessen Inhaber dann die Trumpffarbe bestimmt. Diese Spielart heißt Klein Forcé. Bei der Frage, dem Großen u. dem Kleinen Forcé ist der Gewinn u. Verlust für beide Partner gemeinschaftlich. Eine seltener gebräuchliche Spielart ist der Mediateur, welcher die Frage überbietet u. darin besteht, daß der Spielende sich ein beliebiges Daus, für welches er eine andere Karte weggibt, geben läßt u. dann allein gegen die 3 andern spielt. Zum Gewinnen des Spiels sind 5 Stiche erforderlich; wenn der S. od. Mediateur Spielende od. die beiden Partner in den gemeinschaftlichen Spielarten nur 4 Stiche machen, so verlieren sie das Spiel (Partie remise) u. verlieren es Codille, wenn sie weniger als 4 Stiche machen. Nach dem fünften gemachten Stich hören die Spieler auf zu spielen, sie können jedoch das Spiel fortsetzen, wenn sie alle 8 Stiche (Tout) zu machen gedenken; sie verlieren jedoch den Tout, wenn ihnen einer der Stiche entgeht. Bei jedem gewonnenen Spiel wird der Stamm, welchen der jedesmalige Kartengeber zu setzen hat u. gewöhnlich in 4 Marken besteht, von den Gewinnenden gezogen od. getheilt, von den Verlierenden ganz od. zur Hälfte gesetzt. Wenn mehre Spiele nach einander verloren werden, so wird nur das Vierfache des Stammes gezogen u. gesetzt. Außerdem erhalten od. zahlen die Spieler für S. u. das Große Forcé den Werth des Stammes, für Mediateur, für das Kleine Forcé u. die Frage in Couleur die Hälfte desselben. Bei dem Mediateur zahlt der das Daus Gebende[264] den Preis des Spiels nicht, ohne jedoch von den übrigen Gaben frei zu sein. Die 5 ersten Stiche (die Ersten) werden mit 1 Marke bezahlt. Bei Fragen in geringen Farben wird blos um den Stamm gespielt. Jeder Matador wird mit 1 Marke u. der Tout mit 8 bezahlt. Wenn der Tout verloren wird, so haben die Verlierenden den Werth desselben an ihre Gegner zu bezahlen, erhalten jedoch das gewonnene Spiel, die Ersten u. die Matadors. Die Matadors werden nur bezahlt, wenn die Spielenden die 3 ersten haben u. in diesem Falle werden auch die darauf folge, den, welche vom Dause anfangen, bezahlt. Bei der Codille wird der Preis des Spiels, mit Ausnahme der Matadors, doppelt bezahlt, der Stamm aber nur einfach gesetzt Wird in Couleur gespielt, so wird für Alles das Doppelte, für Sur aber das Vierfache gegeben. Die Farben u. Trümpfe müssen bekannt werden, man ist jedoch nicht verbunden zu stechen, wenn man die gespielte Farbe nicht hat. Wenn mit Verläugnen gespielt wird, so können die 2 ersten Matadors auf einen niederen Matador, alle 3 aber auf eine andere Trumpfkarte verläugnet werden. 5) (Sans prendre). in mehren anderen Kartenspielen, bes. im Scat, Schlauch, Lhombre, Tarok (s.d. a.) diejenige Spielart, bei welcher der Spielende die zurückgelegten Karten nicht in seinem Nutzen zum Spiel selbst verwendet (nicht hereinnimmt), od. außer den erhaltenen Karten sich keine andern geben läßt (wählt).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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