Range Rover


Range Rover
Range Rover Classic als Teilnehmer bei einer Sahara-Rallye

Der Range Rover ist ein Geländewagen der Oberklasse von Land Rover. Er ist Ende der 1960er Jahre entwickelt und am 17. Juni 1970 offiziell vorgestellt worden. Sein permanenter Allradantrieb, Schraubenfederung und nicht zuletzt der 3,5-l-V8-Motor haben damals den Geländewagenmarkt revolutioniert. Aus heutiger Sicht war der Range Rover ein Wegbereiter für die so genannten Sports Utility Vehicles. Im Gegensatz zu jenen war und ist allerdings die überdurchschnittliche Geländetauglichkeit eines der hervorstechendsten Merkmale des Range-Rover-Konzepts. Der Range Rover war bereits in den 1970er Jahren Vorbild für eine Reihe anderer luxuriöser Geländewagen, darunter den Monteverdi Safari und den Felber Oasis.

Inhaltsverzeichnis

Modell oder Marke

Genau wie der Land Rover und der Freight Rover war auch der Range Rover zunächst eher ein Modell von Rover als eine eigene Marke. Mit der Abspaltung und Umstrukturierung innerhalb von British Leyland war der Grundstein für die Trennung von Rover (Teil der Austin Rover Group) und Land Rover und Range Rover (Teil der Land Rover Leyland Group) gelegt. Seitdem ist der Range Rover als Modell neben dem Land Rover Series III unter der Marke Land Rover anzusehen.

Unter dem jetzigen Eigentümer Tata Motors und mit dem angekündigten Range Rover Evoque zeichnet sich eine Etablierung der Marke Range Rover ab. Anzeichen sind die zwei Bereiche der gemeinsamen Internetpräsenz: Range Rover, Range Rover Sport und Range Rover Evoque auf der einen und Land Rover Defender, Land Rover Freelander 2 und dem Land Rover Discovery 4 auf der anderen Seite.

Modelle

Range Rover Classic

1. Generation
Range Rover Classic

Range Rover Classic

Produktionszeitraum: 1970–1996
Karosserieversionen: Steilheck, drei- und fünf-türig
Motoren: Ottomotoren:
3,5–4,2 Liter
(93−149 kW)
Dieselmotoren:
2,4 Liter (78 kW)
Länge: 4445/4648 mm
Breite: 1814 mm
Höhe: 1798 mm
Radstand: 2530–2743 mm
Leergewicht: 1892–2075 kg
Range Rover Dreitürer

Das erste Modell – heute meist Range Rover Classic genannt – wurde in seiner ursprünglichen Form von 1970 bis Februar 1996 hergestellt und verkauft, dabei jedoch technisch ständig weiterentwickelt. Wie die damaligen Land Rover Series III basierte der Range Rover auf einem Leiterrahmen mit zwei Starrachsen im Abstand von 2,54 m (100 Zoll), eine bewährte und robuste Konstruktion. 1984 wurde der Motor mit einer Einspritzanlage versehen und 1989 der Hubraum des Aluminium-Motorblocks von 3,5 Liter auf 3,9 Liter erhöht. 1992 wurde der LSE, eine um 203 mm verlängerte, mit auf 4,2 Litern vergrößertem Hubraum und Luftfederung ausgestattete Variante eingeführt.

Trotz seiner komfortablen, auf Wunsch auch luxuriösen Innenausstattung und seines straßentauglichen Erscheinungsbildes ist der Range Rover Classic auch ohne Modifikationen ein tauglicher Geländewagen. Der lange Federweg der Achsen und die relativ gute Bodenfreiheit sorgen auch unter schwierigen Bedingungen für Bodenhaftung. Der potente 3,9-l-Rover-V8 (127 kW/173 PS bei 4.500/min) sorgt zusammen mit der Sperre des Längsdifferenzials und der Untersetzung für viel Drehmoment.

Das Fahrzeug war anfänglich als reiner Zweitürer konzipiert. Rover sah sich in den 1970er Jahren finanziell nicht in der Lage, selbst eine viertürige Variante zu entwickeln, obwohl entsprechende Nachfragen der Kunden zu verzeichnen waren. Zwischen 1980 und 1982 entwickelte und baute der Schweizer Sportwagenhersteller Monteverdi im Auftrag von British Leyland eine viertürige Version, die in einigen Ländern offiziell über Rover-Händler unter dem Namen Range Rover Monteverdi vertrieben wurde. Insgesamt wurden 167 Exemplare hergestellt. Die meisten davon blieben in der Schweiz. Eine Reihe von Monteverdi-Umbauten gelangten aber auch nach Großbritannien; das britische Königshaus übernahm zwei Fahrzeuge in den eigenen Fuhrpark. Nicht geklärt ist die Frage, ob die Range Rover in Monteverdis Werkstätten in Basel umgebaut wurden oder ob - wie seinerzeit bei Monteverdi üblich - auch in diesem Fall die Carrozzeria Fissore oder eine andere oberitalienische Karosseriewerkstatt die Arbeiten durchführte. In den Monteverdi-Unterlagen finden sich hierzu keine Angaben. Ab 1982 stellte Range Rover die viertürige Version selbst her. Wesentliche Elemente der Monteverdi-Konstruktion wurden dabei übernommen.


Range Rover P38a (MK II / LP)

2. Generation
Range Rover P38a

Range Rover P38a

Produktionszeitraum: 1994–2001
Karosserieversionen: Steilheck, fünftürig
Motoren: Ottomotoren:
4,0–4,6 Liter
(136−165 kW)
Dieselmotor:
2,5 Liter
(100 kW)
Länge: 4712 mm
Breite: 1890 mm
Höhe: 1819 mm
Radstand: 2745 mm
Leergewicht: 2115–2220 kg

Im Jahre 1988 begann man bei Land Rover mit der Entwicklung des Nachfolgers für den Range Rover Classic. Dieser hatte sich seit seiner Einführung 1970 zunehmend in Richtung Luxussegment bewegt, gleichzeitig war der neue Discovery fast fertig gestellt und es war absehbar, dass das ursprüngliche Fahrzeugkonzept des Classic früher oder später modernisiert werden musste. Das Projekt wurde intern zuerst unter der Bezeichnung Pegasus geführt (ein Hinweis auf die Luftfederung), später dann als Projekt 38a (so hieß das Gebäude in dem die Projektbeteiligten arbeiteten).

Range Rover P38a

George Thomson war zu dieser Zeit Styling Director bei Land Rover, und ihm oblag die schwierige Aufgabe, das zeitlose Ursprungsdesign in eine aktuelle Formensprache umzusetzen, die sowohl bestehende als auch neue Kunden ansprechen sollte. Verschiedene Entwürfe wurden angefertigt, am Prozess beteiligt waren die renommierten Büros Pininfarina, ItalDesign, Bertone, Hefferman und Greenley. In die finale Auswahlrunde kamen der Entwurf von Bertone sowie der Vorschlag der LR Designabteilung, von denen jeweils 1:1-Modelle gefertigt wurden. Intensive Marktforschung und Akzeptanztests mit Teilnehmern aus mehreren Ländern führte zu der Erkenntnis, dass der Bertone Entwurf nicht klar genug als Range Rover zu erkennen sei, so dass das Design von Thomsons Team zum Zuge kam.

Am 29. September 1994 wurde der „New Range Rover“ der Öffentlichkeit präsentiert. Es war das erste neu vorgestellte Modell der Rover Group nach der Übernahme durch BMW, und es sollte auch in den folgenden Jahren zusammen mit dem Mini das Modell bleiben, an dem Wolfgang Reitzle das größte Interesse zeigte. Der P38a wurde von 1994 bis 2001 gebaut, wobei die letzten Fahrzeuge Modelljahr '02 deklariert waren. Das erste Fahrzeug aus der Serienfertigung im Juni 1994 hatte die Seriennummer MA300190.

Von diversen Sondermodellen abgesehen, gab es hauptsächlich folgende drei Motor- und zwei Ausstattungsvarianten:

  • 4,0-Liter-V8-Benziner (SE), 136–140 kW (185–190 PS)
  • 4,6-Liter-V8-Benziner (HSE), 160–165 kW (218–224 PS)
  • 2,5-Liter-R6-Diesel (DSE), 100 kW (136 PS)

Die V8-Varianten waren Weiterentwicklungen auf Basis des bewährten Rover-V8-Blocks, der 1960 im Buick Special debütierte, während in den Dieselmodellen eine speziell angepasste Version des BMW-2,5-l-Turbodieselmotors verwendet wurde. Auch der P38a basiert auf einem Leiterrahmen, in diesem Fall mit jeweils von Längslenkern und einem Panhardstab geführten Starrachsen. Alle Modelle verfügen über eine elektronisch gesteuerte Luftfederung, die es erlaubt die Bodenfreiheit an die jeweiligen Einsatzbedingungen anzupassen.

New Range Rover (MK III/LM/L322)

3. Generation
Range Rover L322

Range Rover L322

Produktionszeitraum: seit 2002
Karosserieversionen: Steilheck, fünftürig
Motoren: Ottomotoren:
4,2–5,0 Liter
(210−375 kW)
Dieselmotoren:
3,0–4,4 Liter
(130–230 kW)
Länge: 4972 mm
Breite: 2034 mm
Höhe: 1988 mm
Radstand: 2880 mm
Leergewicht: 2684–2858 kg
Das Topmodell V8 Supercharged mit dem Facelift
Range Rover L322

Das dritte Modell, der Range Rover L322 wurde am 11. Januar 2002 lanciert. Hauptänderungen waren die selbsttragende Karosserie sowie die Einzelradaufhängung. Bei der optischen Erscheinung wurde darauf geachtet, das „typische“ Aussehen des Range Rover wiederherzustellen. Als problematisch erwies sich, dass der Range Rover L322 von BMW entwickelt wurde (BMW Entwicklungscode L30), die Firma Land Rover allerdings beim Verkauf von Rover an Ford fiel. BMW verpflichtete sich zwar, bis auf weiteres Motoren und essentielle Komponenten zu liefern, doch an der technischen Weiterentwicklung nahmen die Aggregate nicht mehr teil.

Aus diesem Grund wurden bereits knapp zwei Jahre nach der Markteinführung technische Neuerungen (teilweise aus dem neuen Discovery 3) eingeführt. Der BMW-V8 wurde durch ein Jaguar-Aggregat (wahlweise mit Kompressor = Supercharged), das Fünf- durch ein Sechsgang-Automatikgetriebe und die Torsen-Sperre im Zentraldifferenzial durch eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung ersetzt. Seit Ende 2006 wird der Range Rover auch mit einem 3,6-l-V8-Biturbo-Dieselmotor mit 200 kW (272 PS) sowie 640 Nm Drehmoment angeboten, welcher einer gemeinsamen Entwicklung mit PSA Peugeot Citroën entstammt. Ab dem Modelljahr 2008 entfällt der V8-Saugmotor, sodass nur noch der TDV8 und der V8 Supercharged angeboten werden.

Das Motorenangebot umfasst folgende Benzin- und Dieselmotoren:

  • 3,0-l-R6-Turbo-Dieselmotor mit 130 kW (177 PS) und 390 Nm Drehmoment als TD6 (2002−2006)
  • 3,6-l-V8-Twinturbo-Dieselmotor mit 200 kW (272 PS) und 640 Nm Drehmoment als TDV8 (2006–2010)
  • 4,4-l-V8-Twinturbo-Dieselmotor mit 230 kW (313 PS) und 700 Nm Drehmoment als TDV8 (seit 2010)
  • 4,2-l-V8-Kompressor-Benzinmotor mit 291 kW (396 PS) und 560 Nm Drehmoment als Supercharged (2005−2009)
  • 4,4-l-V8-Benzinmotor mit 210 kW (286 PS) und 440 Nm Drehmoment als V8 (2002−2005)
  • 4,4-l-V8-Benzinmotor mit 225 kW (305 PS) und 440 Nm Drehmoment als V8 SE (2005−2007)
  • 5,0-l-V8-Benzinmotor mit 276 kW (375 PS) und 510 Nm Drehmoment als V8 HSE (seit 2009)*
  • 5,0-l-V8-Benzinmotor mit Kompressor mit 375 kW (510 PS) und 625 Nm Drehmoment als 5.0 Supercharged (seit 2009)

*Nicht in Europa erhältlich (andere Märkte wie z.B. USA)

Siehe auch


Trivia

  • Die ersten Prototypen vom Range Rover (1967) wurden aus Geheimhaltungsgründen für die ersten Fahrtests Velar (Vee Eight LAnd Rover) genannt und mit entsprechenden Plaketten versehen. Diese Fahrzeuge sind heute gesuchte Sammlerobjekte, für die hohe Preise gezahlt werden.
  • Ein Range Rover gewann 1979 die erste Rallye Paris-Dakar
  • 1983 erbte der Land Rover 90/110 das Fahrwerk vom Range Rover

Weblinks

 Commons: Range Rover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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