Saint-Pol-de-Léon

Saint-Pol-de-Léon
Saint-Pol-de-Léon
Wappen von Saint-Pol-de-Léon
Saint-Pol-de-Léon (Frankreich)
Saint-Pol-de-Léon
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Morlaix
Kanton Saint-Pol-de-Léon (Chef-lieu)
Koordinaten 48° 41′ N, 3° 59′ W48.685277777778-3.986388888888944Koordinaten: 48° 41′ N, 3° 59′ W
Höhe 44 m (0–57 m)
Fläche 23,43 km²
Einwohner 7.038 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 300 Einw./km²
Postleitzahl 29250
INSEE-Code
Website http://www.saintpoldeleon.fr/

Saint-Pol-de-Léon (bretonisch Kastell Paol, "Paulsburg") ist eine Gemeinde im Département Finistère in der Bretagne in Frankreich. Ihre 7038 Einwohner (Stand 1. Januar 2008) nennen sich Saintpolitains. Saint-Pol-de-Léon ist Hauptort des gleichnamigen Kantons.

Auf die See ausgerichtet besitzt Saint-Pol-de-Léon bedeutende Zeugnisse der sakralen Baukunst. Bischofssitz bis zur französischen Revolution hat sie eine Kathedrale aus dem 13.Jht und zudem eine Kirche, die höchste der Bretagne mit ihrem fast 80m hohen Turm. Hauptstadt des Gemüseanbaus exportiert sie jedes Jahr Tausende Tonnen verschiedener Gemüsesorten nach ganz Europa.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Name

Der Name der Gemeinde bezieht sich auf einen der sieben legendären Kirchengründer der Bretagne, den Heiligen Paulinus Aurelianus. Der Namensteil Leon leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Wort Legio ab. Zu gallisch-römischer Zeit war eine römische Legion in der Gegend stationiert. Der Name wurde schließlich auf die gesamte Gegend übertragen. Die historische Provinz "Diözese Léon" war bis ins 18. Jahrhundert eine der Provinzen der Bretagne. Bis heute lebt der Name in der Bezeichnung der Küstenlinie des Arrondissement Morlaix als Côte du Léon weiter.

Gallo-romanische Festung

Das Gebiet des heutigen Saint-Pol war bereits in der Urgeschichte besiedelt. Funde zeugen von einer militärischen Präsenz der Römer im 3. Jh. Wie aus den ältesten Schriften hervorgeht, war der Ort von einem "Erdwall von beeindruckender Höhe" umgeben.

Bischofssitz

Die Kathedrale "Saint-Paul Aurélien" und Felder

Im 6. Jh. steigt der Klostersitz zum Bistum auf, der neue Name lautet "Kastell Paol". Der Ort dehnt sich nunmehr über die alte, enge gallo-römische Umwallung aus. Im 15. Jh. etabliert sich die Stadt als geistiges und kulturelles Zentrum der Region. Sie zählt zu jener Zeit 2.000 Einwohner. Der Hafen von Pempoul hatte seine Blütezeit erreicht. Befestigte Tore sollten der Stadt bis ins 18. Jh. Schutz bieten.

Im 18. Jh. wird die Architektur der Stadt durch das Wirken der Bischöfe des Léon nachhaltig geprägt. Der neue Bischofspalast wird 1706 fertiggestellt und 1750 vergrößert. Das ehemalige Großseminar stammt aus 1708, das Kollegium geht auf das Jahr 1788 zurück.

Die Französische Revolution

Mit der Revolution wird der Bischofssitz aufgelöst. Die Situation der Stadt, die ein Bistum, ein reiches Kapitel, ein Kollegium, drei Glaubensgemeinschaften, ein Rückzugshaus und 15 Pfrundhäuser verliert, wird als katastrophal beschrieben. Ein Jahrhundert des kulturellen und wirtschaftlichen Niedergangs bricht an... "Saint-Pol ist heute eine tote Stadt", schrieb Flaubert auf seiner Durchreise im Jahr 1847.

19. und 20. Jahrhundert

Der Bau der Eisenbahn im Jahr 1883 trägt erheblich zum Aufschwung des Gemüseanbaus bei. 1890 ist Saint-Pol der wichtigste Handelsplatz Frankreichs für die Ausfuhr von Gemüse (Artischocken, Blumenkohl...). Gegen Ende des 20. Jh. ist Saint-Pol unangefochten die Hauptstadt des Gemüse produzierenden "Ceinture Dorée".

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die Kathedrale Saint-Paul-Aurélien in Saint-Pol-de-Léon
Notre-Dame du Kreisker in Saint-Pol-de-Léon
Kirchen, Hafen "Pempoul"
  • Romanisch-gotische Kathedrale (12. bis 16. Jahrhundert) Paul Aurélien gewidmet, dem 1. Bischof von „Léon“ im 6.Jht., Orgel von Robert Dallam aus dem 17. Jahrhundert. Die Kathedrale "Saint-Paul Aurélien" zeigt einerseits noch einzelne Überreste romanischer Baukunst und ist zum anderen ein Beweis für den prägenden Einfluss der normannischen Kunst auf die Architektur der Bretagne gegen Ende des 13. Jahrhunderts. An der Stelle einer romanischen Kirche, von der einige Spuren noch vorhanden sind, wurde dieses Bauwerk schrittweise errichtet. Die Westfassade mit ihren zwei Türmen und das Kirchenschiff aus Kalkstein ("Calcaire de Caen") verdeutlichen die Verwandtschaft von Baumaterial und Stil mit der Normandie. Das Querschiff und der Chorraum stammen aus der 2. Hälfte des 15. Jh. Der Chorumgang und die Kapelle wurden im 16. Jh. fertiggestellt.
  • Kapelle "Notre-Dame du Kreisker", 14. bis 15. Jahrhundert. Sie wurde zu Ehren des aus Wales stammenden Missionars Paulinus Aurelianus erbaut, der hier lebte. Ihr 78 Meter hoher Turm ist der Höchste in der ganzen Bretagne und war Vorbild für viele andere bretonische Kirchtürme. Sébastien Le Prestre de Vauban, der bekannte französische General und Festungsbaumeister bezeichnete diesen Turm als das gewagteste Gebäude, das er jemals gesehen habe. Der Einfluss der normannischen (Saint-Pierre de Caen) und englischen Formen ist sehr deutlich zu erkennen. Nachdem Napoleon im Lager von Friedland 1807 per Dekret schon seine Zerstörung angeordnet hatte, konnte der "König" unter den Kirchtürmen der Bretagne (14./15. Jh.) doch noch gerettet werden. Als Rechtfertigung wurde seine Rolle für die Seeschifffahrt ins Treffen geführt.
  • Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert
  • Burg und Park Kernevez
  • Das Rathaus. Im 18.Jht prägten die Bischöfe des “Léon“ das Bild ihrer Stadt : der neue Bischofspalast, heute Rathaus, wurde 1706 unter dem Episkopat von Bourdonnaye erbaut und 1750 vergrößert. Es enthält eine schöne monumentale Treppe mit einigen Gemälden aus dem Louvre.
  • "Prebendale" Haus (Pfrundhaus), prachtvolle Residenz aus dem 16. Jh., wurde von einem reichen kirchlichen Würdenträger errichtet, dessen Titel auch die Einhebung von Pfründen umfasste. Der Baustil wird als bretonische Renaissance bezeichnet. Außen fällt eine ebenso findige wie gelungene Mischung an Dachelementen auf : An Kanten symbolisieren die Verzierungen mit einem Löwen und einem Drachen die Doppelzugehörigkeit des Hausherrn zur Stadt und zur Kirche - der Löwe ist das Emblem des Léon, der Drache eine Hommage an Saint-Paul Aurélien.
  • Megalithen von Boutouiller

Kûste und strände

An einem 13 km langen Küstenstreifen tragen einige Strände und kleine Buchten von Saint-Pol-de-Léon poetische Namen wie "Tahiti", "Petit Nice" (Kleinnizza), "Sainte-Anne"… Entdecken kann man sie vom Aussichtspunkt des Stadtparks "Champ de la Rive" aus, der von einem großen Granitkreuz aus dem Jahre 1901 überragt wird. Bunt durcheinander überblickt man die kleine Insel "Sainte-Anne", ein Naturdenkmal, wo die Karmeliten bis zum 18.Jht wie Einsiedler lebten und der riesige Fels mit starken Kanonen bestückt war. Die Burg vom Stier ("Château du Taureau") vom Franz I. erbaut und von Vauban befestigt. Die wilde Felsformation von der Pointe de Primel. Die Küste um Lannion. Die harmonischen "Sept-Iles" (7 Inseln)… Von dem "Champ de la Rive" aus entdeckt man auch das alltägliche Hin und Her der mächtigen Fährschiffe nach Großbritannien und Irland, die Umrisse der Kapelle Notre-Dame de Callot, im 6.Jht erbaut, die Halbinsel von Trégondern mit ihrer reizenden Kapelle samt achteckigem Taubenhaus. Die schweren Passagierfähren der Brittany Ferries begegnen hier den kleinen, reaktionsschnellen Kuttern aus Carantec mit ihren stolzen Segeln.

Berühmte Personen geboren St. Pol

Weblinks

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