Sakkara


Sakkara
Sakkara (Ägypten)
Sakkara
Sakkara
Karte von Ägypten
Übersicht über die Nekropole von Sakkara

Sakkara (arabisch ‏سقارةSaqqāra, ägypt.-arab. Saʾʾāra) ist eine bedeutende altägyptische Nekropole am linken Nilufer. Der Ort liegt ca. 20 km südlich von Kairo im Gouvernement Al-Dschiza.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits zur Zeit des Alten Reiches, von der 1. Dynastie bis in die Spätzeit, ist Sakkara als Begräbnisstätte belegt. Vermutlich wurde die Stadt nach dem Totengott Sokar benannt.[1] Die ältesten bisher gefundenen Grabanlagen finden sich in Sakkara-Nord, dicht am Wüstenrand, wo sie erhöht über dem Fruchtland stehen. Es handelt sich um eine Reihe von Mastabas, die an der Außenseite mit einer Palastfassade dekoriert sind. Der erste dieser Bauten datiert unter Hor Aha. Schon am Ende der 2. Dynastie war das hiesige Wüstenplateau mit Mastabas verbaut. In der 2. Dynastie wurden die ersten Könige in Sakkara bestattet, weiter südlich. Von deren Grabanlagen sind jedoch nur die unterirdischen Grabkammern erhalten. Mit der Stufenpyramide des Pharao Djoser aus der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr. setzten die Pyramidenbauten ein.

Auch Könige der 5. und 6. Dynastie errichteten hier ihre Pyramiden. Neben diesen Pyramiden sind im Alten Reich hier auch viele hohe Würdenträger bestattet worden, da Sakkara die Nekropole der Residenzstadt Memphis war. Die Grabanlagen der folgenden 1. Zwischenzeit sind eher klein, belegen aber eine ununterbrochene Tradition vom Alten Reich. Im Mittleren Reich konzentrierten sich kleine Mastabagräber um die Pyramide von Teti II. und ganz im Süden von Sakkara, wo in der 13. Dynastie auch einige Pyramiden (Chendjer) errichtet worden sind.

Im Neuen Reich erlebte Sakkara als bedeutende Nekropole wieder einen besonderen Aufschwung. Vor allem zur Zeit von Amenophis III., als Memphis wieder stark an Bedeutung gewann, sind hier sehr viele hohe Beamte beigesetzt worden. Die Grabanlagen dieser Zeit ähneln meist kleinen Tempeln mit Pylonen und Höfen, darunter auch das erste Grab Haremhabs. Diese Gräber sind oftmals nicht gut erhalten.

Nur wenige Gräber lassen sich in die 3. Zwischenzeit datieren, doch gibt es bedeutende Grabbauten aus der Spätzeit. Viele Beamte sind am Boden von gigantischen Grabschächten beigesetzt worden. Die Nekropole behielt ihre Bedeutung bis in ptolemäische Zeit, als einige große Tempelanlagen errichtet worden sind. Aus dieser Zeit stammen auch umfangreiche Galeriegräber mit Tierbestattungen.

Grabformen

Relief aus der Mastaba des Nianchchnum und des Chnumhotep

Nahezu alle ägyptischen Grabformen sind in Sakkara anzutreffen: Neben der Stufenpyramide auch klassische Pyramiden der 5. und 6. Dynastie, Schachtgräber, Galeriegräber bis hin zu Mastabas aus allen altägyptischen Epochen. Des Weiteren gibt es Tierfriedhöfe (Ibisse, Hunde, Katzen, Stiere), zu denen das Serapeum mit den Sarkophagen der Apis-Stiere zu den herausragendsten zählt. Außerdem befinden sich dort mindestens zwei große, rechteckige Einfriedungen, von denen Gisr el-Mudir (Great Enclosure) als ältestes Steinbauwerk Ägyptens gilt.

Pyramiden und Monumentalgräber in Sakkara

Grabanlagen des Neuen Reiches

Neuere Funde

Im März 2005 fanden Archäologen unter Zahi Hawass, dem Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung SCA, bei der Pyramide von König Teti in Sakkara eine Mumie, deren Alter auf 2300 Jahre geschätzt wird. Ihr reich verzierter Sarkophag gilt als einer der schönsten, die je in Ägypten gefunden wurden. Anfang 2009 entdeckte eine Gruppe unter Zahi Hawass eine Grabkammer der 6. Dynastie (ca. 2318-2168 v. Chr.) mit 30 Mumien vermutlich aus der 26. Dynastie (664-525 v. Chr.).

Ende 2009 wurden zwei weitere 2500 Jahre alte Gräber aus der 26. Dynastie gefunden. Eines davon ist das größte Grab, das bislang in der Nekropole gefunden wurde.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Jean-Philippe Lauer: Die Königsgräber von Memphis. Grabungen in Sakkara. Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach 1988, ISBN 3-7857-0528-X
  • Abeer el-Shahawy: Das Ägyptische Museum von Kairo. Ein Streifzug durch das Alte Ägypten. Farid Atiya Press, Gizeh 2005. Übersetzung aus dem Englischen: Evelyn Posch. 312 Seiten, ohne ISBN

Weblinks

 Commons: Sakkara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Abeer el-Shahawy, S. 21, rechte Spalte, 9. Z.v.o.
  2. Spiegel Online - „Forscher finden riesiges Grab mit rätselhaftem Loch“, http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,670052,00.html

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