Santi Cosma e Damiano (Rom)


Santi Cosma e Damiano (Rom)
Eingangsportal zum Kloster und zur Kirche Santi Cosma e Damiano
Basisdaten
Patrozinium: Hll. Cosmas und Damian
Weihetag:
Kardinaldiakon: Giovanni Cheli
Anschrift: Via dei Fori Imperiali 1
00186 Roma
Zeichnung von 1550

Die Kirche Santi Cosma e Damiano (lat.: Sancti Cosmae et Damiani) ist eine römische Titeldiakonie, Rektoratskirche und ehemalige Pfarrkirche sowie Klosterkirche des Dritten Regulierten Ordens des hl. Franziskus (T.O.R.). Darüber hinaus war sie auch Stationskirche am Donnerstag in der dritten Fastenwoche und steht im Rang einer Basilika minor. Gelegentlich wird sie auch als Santi Cosma e Damiano in Via Sacra, Santi Cosma e Damiano in tribus fatis, Santi Cosma e Damiano in Silice oder Basilica beati Felicis bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Kirche befindet sich in unmittelbarer Nähe des Forum Romanum zwischen der Via Sacra und der Via dei Fori Imperiali auf dem Gebiet des antiken Forum Pacis in Rom. Sie ist Teil der ehemaligen Anlage des Templum Pacis (Friedenstempel), den Kaiser Vespasian im Jahr 71 n. Chr. nach siegreicher Beendigung des Jüdischen Krieges in Auftrag gegeben hatte. Die Mauern des Kirchengebäudes sind der einzige heute noch aufrecht stehende Teil des Friedenstempels. Sie bildeten die Südostbegrenzung des Forum Pacis Vespasiani und stehen der einstigen Apsis der Maxentiusbasilika unmittelbar gegenüber.

Geschichte

Apsis mit Hochaltar und Apsismosaik

Wahrscheinlich waren in dem heutige Kirchengebäude ursprünglich die Bibliotheksräume der Tempelanlage untergebracht. Später, nachdem zwischen 203 und 211 ein großer Marmorstadtplan (Forma Urbis Romae) an der Nordostwand angebracht wurde, wurde das Gebäude als Stadtkataster, Grundbuchbehörde oder Stadtarchiv sowie als Amtssitz der Stadtpräfektur umfunktioniert.

Zwischen 495 und 525 wurde das Gebäude unter dem ostgotischen König Theoderich dem Großen instandgesetzt und von diesem und seiner Tochter Amalasuntha dem Papst Felix IV. zur Nutzung als Kirche übergeben. Zusammen mit der Kirche Santa Maria Antiqua ist Santi Cosma e Damiano damit eines der frühesten Beispiele der Umnutzung eins Profanbauwerks als christliche Kirche im Bereich der Kaiserforen.

Papst Gregor der Große ließ zwischen 590 und 604 einen neuen Altar errichten und hielt hier seine 13. Homilie über Evangelienperikopen. Unter Sergius I. wurden ein neues Ziborium und Ambo eingebaut und das Dach der Rotunde mit Bleiplatten bedeckt. Ebenfalls in dieser Zeit entstand wahrscheinlich das Triumphbogenmosaik.

Seit 725 wurde von Papst Gregor II. der Stationsgottesdienst in der Basilika eingeführt. Die dafür ausgewählte Evangelienperikope aus dem Lukasevangelium (Lk 4, 38-44 EU) über die Heilung der Schwiegermutter des Petrus spielt auf das Patrozinium der Ärztebrüder Cosmas und Damian und dem damit verbundenen Begriff „Heilung“ an.

Apsismosaik, Detail

Zwischen 772 und 795 ließ Hadrian I. das Dach der Kirche restaurieren, wies ihr Äcker, Ölgärten und Diener zu und erhob sie zur Diakonie eines Kardinaldiakons. Unter Papst Leo III. wurde sie anschließend aufwändig restauriert und erhielt durch Paschalis I. (817 bis 824) großzügige Schenkungen und Zuwendung von Paramenten. Im Oktober 827 wurde Gregor IV. hier zum Bischof von Rom gewählt. Zudem erfolgte im 9. Jahrhundert die Überführung der Reliquien der Märtyrer Marcus und Marcellianus in die Rotunde der Basilika.

Von Kardinal Guido wurde um 1150 ein neues Ziborium gestiftet, mit dessen Gestaltung die Brüder Giovanni, Pietro, Angelo und Sasso, die Söhne des römischen Marmorarius Paolo, die schon 1148 das Ziborium für Sankt Laurentius vor den Mauern erbaut hatten, beauftragt waren. Die Neuweihe des Altars wurde von Hadrian IV. (1154 bis 1159) vollzogen. Ebenfalls in diese Zeit fällt mit großer Wahrscheinlichkeit der Bau eines romanischen Campanile, der jedoch im Jahre 1600 einstürzte und nicht wieder aufgebaut wurde. Zudem hielt nach Quellenberichten im 12. Jahrhundert der Papst in der Kirche am Weißen Sonntag die Pontifikalvesper und nahm im angrenzenden Kloster anschließend das Abendessen ein.

Seit 1512 gehört die Kirche und das Kloster den Franziskaner-Terziaren, die von Kardinal Alessandro Farnese (dem späteren Papst Paul III.) dort angesiedelt wurden. Auf Veranlassung von Gregor XIII. wurde das Bild von Felix IV. im Apsismosaik gegen das von Gregor dem Großen ausgetauscht, womit eine Erinnerung an den Altarstifter, aber auch eine Selbstverherrlichung Gregors XIII. durch die Darstellung des gleichnamigen Papstes erreicht werden sollte.

Ansicht vom Palatin auf den Tempel des Romulus und die Basilika Ss. Cosma e Damiano

1602 wurde im Auftrag Clemens VIII. mit der Wiederherstellung des Kirchengebäudes, das durch den Einsturz des Campaniles schwer beschädigt worden war, begonnen und je drei Längskapellen in den ursprünglichen Langhausraum eingerichtet. Urban VIII. ordnete jedoch bald eine neuerliche Umgestaltung der Kirche an, nachdem der Feuchtigkeitsgrad der Kirche bereits Gesundheitsschäden verursachte. Diese wurde von Luigi Arrigucci realisiert und dabei das Paviment um 0,9m angehoben und in einem Drittel der Gesamthöhe des Raumes ein neuer Fußboden eingebaut, wodurch eine Ober- und eine Unterkirche entstanden. Zudem wurden weitere umfangreiche Veränderungen vorgenommen und die Arbeiten 1632 vollendet. 1637 erhielt die Kirche noch einen neuen Hochaltar nach Entwürfen von Domenico Castelli.

Am 13. Juli 1862 wurde die Pfarrei von Sant'Adriano al Foro auf Santi Cosma e Damiano in Via Sacra übertragen, nachdem das durch das umfangreiche Ausgrabungsgeschehen am Forum Romanum nötig geworden war. Mit der Neustrukturierung der Pfarreien im historischen Zentrum Roms wurde die Pfarrei Santi Cosma e Damiano im Januar 1986 aufgehoben. Die Kirche ist seitdem Rektoratskirche auf dem Gebiet der Pfarrei San Marco Evangelista al Campidoglio.

Der Durchmesser der Apsis-Halbkuppel beträgt 15,80 m.[1]

Name und Patronat

Mit dem Patronat der Ärzte und Brüder Cosmas und Damian wurde wohl versucht, alte heidnische Kulte um das mythologische Brüderpaar der Dioskuren Castor und Pollux, deren Tempel der Dioskuren sich unweit auf dem Forum Romanum befand, sowie die um Heilgötter wie Apollo und Aeskulap zu verdrängen bzw. ins Christentum zu überführen. Der Beiname der Kirche „... in Via Sacra“ erklärt sich durch die Lage an derselbigen. Der Namenszusatz „.. in Silice“ wird über die Bezeichnung für die Pflasterung der Straße erklärt. Die Bezeichnung Basilica beati Felicis geht auf Papst Gregor den Großen zurück.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Jürgen Rasch: Die Kuppel in der römischen Architektur. Entwicklung, Formgebung, Konstruktion, in: Architectura, Bd. 15 (1985), S. 117–139 (124)

Literatur

  • Walter Buchowiecki: Handbuch der Kirchen Roms. Der römische Sakralbau in Geschichte und Kunst von der altchristlichen Zeit bis zur Gegenwart. 1. Bd., Wien 1967, S. 586 - 603.

Weblinks

 Commons: Basilica dei Santi Cosma e Damiano – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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