Satzglied


Satzglied

Als Satzglieder (auch Satzkonstituenten) bezeichnet man in der Grammatik die Bestandteile (Konstituenten) des Satzes, die nur als ganze verschoben werden können (Überprüfung durch Umstell- bzw. Verschiebeprobe).

Inhaltsverzeichnis

Umstell- bzw. Verschiebeprobe

Durch Änderung der Wortreihenfolge in einem Satz ist zu erkennen, welche Wortfolgen darin nicht zu ändern sind, ohne dass der Sinngehalt des Originalsatzes verlorengeht. Die so erkannten Wortfolgen sind die Satzglieder. Beispiel:

Hans baut im Wald mit seinem Freund eine riesige Baumhütte.
Im Wald baut Hans mit seinem Freund eine riesige Baumhütte.
Mit seinem Freund baut Hans im Wald eine riesige Baumhütte.
Eine riesige Baumhütte baut Hans im Wald mit seinem Freund.
Hans baut eine riesige Baumhütte im Wald mit seinem Freund.
(Etc.)

Satzgliedtypen

Die möglichen Satzglieder der deutschen Syntax heißen:

  •    Subjekt (Satzgegenstand),
  •    Prädikat (Satzaussage, verbale Glieder),
  •    Objekt (Satzergänzung, Akkusativ-, Genitiv-, Dativ- und Präpositionalobjekt),
  •       Adverbialbestimmung (adverbialer Akkusativ, Genitiv),
  • fallbestimmte Präpositional- (Akkusativ, Dativ, Genitiv) und Konjunktionalglieder (Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv) und
  • fallfremde Satzadjektive und -partikel.

Weiterführend bilden die Satzglieder eine Ebene zwischen Wort und Satz und werden in der traditionellen Grammatik als die den Satz bildenden Elemente verstanden:

  •       als primäre Satzglieder (Subjekt, Prädikat) und
  •          als sekundäre Satzglieder (Objekt, Adverbialbestimmungen).

Unterschied zu Konstituenten und Wortkonstituenten

Konstituente (auch Satzteil) ist der Oberbegriff zu Satzglied (auch Satzkonstituente) und Wortkonstituente. Wortkonstituenten sind die kleinsten bedeutungstragenden Bestandteile von Wörtern, Satzglieder sind hingegen eine Einheit des Satzes, die allein die Position vor dem finiten Verb besetzen kann.[1] Eine Konstituente ist im Allgemeinen ein (sprachliches) Element als Teil einer größeren Einheit und Satzteil ist laut Duden ein Synonym für Konstituente.[2] Die Begriffe Satzglied und Wortkonstituente sind also wesentlich spezifischer als der Oberbegriff Konstituente.

Weiteres

Die Konstituentenanalyse (weiteres unter: Interpretative Semantik und Konstituentenanalyse) ist Grundlage des Ableitungssystems der generativen Transformationsgrammatik Noam Chomskys: Die unmittelbaren Konstituenten des Satzes sind Nominalphrase (= Subjekt) und Verbalphrase (= Prädikat + Objekt(e)). Die späteren Modelle Chomskys orientieren sich dagegen an der Dependenzgrammatik, welche die Funktion des Verbs (Prädikat) ins Zentrum rückt. Das Verb fordert, je nach Kontext, bei Ein- (schwimmen), Zwei- (gratulieren) und Drei-Wertigkeit (geben) bestimmte Ergänzungen: die abhängigen Ergänzungen (Aktant) sind Subjekt und Objekt(e). Dazu kommen die sogenannten freien Angaben (Adverbialien).

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Satzglied – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Satzkonstituente – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Duden. Die Grammatik. 7., völlig neu erarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag: Mannheim/ Leipzig/ Wien/ Zürich 2005, S. 453f. ISBN 3-411-04047-5. „Satzglied“ im Originalzitat fett gedruckt.
  2. Duden. Die Grammatik. 7., völlig neu erarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag: Mannheim/ Leipzig/ Wien/ Zürich 2005, S. 778. ISBN 3-411-04047-5

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